00:00:01: Ciao, Papa. No, per favor, no, bitte nicht. Ich habe keine Hunger.
00:00:06: Buongiorno, mein Junge. Aber heute gibt es dein Leibgericht.
00:00:10: Spaghetti alle Vongole. Und Mama hat einen Nachtisch.
00:00:15: Nein, nein, nein, Mama, ich habe keine Zeit. Ich muss gleich weiter zu Pater Luigi.
00:00:19: Aber ich habe zur Feier des Tages einen San Lorenzo, einen fantastischen Montepulciano geöffnet.
00:00:25: Wir müssen doch auf deine Prüfung anstoßen.
00:00:28: Papa, da ist etwas, was ich dir sagen muss. Ja, welche Tropfen du in der Weinprüfung heute hattest.
00:00:36: Mein Sohn, der jüngste Sommelier der ewigen Stadt.
00:00:41: Papa, da ist etwas, was ich dir noch sagen muss. Ja, wie viele Punkte du in
00:00:46: der Prüfung geschafft hast.
00:00:48: Zwölf, dreizehn, vierzehn. Du hast vierzehn volle Punkte geschafft, oder?
00:00:52: Das ist mein Sohn, ein Kenner, ein Genie, ein Buongustaglio.
00:00:57: Mama mia, ich bin so stolz, dass du so viel Geschmack hast.
00:01:01: Deine Mutter und ich haben immer
00:01:02: gewusst, dass du das Zeug zu einem Weinkenner hast. Aber was ist denn?
00:01:06: Du kannst ruhig stolz auf dich sein.
00:01:09: Kann ich nicht. Aber sicher kannst du. No, Papa, no. Ich habe die Weinprüfung nicht bestanden.
00:01:18: Haben die etwa Weine aus irgendeinem der wenigen exotischen Gebiete ausgeschenkt, das du nicht kennst?
00:01:25: Ja, si, Papa. Sangratino. Ah, Baffangulo.
00:01:31: Sagrantino? Du bist an einem der köstlichsten Rotweine unseres Landes gescheitert?
00:01:37: Los Tupido. Ich weine. Mama wird weinen. Sein toser Hund wird weinen.
00:01:42: Von den Kanarienvögeln gab es zu schweigen.
00:01:46: Und was willst du jetzt bei Pater Luigi? Ich möchte zum heiligen Papst Urban I.
00:01:52: Beten Dem heiligen Patron des Weinberges Damit ich nie wieder mache so eine
00:01:56: Fehler Ach, was hilft beten? Du musst trinken.
00:02:02: Porco miseria Du gehst jetzt nach unten in den Keller Und holst drei Flaschen
00:02:06: Sagrantino de Monte Falco Die trinken wir jetzt Basta Aber Papa,
00:02:11: drei Flaschen, alleine Du hast recht.
00:02:17: Ruf Pater Luigi an. Er soll rüberkommen. Sag ihm, es gibt den guten Messwein.
00:02:23: Per mio amico del cuore.
00:02:26: Und die nächste Prüfung bestehst du dann mit Bravour. Oh Papa,
00:02:31: sei il migliore. Grazie mille. Mua, mua, mua, mua, mua.
00:02:36: In Vino ver vivas. Il podcast con e più di vino.
00:02:43: Mit einem guten und intelligenten Anwesenden, normalerweise mit Sprechern.
00:02:50: Wir wünschen uns nicht nur einen großen Titel ohne Tartar.
00:02:57: Aber auch Ars Vivendi ist eine Freundschaft mit der Hamburgerin Hermoine.
00:03:02: Und ein fantastisches Finale. Das reicht.
00:03:13: Gleichlich lässt sich die Sonne mal durchblicken, obwohl man hätte sagen müssen,
00:03:16: wir befinden uns mittlerweile ja schon fast im Juni, aber noch im Mai,
00:03:21: aber der kleine April möchte bitte aus dem Mai-Bällebad abgeholt werden.
00:03:24: Es ist Wahnsinn, was hier gerade draußen so abgeht.
00:03:27: Und wenn ich es auf den kleinen Bildschirm vor mich gucke, wird unser Gast uns
00:03:30: heute doch sehr neidisch machen, denn ihm brennt schon die Sonne auf dem Pelz.
00:03:35: Aber nichtsdestotrotz, ich bin nicht ganz alleine in dieser Misere,
00:03:38: denn in meiner wunderbaren, in meinem wunderbaren kleinen Dom,
00:03:42: in meiner Küche sitzt der Tomasio Ditmagno, der sogenannte William von Baskerville
00:03:47: für Arme. Ich bin froh, dass er da ist.
00:03:49: Mit seinem Haarschnitt, wie gesehen, und einer Kutte würde er auf jeden Fall
00:03:53: Konkurrenz machen. Hallo Tom.
00:03:54: Hallo Dietmar, was ist denn das für eine Begrüßung wieder? Da sieht man es mal wieder.
00:03:59: Ein Fiesling ohne Ende, aber ich heiße dich herzlich willkommen und ich freue
00:04:02: mich auch schon sehr auf unsere leckeren Weine, die wir heute trinken werden.
00:04:09: Das sind ganz besondere, köstliche Weine, aber ganz besonders freue ich mich auf unseren Gast.
00:04:16: Ja, und wenn man bedenkt, was dieser Gast macht, beziehungsweise woher dieser Gast kommt.
00:04:21: Eigentlich kommt er ja aus Deutschland, das kann man schon mal verraten,
00:04:23: aber er arbeitet in einem ganz anderen Land. Eigentlich arbeitet er in zwei Ländern.
00:04:29: Und wenn man bedenkt, dass dieses Land eigentlich das kleinste Land der Welt
00:04:34: ist, dass die Geldautomaten dort Lateinisch sprechen,
00:04:37: dass der Weinkonsum in diesem kleinsten Land der Welt den höchsten Weinkonsum
00:04:43: pro Kopf hat, also ungefähr bei 54,26 Liter pro Nase, das muss man sich mal vorstellen.
00:04:49: Also Durchschnitts-Öl-Pro-Kopf-Wein-Konsum beträgt ja immer so 42 Liter.
00:04:56: Also das ist schon nicht so schlecht.
00:04:58: Kein geborener Bürger des Landes. Also ich muss sagen, es ist tatsächlich ein
00:05:03: sehr interessantes Land. Da freue ich mich schon wahnsinnig drauf.
00:05:06: Ja, aber wir sind ja auch heute wieder nicht ganz alleine.
00:05:12: Wir haben ja auch noch jemanden bei uns. Das ist richtig. Wir haben nämlich,
00:05:16: wie in jeder Podcast-Folge von uns, eine Weinprinzessin.
00:05:20: Heute ist unsere Weinprinzessin die Katja. Hallo Katja.
00:05:26: Herzlich willkommen bei uns. Hallo lieber Tom. Hallo Dietmar.
00:05:29: Ich freue mich, hier zu sein heute. Wo bist du gerade, Katja?
00:05:35: Woher ich komme jetzt gerade? Nee, wo du gerade bist.
00:05:38: Ich bin jetzt gerade im netten Aufschlag,
00:05:43: das liegt zwischen Rendsburg und Schleswig, ganz im hohen Norden.
00:05:45: Und ich bin 30 Kilometer nur von der dänischen Grenze entfernt.
00:05:49: Ich glaube, ich schlage heute den Rekord und bin hier das Nordlicht.
00:05:53: Ja, wunderbar. Machen wir auch gar nicht streitig.
00:05:58: Hauptsache, du sitzt im Warmen. Ja.
00:06:02: Und freust dich auch auf unseren Gast heute, oder? Auf allen Fällen.
00:06:05: Ein kleines Vögelchen hat uns gezwitschert, dass du ihn ganz,
00:06:09: ganz, ganz, ganz, ganz besonders gerne liest. Ja.
00:06:13: Und gerne siehst. Und gerne siehst auch noch.
00:06:17: Auch das so. Das ist großartig. Aber bevor wir unseren Gast willkommen heißen,
00:06:22: gibt es noch eine Bitte an unsere Zuhörer.
00:06:26: Wenn Sie einmal Weinprinzessin sein möchten bei uns, schreiben Sie uns einfach
00:06:31: an info.ask-berlin.de oder Dietmar?
00:06:37: Ja, folgt uns einfach auf Instagram, in Wino, wer, wie, was.
00:06:40: Liked uns, abonniert uns und auch da könnt ihr gerne uns schreiben.
00:06:45: Genau. Und dann wären wir eigentlich soweit, dass unsere Weinprinzessin,
00:06:49: wie in jeder Folge, unseren Gast ankündigen darf.
00:06:54: Bitte schön, Katja. Vielen Dank. Also, er ist Papst und Vatikan-Experte,
00:07:01: Journalist, Autor, Fremdenführer, Schnellsprecherkönig ohne Sauerstoffbedarf,
00:07:07: seit 32 Jahren Wahlrömer, Wahrsager, ein Feuerwerk der Information, der Heilige Sohn.
00:07:13: Ob bei der Auswahl des heutigen Themas ein Engelchen oder Teufelchen auf seinen
00:07:18: Schultern saß, werden wir herausfinden.
00:07:20: Sein neuer Roman heißt Der Pakt gegen den Papst.
00:07:24: Und hier ist er nun in unserer ersten Auslandsübertragung live aus Rom.
00:07:29: Das emsige, lauschende Mäuschen aus dem Allerheiligsten der Heiligen.
00:07:33: Herzlich willkommen, Andreas Englisch.
00:07:37: Hallo Andreas, herzlich willkommen. Hallo, hallo.
00:07:42: Schön, dass du da bist, dass du diesen wundervollen Spaß mit uns mitmachst.
00:07:46: Und das auch noch, wo sitzt du jetzt genau eigentlich?
00:07:49: Ich bin zu Hause, also ich habe ein Haus auf dem Land im Norden von Rom und
00:07:54: eine Wohnung in Trastevere.
00:07:56: Und weil ich heute an meinem Buch geschrieben habe, bin ich heute auf dem Lande.
00:08:01: Wow, und dir strahlt die Sonne so herrlich ins Gesicht, dass uns das richtig
00:08:04: neidisch macht. Ja, heute ist ein wunderschöner Tag, das stimmt.
00:08:09: In der Ankündigung haben wir ja gehört, dass du im Grunde genommen so eventuell
00:08:16: ein Täufchen oder Engelchen auf deinen Schultern hattest, als du dieses Thema
00:08:19: ausgewählt hast, ja, was wir heute haben, nämlich Sakrantino.
00:08:23: Warum gerade Sakrantino?
00:08:26: Also ich war mit dem Papst vor einem Monat im Irak,
00:08:34: Das war nicht lustig, das war gar nicht lustig, aber lustig war,
00:08:40: wir waren wegen der Sicherheitsbedenken eigentlich ständig in irgendwelchen
00:08:45: gepanzerten Autos oder mit Polizisten zusammen und das war alles nicht schön.
00:08:50: Aber in einer Pause sagte dann einer dieser Beamten zu mir, sie haben jetzt
00:08:55: eine halbe Stunde Zeit, würde es Ihnen was ausmachen, ich muss für heute Abend
00:08:59: für meine Familie noch eine Flasche Wein kaufen.
00:09:02: Dann habe ich gesagt, ich komme gerne mit, kein Problem. Und dann sind wir im
00:09:06: Irak, in Erbil, um genau zu sein, in ein Weingeschäft gegangen.
00:09:10: Und das ist unglaublich, das war wirklich gut bestückt.
00:09:12: Ich hätte nie gedacht, dass es im Irak so gut bestückte Weingeschäfte gibt.
00:09:17: Und da gab es also auch einen jungen Mann, der wusste nicht,
00:09:21: woher ich kam und sagte dann, also Sie müssen unbedingt mal italienische Weine probieren.
00:09:25: Dann sagte ich, ich lebe in Rom. Und dann sagte er, ach so, ja,
00:09:28: dann müssen Sie mir ja mal einen Tipp geben.
00:09:30: Und dann habe ich gesagt, wissen Sie, einer der meisten unterschätzten Weine
00:09:33: Italiens ist der Sagrantino. Und dann sagte er, davon habe ich noch nie gehört.
00:09:37: Und dann habe ich gesagt, ich habe ihm dann geholfen, die Bestellung auszufüllen.
00:09:41: Und deswegen wird er in seinem Weinladen im Erbil, im Norden des Iraks,
00:09:45: in einem Kriegsgebiet ab der, glaube ich schon ab diesem Monat,
00:09:49: den Zagradino anbieten.
00:09:50: Ich finde, liebe den und ich glaube, dass es einer der am meisten unterschätzten Rotweine der Welt ist.
00:09:56: Andreas, damit das ist eine super Wahl, weil dieser Wein ist ja,
00:10:00: so glauben die Italiener, ein Wein, der den Teufel austreibt.
00:10:04: Also, wollen wir hoffen, dass die Leute sich da ein bisschen den Teufel des
00:10:08: Krieges austreiben lassen durch diesen leckeren Tropfen und dass es da mal ein
00:10:13: bisschen friedlicher wird.
00:10:14: Ich bin ja auch gespannt, ob lieber Tom dir auch dein kleines Teufelchen austreibt.
00:10:18: Also, darauf warte ich ja schon seit Urzeiten. Naja.
00:10:21: Also, die Flaschen haben auf jeden Fall die Chance heute.
00:10:26: Sag mal, als Vatikan-Korrespondent, Journalist,
00:10:32: Ich habe vorhin so ein bisschen erzählt, dass der Weinkonsum praktisch im Vatikanland
00:10:40: am höchsten ist als im Gesamtitalien.
00:10:43: Das hat aber einen ganz simplen Grund. Der Grund ist ganz einfach,
00:10:47: ich kaufe meinen Wein da auch.
00:10:49: Und das liegt schlicht und einfach daran, dass sie im Vatikan die Mehrwertsteuer
00:10:52: nicht bezahlen. Sie zahlen 22 Prozent weniger als in Italien.
00:10:57: Deswegen ganz Rom, die irgendeinen Pfarrer kennen oder irgendjemand,
00:11:01: der irgendeinen Job im Vatikan hat, die geben dann immer eine Liste mit und
00:11:05: sagen, kauf mir bitte sechs Kisten von dem oder sieben Kisten von dem,
00:11:09: weil es kostet schlicht und einfach 22 Prozent weniger.
00:11:12: Das hat einen ganz simplen Grund, warum da so ein hoher Weinkonsum ist.
00:11:15: Und der Pfarrer nimmt dann irgendwie noch 22 Prozent für die Lieferkosten?
00:11:19: Nee, das ist in der Regel nicht das Wort Freundschaftsbasis.
00:11:22: Also meine Freunde bringen mir den Wein auch mit und das kostet dann immer,
00:11:26: also die haben auch super gute Weine, muss ich ganz ehrlich sagen.
00:11:28: Also die Auszahl ist auch sehr groß.
00:11:30: Ja, das glaube ich voll.
00:11:32: Und sich die Reise. Das ist ja nicht weit, also von mir zu Hause bis zum Vatikan
00:11:36: sind es ungefähr eine Viertelstunde, also da kann man zu Fuß gehen.
00:11:40: Wunderbar. Sehr schön. Ich würde erst mal sagen, das ist vielleicht eine gute
00:11:44: Überleitung, um mir heute schon den ersten Wein gleich.
00:11:49: Einzuschenken, denn die lachen mich hier schon alle an, die drei Flaschen,
00:11:53: aber Aber wir wollen erst mal rausfinden, welche Reihenfolge wir haben.
00:11:57: Das heißt, wessen Wein wir als erstes testen. Dazu haben wir natürlich unsere
00:12:00: liebe Katja, unsere liebe Weinprinzessin.
00:12:01: Und wir sind sehr gespannt, welche Reihenfolge du dir da ausgedacht hast.
00:12:07: Also ich hätte gerne als erstes den Wein von Dietmar.
00:12:11: Ja, sehr gerne. Und dann hätte ich gern den Wein von Andreas.
00:12:18: Aha. Und als drittes hätte ich gern den Wein von Tom. Na wunderbar.
00:12:23: Wunderbar. Dann würde ich einfach vorschlagen, damit wir jetzt nicht die ganze
00:12:27: Zeit auf dem Trockenen sitzen, lass uns doch den ersten Wein von mir mal ins Glas.
00:12:30: Oh Gott, ich kann das gar nicht lehnen. Das ist ja Wahnsinn.
00:12:33: Ich brauche einen Augenblick.
00:12:35: Ja, kein Problem. Wir überbrücken.
00:12:39: So, dann fahren wir mal. Wir haben den Wein natürlich schon ein bisschen vorher
00:12:43: geöffnet, damit er ein bisschen atmen kann.
00:12:44: Denn Sacrantino ist ein wunderbarer Rotwein und das sieht man ja auch schon, wie der ins Glas fließt.
00:12:52: Und bevor ich überhaupt irgendwas gemacht habe, kommt da eine Wolke entgegen.
00:12:58: Dietmar, ich werde verrückt.
00:13:01: Ich bin gespannt, ich bin sehr gespannt. Also es duftet schon wirklich sehr,
00:13:06: sehr, sehr, sehr köstlich nach roten Beeren. Das rieche ich schon jetzt,
00:13:11: bevor ich das Glas überhaupt bewegt habe, ihn geschwenkt habe.
00:13:14: Aber ich würde sagen, ich gucke mir den mal ein bisschen näher an.
00:13:23: Also auf jeden Fall kann man eines sagen, wir warten natürlich noch auf den
00:13:27: Andreas, aber es ist sehr dunkel, oder?
00:13:29: Ich würde diesen Wein also so als wirklich dunkelrubinrot, fast granatrot beschreiben.
00:13:41: Das ist so, wenn ich den jetzt vor ein weißes Blatt Papier halte,
00:13:45: das, was mir sofort auffällt.
00:13:47: Und er hat so eine schöne Glut. Er ist opak, das heißt, wenn man durch den Wein
00:13:54: versucht durchzublicken, gelingt einem das kaum.
00:13:57: Also man muss schon wirklich direkt in die Lichtquelle schauen und dann sieht
00:14:01: man so eine wunderschöne, herrliche, granatrotes Bade.
00:14:06: Ich muss jetzt die Hilfe von der Weinprinzessin noch mal haben. Was war Nummer 1?
00:14:10: Nummer 1 war ich? Ja.
00:14:14: Nummer 1, der Dietmar bitte. Und Nummer 2 dann Andreas. Und die Nummer 3 ist dann Tom.
00:14:20: Das ist gut. Das Beste kommt immer zum Schluss.
00:14:25: Das Lustige ist, wenn ich mein Glas so hoch halte, dann könnt ihr das vielleicht
00:14:29: so ein bisschen sehen, durch meinen Lichtring allerdings auch gefördert.
00:14:32: Es hat so einen heiligen Schein.
00:14:37: Es gibt, um euch mal ein bisschen aufzuklären, es gab unter der Amtszeit von Benedikt XVI.
00:14:46: Einen Kurs an der Hochschule Regina Apostolorum, die den Batikern gehört für Exorzisten.
00:14:54: Da konnte man lernen, wie man einen Teufel austreibt.
00:14:58: Das gibt es ja nicht und wie macht man das? Und ich bin in den Kursus ein paar
00:15:02: Mal gegangen, weil ich das so interessant fand.
00:15:04: Da konnte man sich also anmelden und da saßen also katholische Exorzisten und
00:15:08: man konnte also da mitmachen und mit denen reden.
00:15:11: Und da habe ich erfahren, dass das wirksamste Mittel gegen Teufel aus einer
00:15:18: Höhle in Mittelitalien kommt,
00:15:21: weil dort Gregor der Große, der Teufel und Michael der Erzengel einmal gekämpft haben.
00:15:27: Und dabei ist eine kleine Quelle entstanden und das Wasser dieser Quelle ist
00:15:32: das wirksamste, was es gegen Teufel gibt.
00:15:34: Oh, das muss ich mir merken. Also wenn wir jemals nach Italien in die Gegend
00:15:38: kommen, dann schuppe ich Dietmar einfach hinein in diese Quelle.
00:15:43: Aber, Dankeschön, vielen Dank. Aber wie darf man mir so einen Kurs vorstellen?
00:15:49: Also ist das dann so wie im 18.
00:15:52: Jahrhundert, wir haben dann so die Delikventen reingefahren und denen dann irgendwie
00:15:56: probiert wird? Gibt es dann einen, der irgendwie besessen ist? Nein, leider nicht.
00:16:00: Das finde ich eine super Idee. Aber leider ist es nicht so.
00:16:06: Das war ganz lange abgeschafft worden wegen dieser schrecklichen Fälle, die es gegeben hat.
00:16:12: Es sind mehrere Tote gegeben bei Menschen bei dem Versuch, den Teufel aufzutreiben.
00:16:15: Auch in Deutschland. Deswegen war das verboten.
00:16:17: Und dann hat Benedikt das wieder eingeführt. Und da konnte man also lernen,
00:16:21: wie erkenne ich jemanden, der besessen ist?
00:16:24: Was mache ich dann, wenn ich weiß, dass der besessen ist?
00:16:29: Wie erkennt man einen Besessenen? Also es gibt eine ganze Menge von Methoden.
00:16:32: Also die wirksamste ist, dass man sich neben einen Besessenen setzt und im Stillen,
00:16:38: also ohne etwas zu sagen, ein Vaterunser spricht. Und wenn er dann ausrastet, dann ist er besessen.
00:16:43: Das ist aber auch eine Art Folter.
00:16:47: Ich meine, ich weiß nicht, ob man besessen sein muss, um dann aufzuspringen,
00:16:50: weil man ständig nur aufs Vaterunser hört. Man hört es ja nicht,
00:16:52: das müssen Sie ja leise sprechen.
00:16:54: Achso, das Nussel. Man flüstert jeden Daumen, das Flüstert unter uns ins Ohr.
00:16:58: Also man wird nicht, so wie Dietmar das immer kurz vor der Sendung hier macht,
00:17:02: man wird nicht ans Bett geschnallt, mit Weihwasser bespritzt und kriegt ein Kuss. Das gibt es auch.
00:17:08: Das gibt es noch. Also so erstaunlich das auch ist, aber das gibt es wirklich.
00:17:12: Hast du mal eine wirkliche Austreibung beigewohnt? Ja, mehrere.
00:17:18: Oh, okay. Ich war befreundet mit einem Exorzisten,
00:17:23: Pater Amort, der war ziemlich irre, muss ich ganz ehrlich sagen aber ich kannte
00:17:27: den ziemlich gut, das war der Chef-Exorzist des Vatikans und ich weiß noch,
00:17:32: dass ich als ich zum ersten Mal da war mit zwei Fotografen weil wir ein Interview
00:17:36: mit dem machen wollten also über den Teufel, natürlich.
00:17:39: Und da kamen wir rein und dann guckte er uns an und hatte den Termin verwechselt
00:17:44: und guckte uns dann an und sagte wer von euch ist denn jetzt besessen?
00:17:47: Und wir alle, nee, nee, nee das geht super Ja, wir wollen nur mit ihnen reden.
00:17:53: Wir wollen nicht angeschnallt werden. Wir wollen auch nicht.
00:17:56: Aber dann, das war wirklich super spooky. Also es war so, der hatte einen in
00:18:01: seinem, darf ich es so sagen, in seinem Büro.
00:18:03: In so einem, naja, Büro kann man das eigentlich nicht nennen.
00:18:05: Das war so ein großer Raum, in dem also Menschen auch an ein Bett geschnallt werden konnten.
00:18:11: Und ich habe gedacht, das ist doch alles total illegal, was hier passiert.
00:18:14: Und er hat dann erzählt, ja, also dass alle Leute, die exorziert werden wollen,
00:18:18: Wir müssen erst zu einem Arzt gehen und wenn der Arzt dann nichts findet,
00:18:21: dann ist irgendwann er dran.
00:18:22: Und der hat das also bis zu seinem Tod gemacht. Also ich habe den mehrfach interviewt,
00:18:26: weil ich immer gesagt habe, ich interessiere mich für den Teufel.
00:18:28: Was sagt der denn so? Wie sieht der aus?
00:18:30: Also das war sehr spannend, muss ich jetzt ehrlich sagen. Was sagen die denn
00:18:32: dann so, wenn die besessen sind?
00:18:34: Sprechen die dann so, wie man das aus Hollywood-Schinken kennt,
00:18:36: so in Aramäisch oder auf Lateinisch?
00:18:39: Und haben die dann so ganz komische Stimmen und verrenken ihre Gliedmaßen in
00:18:43: einer ganz bizarren Form? Leben sie an der Decke?
00:18:47: Nein, also das habe ich leider nicht gesehen, also in der Decke habe ich niemanden
00:18:50: kleben sehen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich war bei einem Fall dabei,
00:18:54: da habe ich die ganze Zeit gedacht, das ist so gut gefaked, dass es wirklich gruselig war.
00:19:00: Es gibt der Mann, das war so ein junger Mann, also ich würde mal schätzen,
00:19:05: er war so, weiß ich nicht, Mitte 20 und er sprach so perfekt,
00:19:10: Latein und so perfekt Aramäisch, dass ich dachte, das gibt's nicht.
00:19:14: Das ist unfassbar. Wie hat er das gelernt?
00:19:17: Und der hielt sich also für besessen. Der glaubte also, dass er irgendeine schreckliche,
00:19:23: irgendjemand ihn verflucht hat.
00:19:24: Und was hat der dann so tatsächlich von sich gegeben? Also was hat der gesagt
00:19:28: auf Lateinisch und auf Amish? Der hat die ganze Zeit geflucht.
00:19:32: Nur geflucht. Der hat also nicht
00:19:33: gesagt so deine Mutter soll in der Hölle verrecken und da ist sie schon.
00:19:38: Nein, nein, nein. Der hat irgendwelche komischen Flüche gesagt,
00:19:40: aber ich muss ganz ehrlich sagen, weil ich diesen Exorzisten kannte,
00:19:43: war ich einmal dabei, ein einziges Mal in den ganzen Jahren,
00:19:47: als sie in die Polizei gerufen hat.
00:19:50: Das ist aber wann, wann, das muss so Mitte der 90er Jahre gewesen sein.
00:19:53: Da hat ein Polizeibeamter aus der Toskana den Vatikan eingerufen und hat gesagt,
00:19:58: wir haben ein Problem, wir haben den Teufel hier, wir kommen mit dem nicht zurande,
00:20:02: können Sie uns einen Exorzisten schicken.
00:20:03: Und dann haben die den geschickt. Also passiert war Folgendes.
00:20:07: Also in einer Autowerkstatt in der Nähe von, in der Toskana,
00:20:11: also wenn wir schon über Weine reden, da gibt es viele gute Weine,
00:20:14: war ein Mechaniker gefunden worden,
00:20:17: der sehr schwer verletzt war und die Schränke, auf denen so Autoteile lagen,
00:20:23: Motoren, die waren alle in einer Ecke dieser Werkstatt zusammengerückt worden
00:20:28: und unter diesen ganzen Metallteilen lag dieser arme Mann.
00:20:32: Und da hat also ein Polizist die Anzeige aufgenommen und dieser junge Mann sagte
00:20:36: aus, ich habe also in der Werkstatt gearbeitet und dann haben sich diese Schränke
00:20:39: ohne irgendeinen Zutun auf mich zubewegt und sind auf mich draufgestürzt.
00:20:43: Und das stand in der Aussage und dann hat der Kommissar gesagt,
00:20:47: sagt, entweder ist der Mann völlig verrückt oder das hier ist eine Form von Hexerei.
00:20:50: Und deswegen haben sie damals den Exorzisten hingeschickt.
00:20:53: Das gibt es ja nicht von der Polizei. Das muss man sich mal überlegen. Ja, genau.
00:20:57: Sieht man auch, wie tief verankert der Glaube auch bei den Gesetzeshütern ist.
00:21:03: Das ist schon wirklich beachtlich. Ich glaube nicht, dass das in Deutschland
00:21:05: nicht mehr geschieht. Ja, das glaube ich auch nicht.
00:21:09: Ja. Ja, dann wollen wir doch mal das Weinchen angucken.
00:21:13: Also, ich habe eben schon gesagt, ein
00:21:16: wunderbarer duft strömt an
00:21:19: in die nase sehr gut
00:21:24: ja also ich finde es hat so eine so eine so eine schon sehr trüb von vom vom
00:21:30: wein also von der flüssigkeit gesehen leicht trüb schon so auch am arone leicht
00:21:37: ja das ist mir dunkel das muss auch sein also der muss richtig dunkel sein Der ist richtig dunkel,
00:21:43: der muss quasi schwarz sein, das kann ich sagen,
00:21:46: also riecht hervorragend. Ja, das finde ich auch.
00:21:49: Katja, was sagst du? Riecht lecker.
00:21:53: Also, riecht nach Italien, oder? Genau, nach Urlaub, deutsche Wiener.
00:21:58: Ich finde es total fantastisch, dass dieser Wein eine sehr kompakte Duftnote hat.
00:22:03: Also man riecht jetzt nicht so wie bei vielen anderen Weinen die Komponenten
00:22:07: einzeln so nebeneinander stehend, sondern das ist ein kompaktes Ganzes,
00:22:11: ein wirklich ein dichtes Aroma von,
00:22:14: ich finde von Brombeeren natürlich und von Kirschen.
00:22:23: Wir können es ja nicht großartig viel raten, weil wir wissen ja,
00:22:26: welche Rebsorte es sich handelt. Wir wissen auch, aus welchem Land er kommt.
00:22:29: Aber Jahrgang wäre vielleicht nochmal interessant. Was meint ihr?
00:22:34: Ich finde, der hat im Vergleich zu dem Wein, den wir später noch trinken werden,
00:22:40: im Vergleich zu meinem, hat der noch eine gewisse jugendliche Frische dabei.
00:22:46: Deshalb würde ich den gar nicht als zu alt taxieren. Ich würde mal so sagen, 2018.
00:22:54: Okay. Katja?
00:22:58: Ich würde sagen, der ist fast so alt wie meine Tochter und die ist 2011 geboren.
00:23:02: Oh, oh, oh. Jetzt, Andreas, jetzt bist du dran. Was meinst du?
00:23:07: Also er muss ja, wenn jetzt ein Zagratino ist, ohnehin sechs Jahre in einem
00:23:11: Fass sein. Also kann er nicht vor 2014.
00:23:15: Dann kann er nicht nach 2014.
00:23:20: Ich würde mal schätzen 2013.
00:23:25: Okay, okay. Gut. Bevor wir jetzt den ersten Schluck machen, ich werde dann mal
00:23:30: meinen Trinkspruch euch offerieren.
00:23:34: Den ich wo habe ich den überhaupt da erzähle
00:23:38: ich wieder sachen da hat der töpfel wo
00:23:41: an den unterlagen und zwar und zwar einfach etwas von william shakespeare wer
00:23:48: weintrinkt schläft gut wer gut schläft sündigt nicht und wenn ich zündigt wird
00:23:54: selig wer also weintrinkt wird Wird selig. In dem Sinne, Prost.
00:23:59: Zum Wohle. Ich finde es unglaublich. Wir haben heute Nordlichter bei uns.
00:24:06: Wir sind als Toltonen verteilt in Hamburg, Dietmar und ich.
00:24:11: Andreas Inglese, Andreas Englisch, bringt das Amlophile mit und das Römische.
00:24:18: Und so fügt sich das alles wieder zusammen. Zum Wohl allerseits.
00:24:21: Mh. Uh.
00:24:30: Also das Erste, was ich geschmeckt habe, war neben der Frucht das ausgeprägte Tannin.
00:24:37: Also man merkt schon, dass das eben ein sehr dichter Wein ist,
00:24:41: ein sehr schönes Tannin hat, aber überhaupt nicht so, dass da nach links und
00:24:45: rechts was ausschwenkt, sondern das ist alles sehr gut miteinander verbunden.
00:24:51: Also man kann den sehr schwer verwechseln. Sagrantino schmeckt wie Sagrantino. Es ist unglaublich.
00:24:59: Es klingt auch so ein bisschen wie was Heiliges, St. Grantino eigentlich,
00:25:03: könnte man ja schon fast sagen. Kleiner Heiliger heißt das übersetzt, glaube ich.
00:25:08: Ein wirklich toller Tropfen. Andreas, mich interessiert noch was.
00:25:12: Und zwar hast du in deinem aktuellen Buch, der Pakt gegen den Papst,
00:25:19: geschrieben über die rivalisierenden Mächte im Vatikan.
00:25:24: Und da gewinnt man, wenn man das liest, so ein bisschen den Eindruck,
00:25:27: als ob du dich da zwischen den Fronten von so Renaissance-Clans bewegt hast, wie den Borghese,
00:25:33: den Barberini, den Contis und vielen weiteren, die im Ränkespiel nicht nur skrupellose
00:25:37: weltliche Fürsten waren, sondern sich jeweils auch zum einen oder anderen Papst
00:25:42: gemacht haben, auch mit Gewalt.
00:25:45: Verliert man nicht den Glauben an die Institution Kirche, wenn man sieht,
00:25:48: wie skrupellos und machiavellistisch es dort zugeht im Vatikan?
00:25:54: Also das ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite erfährt man
00:25:59: Dinge, von denen man denkt, dass man sie eigentlich gar nicht wissen will.
00:26:03: Das stimmt schon, es geht sehr oft um Macht, es geht sehr oft um Privilegien,
00:26:10: es geht manchmal sehr selten um Gott, das stimmt.
00:26:14: Aber es gibt auch Momente, wo man denkt, Wahnsinn, in dieser ganzen widersprüchlichen
00:26:20: Institution gibt es tatsächlich manchmal so etwas wie etwas Heiliges, das stimmt.
00:26:26: Aber manchmal ist es gut versteckt. Verstehe.
00:26:30: Und du hast ja in diesem Buch, also der Untertitel ist Franziskus und seine Feinde im Vatikan.
00:26:37: Da hast du ja auch so ein bisschen darüber geschrieben, dass der Papst es nicht immer ganz leicht hat.
00:26:43: Und dieses Buch liest sich zeitweise wirklich wie ein Thriller à la Dan Brown.
00:26:48: Ich weiß nicht, ob du den kennst, der die Illuminaten geschrieben hat und so
00:26:52: weiter. Ist davon etwas in diesem Buch von dir Fiktion oder würdest du sagen,
00:26:58: da ist auch ein bisschen Spekulation dabei?
00:27:03: Also das ist ein Sachbuch, deswegen ging es mir vor allem darum,
00:27:07: mal so hinter den Kulissen zu erzählen, was da wirklich passiert.
00:27:11: Natürlich habe ich mir die Fragen gestellt, die sich viele auch gestellt haben.
00:27:15: Was kommt da, wie kam das, warum ist der Papst so unter Druck gesetzt?
00:27:18: Aber es ist eigentlich nicht spekuliert, sondern es ist eigentlich aufgeschrieben,
00:27:22: was ich erlebt habe in den vergangenen Jahren.
00:27:24: Und das muss man auch wirklich sagen, also dieses Buch liest sich tatsächlich,
00:27:27: also wirklich wie so ein Thriller, Weil du hast teilweise Sequenzen da auch
00:27:31: drin, wo man einfach nur denkt, das kann doch gar nicht sein,
00:27:35: was du da erlebst in diesem Buch.
00:27:39: Es geht ja eigentlich schon damit los, dass du eigentlich angefeindet wirst,
00:27:43: während du mit dem Rad friedlich da durch Rom fährst von einem Kardinal.
00:27:50: Und der dich mehr oder weniger, auf gut Deutsch gesagt, zur Sau macht.
00:27:55: Ja, wie ist das für dich da überhaupt, dich mittlerweile da zu bewegen?
00:28:02: Also es ist so, es gibt natürlich einen Haufen Leute, die finden mich ganz furchtbar,
00:28:07: das ist ganz klar, das ist aber auch Teil des Jobs und es gibt aber auch viele Freunde.
00:28:12: Natürlich bewegt man sich und dieser Papst, dieser Papst Franziskus hat so sehr
00:28:16: polarisiert, dass das relativ schnell ging, dass man entweder dafür oder dagegen
00:28:21: war. Das war nicht, und man darf das nicht vergessen, das ist keine Demokratie.
00:28:26: Das ist eine, die letzte absolutistische Monarchie der Welt.
00:28:30: Die haben kein Interesse, es gibt nicht so etwas wie ein Recht auf Pressefreiheit
00:28:35: oder sowas, das existiert alles nicht.
00:28:37: Es ist ein Hof, es ist wie an einem Fürstenhof, das ist immer noch so.
00:28:41: Und das hat, aber ich möchte nochmal was zu der Frage vorher sagen, wie ist das mit Gott?
00:28:48: Ich habe mir diese Frage auch immer gestellt, ist das eigentlich nur ein Laden,
00:28:52: der irgendwie, die tun nur so, das ist nur ein Machtspiel.
00:28:57: Aber ich habe manchmal Sachen erlebt, da habe ich gedacht, das ist wirklich
00:29:00: der Hammer und Gott gibt es wirklich.
00:29:03: Und eine Sache, die mich sehr geprägt hat, war mal in Slowenien,
00:29:08: das war 2004, glaube ich, nee, 2003.
00:29:12: Und wir waren mit Johannes Paul II., der war schon sehr krank, in Slowenien.
00:29:17: Und er hatte durch die Parkinson-Krankheit, die schienen seiner Hand wie eingefroren.
00:29:24: Also wenn man ihm was in die Hand gab, konnte der die nicht mehr schließen und nicht mehr öffnen.
00:29:28: Und wir sind also in Slowenien, fahren da an einer Straße vorbei.
00:29:31: Da ist ein Pfarrer und der hatte sich auf gut Glück an die Straße gestellt,
00:29:33: weil er gedacht hat, vielleicht hält der Papst ja.
00:29:36: Und dann stoppte der Papst tatsächlich, der sei ein Pfarrer,
00:29:38: dann haben die ein Lied gesungen.
00:29:39: Und dann wollte der Papst die segnen. Der wollte nur sagen, Benedikat vos omnipotens
00:29:43: deus, segne euch der Allmächtige Gott. und ließ sich das Mikrofon geben und
00:29:47: konnte aber nicht mehr sprechen.
00:29:49: Er hatte schon einen Luftröhrenschnitt. Er kriegte diese Worte Benedicat Vos,
00:29:53: Omnipotens Deus nicht mehr raus.
00:29:55: Und dann rief der Polizist, wir müssen weiterfahren, weiterfahren,
00:29:58: weiterfahren. Und dann kam ein Mitarbeiter und wollte ihm das Mikrofon abnehmen.
00:30:02: Und er konnte das nicht loslassen. Er schaffte das nicht, weil die Hand wie
00:30:05: vereist war. Und dann schlug dieser Mitarbeiter den Papst immer wieder auf die Hand.
00:30:10: Der schrie vor Schmerzen, dieser alte Mann, und dann fiel dieses Mikrofon endlich auf den Boden.
00:30:17: Und ich dachte, das gibt es doch nicht. Woj Tila, der Mann, der die Sowjets
00:30:20: bezwungen hat, der mit dabei geholfen hat, die Berliner Mauer einzureißen,
00:30:24: der wird geschlagen wie ein Kind.
00:30:25: Und genau gegenüber von mir waren die Fotografen, also die immer dabei sind, 30 Präsentanten.
00:30:31: Und die hatten ein wunderbares Schussfeld und ich habe gesagt,
00:30:33: das ist morgen die Geschichte, das wird überall sein im Fernsehen.
00:30:35: Der zusammen, der geschlagene große Papst Wojtyla, der Mann,
00:30:40: der es geschafft hat, die Solidarność gegen die Sowjets in Stellung zu bringen,
00:30:43: der die Leute aus dem Knast geholt hat, der wird jetzt geprügelt.
00:30:46: Und dann sind wir ins Pressezentrum gefahren und in dem Pressezentrum habe ich
00:30:51: meine Geschichte geschrieben, habe bei meinem Chef, der auch geschickt und habe
00:30:53: gesagt, also das ist eine Riesengeschichte.
00:30:55: Dann sagt er, das ist ja unglaublich, der wird da geschlagen,
00:30:57: wir brauchen das Foto, geh kauf das.
00:30:59: Und dann bin ich also rüber zu den Fotografen, ich kenne die alle,
00:31:02: ich war mit denen im Balkankrieg in Jugoslawien, die sind total abgebrühte Jungs,
00:31:07: wenn die einen Rennfahrer sehen, der an seinem Auto verbrennt,
00:31:10: dann fotografieren die das, die sind nicht zimperlich.
00:31:12: Die haben schon hundertmal ihre Freundin betrogen und irgendwie,
00:31:15: die sind ziemlich harte Jungs.
00:31:17: Und ich bin zu denen hin und habe gesagt, ich brauche das Foto.
00:31:19: Dann haben die gesagt, haben wir nicht. Ich habe gesagt, komm,
00:31:21: ich weiß das, ihr wollt nur den Preis da, 33.000, 40.000, wie viel wollt ihr haben?
00:31:25: Und ich durfte bis 50.000 gehen und dann habe ich 50.000 geboten und die leben ja von dem Geld.
00:31:30: Und haben dann gesagt, wir haben das nicht, das gibt es nicht.
00:31:32: Und dann habe ich gedacht, irgendjemand anderes hat halt mehr geboten.
00:31:34: Dann habe ich meinen Chef angerufen und habe gesagt, wir müssen die Geschichte
00:31:36: zurückziehen, wir kriegen das Foto nicht.
00:31:39: Und abends sind wir dann in die Kneipe gegangen mit den Fotografen und ich habe
00:31:42: dann gesagt, sag mal Jungs, erzählt mir doch mal, wer hat das denn gekauft?
00:31:46: Und dann sagte der Chef von denen, also der Chef, das ist eine Gruppe,
00:31:48: die arbeiten alle, sind alles Freie.
00:31:51: Und der eine, der häufiger für Reuters arbeitete, der sagte, weißt du was?
00:31:55: Ich habe das heute gesehen und ich habe gedacht, ich habe in meinem Leben so viel Scheiße gebaut.
00:32:00: Das mache ich jetzt nicht. Dass sie diesen alten Mann schlagen,
00:32:04: das fotografiere ich nicht. Das mache ich nicht.
00:32:08: Ich habe so viel falsch gemacht, aber das mache ich jetzt nicht.
00:32:11: Und dann hat er sein Objektiv sinken lassen und das haben dann alle anderen 35 auch.
00:32:16: Deswegen gibt es dieses Foto. Und ich habe damals gedacht, Gott existiert halt eben doch.
00:32:20: Ich habe Gott in der Gefolge der Päpste selten in Kirchen erlebt,
00:32:28: aber ich habe das durchaus erlebt, dass ich dachte, wow, diese Botschaft des
00:32:32: Guten und zu sagen, wir wollen Frieden, wir wollen Barmherzigkeit,
00:32:36: wir wollen den Leuten, die es schlechter geht, helfen,
00:32:39: das hat doch eine Kraft, das ist nicht nur Billig. Ja, da gebe ich dir hundertprozentig recht.
00:32:44: Wenn wir jetzt mal von Johannes Paul II.
00:32:48: Umschwenken auf den aktuellen Papst Franziskus, da ist ja im Augenblick sehr
00:32:54: viel los in seinem Pontifikat und auch in der gesamten Welt.
00:32:59: Das ist so weit gekommen, dass man momentan sogar bereits über eine Dystopie
00:33:06: eines Schismas, einer Kirchenspaltung spricht.
00:33:11: Weil wir alle wissen, dass die moralischen Verfehlungen und deren Vertuschungen
00:33:16: innerhalb der römisch-katholischen Kirche einerseits, der Frauenfeindlichkeit
00:33:20: sowieso im Machtapparat und so weiter,
00:33:23: das Verachten von Lebenswirklichkeiten, Zum Beispiel Stichwort Zölibat,
00:33:27: Geschiedene, die wieder heiraten wollen oder die Segnung Homosexueller auf der anderen Seite.
00:33:33: Wo positionierst du dich da, wenn du so dicht am Papst bist?
00:33:38: Kannst du da eine eigene Meinung vertreten oder ist das so, dass du dann sagst,
00:33:43: okay, ich mache eine Faust in den Taschen oder ich stimme dem sogar zu?
00:33:47: Wie muss man sich das vorstellen?
00:33:51: Also das ist natürlich von Papst zu Papst äußerst unterschiedlich gewesen.
00:33:55: Also Wojtyla wollte die Sowjets platt machen. Das war das Einzige,
00:33:58: was ihn wirklich interessierte. Der wollte, dass es Religionsfreiheit im Osten Europas gibt.
00:34:03: Alle anderen Sachen hat er halt so auch mitgemacht, aber das war sein Thema.
00:34:07: Und das hatte Härten, von denen ich dachte, der macht jetzt etwas falsch.
00:34:14: Aber das war auch ein Krieg, aber es war auch ein manchmal sehr lustiger Krieg.
00:34:19: Also ich erinnere mich an eine Geschichte, wenn wir hinter den Eisernen Vorhang
00:34:22: geflogen sind, als die Mauer noch stand, hatte Wojtyla mal einen Koffer dabei, so einen Lederkoffer.
00:34:27: Wenn wir woanders hingeflogen sind, Afrika, Amerika, Kanada, hatte er den nie.
00:34:31: Er hatte diesen Koffer immer nur dabei, wenn wir hinter den Ostblock geflogen
00:34:34: sind, Polen, Tschechoslowakei.
00:34:36: Und dann haben wir irgendwann zu ihm gesagt, Heiligkeit, warum haben Sie denn,
00:34:39: wenn wir in die kommunistischen Länder fliegen, immer diesen Koffer dabei?
00:34:42: Dann hat er gesagt, tut mir leid, das kann ich nicht sagen.
00:34:46: Dann war er tot, 2005, und ich bin zu seinem Bischof, zu seinem Sekretär geflogen.
00:34:50: Der wurde dann Kardinal in Krakau und habe gesagt, sag mal, was war denn in
00:34:54: diesem Koffer damals eigentlich drin?
00:34:56: Und dann sagt er, in dem Koffer war ein Ghetto-Blaster. Wisst ihr,
00:34:58: was ein Ghetto-Blaster ist?
00:34:59: Das sind diese großen Kassetten-Rekorder, die die in New York immer auf der
00:35:05: Schulter durch die Gegend schleppen in den 80er-Jahren.
00:35:07: Und Wojtyla wusste, dass die Nunciatoren, also die Botschaften,
00:35:11: in die er kam, hinter dem Eisernen Vorhang von den Sowjets alle verwandt waren.
00:35:14: An. Da gab es überall Mikrofone.
00:35:16: Viele Priester arbeiteten ja im Geheimen, im Untergrund. Deswegen durften die
00:35:20: Namen nicht bekannt werden. Deswegen hatten die diese ganzen Botschaften verwandt.
00:35:23: Und wenn Wojtyla in die Botschaft kam, nahm er diesen Koffer,
00:35:26: nahm den Ghetto-Blaster raus, stellte den auf den Tisch und schaltete den ein.
00:35:30: Und irgendein Witzbold im Vatikan hatte da eine Kassette reingesteckt mit einem
00:35:34: Lied von den Rolling Stones und zwar Das kennst du ja nicht. Ich werde bekloppt.
00:35:41: Sobald, dann dröhnte dieser Ghetto-Blaster los und dann konnte sich Wojtyla
00:35:45: mit den Botschaftern immer flüstern und unterhalten.
00:35:48: Und die Russen hörten immer nur diese total laute Rockmusik.
00:35:53: Und er hat uns das sogar mal gesagt. Wir haben das nur nicht verstanden.
00:35:56: Ich habe ihn mal gefragt, Heiligkeit, was ist eigentlich Ihre Lieblingsmusik?
00:35:58: Und dann sagte er Bach, wahrscheinlich um Ihren Gefallen zu tun,
00:36:01: weil Bach war in der Peterskirche bis zum Jahr 1945 verboten,
00:36:05: weil Johann Sebastian Bach war ja ein Porträtstein, war Duderana.
00:36:08: Bach-Musik gab es erst seit dem Winter 1945. Vorher war das verboten.
00:36:12: Und dann sagte er Bach. Und dann sagte er noch zu mir, ach, und wisst ihr was?
00:36:16: Von den Rolling Stones kriege ich immer solche Kopfschmerzen.
00:36:21: Man hört Aber das zeigt auch, dass ein Papst wie Johannes Paul II.
00:36:27: Durchaus eine sehr humorige Note hatte.
00:36:31: Ja, der war ganz... Ich kenne ihn ja nur als kleinen Jungen,
00:36:37: als er starb, war ich ein junger Mann.
00:36:40: Ich habe Päpste nie so humorvoll wahrgenommen.
00:36:46: Ich finde das großartig und zeigt auch eine gewisse Menschlichkeit und Nahbarkeit.
00:36:52: Ja, ja, der war also ein, was das angeht, der war also, wenn wir schon beim
00:36:56: Weintrinken sind, also wir hatten eine, ich verdanke ihm, die beste Party meines Lebens.
00:37:02: Wir hatten während der Polenreisen, gab es in den einzelnen Städten,
00:37:07: in denen der Papst war, absolutes Alkoholverbot,
00:37:09: weil er gesagt hat, also wenn wir in Krakau sind und da gibt es einen Gottesdienst
00:37:13: mit zwei Millionen Teilnehmern, ich kann nicht unmöglich einen Gottesdienst
00:37:16: von zwei Millionen besoffenen Polen lesen, das geht nicht.
00:37:19: Die waren ja abends schon oft auf diesen Feldern, die haben dann da geschlafen,
00:37:23: also er hat gesagt, in diesen Städten, in denen ich Gottesdienste mache,
00:37:26: gibt es absolutes Alkoholverbot.
00:37:28: Jetzt waren wir mit ihm aber zwei Wochen unterwegs und fuhren also von Stadt
00:37:31: zu Stadt und überall absolutes Alkoholverbot.
00:37:34: Das heißt, morgens um sechs in die Frühmesse, dann den ganzen Tag arbeiten,
00:37:36: um zehn irgendwann zurück ins Hotelzimmer und dann nicht mal einen Feierabendwein, nichts.
00:37:42: Und dann haben wir nach zwei Wochen gemäutert, da waren wir in der letzten Stadt,
00:37:45: das war in Krakau und wir haben dann in Krakau zu ihm gesagt,
00:37:48: wir haben jetzt die Schnauze voll, wir sind zwei Wochen mit ihm durch dieses
00:37:52: Land gefahren, Kein Tropfen Wein, nix.
00:37:56: Wir haben jeden Tag von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr gearbeitet.
00:38:00: Wir haben die Schnauze voll. Wir wollen jetzt Wein, Weiber, Party.
00:38:04: Und dann hat er gesagt, okay. Und hat uns in der Altstadt von Krakau eine Kneipe aufschließen lassen.
00:38:10: Die war von außen verdunkelt. Die Fenster waren alle zu, weil es gab ja überall
00:38:14: Alkoholverbot. Nur wir durften in diese Kneipe durch einen Hintereingang.
00:38:17: Und da gab es dann Musik, Alkohol, Bier, Wein, Ordensfrauen,
00:38:21: Ordensfrauen, junge Sekretärin und Weiber.
00:38:24: Das war eine super Party. Bis morgens um zwei.
00:38:28: Und ich, ohne Mist, da waren zwei Ordensfrauen, die haben auf dem Tisch getanzt.
00:38:32: Das ist nicht übertrieben. Das gibt's halt.
00:38:34: Wir sind dann am nächsten Morgen ins Flugzeug und zurück nach Rom geflogen.
00:38:38: Und dann hat er, als wir ins Flugzeug kamen, gefragt, habt ihr gesündigt?
00:38:42: Dann haben wir gesagt, nur ein ganz kleines bisschen.
00:38:47: Aber das war eine super Party, werde ich nie vergessen. Aber es muss ja auch
00:38:51: wirklich, Humor ist ja eigentlich eines der wichtigsten Güter,
00:38:54: die man ja behalten sollte. Und gerade als Papst anscheinend.
00:38:57: Heutzutage wahrscheinlich noch umso mehr. Und was ich so ein bisschen auch aus
00:39:02: deinen Interviews und auch aus dem Buch so ein bisschen entnehmen konnte,
00:39:06: ist ja, dass auch Franziskus durchaus Humor besitzt.
00:39:09: Schließlich nennt er dich nicht umsonst Heiliger Sohn. Genau.
00:39:13: Ja, also das war so, das kam mal, weil der Titel eines Papstes ist Heiliger Vater.
00:39:19: Und man spricht den natürlich, wenn man eine Frage hat oder so.
00:39:22: Ich habe Beutel mit Heiliger Vater angesprochen, auch Benedikt.
00:39:25: Und als ich Franziskus zum ersten Mal im Flugzeug sah und auch sagte,
00:39:28: heiliger Vater, dann schlug er mir so auf die Schulter und sagte,
00:39:31: na, wie läuft's denn so, heiliger Sohn?
00:39:34: Und damit war klar, dass er auf diesen ganzen Brimbo keine Lust hatte.
00:39:39: Aber er ist, muss ich ganz ehrlich sagen, von allen Päpsten,
00:39:43: also von diesen drei Päpsten, die ich kennengelernt habe, mit Abstand der,
00:39:46: der am meisten improvisiert und auch am meisten Humor zeigt.
00:39:49: Also ganz ohne jeden Zweifel. Mit weitem Abstand. Also er machte Sachen,
00:39:53: die sind so irre, dass man daneben steht und denkt, also das kann nicht wahr sein.
00:39:59: Ist das auch das rote Tuch, das zusätzlich dann noch aufkommt?
00:40:03: Ich meine, nach dem, was alles, was du da geschrieben hast und aufwirfst,
00:40:07: wo du dir jetzt auch mehr oder weniger Feinde machst in Rom und auf der ganzen
00:40:12: Welt wahrscheinlich von den erstmal hartgesottenen Katholiken,
00:40:16: ist da noch diese Portion Humor, die dann auch noch einen Papst noch dazu beibringt,
00:40:21: auch noch zusätzlich ein rotes Tuch? weil, was hat er alles gemacht?
00:40:24: Er hat nach ungefähr rund 600 Jahren ist es der erste Papst,
00:40:27: der die schwarzen Kassen geschlossen hat im Vatikan oder aufdecken hat lassen.
00:40:31: Er hat Kardinäle verhaften lassen, die sich ein schönes Leben gemacht haben,
00:40:37: weil sie bisher immer geschützt worden sind und.
00:40:42: Lass mich bei einer Geschichte erzählen. Warum die den so hassen?
00:40:46: Also es gibt hunderte von Gründen und wir können dann nachher noch ausführlich
00:40:48: drüber reden, wenn ihr wollt.
00:40:49: Aber eine Episode fällt mir gerade ein. Nein, es ging um die neue,
00:40:53: um die neue, eine neue Regelung der Ehe.
00:40:57: Und da gab es, gab es einen Paragrafen, der stammte noch aus den 60er Jahren.
00:41:02: Da stand also drin, für die Ehe ist Sexualität notwendig.
00:41:08: Und dann stand also ein Kardinal auf und sagte, dieser Paragraf sollte jetzt modernisiert werden.
00:41:15: Für die Ehe sei Sexualität nicht notwendig, sondern es sei ein Opfer.
00:41:19: Sondern das ist ein Opfer, das Menschen bringen müssen, wenn sie heiraten.
00:41:25: Und dann sagt er, die Formulierung sollte also sein, dass wer eine Ehe eingeht,
00:41:29: bereit sein muss, dieses Opfer auf sich zu nehmen.
00:41:34: Und dann stand Franziskus auf und sagte, ich möchte mal was sagen.
00:41:38: Wir sagten, eine Heiligkeit, ja. Und dann sagt er, wisst ihr was?
00:41:42: Vielleicht sollten wir uns einfach mal in Gedanken gewöhnen, dass Sex Spaß macht. Ja.
00:41:47: Recht hat er da recht.
00:41:52: Aber ich meine, das kannst du natürlich nicht bringen, wenn du im Antikar bist.
00:41:58: Aber das ist, also an dem Moment kann ich mich erinnern, als alle die Klappe
00:42:02: runterfielen, die alle gedacht haben, Der Irre, der ist einfach irre.
00:42:05: Der kann, der soll sehen, dass er so schnell wie möglich nach Argentinien zurückkommt.
00:42:08: Um mal kurz bei der Sache zu bleiben, dass es da Widersacher gibt.
00:42:13: Also ich meine, wir wissen ja alle, die den Roman gelesen haben von Umberto
00:42:18: Eco, der da ein mittelalterliches Christentum beschreibt in einem Kloster,
00:42:23: wo ein Ordensbruder sagt, Humor ist seit Aristoteles ein Werk des Teufels.
00:42:29: Und das ist das Schrecklichste überhaupt. Der Roman ist sowieso sehr lesenswert, wie ich finde.
00:42:34: Wenn man sich jetzt anguckt, in einem deiner Romane die Petrus-Akt,
00:42:39: und das ist nicht ein Roman über einen Gemäldezyklus, der den Apostel Petrus textilfrei zeigt,
00:42:46: sondern es geht in diesem Roman um eine Übersetzerin, die das Buch eines unbekannten
00:42:52: Romanciers bearbeiten soll.
00:42:54: Und bei der Lektüre stellt sie fest, Moment mal, das ist mein Leben und es wird
00:42:59: immer unheimlicher und sie klappt die letzten Seiten auf, um zu lesen, wie es denn ausgeht.
00:43:05: Und dann stellt sie fest, zwei Tage nach ihrem 30. Geburtstag stirbt sie plötzlich.
00:43:11: Und dann macht sie sich auf die Suche mit ein paar Komplizen,
00:43:16: um herauszufinden, wer dieses Buch geschrieben hat und was es damit auf sich
00:43:19: hat, weil sie kriegt es mit der Angst zu tun.
00:43:22: Das klingt alles wie ein richtig übler Albtraum.
00:43:26: Hast du aufgrund deiner Arbeit schon mal so eine Angst gespürt oder was hat
00:43:32: dich inspiriert zu diesem Roman?
00:43:36: An ich habe die geschichte geschrieben
00:43:39: weil ich mich interessiert habe
00:43:42: für die macht von geschichten also
00:43:45: ganz viel in unserem leben was weiß
00:43:49: ich die art und weise wie wir unseren partner kennengelernt haben
00:43:52: eine die eine art und weise irgendetwas eine stadt die uns imponiert hat eine
00:43:56: reise die uns unter die haut gegangen ist das hat immer alles mit geschichten
00:43:59: zu tun wir erzählen uns wenn wir unter freunden sind geschichten und geschichten
00:44:03: sind ein wichtiger teil unseres lebens und es gibt halt geschichten die sind
00:44:06: ganz besonders und eine ganz besondere geschichte um die geht es in diesem roman,
00:44:12: Hat es zur Hälfte ins Evangelium geschafft und die andere Hälfte ist verborgen.
00:44:17: Deswegen fand ich die so interessant. Also es geht um einen Mann,
00:44:20: der heißt Simon der Zauberer.
00:44:22: Und der Zauberer kommt zu Petrus und sagt zu Petrus, pass mal auf,
00:44:25: dein Chef Jesus, der kann ja super Tricks in das Wasser gehen und solche Sachen, klasse.
00:44:29: Verrate mir doch, wie er das macht, dann gebe ich dir Geld. Und dann sagt Petrus,
00:44:32: also bist du verrückt, also das geht auf keinen Fall.
00:44:35: Und das steht in der Bibel. In Wirklichkeit geht diese Geschichte aber weiter.
00:44:39: Und es gibt ein Buch, das in Genua, das entdeckt worden ist,
00:44:42: in dem steht also drin, dann kommt Petrus nach Rom und trifft wieder auf diesen Zauberer.
00:44:47: Und dieser Zauberer fängt an zu fliegen, der fliegt über die Stadt und Petrus
00:44:51: kniet sich also hin und betet, lasst den abstürzen.
00:44:54: Der stürzt danach ab, ist aber nicht tot, sondern wird in einer Stadt,
00:44:57: in einer Ritscha begraben.
00:44:58: Und mich hat diese Geschichte fasziniert, weil die zum Teil,
00:45:01: wie gesagt, in den Evangelien steht, manchmal in den Kirchen gemalt worden ist.
00:45:04: Und ich habe mich immer gefragt, da kommt übrigens die Überzeugung,
00:45:08: ihr habt bestimmt doch schon mal die Hexe mit dem Besen gesehen.
00:45:11: Also die mittelalterlichen Exorzisten waren der Meinung, dass jeder,
00:45:15: der mit dem Teufel im Bunde ist, fliegen kann. Deswegen haben Hexen einen Besen.
00:45:19: Der Hexenbesen, der kommt daher, dass in der Kirche im Mittelalter mal gedacht
00:45:22: hat, wenn die mit dem Teufel im Bunde ist, dann fliegen die garantiert.
00:45:25: Deswegen malen die die Hexen immer auf diesem Besen.
00:45:28: Und mich hat diese Geschichte spannend gefunden. und dann habe ich gesagt,
00:45:31: jetzt machst du den einfach mal modern.
00:45:32: Lässt jetzt mal eine Geschichte, die greift einen Menschen an.
00:45:37: Der erlebt die Geschichte nicht, sondern die Geschichte greift ihn an,
00:45:40: als würde ein Täter jemanden angreifen. Das hat mich geratzt.
00:45:44: Und das habe ich dann, 1997 war der fertig und ich habe das große,
00:45:49: große Glück gehabt, bin ich sehr froh.
00:45:50: Der Verlag hat mich vor einem Jahr angerufen und gesagt, wir würden den gerne
00:45:54: noch mal modernisieren.
00:45:56: Und dann habe ich den, auch die Teile, die mir nicht mehr gefallen haben,
00:45:59: nach 20 Jahren nochmal schreiben können.
00:46:00: Und es war ein ganz tolles Erlebnis. Ich hatte sozusagen mit mir selber vor 20 Jahren zu tun.
00:46:06: Das war ganz toll, hat mir viel Spaß gemacht.
00:46:09: Ich hatte da mit einer Lektorin zu tun, die war sehr jung.
00:46:12: Und die sagte dann zu mir während des Lektoratsgesprächs, in dem Buch kommen
00:46:16: überhaupt keine Handys vor.
00:46:18: Ja, 1997 gab es noch keine Handys.
00:46:21: Ich sagte, das ist ja aber so ein Buch, so ganz ohne Handy, ist das nicht langweilig?
00:46:24: Ich habe gesagt, also, da gab es aber noch keine Handys. und da gibt es ja noch die Lira.
00:46:28: Ja klar, von 1997 gab es in Italien die Lira.
00:46:32: Und das habe ich dann aber durchgesetzt. Das Handy musste ich nicht reinschreiben,
00:46:36: denn die Lira ist auf dritten geblieben.
00:46:37: Aber das Buch hat mir viel Spaß gemacht. Das glaube ich mir auch.
00:46:39: Ich fand es sehr packend. Dankeschön.
00:46:43: Erschienen sind ja deine Bücher immer bei dem einen und demselben Verlag.
00:46:46: Das dürfen wir hier, glaube ich, sagen. Bertelsmann.
00:46:49: Und da wird auch dein aktueller Roman verlegt. und du hast uns vor der Sendung
00:46:56: schon mal einen kleinen Hinweis gegeben. Es ist heute ein Tag der Freude.
00:47:01: Es wird bald noch ein Buch von dir erscheinen. Kannst du etwas darüber erzählen?
00:47:07: Ja, klar. Also ich schreibe da gerade dran. Ich habe ein Buch geschrieben über
00:47:11: Rom vor, das ist jetzt glaube ich vier Jahre her.
00:47:17: Das hat ein bisschen mit eurem Einstieg zu tun. Ich hatte das Gefühl,
00:47:20: ihr habt euren Einstieg bei mir geklaut.
00:47:23: Ich weiß nicht, ob ihr das wirklich habt. Das ist genau die gleiche Geschichte.
00:47:28: Mein Sohn hat als Studentenjob als Fremdenführer arbeiten wollen.
00:47:35: Und mein Sohn ist in Rom in der Innenstadt geboren. Wir haben also am Kolosseum
00:47:38: gewohnt. Wir haben nicht irgendwo
00:47:39: draußen gewohnt, wir haben immer in der römischen Innenstadt gewohnt.
00:47:42: Und dann erfuhr ich also diese erste Hürde, die man nehmen muss,
00:47:45: um Fremdenführer zu werden.
00:47:46: Das ist also ganz einfach, man muss ein bisschen was über das Kolosseum erzählen,
00:47:49: Forum Romane, auch ein bisschen was über das moderne Rom.
00:47:52: Und ich habe gesagt, also natürlich kannst du das. Ich meine,
00:47:54: du bist hier aufgewachsen, du hast dein ganzes Leben hier verbracht.
00:47:57: Dann ist er zu dieser Prüfung gegangen und ich kam dann zurück und habe gesagt,
00:48:00: na, wie ist es denn gegangen?
00:48:01: Und dann sagt er, ich bin durchgefallen. Er hat gesagt, du bist da durchgefallen,
00:48:04: du hast Rollschuhfahren im Kolosseum gelernt, weil das die einzige flache Stelle
00:48:09: war, da konnten wir mal gratis rein, das kann doch nicht sein,
00:48:12: dass dir nichts zum Kolosseum einfällt.
00:48:14: Du hast deine Kommunion auf der Piazza Navona gefeiert, du hast bei Johannes
00:48:17: Paul II. auf dem Schoß gesessen und du hast mit dem Lego gespielt.
00:48:20: Und wenn es überhaupt jemanden gibt, der mit dieser Stadt verbunden ist,
00:48:24: dann du, wie kannst du diese Prüfung nicht geschafft haben?
00:48:28: Und dann hat er gesagt, ach, diesen ganzen alten Quatsch, wie ein Maler,
00:48:32: also ich stehe so auf Playstation und Call of Duty und sowas,
00:48:37: also irgendwie diesen ganzen alten Schrott, irgendwie Michelangelo, Schwachsinn.
00:48:40: Dem, der hat gesagt, weißt du was, wir gucken uns jetzt mal unsere Stadt an, du und ich.
00:48:45: Und dann haben wir das auch gemacht und das war halt auch so,
00:48:49: wie ich das jetzt erzähle.
00:48:51: Also wir sind vor der, haben in der Sixtinischen Kapelle gestanden,
00:48:55: wo normalerweise alle, also vor Ehrfurcht erblassen.
00:48:58: Ich hatte das auch so arrangiert, dass wir da ganz alleine waren.
00:49:00: Ich war da mit ihm ganz alleine, war kein anderer Urlauber.
00:49:03: Und hab gesagt, guck dir das mal an. Und dann hat er gesagt,
00:49:05: ach, die Bilder, die ich auf meiner Playstation sehe, sind viel besser, bunter.
00:49:10: Ich hab gesagt, sag mal, Bist du bescheuert? Das ist Miguel Antlo Buonarroti.
00:49:12: Also wir haben uns auch viel gestritten.
00:49:15: Und dann habe ich meinem Verlag gesagt, ich möchte darüber mal ein Buch schreiben,
00:49:18: aber nicht so ein normales Rom-Buch, wo immer alles toll ist und die Leute alles toll finden.
00:49:23: Ich möchte das mal so schreiben, wie das mit einem renitenten jungen Mann ist,
00:49:27: der das eben nicht toll findet.
00:49:28: Der alte Brüder Schwachsinn. Also das möchte ich gerne mal machen.
00:49:32: Das wollten die erst nicht.
00:49:35: Dann habe ich sie aber überzeugt. Und die haben also gesagt,
00:49:37: das wird auch nicht gehen, das will keiner haben.
00:49:40: Also das ist viel zu viele Konflikte auch in dem Buch, weil wir haben also eine
00:49:43: Papstmesse zum Beispiel gebucht am Anfang des Buches und dann sagt der Papst,
00:49:47: interessiert mich überhaupt nicht, ich will auch nicht in diese doofe Kirche
00:49:50: rein. Ich habe dann gesagt, warum ärgerst du dich so?
00:49:55: Und er meckerte, weil wenn sie einen Platz in einer Papstmesse haben wollen,
00:49:59: müssen sie einen Fax schicken.
00:50:01: Ich habe gesagt, Leo, ich habe jetzt diese Karten, ich habe das Fax geschickt,
00:50:04: wir haben die Karten, wir können ganz nah am Papps sitzen.
00:50:06: Ich sage, weißt du was, in eine Veranstaltung, in die man nur kommt,
00:50:10: weil man ein Fax schicken muss, will ich überhaupt nicht gehen.
00:50:13: Ich will auch nicht eine Airline ein Ticket kaufen, wenn ich denen ein Fax schicken
00:50:17: muss. Und ich würde denken, das Flugzeug stürzt gar nicht ab.
00:50:20: Und wenn die nicht so weit digitalisiert sind, dass ich das irgendwie an meinem
00:50:24: Computer machen muss, abgesehen davon, ich denke, der Vatikan ist so nachhaltig.
00:50:27: Überleg mal, wie viele Bäume die fällen müssen. für die Pabst-Tickets, da gehe ich nicht rein.
00:50:36: Also so, diese Geschichten waren ungeschminkt, stand das so in dem Buch.
00:50:40: Dann hat der Verlag gesagt, es interessiert keinen Menschen,
00:50:42: das ist viel zu viel konfliktbeladen, du schreibst auch viel zu viel über diesen
00:50:45: Streit und viel zu wenig über Kunstwerke, schreib mal rechts,
00:50:49: ist das entzückende Fresco so und so. Und er hat gesagt, genau das will ich nicht.
00:50:52: Dann landete das Buch auf der Bestsellerliste unter den ersten drei,
00:50:55: also war ein Riesenerfolg.
00:50:57: Und dann war das natürlich anders, dann sagte der Verlag, toll,
00:50:59: ja, super Idee und so. Aber dann ist etwas passiert, das habe ich noch nie erzählt.
00:51:04: Das war wirklich, das hat mich wirklich umgehauen.
00:51:08: Das ist ungefähr ein Jahr her.
00:51:10: Das war die letzte Reisegruppe, die ich hatte vor der Pandemie.
00:51:14: Da waren so die Leute, es war schon klar, dass wir die Kirche nicht mehr zeigen dürfen.
00:51:18: Dann kam ein Mann zu mir und sagte, ich bin gar nicht hier wegen dieser Reise.
00:51:23: Ich wollte Ihnen etwas sagen. Ja, nur zu. Ich meine, Sie hätten mich auch anrufen
00:51:27: können. Nein, ich habe diese Reise gemacht, weil ich möchte Ihnen das persönlich sagen.
00:51:30: Dann habe ich schon gedacht, der ist irgendwie sauer oder so.
00:51:32: Dann sagte er, ich habe also ihr Buch, Mein Rom, verschenkt meiner Tante,
00:51:37: weil ich dachte, die liest das, aber die fand das total langweilig.
00:51:40: Die hat das nicht gelesen. Das ist eine super Kritik, danke schön.
00:51:44: Und sie sagte, das Buch lag immer bei ihr rum. Und mein Sohn hatte einen schweren
00:51:49: Autounfall vor sieben Jahren.
00:51:51: Hatte danach eine Hirnoperation, bei der es einen Ärztefehler gab.
00:51:54: Deswegen ist er im Bachkoma. Der liegt seit sieben Jahren in einem Bett.
00:51:57: Kann nicht reden, kann nichts, aber wir haben, der wird auch beatmet teilweise,
00:52:02: aber ich habe den nicht sterben lassen.
00:52:05: Und ich fahre immer an sein Bett und lese ihm vor. Er reagiert nicht und ich
00:52:09: weiß auch nicht, wie viel er mitkriegt, aber ich setze mich also dreimal die
00:52:11: Woche an sein Bett und lese ihm was vor.
00:52:13: Und ich hatte mein Buch vergessen und da lag dieses Mein Rum von Ihnen rum und
00:52:17: habe dann gedacht, naja, ist euch egal, jetzt lese ich ihm das vor.
00:52:20: Dann habe ich mich an sein Bett gesessen und kam an die Stelle,
00:52:23: wo sie in die Sixtinische Kapelle kommen und ihr Sohn sagt, so ein Scheiß,
00:52:26: ich will wieder zu meiner Playstation.
00:52:28: Und da hat mein Sohn gelacht. So die erste Reaktion in sieben Jahren.
00:52:33: Der hat gelacht und dem Mann kamen die Tränen in diesem Augenblick, als er vor mir stand.
00:52:37: Der hat gesagt, das war das erste Mal, dass ich wusste, der ist wirklich noch am Leben.
00:52:41: Und dann habe ich gesagt, was haben wir für eine Scheißverantwortung manchmal
00:52:44: auch, wenn wir diese Bücher zusammenschreiben.
00:52:46: Ich hätte nie in meinem Leben gedacht, dass so etwas mal passiert.
00:52:49: Aber ich muss ganz ehrlich sagen, das war die schönste Reaktion,
00:52:52: die ich je von einem Leser bekommen habe.
00:52:54: Natürlich war das kein Zufall mit unserem Intro. Das war eine göttliche Eingebung, die wir hatten.
00:53:02: Wir haben natürlich auch so ein bisschen, der Dietmar und ich,
00:53:05: darauf hingesteuert, auf diese Geschichte.
00:53:08: Und was mich noch interessieren würde bei diesen Vater-und-Sohn-Geschichten,
00:53:12: Also du bist ja der heilige Sohn von Franziskus und der Leonardo,
00:53:17: dein Sohn, der scheint offenbar einen ganz ausgeprägten Geschmack zu haben.
00:53:22: Worauf bist du denn stolz bei Leonardo, wenn ihr so unterschiedliche Persönlichkeiten seid?
00:53:30: Also er ist im Gegensatz zu mir unglaublich geduldig.
00:53:36: Also er kann Sachen, wenn ich jemanden brauche, der geduldig ist,
00:53:42: dann lasse ich das meinen Sohn machen, weil das kann er viel besser als ich.
00:53:45: Und er hat sich, wie ich finde, ist mit dieser ganzen,
00:53:52: wir streiten uns natürlich auch, aber er ist mit dieser ganzen Kirchengeschichte,
00:53:57: die ich da habe, hat er eine ganz interessante Haltung bekommen, finde ich eigentlich.
00:54:01: Also ihn interessiert das, wir reden da auch drüber, auch sehr kontrovers.
00:54:03: Es gab auch schon schreckliche Streits.
00:54:06: Er hat immer schon gesagt, du hast mein ganzes Leben ruiniert,
00:54:09: wenn ich in der Disco irgendein Mädchen erzähle, mein Vater schreibt Papstbücher,
00:54:12: manche kommen mit mir nach Hause hier.
00:54:14: Ich denke, die müssen erstmal in den Park schulen, wenn die noch nicht zu Hause sind.
00:54:20: Kannst du nicht was anderes mehr schreiben? So ein Scheiß. Das gibt es natürlich auch.
00:54:26: Aber wir arbeiten jetzt relativ häufig zusammen.
00:54:30: Das ist sehr gut für die Menschen mittlerweile. Und er...
00:54:35: Nein, wir arbeiten zusammen, also wir machen Führungen zusammen und wir haben
00:54:41: auch dieses Buch jetzt zusammen gemacht,
00:54:44: auf eine gewisse Art und Weise, weil es gab also einen sehr seltsamen Vorfall
00:54:52: vor einigen Jahren, aber mehr erzähle ich über das Buch nicht. Aber den erzähle ich.
00:54:58: Ich habe also viele Jahre lang Reisegruppen geführt. Das sind meistens ältere
00:55:02: Menschen. Die kommen also nach Rom, den zeige ich dann die Stadt.
00:55:06: Und vor einigen Jahren hatte ich einen jungen Mann, der wollte also mit mir
00:55:11: essen gehen in Rom und war super sauer.
00:55:14: Er sagte also, sie haben das Leben meiner Eltern zerstört. Die waren bei ihnen.
00:55:19: Die haben vorher eine super Ehe geführt.
00:55:22: Ich war total stolz auf die harmonische Ehe meines Vaters und meiner Mutters.
00:55:26: Beides Wissenschaftler.
00:55:27: Theoretische Mathematik machte sie und er machte irgendwie Physik.
00:55:31: Und die waren bei ihnen und die haben sich total auseinandergelebt. Und sie sind schuld.
00:55:35: Und ich habe jetzt Angst, es sind beide betagt, dass die mal alleine sterben
00:55:39: werden, weil die reden nicht mehr miteinander.
00:55:41: Ich habe gesagt, um Gottes Willen, was habe ich denen getan?
00:55:44: Und dann sagt er, mein Vater ist aus Rom zurückgekommen nach dieser Reise,
00:55:47: hat seine ganzen Mathebücher, die im Regal standen, alle weggeschmissen. Der ist ja pensioniert.
00:55:52: Und als meine Mutter dann abends wieder mit ihm über Physik reden wollte,
00:55:56: hat er gesagt, ich will jetzt mal über was anderes reden, weil ich habe in Rom
00:56:00: auf einer Reise mit Andreas Englisch etwas entdeckt, und zwar,
00:56:04: ich habe das Böse gesehen.
00:56:07: Und dann sagte er, mein Vater hat aber nie gesagt, was das ist.
00:56:12: Und ich möchte, dass Sie das gerade biegen. Reden Sie mit ihm,
00:56:15: erklären Sie ihm bitte, dass das, was Sie erzählen, alles großer Humbug ist
00:56:19: und reparieren Sie die Ehe meiner Eltern bitte. Und die sind jetzt hier.
00:56:23: Bringen Sie ihn an den Ort zurück, der ihm so viel bedeutet hat.
00:56:26: Da habe ich gesagt, ich kann mich an Ihren Vater nicht erinnern.
00:56:29: Ich weiß nicht mehr, wo wir waren. Ich weiß gar nicht mehr, wie der heißt.
00:56:31: Der hat mir dann ein Foto gesagt und gesagt, ich habe Tausende von Gästen.
00:56:34: Ich kann mich nicht daran erinnern. Ich weiß nicht, warum Ihr Vater diesen Eindruck
00:56:38: hatte. Dann hat er gesagt, dann gehen Sie es suchen.
00:56:41: Und dann habe ich zu meinem Sohn gesagt, abends, ich mache manchmal so Pausen
00:56:44: und rede mit den Menschen über das Böse, ja.
00:56:47: Und ich muss dem Mann irgendwas erzählt haben. Dann hat er gesagt,
00:56:49: okay, das suchen wir jetzt.
00:56:50: Und dieses Buch erzählt diese Geschichte. Das klingt wirklich spannend.
00:56:53: Das klingt wirklich spannend. Ich muss es haben.
00:56:57: Es erzählt Dämonen von Rom, die echten und die falschen.
00:57:02: Es erzählt die Kirchen, es erzählt die Orten, die spooky sind.
00:57:05: Ich habe unheimlich Spaß gemacht. Ich schreibe gerne durch, aber das hat mir
00:57:09: wirklich großen Spaß gemacht. macht.
00:57:11: Und ich habe das auch gerne mit meinem Sohn gemacht.
00:57:14: Das kommt auch total rüber, auch wenn man die Zuhörer dein Gesicht nicht sehen
00:57:18: kann und mit was für einer Freude du das auch gerade berichtest.
00:57:20: Und wenn ich dann auch so mal links auf meinen anderen Bildschirmen blicke und
00:57:24: Katja sehe, die völlig strahlend schon da sitzt und ich kann dir jetzt schon
00:57:28: sagen, also da sind schon mal ein paar Bücher dann gekauft, glaube ich.
00:57:33: Oder Katja, was sagst du? Definitiv, ja, das hört sich total spannend an und
00:57:37: das ist auch das, was ich vorhin meinte.
00:57:39: Ich lese nicht nur gerne seine Bücher, sondern ich kann ihm einfach stundenlang zuhören.
00:57:43: Und wenn ich ihn durch Zufall in einer Talkshow sehe, dann, das ist leider immer
00:57:48: abends sehr spät, das ist völlig egal, ich bin dann auch nicht müde,
00:57:52: ich gucke das bis zum Ende. Dankeschön.
00:57:55: Und um noch ein bisschen zu genießen, weil du sagst, du hörst ja auch gerne
00:57:59: zu, wer will ja wissen, wenn Andreas Englisch ausholt, dann kann es durchaus
00:58:02: erstmal zuführen, dass man,
00:58:05: länger zuhört, was aber auch schön ist, aber wir können es auch dadurch mal
00:58:09: unterbrechen, indem wir mal ein Gläschen einschenken und jetzt vielleicht sogar
00:58:12: diese Flasche mal lüften.
00:58:13: Weil das haben wir vorhin ja noch gar nicht getan.
00:58:17: Und ihr habt ja ein Alter abgegeben. Tom mit 2018, Andreas mit 2013, glaube ich.
00:58:23: Und Katja, du warst bei 2011?
00:58:27: 11. Dann seid Andreas und du relativ nah dran. Es ist nämlich auch von 2012.
00:58:33: Tom ist weit abgeschlagen, aber damit habe ich gerechnet. Ich weiß wirklich
00:58:35: nicht, dass es da keine Ausnahmen gibt bei der Herstellung von Sacrantino.
00:58:42: Da habe ich wieder was dazugelernt. Dafür bin ich dankbar.
00:58:44: Und ich singe hier, Mama mia, Colpetrone.
00:58:50: Colpetrone, ja, von Montefalco. Andreas, Montefalco, kennst du Montefalco?
00:58:55: Ja, das ist nicht weit von hier. Das ist in Umbrien. Ja, genau.
00:58:59: Ich denke mal, da kommen alle her heute.
00:59:02: Ja, ja, das ist ein kleines Weinanbaugebiet. Und jetzt verrate ich einen echten Geheimtipp.
00:59:10: Sangrantino ist ja nicht so ganz billig. Aber es ist dafür, dass er auch 6 Jahre
00:59:14: lagern muss, ein sehr guter Rotwein.
00:59:16: Das ist einer der ganz wenigen Rotweine, den Sie in Monte Falco noch aus dem Pass kaufen können.
00:59:23: Da können Sie hinfahren und sagen, ich nehme 20 Liter mit. Der kostet dann erheblich
00:59:28: weniger und ist sehr, sehr gut.
00:59:30: D.h., wir haben eine abgefüllte Flasche von dir bekommen? Was denn?
00:59:33: Wir haben eine abgefüllte Flasche von dir bekommen? Da steht noch ein Fasser auf dem Flur, Dietmar.
00:59:40: Also das ist, wie gesagt, Calpetrone von Montefalco.
00:59:45: Und da war zwölf Monate im Fass und dann nochmal sechs Monate im Stahlfass gelagert.
00:59:53: Und es ist ein sehr wichtiges Weingut auch in Montefalco, das dort gemacht wird.
01:00:00: Ich kannte es natürlich nicht, weil auch die Weine von dort sind mir bisher nicht bekannt gewesen.
01:00:07: Darum bin ich auch sehr überrascht, wie gut mir der hier schmeckt.
01:00:10: Und ich muss jetzt schon sagen, lieber Andreas, es war das Engelchen,
01:00:15: was auf deiner Schulter saß und gesagt hat, lass den Sangratino dann nehmen.
01:00:19: Ich finde, mit so einem vortrefflichen Tropfen wie diesem Colpetrone von 2012
01:00:25: aus Montefalco in Umbrien, Zentralitalien kann man vortrefflich die nächste Rubrik einleiten.
01:00:34: Es ist nämlich Zeit für deine Rubrik, Dietmar, die da heißt DIT MOI!
01:00:42: DIT MOI! Ich habe gesprochen vom Wind. DIT MOI! Du fein rouges,
01:00:48: dites moi blanc, dites moi rosé.
01:00:55: Oder wie es vielleicht in deinem Gefilden heißt, Dimmelo.
01:00:59: Glaube ich. Sag es mir. Sag es mir. Richtig.
01:01:05: Und zwar, lieber Andreas, das heißt, wir sind jetzt ein bisschen unter uns und
01:01:09: es gibt einfach ein paar kleine Fragen, die ich dir stellen werde im Laufe der
01:01:12: Zeit. Du bist ja geboren am 6.
01:01:15: Juni 1963 in Werl in Westfalen und das war ein Donnerstag und hast du eine Ahnung
01:01:23: in den Single Charts vom 6.
01:01:26: Juni 1963, was da auf Platz 1 stand?
01:01:34: 1963, um Gottes Willen.
01:01:38: Auf Platz 1? Ich habe keine Ahnung. Wenn man das natürlich wüsste.
01:01:45: Schuld war nur der Bossa Nova.
01:01:49: Das hätte ich gedacht. Durchaus eine ganz tolle Nummer.
01:01:54: Und 1985, da wurde ich ein bisschen mit der Nase drauf gestoßen, gestern noch.
01:02:01: Zwei Jahre bevor du, glaube ich, nach Rom gegangen bist, gab es ein Lied von
01:02:06: Heike Schäfer, das heißt die Glocken von Rom.
01:02:09: Ich weiß nicht, ob du das damals vielleicht unbewusst gehört hast,
01:02:11: dass du die Glocken gehört hast. Ich kann mich daran erinnern.
01:02:15: Und dann irgendwie zwei Jahre später dann wirklich nach Rom gegangen bist.
01:02:19: Aber was ich mir überlegt habe, ist, eigentlich wäre das die passende neue Nationalhymne
01:02:23: eigentlich für den Vatikanstaat, weil ich habe ja den Text mal gelesen.
01:02:26: Da heißt es, 2000 Jahre gehen zur Neige und niemand brachte sie zum Schweigen.
01:02:30: Sie geben uns von allem Kunde und Leuten auch zur letzten Stunde die Glocken von Rom,
01:02:35: die glocken von rom sie klingen für ein neues leben sind
01:02:38: warnungen sind auch gebete und niemand konnte sie zerstören
01:02:42: sie waren nicht zu überhören an einem tag noch fern von heute da werden alle
01:02:47: glocken läuten und jeder ton ist ganz verschieden doch alle schlagen für den
01:02:51: frieden ja also hätte ich jetzt auch nicht gedacht dass gestern mal reingezogen
01:02:59: hat mir so also das wäre die neue Nationalhymne.
01:03:02: Ich glaube, die Nationalhymne von... Ja, eben.
01:03:06: Die ist ein bisschen seicht, nennen wir es mal so.
01:03:11: Es hat aber auch einen lateinischen Text mittlerweile, glaube ich, oder? Ja, klar.
01:03:15: Hat der Vatikan eine Fußballmannschaft? Ja. Ernsthaft? Die verhandelt über den
01:03:20: Beitritt in die UEFA, ja.
01:03:22: Nein! Ja. Krass.
01:03:26: Das ist entstanden aus der Initiative von einem Priester. die haben eine fußball
01:03:31: eine man kann der uefa nur dann beitreten wenn ein land eine liga hat.
01:03:37: Wenn Sie keine Liga haben, dann können Sie der UEFA nicht beitreten.
01:03:40: Und der Vatikan hat seit drei Jahren eine Liga.
01:03:44: Da gibt es auch 14 Mannschaften, glaube ich. Und das sind Priesterseminaristen.
01:03:48: Also ziemlich stark sind die Schweizer Gardisten.
01:03:51: Die gewinnen aber. Und es gibt ganz viele lateinamerikanische Priesterseminare,
01:03:55: die sind super. Also ich gehe da manchmal hin. Das sind super Spiele.
01:03:58: Und gibt es dann auch dann... Es gibt auch so ein Wetter zwischen den Priestern.
01:04:01: Das ist alles andere als besonders harmonisch. Die schreien sich auch immer, du Arschloch, hau ab.
01:04:06: Gibt es auch dann die Franziskus-Mannschaft und dann auch die Lefebvre-Mannschaft? Ja, gibt es auch.
01:04:12: Es gibt die Mannschaft der Superkonservativen, das sind die Legionäre Jesu Christi.
01:04:18: Die haben das letzte Mal die Meisterschaft gewonnen.
01:04:20: Die sind konservativ, aber die sind sehr gut im Fußball.
01:04:23: Merkel, jetzt sehe ich Don Carmelo vor mir gerade. Das ist also ein kleines...
01:04:29: Da sind Nonnen als Fans auch.
01:04:32: Es gibt so einen Nonnen-Blog, die haben auch so Fähnchen.
01:04:37: Das ist eine super Stimmung da. Ich gehe da gerne hin.
01:04:42: Okay, lieber Andreas, es gibt jetzt mal zehn Entweder-Oder-Fragen.
01:04:46: Das heißt, du bist natürlich in dem Sinne dann eher genötigt,
01:04:49: dich auf ein paar wenige Worte zu beschränken. Okay.
01:04:54: Pizza oder Pasta?
01:05:00: Pasta. Weihnachten oder Ostern? Weihnachten. Gitarre oder Klavier?
01:05:07: Klavier Lamborghini oder Ferrari?
01:05:14: Ferrari Ramazzotti oder Eros Ramazzotti?
01:05:20: Eros Ramazzotti Vespa oder Rad?
01:05:24: Das ist gemein Das ist gemein Das ist jetzt Rad Obwohl die Liebe meines Lebens
01:05:31: war meine Vespa Kai Diekmann oder Julian Reichelt?
01:05:37: Meine Zeit war Kai Diekmann. Julian Reichelt war mein Praktikant.
01:05:42: Oh, okay. Optimist oder Pessimist?
01:05:46: Optimist. Offen emotional sein oder Emotionen verstecken?
01:05:50: Offen emotional sein. Ja. Und jetzt kommt eigentlich eine Frage,
01:05:54: die hast du auch schon beantwortet, die gute Andreas Englischkenner wissen sie auch.
01:05:58: Glaubst du an Gott? Ja.
01:06:02: Und daraufhin kommt gleich die nächste Frage darauf hinaus. Jetzt darfst du
01:06:06: auch wieder mehrere Wörter benutzen.
01:06:10: Wie beschreibst du den Glauben eigentlich? Du bist ja hingekommen nach Rom.
01:06:13: Eigentlich hattest du mit der Kirche gar nichts am Hut.
01:06:15: Stimmt. Und hast dich da wirklich in all diesen ganzen Zeitraum sowas von hineingearbeitet,
01:06:21: aber auch den Glauben ja zu Gott wiedergefunden, wie du ja sagst.
01:06:25: Aber wie beschreibst du Glauben? Also für jeden Menschen ist ja Glaube immer
01:06:29: etwas anderes. Wie würdest du es beschreiben?
01:06:37: Es hat mir beigebracht, dass ich nicht alleine bin. Glauben heißt,
01:06:43: man ist nicht allein, und zwar nie.
01:06:47: Und Glauben ist etwas sehr Warmes.
01:06:51: Es ist sehr, man nimmt Leute, wenn man glaubt, gerne mit.
01:06:57: Man schließt sie nicht aus.
01:07:01: Ich habe viele Leute in meinem Leben kennengelernt, die auf ganz unterschiedliche
01:07:07: Weisen auch ganz unterschiedliche Sachen geglaubt haben. Aber.
01:07:13: Ich habe mich immer wohl gefühlt, wenn man mit Menschen so ein paar Dinge,
01:07:21: die im Glauben wichtig sind, geklärt hat.
01:07:24: Also wissen Sie, ich bin lieber mit jemandem zusammen, der auch der Meinung
01:07:27: ist, dass die selig sind, die barmherzig sind.
01:07:29: Und dass auch die selig sind, die Frieden stiften. Das ist wichtig für mich.
01:07:33: Das andere, was wichtig für mich ist, ist, dass.
01:07:37: Dass Liebe etwas ist, was man schenkt. Und noch etwas ist ganz wichtig,
01:07:42: die wichtigsten Dinge im Leben kann man nicht kaufen.
01:07:44: Sie können die Liebe eines Menschen nicht kaufen.
01:07:47: Sie können ein Leben nicht kaufen. Sie können auch Glück nicht kaufen.
01:07:50: Das Wichtigste im Leben kriegen Sie geschenkt. Und auch Glauben kriegen Sie
01:07:53: geschenkt. Es gibt Leute, die wollen das nicht haben. Das ist auch völlig okay.
01:07:57: Aber Glauben kann man nicht erwerben. Man kann es nur geschenkt bekommen.
01:08:00: Es gibt halt Menschen, die es nicht annehmen können. Ja, das ist so.
01:08:06: Meine Frau glaubt nicht an Gott. Ich bin umgeben von Menschen,
01:08:09: die an gar nichts glauben. Das ist auch völlig okay.
01:08:12: Ich habe kein Problem damit, wenn Menschen nicht glauben wollen.
01:08:15: Das finde ich völlig in Ordnung.
01:08:18: Ich versuche es nicht zu bekehren. Ich bin der Meinung, wenn man so etwas findet,
01:08:24: ist es toll. Wenn man das nicht findet, kann das auch toll sein.
01:08:28: Dementsprechend ist es eigentlich in der Familie. Wie wirkt sich das familiär bei euch aus?
01:08:34: Du sagst, deine Frau glaubt jetzt nicht unbedingt so an Gott.
01:08:39: Das wirkt sich manchmal auf eine äußerst skurrile Art und Weise aus.
01:08:45: Heute Morgen stehe ich unter der Dusche. Und als mein Sohn klein war,
01:08:50: da war der zwei oder drei, da konnte der nicht schlafen.
01:08:53: Also ein paar Mal, ich weiß nicht, was er dachte, Bauchschmerzen oder irgendwas, keine Ahnung.
01:08:56: Auf jeden Fall war das die Zeit, in der ich andauernd mit Papst Johannes Paul
01:09:00: II. unterwegs war. und da lief im Hintergrundschleife immer das gleiche Lied.
01:09:05: Aber heute.
01:09:09: Music.
01:09:19: Und das habe ich ihm dann wieder vorgesungen, bis er endlich eingeschlafen ist.
01:09:24: Und heute Morgen stehe ich unter der Dusche und da höre ich ihn unten am Baolche
01:09:26: singen. Das gibt es doch gar nicht.
01:09:28: In den 20 Jahren, wie jemand anders würde sagen, Sie haben Ihren Sohn zu einem
01:09:34: Psychopathen erzogen, der singt beim Kaffee, machen irgendwelche Pops-Lieder.
01:09:39: Also das hat manche, aber wir haben eigentlich einen ganz normalen Umgang damit
01:09:46: und es ist auch klar, Ja, die verarschen mich natürlich die ganze Zeit damit.
01:09:49: Oder irgendjemand und sagt, was weiß ich, auch Freunde, das ist doch klar.
01:09:55: Ich habe einen guten Freund hier auf dem Land.
01:09:57: Ich habe einen Hektar Oliven. Also wir pflücken im November immer die Oliven zusammen.
01:10:01: Und der ist ein eingefleischter Atheist und Kommunist. Und wir unterhalten uns
01:10:06: dann halt über Gott. Das ist eigentlich sehr interessant.
01:10:09: Aber eine Sache ist auch, es gibt jede Menge Leute,
01:10:13: die das ist ein lustiger wie ich
01:10:17: finde manchmal ein bisschen nerviger nebeneffekt wenn ich
01:10:20: im flugzeug bin also ich habe ja früher
01:10:22: ganz viele tourneen gemacht dass ich war ja oft unterwegs hatten vor dieser
01:10:25: blöden pandemie und dann passiert mir das immer wieder dass jemand zu mir kommt
01:10:30: und sagt ach das ist ja toll dass sie mit ihrem flugzeug waren und dann steigen
01:10:35: wir aus und dann sage ich dann warum haben sie mir das gesagt dass sie das toll
01:10:38: fanden dass ich auch in dem flugzeug saß wir haben doch gar nicht miteinander
01:10:40: gesprochen und dann sagen die immer das Gleiche und sagen,
01:10:43: ach, wissen Sie was, immer wenn ich sie im Flugzeug sehe, denke ich, das stürzt nicht ab.
01:10:46: Wenn der da drin ist, dann stürzt das nicht ab.
01:10:53: Als du nach Italien gekommen bist, also mit diesem Wissen, Italienisch zu lernen,
01:11:00: eigentlich nur dahin zu kommen und zu sagen, ich will die Sprache lernen,
01:11:03: auch wenn ich jetzt hier so links zu meinem Bücherregal hochgucke,
01:11:05: sehe ich auch leider Gottes mit sehr viel Wehmut so meine ganzen Italienischsprachbücher
01:11:10: an die weil es auch mal gelernt habe und mittlerweile auch verlernt habe aber
01:11:15: wie bist du eigentlich in dieser ersten zeit wo im grunde genommen du plötzlich
01:11:17: einen job angenommen hast weil du geld verdienen musstest bei einem unternehmen,
01:11:23: und ein thema wo du dich überhaupt nicht auskannt ist außer höchstens fußball,
01:11:28: damit im italienisch zurecht gekommen wie ging das das war ein journalistischer albtraum,
01:11:35: Weil ich hatte meinen damaligen Arbeitgeber, ich hatte da mehrere,
01:11:39: ich war mehrere Mal in Rom, aber mehrere verschiedene Arbeitgeber,
01:11:42: ich hatte denen immer gesagt, ich kann ganz gut Italienisch, was nicht stimmte.
01:11:45: Ich sprach schrecklich schlecht Italienisch.
01:11:48: Und ich habe auch fürchterliche Fehler gemacht in der ersten Zeit.
01:11:51: Aber wie gesagt, das Klassischste war, als ich das erste Mal Johannes Paul II.
01:11:57: Gesehen habe, im Frühjahr 1988 war das, da konnte ich noch kein Italienisch. Also ganz schlecht.
01:12:05: Und die ganzen Journalisten, die akkreditiert waren, durften dem Papst also
01:12:09: die Hand geben, habe ich auch.
01:12:11: Und dann sprach der Italienisch mit mir und ich verstand kein Wort.
01:12:14: Und ich wusste aber aus einem Buch über ihn, dass er gut Deutsch sprach.
01:12:17: Und dann habe ich gesagt, heilig, es tut mir leid, ich kann kein Italienisch.
01:12:20: Dann sagte er, ach, auf Deutsch?
01:12:23: Sie können kein Italienisch? Sind Sie gar kein Korrespondent?
01:12:26: Sind Sie von der Schweizer Garde? Wollten Sie mir mal die Hand geben?
01:12:28: Ich habe gesagt, nein, nein, ich bin auch Korrespondent, Journalist.
01:12:31: Und dann sagte ich, aber um Punkte zu machen, weil meine Eltern kommen aus Polen.
01:12:36: Die sind aus einem Ort, der hieß damals auf der deutschen Seite,
01:12:40: in Deutschland, Schlesien, Gleiwitz. Das ist jetzt Gliwice.
01:12:42: Er sagt, ach, das ist ja wunderbar. Da kannst du doch bestimmt wenigstens Polnisch.
01:12:46: Ich sagte, nee, Polnisch kann ich auch nicht.
01:12:48: Ach so, also, ja, und dann haben wir angehört, ich glaube, dass er sich das
01:12:54: gemerkt hat, weil immer wieder mal, wenn ich ihn bei Audienzen gesehen habe,
01:12:57: dann sagt er manchmal zu mir auf Deutsch, können Sie denn jetzt ein bisschen Italienisch?
01:13:01: Und ich habe gesagt, ja, also bemühe mich zumindest, dass das ein bisschen besser läuft.
01:13:05: Aber die erste Zeit war ganz, ich habe auch ganz schlimme Fehler gemacht.
01:13:08: Ich kann mich daran erinnern, ganz am Anfang habe ich für eine Nachrichtenagentur gearbeitet.
01:13:12: Und ich habe über den, damals gab es ja Fernschreiber noch, Gott sei Dank ist
01:13:15: dieser ganze Schwachsinn alles vorbei, aber damals mussten wir also noch zu
01:13:18: Fernschreibern gehen und diese Papiere da abreißen.
01:13:20: Und da gab es eine Nachricht und da stand drauf, ein Mann ist ermordet worden
01:13:28: mit Pan di Spagna. Spanier.
01:13:31: Und ich habe aus dem Lexikon nachgeguckt, stand da nicht. Ich habe gesagt,
01:13:33: das gibt es doch gar nicht.
01:13:34: Pan war wie Brot, weil Pane Brot heißt und Spanier ist Spanien.
01:13:39: Dann habe ich in die Meldung geschrieben, also das ist ein, da ist jemand von
01:13:42: der spanischen Mafia mit Brot ermordet worden.
01:13:44: Dann spricht mein Chef an und sagte, in Spanien gibt es überhaupt keine Mafia.
01:13:48: Ich sagte, ach so, ja scheiße.
01:13:52: Und dann bin ich runter und habe in einer Bar jemanden Radlbrechen gemacht.
01:13:56: Ich muss unbedingt eine Nachricht korrigieren. Da ist jemand umgebracht worden
01:13:59: mit Bandi Spagna. Ich weiß nicht, was das ist.
01:14:01: Und dann sagt er, das ist Tortenboden. Und dann habe ich gesagt,
01:14:04: ach Gott sei Dank, die haben den mit Tortenboden erstickt. Und dann habe ich das also korrigiert.
01:14:07: Und ein anderer Fall, an den ich mich erinnern kann, war, da gab es einen Unfall
01:14:11: im Hafen von Venedig. Und da stand also drin, ein Unanave-Pirater hat also diesen
01:14:16: Unfall verursacht. Da habe ich gesagt, das sind Piraten, ist ja klar.
01:14:18: Da hat er geschrieben, Piraten in Venedig haben ein Schiff überfallen.
01:14:21: Dann rief ich wieder meinen Chef an und sagte, so ein Schwachsinn,
01:14:23: es gibt doch keine Piraten in Venedig.
01:14:25: Und dann habe ich endlich nach diversen Recherchen, Internet existierte ja noch
01:14:29: nicht, herausgekriegt, ein Narve Pirater ist schlicht und einfach,
01:14:31: dass jemand Pfarrerflucht begangen hat, also einfach ein Schiff gerammt hat,
01:14:35: ohne sich zu, also solche Dinge habe ich damals ständig gemacht.
01:14:39: Gott sei Dank bin ich nicht rausgeflogen, was mich bis heute noch wundert,
01:14:42: weil ich hatte gemessen von dem Italienisch, dass ich vorgab zu können, wirklich keine Ahnung.
01:14:47: Ich schaue die ganze Zeit schon, während wir dich jetzt kennenlernen,
01:14:52: immer, wenn abgelenkt, eigentlich durch das Ikonenbild oder Fresco, was du da hinten hast.
01:14:58: Also was ist das genau? Es sieht auf jeden Fall sehr alt aus.
01:15:05: Das ist auch alt. Auf Sizilien gab es im 16.
01:15:10: Jahrhundert, war das üblich, dass man die Holzkarren der Obstwagen mit Heiligengeschichten bemalte.
01:15:16: Und ich habe mal eine ganze Zeit lang in Palermo gearbeitet und hatte da auch
01:15:22: manche nicht schöne Begegnungen.
01:15:26: Ein Freund von mir hat mir dann mal dieses.
01:15:31: Holz, handbemalte Holz von einem Sizilianischen Karren geschenkt,
01:15:35: in dem es um eine Heiligengeschichte geht.
01:15:36: Das habe ich jetzt in meinem Büro. Das bewacht mich jetzt.
01:15:39: Sehr schön. Ja, es ist auch, auch wenn es nicht gebogen ist,
01:15:42: aber es wirkt so ein klein bisschen wie so ein Heiligenschein über dir.
01:15:47: Sag mal, wie kommt ein Andreas Englisch eigentlich zur Ruhe?
01:15:52: Das ist eigentlich kein Problem. Also auf dem Land habe ich jede Menge zu tun.
01:15:55: Also ich mähe den Rasen in letzter Zeit ständig.
01:15:58: Früher, das habe ich jetzt leider unterbrochen. Ich habe immer Pferde gehabt.
01:16:02: Ich habe wahnsinnig gerne geritten. Ich glaube, ich kaufe jetzt wieder eins
01:16:05: zu meinem nächsten Geburtstag.
01:16:08: Hier auf dem Land war das auch finanziell überhaupt kein Problem,
01:16:11: weil hier gibt es Platz genug.
01:16:13: Und ich habe immer ein Pferd gehabt. Und das fand ich sehr schön.
01:16:16: Das war so mein wichtigster Ausgleich. Aber jetzt fahre ich zum Bolzener See.
01:16:20: Der ist hier ein paar Kilometer entfernt. Also ihr braucht euch,
01:16:22: was mein Wohlbefinden angeht, überhaupt keine Sorgen machen.
01:16:25: Ich bin jetzt nach dem dritten Wein sowieso nicht.
01:16:29: Du bist Journalist, Korrespondent, du bist Autor, du interviewst viele Menschen
01:16:35: auch, aber du wirst auch viel interviewt natürlich.
01:16:38: Welche Frage kannst du nicht mehr hören?
01:16:44: Ich wüsste eigentlich keine. Ich antworte nicht mal gerne auf Fragen.
01:16:47: Also ich finde auch keine blöde Frage. Ich kann aber sagen, was ich nicht ausstehen kann.
01:16:53: Hoffentlich hören das jetzt nicht so viele Leute, was mich immer wahnsinnig
01:16:56: aufregt, ist, wenn ich in Deutschland bin und eine Lesung mache,
01:16:59: dann laden mich die Gastgeber oder der Buchhändler oder so nachher immer ein.
01:17:03: Und die wollen mit mir immer in ein italienisches Lokal gehen.
01:17:06: Und das will ich auf keinen Fall.
01:17:09: Weil Pasta und Pizza steht mir bis hier. Ich will dann irgendwas anderes.
01:17:13: Aber ich kann da nicht aus Höflichkeitsgründen, wenn wir dann da sitzen und
01:17:16: die haben sich immer tierisch Mühe gegeben und haben dann gesagt,
01:17:19: jetzt gibt es hier Pasta und Und in Deutschland gibt es manche Pasta-Sorten,
01:17:22: die sind also wirklich so, dass ich denke, oh Gott, also nein.
01:17:25: Und dann bin ich immer still und esse dieses Zeugs und denke,
01:17:28: aber wenn ich mir etwas wünschen kann, dann sage ich mal, wir können essen gehen,
01:17:32: wo immer Sie wollen, aber bitte nicht zum Italiener.
01:17:35: Lieber Andreas, vielleicht dient unser Podcast dazu, dich davon zu befreien in Zukunft.
01:17:42: Welche Frage möchtest du gerne mal hören?
01:17:47: Was hast du in letzter Zeit falsch gemacht? Was hast du in letzter Zeit falsch gemacht?
01:17:54: Ich habe, mir geht es sehr nah.
01:17:59: Ich war in Irak in einem Gebäudekomplex, wo sehr, sehr arme Christen leben.
01:18:08: Ich weiß nicht, so ein bisschen kennt ihr die Geschichte. Im Jahr 2016 hat ein
01:18:13: Teil der IS, dieser sogenannten muslimischen Terrorarmee, einen Großteil Syriens
01:18:21: besetzt oder einen Großteil des Iraks.
01:18:23: Also unter anderem eine Stadt mit dem Namen Mosul. Muss man sich ungefähr so
01:18:26: vorstellen. Mosul ist ungefähr so groß wie Hamburg.
01:18:30: Die 30.000 irakischen Soldaten sollten diese Stadt schützen.
01:18:34: Die sind aber geflohen, als der IS einmarschiert ist.
01:18:37: Die haben den Christen ein Ultimatum gestellt.
01:18:40: Die haben gesagt, entweder tretet ihr zum Islam über und gebt alle Frauen ab
01:18:45: im Alter von 14 bis 50 Jahren.
01:18:48: Die haben mit diesen Frauen einen regelrechten Sklavenmarkt gemacht.
01:18:51: Die haben die also verkauft.
01:18:52: Man konnte für ungefähr 65 Euro eine Frau kaufen und mit der tun, was immer man wollte.
01:18:58: Viele von diesen Frauen haben sich das Leben genommen, indem sie sich versucht
01:19:02: haben, mit Plastiktüten zu ersticken.
01:19:05: Es gibt da Massengräber, wo also hunderte von Frauen sich das Leben genommen
01:19:09: haben, die das nicht ausgehalten haben.
01:19:12: Die, denen es gelungen ist zu fliehen aus Mosul, nach Jahren zum Teil,
01:19:17: also schwerst traumatisiert,
01:19:20: viele sehr schwer verletzt, weil die Christen, die geflohen sind,
01:19:23: hatten vorher Feuergefechte mit dem IS, mit diesen Tieren und die leben in einem,
01:19:30: ja wie soll ich das sagen, einer Bretterbude in Erbil und leben von dem,
01:19:37: was davor ist, ein Markt, ein Bazar und da fallen Tomaten runter, Karotten,
01:19:43: also eben Abfall und das kochen die, davon leben die.
01:19:46: Kein Land nimmt sie auf, ist ja klar, sie können nach Mosul nicht zurück.
01:19:53: Irakische Flüchtlinge nimmt überhaupt kein Land auf, also nach Syrien oder Jordanien
01:19:56: können sie sowieso nicht, weil sie Christen sind.
01:19:58: Im Irak werden sie nach wie vor terrorisiert, weil sie Christen sind.
01:20:03: Und ich habe zwar ungefähr eine Woche mit diesen Familien verbracht und die
01:20:07: schreiben mir, weil es da einen Internetzugang gibt.
01:20:10: Und ich habe jeden Tag also Hilferufe von Leuten, die sagen,
01:20:13: wir erleben, das weißt du, von fünf Dollar am Tag, wenn es hoch kommt.
01:20:20: Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das sehr schwerfällt zur Zeit,
01:20:24: weil ich denen gerne helfen würde.
01:20:26: Und ich glaube, wenn dieser Scheiß-Virus nicht wäre, könnte ich mit Lesungen,
01:20:33: wenn ich den Leuten das sagen würde, bei mir kommen häufiger ältere Leute auf,
01:20:38: wo man sagen kann, wenn ihr wirklich mal etwas tun wollt, wo ich euch garantieren
01:20:42: kann, das kommt auch an, ich will das Geld überhaupt nicht haben,
01:20:44: sondern ich kann euch sagen,
01:20:46: was ihr tun müsst, um diesen christlichen Familien zu helfen.
01:20:50: Also es gibt da ein paar Bischöfe, ein paar Leute, die kümmern sich um wenigstens
01:20:53: das Schlimmste zu lindern.
01:20:55: Und das liegt mir sehr auf der Seele, dass ich da finde, tue ich nicht.
01:21:01: Ein Scheißgefühl, ich habe ein schönes Haus, ich habe eine nette Familie.
01:21:04: Ich habe aber auch das Gefühl, du bist ein Riesenarschloch, weil du könntest
01:21:09: diesen Familien viel mehr helfen, als du wirklich tust.
01:21:13: Aber vielleicht, Andreas, ja, aber vielleicht kannst du das auch noch.
01:21:19: Also ich sage mal, die Pandemie ist ja auch irgendwann zu Ende.
01:21:23: Davon sollten wir jetzt mal optimistisch ausgehen.
01:21:25: Ich hoffe, dass ich das dann auf die Reihe kriege. Ich habe aber so überlegt,
01:21:29: dass ich mit einem Freund auch
01:21:30: zusammen, Ich würde gerne mal diese Fotos zeigen, wie die Menschen leben.
01:21:33: Ich würde auch gerne einfach mal in der Gesellschaft wie der Deutschen sagen,
01:21:36: es ist nicht nur so, wie ihr denkt.
01:21:38: Es gibt auf dieser Welt viele Teile, wo Menschen, weil sie Christen sind,
01:21:41: unter schrecklichen Bedingungen leben müssen, nur weil sie an etwas glauben.
01:21:45: Und also ich habe da unheimlich mutige Frauen erlebt, die trotzdem,
01:21:50: obwohl sie selbst psychisch wirklich schwerst traumatisiert waren,
01:21:55: irgendwie versuchen, ihre Kinder durchzubringen oder ihre schwer angeschossenen Männer.
01:22:01: Das ist, glaube ich, also die sitzen in so einem Zimmer, die Kinder können nicht
01:22:05: in die Schule gehen, weil das keiner bezahlen kann und haben vor allem keine
01:22:09: Hoffnung. Es gibt kein Land, das sagt, wir nehmen jetzt mal irakische Christen auf.
01:22:14: Das geht nicht. Also das ist ganz übel. Und wie kontrovers Glaube.
01:22:18: Auf die Reihe, wenn dieser Virus jetzt endlich mal aufhört, hier so Mist zu bauen.
01:22:22: Davon gehen jetzt sehr optimistisch aus und glauben auch wirklich dran.
01:22:27: Und ich glaube auch da sehr, sehr, sehr stark dran, dass das auch wirklich bald
01:22:31: so langsam aber sicher in den Griff zu kriegen ist, damit man auch wieder ganz
01:22:34: andere Dinge machen kann.
01:22:37: Eben unter anderem auch zu helfen. Aber ich glaube auch natürlich sehr kontrovers
01:22:43: in den Glaubensrichtungen sich gegeneinander sozusagen bekriegen.
01:22:47: Das erzählst du ja auch in deinem Buch, gerade nach dem Papstbesuch im Irak,
01:22:52: da ja nun auch etwas ganz Überraschendes ja war.
01:22:57: Das hat ja auch bisher kein Papst gemacht gehabt und dass du dann auch Menschen
01:23:00: getroffen hast, die dann auch von ihrer Seite aus erzählt haben,
01:23:03: ja, wir Christen glauben doch auch an einen Gott oder wieso hat ein Gott einen
01:23:08: Sohn und du sagst, naja, gut, auch Mohammed ist ja irgendwie dann durch die
01:23:11: Luft geflogen und so weiter und dann sagt sie, ja, okay, unentschieden.
01:23:14: Also wie das dann alles auch von der anderen Seite genauso gesehen wird.
01:23:19: Andreas, eine Sache noch.
01:23:21: Und zwar, ich habe hier ein Spielbrett aufgebaut und das heißt 360 Stories.
01:23:27: Das heißt, hier ist ein Rad, das ich gleich drehen werde und das hält ein paar Punkten an.
01:23:32: Dann werde ich noch kurz würfeln und ungefähr einen Jahreszeitraum benennen.
01:23:39: Und die Punkte, die ich dir sagen werde und das Alter, in dem das stattgefunden
01:23:45: haben kann, kramen möglicherweise eine Erinnerung hervor.
01:23:50: Okay. Ja, ich dreh mal.
01:23:55: Und es hält an bei...
01:23:59: Entspannung, Internet, Cousin, Cousine und Leben.
01:24:05: Und die Zahl ist zwischen den Jahren 33 bis 42.
01:24:14: Ich wiederhole nochmal. Entspannung, Internet, Cousin, Cousine und Leben.
01:24:19: Wenn dir da etwas an Erinnerungen hochkommt.
01:24:26: 33 und 45, sagt es so? Ja.
01:24:38: Deine Mutter und mein Vater.
01:24:42: Cousins und Cousin. Die hat es noch nicht gegeben.
01:24:46: Entspannung. Aber die Zeit auch nicht unbedingt. Das Leben. Das Leben.
01:24:52: Da wurde vielen das Leben genommen gerade in der Zeit. Ich komme nicht drauf,
01:24:57: keine Ahnung. Okay, ich drehe einfach normal, das muss ja nicht sein.
01:25:01: Machen wir das einfach mit ein paar anderen Begriffen. Und wir kommen auf Freude, Buch.
01:25:08: Zukunft, TV-Film. Wir bleiben im gleichen Alter.
01:25:16: Zwischen 1933 und 1945? Nein, zwischen deinem 33.
01:25:20: Und 42. Lebensjahr. Ach so, ah, okay. Für dich, es geht um dich.
01:25:26: Okay, sorry, das habe ich nicht kapiert. Jetzt habe ich es erst kapiert.
01:25:30: Buch, Freude.
01:25:34: Genau, TV-Film. TV-Film, das passt. Und Zukunft.
01:25:38: Ja, das passt perfekt, das passt alles perfekt. Ich habe zwei Thriller geschrieben,
01:25:43: den Stillen Gott der Wölfe, das war mein erster Roman, dann die Petrusakte,
01:25:47: das war mein zweiter Roman.
01:25:48: Dann wollte ich einen dritten Roman schreiben, den hatte ich auch schon in der
01:25:51: Arbeit. Ich hatte auch ein wahnsinns Glück gehabt, weil die ersten beiden Romane
01:25:53: waren unheimlich erfolgreich gewesen, die waren auf der Bestsellerliste, alles toll.
01:25:57: Dann kommt mein Agent von der Buchmesse wieder in Frankfurt und sagt,
01:26:01: es gibt einen Kunden, der möchte ein Papstbuch von mir.
01:26:04: Dann habe ich gesagt, so ein Schwachsinn, ich kann kein Papstbuch schreiben.
01:26:06: Ich bin 1963 geboren, der Papst ist 78 gewählt, da war ich 15.
01:26:11: Ich kann nicht ein Buch schreiben über einen Mann, dessen Lebensgeschichte ich
01:26:16: ja erst in den letzten Jahren mitgekriegt habe. Das ist ja völlig unseriös.
01:26:19: Und ich hatte ihn aber kennengelernt und dann hat er gesagt,
01:26:22: dann schreib das so, wie du es schreiben möchtest. Und dann habe ich ein Buch
01:26:24: geschrieben über Johannes Paul II.
01:26:30: Und bin damit zu meinem damaligen Verlag gefahren, zu Uhlstein nach Berlin.
01:26:37: Und der Verlagschef sagte, das ist das schlechteste Buch, das ich je in meinem
01:26:44: Leben in den Händen gehalten habe.
01:26:46: Dann sagte ich, danke, super.
01:26:49: Und ich sage Ihnen auch noch was dazu. Dieses total verdrehte Buch über Johannes
01:26:54: Paul II., Davon verkaufen wir, wenn es hochkommt, zwischen September und Ostern
01:27:00: 4.000 Stück, aber nicht mehr.
01:27:03: Und dann sagte mein Agent, wissen
01:27:04: Sie was, die ersten 4.000 schenken wir Ihnen. Zahlen Sie gar nichts.
01:27:08: Danach kriegen wir von jedem Verkauften ein Buch 15%. Das war horrend.
01:27:11: Das war eine Wuchersumme. Er sagte, mehr als 4.000 Bücher verkaufen wir sowieso nicht. Wunderbar.
01:27:17: Machen wir. Und dann habe ich das Buch geschrieben.
01:27:20: Das Buch kam in den Buchladen. Und dann hatte ich eine Freundin,
01:27:23: die arbeitete damals für die Johannes B. Kerner Show.
01:27:26: Kennt ihr wahrscheinlich noch, deutsches Verband.
01:27:29: Und die habe ich zufällig kennengelernt. die sagte dann zu mir,
01:27:32: weißt du was, ich muss dir was sagen, Andreas, du bist ein No-Name.
01:27:34: Weißt du, was ein No-Name ist?
01:27:35: Ein No-Name ist ein Typ, der keinen Schwein kennt. Du bist ein No-Name.
01:27:39: Na, okay, super, danke, ist ja ein super Kompliment.
01:27:42: Und dann sagte sie, ja, aber manchmal brauchen wir in der Show No-Names.
01:27:46: Irgendjemand, der gerade mal irgendjemand abgesagt hat. Und dann kommst du.
01:27:49: Und dann weiß ich noch, dass aus den USA ein super Kinofilm promotet werden sollte.
01:27:58: Und dann sagte sie, ja, ich weiß nicht genau, ob die Schauspieler kommen,
01:28:02: aber halte dich mal bereit, wenn die nicht kommen, dann brauche ich vielleicht noch einen Gast.
01:28:05: Und ich war mit dem Papst gerade in Neapel und dann rief die an und sagte,
01:28:09: du musst morgen in Hamburg sein, du kommst in die Johannes B. Kerner Show.
01:28:11: Dann bin ich mit dem Flugzeug nach Hamburg, bin in diese Show und ich wusste
01:28:15: nicht, dass ich Fernsehen kann. Ich wusste das nicht.
01:28:17: Ich war einfach, ich war noch nie im Fernsehen gewesen. Ich wusste auch nicht,
01:28:20: dass ich im Fernsehen funktionierte.
01:28:22: Und dann bin ich aus der Show raus und Kerner kam zu mir und sagte,
01:28:25: Sie haben ein unglaubliches Fernsehtalent.
01:28:27: Wussten Sie das gar nicht? Ich habe gesagt, nee, und dann verkauften wir am
01:28:31: nächsten Tag 5.000 Bücher pro Tag und der Verlag kam dann zu mir und hat gesagt,
01:28:40: wir müssen unbedingt den Vertrag ändern und wir haben uns dann auch gestritten,
01:28:44: deswegen bin ich jetzt auch bei Bertoltzmann, das war das einzige Buch, was ich mit ihm,
01:28:48: Aber das war einer der, ja, das war so der Anfang. Da explodierte alles auf einmal.
01:28:56: Und das war auch ein unglaublich cooles Gefühl auf einmal. Ich kannte keinen
01:29:01: Schwein. Also niemand interessierte sich für mich in meinem ganzen Leben.
01:29:04: Also plötzlich stand ein Fernsehsender vor meiner Tür.
01:29:06: Plötzlich spielte das auch so zurück, weil auch im Vatikan nahmen die mich jetzt
01:29:12: plötzlich ganz anders wahr und haben gesagt, du bist ja in Deutschland irgendwie
01:29:14: im Fernsehen. und ich habe dann auch, das stieß mir unheimlich viele Türen auf einmal auf.
01:29:20: Wojtyla sagte dann zu mir zweimal, du sprichst viel zu schnell. Ich sagte, ja, stimmt.
01:29:28: Aber das war eine super coole Zeit.
01:29:32: Das war alles auf einmal, das Leben machte eine völlig neue Wendung. Das war irre.
01:29:42: Es war wie eine Abwehrreise auf einmal. immer. Weil das kam alles zusammen.
01:29:45: Also das Buch landete auf der Bestsellerliste, dann bekam ich jede Menge Anfragen
01:29:48: für Lesungen, dann haben wir, dann habe ich auf einmal Aufträge bekommen,
01:29:52: Filme zu schreiben. Das ging wie ein Karussell.
01:29:55: Es war aber, macht auch Spaß, war eine wunderschöne Zeit.
01:29:58: Guck mal, was aus ein paar Begriffen plötzlich da noch an Anekdote rauskam. Super.
01:30:03: Ja, vielen Dank. Das war die Rubrik Diet Moir und wir schreiten fort.
01:30:07: Tom? Ja, es wird Zeit für einen zweiten Wein nach diesem Parcours de Force.
01:30:13: Über so viel Göttlichkeit, Päpstlichkeit, so viele Andreas-Geschichten,
01:30:18: die wirklich so spannend sind, dass man daraus bestimmt drei Romane schreiben könnte.
01:30:24: Wir schreiben zu deinem Wein jetzt tatsächlich, Andreas.
01:30:28: Es wird Zeit. Also, schön die Gläser austrinken und dann geht's weiter.
01:30:38: Boah, auch wieder wahnsinnig dunkel.
01:30:42: Wow.
01:30:45: Also, ich finde, der ist sogar noch dunkler. Ja, stimmt.
01:30:50: Ja, der muss, dann ist er genau richtig. Ja, und ich finde auch,
01:30:55: dass der mehr Blau-Nuancen drin hat.
01:30:58: Also, das ist ja fast schon ein Violett.
01:31:02: Ja, stimmt. Aber so muss er sein. Ja.
01:31:07: Also, ich schwenke den mal so ein bisschen im Glas.
01:31:14: Also es gibt einen ganz einfachen Trick. Wenn Sie einen Zagrantino kaufen,
01:31:18: halten Sie ihn einfach gegen die Neonröhre.
01:31:22: Und wenn Sie das Licht nicht sehen, dann ist er gut.
01:31:25: Ich halte ihn tatsächlich gerade unter Dietmars Küchenlampe.
01:31:29: Ich halte ihn gerade in meinen Lichtring und ich muss sagen, da kommt nichts durch.
01:31:33: Oder Katja, wo hältst du den gerade gegen?
01:31:37: Ja, auch gegen meine Lampe hier. Da kommt nichts durch.
01:31:41: Er hat eine ganz kleine Nase, wie ich finde, also wenn man mal dran schnuppert,
01:31:46: der ist ganz, ganz, ganz sensibel.
01:31:51: Sehr zurückhaltend in der Nase, aber man riecht dennoch, man riecht natürlich das Holz.
01:31:59: Da sind Eichenholznoten.
01:32:03: Da ist auch so eine Kritznoten, oder?
01:32:10: Ich finde, dieser Sagrantino, der hat auch was Kräutriges in der Nase. Ja, kräutrig.
01:32:20: Also wie so nasses Heu oder sowas. Ja, nicht so wie bei dir immer die nassen Vorhänge, Tom.
01:32:27: Ich glaube, Dietmar wird niemals, er friert die Hölle zu, Dietmar wird niemals
01:32:34: mit dieser Story aufhören.
01:32:37: Nein, die hängt ja nah. Man kann sie auch bei jeder Folge bei uns immer noch mal nachhören.
01:32:42: Ich finde, er riecht ein bisschen nach Brombeeren. Ja, das ist wahr.
01:32:44: Nach Brombeeren, ne? Und dann wird auch jeder mir zustimmen,
01:32:47: wenn das Arbeiten mit dir der neunte Höllenkreis bei Dante ist.
01:32:53: Das ist wirklich brombeerig, ja. Aber jetzt bin ich mal gespannt,
01:32:57: was Andreas für einen Trinkspruch hat für uns. Hast du einen Trinkspruch?
01:33:01: Natürlich, den simpelsten von allen.
01:33:04: Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken. Von Johann Wolfgang Goethe. Natürlich.
01:33:09: Und damit sprichst du uns aus der
01:33:11: Seele. Und ich sage einfach zum Wohle allerseits und auf die Zunge damit.
01:33:23: Lecker.
01:33:26: Das ist ein ganz anderer Sagrantino, wo man ihn immer noch erkennt.
01:33:30: Man spürt immer noch diese Brombeernoten.
01:33:32: Man spürt aber auch ganz deutlich die Tannine, die ebenfalls gut eingebunden
01:33:37: sind. Aber ich finde, Dietmar jetzt halte mal die Ohren zu, ein bisschen eleganter
01:33:42: eingebunden als bei Dietmar.
01:33:46: Ich finde es wirklich beachtlich. Man schmeckt, wie Dietmar schon richtig gerochen hat, Lakritz.
01:33:53: Und dieser Wein, der macht mir Appetit. Ich könnte mir vorstellen...
01:34:00: Diesen Wein mit einem herrlichen Saltimbocca vom Hirschen zu trinken.
01:34:07: Weil ich glaube, diesen Wein mit einem guten Wildgericht, das muss Spaß machen.
01:34:12: Oder es gibt in Umbrien, wo dieser Wein herkommt, das ist ja in Mittelitalien,
01:34:18: die einzige Provinz, glaube ich, die keinen Kontakt zu einem anderen Land hat oder Meereskontakt.
01:34:25: Das heißt, das ist eine Durchfahrtstraße handelstechnisch. Also besinnt man
01:34:30: sich auf das, was man da vor Ort hat.
01:34:32: Und die haben eine Pasta, die nennt sich Stringozzi.
01:34:36: Die sind lang, dick und laufen wie so Schaschtülle Spieße, so Spitzen zu.
01:34:41: Und wenn man sich da mit so einer Ortstypischen, ich glaube,
01:34:46: Mjatschai liest, das war so eine Art Blutwurst.
01:34:49: Wenn man die schön brät mit ein paar Kräutern und ein bisschen Käse dazu oder
01:34:54: einen alten Parmesan oder sowas, Da könnte man mich richtig glücklich machen mit diesem Wein.
01:34:59: Also der hat sehr viel Temperament. Der hat nicht so eine vordergründige Schwere,
01:35:03: sondern der hat wirklich richtig italienisches Format.
01:35:07: Aber sag mal, jetzt mal ganz blöd. Oh, cool. Hahaha.
01:35:11: Cool. Nein, das ist ja... Unsere Weinpräzision ist vorbereitet. Katja, was hast du da?
01:35:18: Ich habe, ja schade, dass wir nicht beisammen sind, aber ich habe eigentlich
01:35:22: eine kleine Käseplatte vorbereitet.
01:35:24: Und wie ihr seht, also ich hab mich jetzt einfach mal, mich hier für Deutschland
01:35:29: und den Dietmar für Österreich.
01:35:32: Und den Andreas natürlich für Italien und Tom, dir hab ich einfach mal hier
01:35:38: die europäische Flagge zugesagt.
01:35:40: Das find ich großartig, das find ich großartig. Ich bin Europäer,
01:35:43: also hast du nix falsch gemacht.
01:35:44: Sehr viele Sterne, die immer über seinen Kopf kreisen, das ist richtig, ja.
01:35:49: Und ich esse gern ein Stück für euch. Bevor du das tust, würde mich noch interessieren,
01:35:55: wie findest du den Wein? Was schmeckst du?
01:35:58: Also ich finde den ziemlich kräftig, aber sehr, sehr lecker.
01:36:01: Und ich habe so ein bisschen Nelke, das schmecke ich, so ganz leicht.
01:36:07: Mit so einer leichten Vanille-Rote aber auch. Ja, stimmt. Ich bin auch ein bisschen
01:36:10: vanillinig, ist doch frech. Absolut. Aber mal ganz ehrlich, kanntet ihr Sagrantino?
01:36:15: Ich kenne einen Sagrantino, den werden wir nachher trinken. Ach so.
01:36:20: Ich kenne auch tatsächlich ein Lokal in Berlin.
01:36:24: Da habe ich um die Ecke gewohnt, in der Linienstraße. Ein richtig gutes Lokal.
01:36:30: Allerdings ist das kein rhein-umbrisches Lokal, wenn ich mich recht entsinne.
01:36:34: Ich weiß gar nicht, ob es das Lokal noch gibt. Aber ich bin da vor einiger Zeit
01:36:39: mal essen gewesen und das Witzige ist, der Küchenschiff kommt aus Südamerika,
01:36:44: ich weiß nicht, Kolumbien oder Peru, ich weiß es nicht mehr.
01:36:46: Und er macht so eine Fusion-Küche aus italienischer Küche und der Küche seiner
01:36:50: Heimat und das wird sehr elegant.
01:36:52: Das wird wirklich sehr elegant und ich muss schon sagen, so richtig tief im
01:36:59: Sattel saß ich mit Sacrantino nicht.
01:37:01: Deshalb ist mir auch der Fauxpas passiert, dass ich im Gegensatz zu dir die
01:37:05: Jahreszahl gar nicht so eingrenzen konnte.
01:37:10: Ich würde bei dir aber, was das Jahr anbetrifft, mich auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen.
01:37:17: Ich glaube, das ist jetzt nicht Sagrantino, der älter ist als Dietmar.
01:37:25: Vielleicht täusche ich mich.
01:37:29: Also Dietmar war ja 2014, ich glaube...
01:37:36: Ähm, dass der vielleicht ältestenfalls 2012, 2011 ist.
01:37:46: Mhm. Da warten wir mal auf, und an Dietmar?
01:37:51: Ja, der Dietmar, der muss wohl, glaube ich, die erste Flasche Colpetro, ne, wegbringen.
01:37:57: Und, ähm, was sagst du, Katja?
01:38:01: Also, ich glaube, dass der nicht so alt ist wie Dietmar. Dietmar hatte doch
01:38:05: den 2012er, wenn ich mich richtig erinnere.
01:38:08: Ich glaube, der ist noch nicht so alt, der jetzt von Andreas der Bein.
01:38:12: Habe ich mir das falsch aufgeschrieben? Vielleicht ist der fünf,
01:38:16: sechs Jahre. Wisst ihr, was ich an Deutschland nicht so sympathisch finde?
01:38:21: Jetzt kommt's. Diese Weinpreise in Lokalen sind irre hoch, finde ich.
01:38:27: Also eine Flasche Wein in einem deutschen Lokal, jedes Mal, wenn ich die Preise
01:38:31: lese, denke ich, die haben sie nicht mehr alle. Also das ist in Italien völlig anders.
01:38:36: Also Sie können in Rom, wenn Sie sich in Rom in ein Lokal setzen,
01:38:39: das okay ist, also einfach eine gute Trattoria, da kriegen Sie einen halben
01:38:45: Liter Wein für vier Euro ohne jedes Problem. Leben.
01:38:49: Ja, das ist wirklich pervers in Deutschland. Also da kriegt man für sieben Euro
01:38:53: einen durchschnittlichen Wein und dann kommt's, der ist auch noch,
01:38:58: tagelang offen stehen geblieben, weil bei den Preisen trinken die Leute natürlich
01:39:01: nicht so viel und dann kriegt man da so ein... Aber ich lass es dann umgehen.
01:39:04: Also ich sehe das ja auch, wenn der Wein zum Beispiel im Glas überhaupt nicht
01:39:10: mehr glüht und wenn der schon müffelt oder sowas, dann lass ich den zurückgehen.
01:39:14: Und da hab ich eigentlich in Deutschland noch nie Probleme gehabt.
01:39:17: Aber das ist in der Tat so.
01:39:18: Also Sie kriegen, man kann, wenn man in ein normales Lokal in Rom geht,
01:39:24: zahlt man für eine Flasche Sangrentino zum Abendessen, wenn das ein normales
01:39:29: Lokal ist, ganz sicher nicht mehr als...
01:39:33: 16, 17 Euro. Das finde ich genial.
01:39:37: Und in Deutschland sehe ich die auf der Karte für 50, 60 Euro,
01:39:41: wenn nicht mehr. Und denke ich jedes Mal, sind die noch zu retten?
01:39:45: Also ich finde, dass in Deutschland die Lokale ihre Umsätze so stark mit einer
01:39:51: Flasche Wein machen, das finde ich einfach doof. Das finde ich richtig blöd.
01:39:55: Also es gibt im Norden von Lazio, also in der Nähe von Oviedo zum Beispiel,
01:40:02: Da gibt es Gegenden, da gibt es richtig gute Weine, da können Sie in ein Lokal gehen,
01:40:06: da gibt es eine Pasta und Sie können, wenn Sie mit zwei Freunden da sind,
01:40:09: einen Liter Wein, der kostet sechs Euro, sieben, aber nicht mehr.
01:40:13: Ja, ja. Das finde ich echt doof, also weil die Preise finde ich in Deutschland
01:40:16: echt zu hoch, ganz ehrlich.
01:40:19: Die Preise werden in Deutschland nochmal draufgesetzt, das nennt sich Korkgeld.
01:40:23: Das heißt also das Restaurant, das Lokal gibt mindestens zehn Euro nochmal auf
01:40:29: den Preis der Flasche nochmal drauf.
01:40:33: Weil sie natürlich irgendwie dann Service und Licht und alles sozusagen ein
01:40:37: bisschen damit integrieren wollen.
01:40:39: Das ist in Deutschland so. Ja, ja, das verstehe ich schon auch,
01:40:41: aber ich finde es einfach echt zu teuer, ganz ehrlich. Ich finde,
01:40:43: Wein ist in Deutschland echt viel zu teuer.
01:40:48: Entschuldigung. Entschuldigung, ich wollte dich nicht abwürgen, Andreas.
01:40:52: Nein, was ich komisch finde übrigens, ist, dass in Gegenden,
01:40:56: in denen Wein so zum Leben gehört, saufen die Leute viel weniger.
01:41:02: Das ist ganz komisch, also es gibt in meinem ganzen Leben, es ist in Rom äußerst
01:41:09: ungewöhnlich, jemanden zu sehen, der zu viel getrunken hat.
01:41:13: Also das passiert mir im Jahr vielleicht einmal und ich war mit meinem Sohn,
01:41:20: als er klein war, da hat meine Schwester mich eingeladen, mal auf einem Schützenfest in Deutschland.
01:41:25: Das hatte der noch nie gesehen. Der war fix und fertig. Die Leute sind ja betrunken.
01:41:31: Ja, die sind betrunken, aber ich weiß nicht, warum die das alle machen. Die betrinken sie eben.
01:41:35: Das ist wirklich ungewöhnlich. Es gibt Wein in rauen Mengen immer zugänglich.
01:41:42: Das ist überhaupt kein Problem.
01:41:44: Sie können sich jeder Tag und Nachtzeit in Rom ein gutes Glas Wein kriegen.
01:41:47: Aber dass es Leute gibt, die wirklich betrunken sind, das werden die auf der
01:41:51: Straße hier nicht erleben.
01:41:52: Das macht man nicht. Also das ist einfach so.
01:41:57: Das ist auch eine andere Lebenseinstellung, ein anderes Stavros Riva sozusagen.
01:42:02: Ich kann das nicht erklären, ehrlich. Du wirst hier in Deutschland,
01:42:05: wirst du in den seltensten Fällen in irgendeinem Restaurant oder an einem Stand
01:42:10: Menschen erleben, die um 12 Uhr schon ein Glas Wein in der Hand haben.
01:42:15: Das ist eine Seltenheit. Also das gibt es vielleicht nur an bestimmten Tagen,
01:42:19: Wochenenden vielleicht, wenn die Leute sagen, so ist Wochenende und ich setze
01:42:22: mich schon mal hin und dann gönne ich mir schon mal so ein Prosecco.
01:42:26: Aber das Normale, dass man zum Mittag einfach irgendwo steht,
01:42:29: wie in Frankreich, wenn man durch die Straße geht und da sitzen schon alle und
01:42:35: haben schon ein Gläschen Wein in der Hand und das gehört dazu,
01:42:37: das ist in Deutschland nicht so gang und gäbe.
01:42:39: Ja, es sei denn, Dietmar und ich sind auf der Straße, also da kannst du morgens
01:42:43: um 9 schon ruhig einen schweren Roter sein.
01:42:45: Ja, nur du hast kein Glas, du hast das einzige Glas drum rum,
01:42:47: das ist die Flasche. Ja, das stimmt.
01:42:50: Aber es hat natürlich auch mit den Temperaturen zu tun, Es hat doch so mit,
01:42:54: weiß ich schätze ich mal, aber es ist einfach auch, also es ist in Rom,
01:42:58: jetzt fängt ja eigentlich die schönste Jahreszeit an.
01:43:00: Also man kann, Gott sei Dank ist alles wieder auf, also man kann sich raussetzen.
01:43:05: Welche Jahreszeit sollte man Rom am besten besuchen?
01:43:10: Also mein Tipp ist Februar. Okay.
01:43:16: Wenn es ganz normalen Tourismus wieder gibt, das ist warm. Man kann mittags
01:43:19: draußen essen, das ist kein Problem.
01:43:21: Das ist ungewöhnlich warm meistens im Februar. Es ist kein Mensch da.
01:43:25: Die Preise sind niedrig, sowohl für Hotels als auch für Restaurants.
01:43:30: Und es ist, es fängt immer so im März an zu regnen. Es regnet dann zwischen
01:43:34: März und April immer ziemlich heftig.
01:43:36: Im Mai ist es wunderschön, würde ich auch raten. Es ist ganz toll.
01:43:39: Also ich finde, wir haben eine super Bürgermeisterin, über die schimpfen immer
01:43:42: alle. Aber ich finde, sie hat diese ganze Pandemie-Geschichte dadurch gelöst,
01:43:47: dass sie gesagt hat, in Rom dürfen alle Lokale, alle freien Plätze besetzen, wo immer sie wollen.
01:43:54: Also es gibt jetzt in Rom, die Autos haben 80 Prozent der Parkplatzfläche verloren.
01:43:59: Es gibt jetzt überall Stände, überall Tische, überall Leute,
01:44:03: die auf der Straße sitzen.
01:44:05: Das ist wirklich ganz toll. Also es ist viel schöner als vorher,
01:44:08: muss ich ganz ehrlich sagen.
01:44:09: Es ist also ganz toll. und es war auch toll, dass ich jetzt noch,
01:44:13: also die kommen gerade langsam wieder, aber zur Zeit kann man dann auf der Piazza
01:44:16: Navona noch ein Glas Wein trinken für 3,50 Euro, kein Problem, weil diese ganze,
01:44:22: Pandemie auch den Nebeneffekt hatte, dass die Lokale, die völlig überteuert
01:44:27: waren an diesen touristischen Hotspots, die haben so große Schilder aufgehängt,
01:44:31: da steht drauf, wir haben jahrzehntelang die Touristen ausgebeutet,
01:44:33: bitte kommt einfach mal wieder zu uns, wir sind gar nicht so böse, wie ihr denkt.
01:44:39: Man kann jetzt kein Mensch, der bei Sinnen ist, werden von Tate in die Trevi
01:44:44: in ein Lokal gegangen, weil das machen die Japaner.
01:44:45: Aber da kann man jetzt auch wieder in der ganzen Reiteratologie agieren und
01:44:48: die Preise sind völlig okay.
01:44:49: Also das ist nur... Dietmar, ganz kurz noch...
01:44:53: Kein Problem. Dietmar, ganz kurz noch. Nachdem wir ja schon ein bisschen unsere
01:44:57: Eindrücke geschmacklich genannt haben und wir haben uns sogar auch so ein bisschen
01:45:02: darüber unterhalten, aus welchem Jahr der Wein von Andreas Arias stammen könnte.
01:45:07: Beschreib mal so deine Eindrücke. Mundgefühl, Geschmack und was glaubst du?
01:45:12: Also es hat für mich eine leicht.
01:45:19: Süffigen Charakter auch, also er ist nicht so schwer, er fühlt sich leicht so
01:45:26: auf dem Gaumen, kommt so ein bisschen so eine kleine Alkoholnote hinein,
01:45:30: lässt sich wunderbar trinken,
01:45:33: ich finde halt diesen Lakritzgeschmack, der dabei ist, ich finde halt auch diese
01:45:38: unheimliche Frucht, die man in der Nase hat, wunderschön.
01:45:43: Ich würde sagen, das ist mindestens genauso wie bei mir ein 2,12er Alter hergesehen,
01:45:52: wenn nicht sogar vielleicht noch ein bisschen älter.
01:45:56: Also ich könnte mir vorstellen, ja, 2,12, 2,11 in dem Alter müsste er sein.
01:46:01: Also ich muss wirklich gestehen dass das ich sehr positiv
01:46:04: und angenehm überrascht bin von den sangratino weil
01:46:08: ich kannte wie gesagt das zuvor nicht aber letzte flasche sagst du aus absolut
01:46:16: nicht absolut nicht ja wollen wir denn mal gucken was der andreas und zusammen
01:46:23: mit Ich mach mal die Flasche auf. Kunde.
01:46:27: Ach, die haben die wieder mit diesen hübschen verknoteten Säckchen verschickt. Ja. Von ASK.
01:46:36: Ah, das steht da gar nicht raus. Ah!
01:46:41: 2016. Wow! Ein jüngerer sogar. Ja. Ja.
01:46:49: Cole Piano. Von Arnaldo Caprai.
01:46:53: Ja, also ich bin begeistert.
01:46:57: Also das ist, glaube ich, wenn ich mich recht entsinne, eines der älteren Weinblüter
01:47:04: in Montefalco, am Falkenberg, wie dieser Berg auf Deutsch übersetzt heißen müsste.
01:47:11: Und der Name kommt ja daher, dass im Mittelalter gab es einen Kaiser des Deutschen
01:47:20: Reichs Römischer Nationen, Friedrich II., glaube ich.
01:47:24: Der ist zum Faltenjagen oder sein Hobby war die Faltenerei.
01:47:29: Und da hat er sich da diese Gegend mal angeschaut und die hat ihm so gut gefallen,
01:47:38: dass er gleich da geblieben ist und da immer seinem Hobby von Zeit zu Zeit gefolgt hat.
01:47:43: Ja, und ich muss schon sagen, magst du was erzählen, Andreas, über den Wein?
01:47:49: Ja, ich finde, es ist einer meiner Lieblingsweine.
01:47:54: Das hat aber auch schlicht und einfach damit zu tun, ganz schnöde gesagt,
01:47:58: ich finde die Qualität für das, was er kostet, also sehr, sehr hoch.
01:48:03: Also ich finde, es ist einer der preis-leistungsmäßig besten Weine,
01:48:07: die es in Italien gibt. Vielleicht den besten, muss ich ganz ehrlich sagen.
01:48:10: Was kostet der, wenn ich fragen darf?
01:48:11: Der kostet, wenn man ihn, ich
01:48:15: würde mal schätzen, man kriegt ihn für ungefähr 6 Euro. Wow. Für 6 Euro?
01:48:20: Ja. Im Vatikan?
01:48:25: Im Vatikan oder ganz normal? Ich schätze, ja, im Vatikan kostet er,
01:48:30: unter 6 kriegst du ihn nicht, aber im Vatikan kriegst du, glaube ich,
01:48:34: wenn du ein bisschen größere Mengen nimmst, kostet der pro Flasche 6 Euro.
01:48:37: Und dafür finde ich, ist es ein hervorragender Wein. Absolut.
01:48:39: Es ist ein hervorragender Wein, weil, wenn ich im Vergleich jetzt dazu sage,
01:48:43: also das, was ich mit ein bisschen der alkoholischen Note meinte,
01:48:46: wenn ich mal jetzt betrachtet,
01:48:47: der hat 15,5 5% deiner, meiner hat 14%, deswegen durchaus so ein bisschen die
01:48:52: Alkoholnote noch verstärkt.
01:48:56: Aber ich finde, der ist nicht brandig dabei, findest du? Nein,
01:48:59: nein, nein, das meinte ich nicht. Ich habe nur festgestellt,
01:49:01: dass er ein bisschen mehr Alkohol durchaus hat.
01:49:04: Mein Wein hingegen, wenn man jetzt vom Preislichen ausgeht, es war sogar runtergesetzt,
01:49:10: war eigentlich bei knapp, glaube 25 Euro, war dann aber runtergesetzt unter
01:49:15: 20 Euro, ich glaube, Ich glaube, es lag bei 16 Euro, die Flasche.
01:49:19: Da kann man mal sehen, wie das natürlich... Riesig, riesig.
01:49:23: Der Export und Import natürlich noch was ausmacht. Was die da draufschlagen, das ist echt irre.
01:49:30: Und ich sehe auf der Flasche, der ist sogar biologisch zertifiziert.
01:49:34: Also die machen da heutzutage viel weniger Mist mit den Äckern beim Weinanbau,
01:49:42: als das früher der Fall war. Dieser Wein ist ebenso wie Dietmars ein DOCG-Wein.
01:49:49: Das heißt, die Herkunft ist garantiert und geprüft.
01:49:54: Also da wird kein Schmuck gemacht mit den Weintrauben, dass sie woanders hergekauft werden und so.
01:49:59: Also das ist das höchste Label, was ein italienischer Rotwein haben kann.
01:50:06: Und ich finde, er schmeckt hervorragend. Also ich muss aber sagen,
01:50:10: ich habe da richtig Hunger, wenn ich den trinke. Ich krieg da richtig Gold an.
01:50:14: Leider verkünden wir ja deine Käse. Ja, aber ich habe heute schon ein bisschen
01:50:18: was für Dietmar und mich gekocht.
01:50:19: Wir gehen dieses Mal mit Grundlage und vorbereitet in die Sendung.
01:50:24: Ich glaube, sie lässt gleich nach, habe ich das Gefühl. Ja.
01:50:28: Nächstes Mal koche ich irgendwie ein bisschen mehr, dann nehmen wir einen Happen zu uns.
01:50:31: Und somit, liebe Freunde, sind wir bereits bei unserer nächsten Rubrik, die da heißt...
01:50:39: Tombola. Tombola.
01:50:42: Tombola.
01:50:45: Music.
01:50:56: Tombola ist bei uns auch so ein Ding, das muss immer sein. Ich werde gleich
01:51:01: euch drei Fragen stellen.
01:51:05: Zu jeder Frage gibt es drei Antwortmöglichkeiten, A, B oder C.
01:51:10: Wenn ihr die richtig beantwortet, ist alles okay.
01:51:14: Wenn ihr sie falsch beantwortet, wir haben ja diese drei Schnäpse mitgeschickt.
01:51:19: Andreas, die hast du vor dir stehen.
01:51:22: Die habt ihr hoffentlich auch.
01:51:25: Ich kenne ja die Antworten, weil ich mich ja vorbereiten muss,
01:51:28: die Fragen formuliert habe.
01:51:29: Ich werde also trinken, wenn ihr die Antwort richtig sagt oder Katja eine falsche Antwort gibt.
01:51:37: Ich mache auf jeden Fall mit, ich lasse mich da nicht lumpen.
01:51:40: Und somit habe ich nur noch eine Frage vorab.
01:51:44: Habt ihr eine Frage? Habt ihr alles verstanden?
01:51:48: Du stellst eine Frage und wir müssen ABC sagen. Richtig, wir müssen richtig
01:51:53: antworten, sonst müssen wir trinken. Ach so, die wir trinken, okay.
01:51:56: Cool, ihr dürft natürlich auch so trinken. Dann fangen wir mal mit der Trinkspiele an.
01:52:01: Ich glaube, das ist das Beste, weil ich ein Trinkspiel gemacht habe.
01:52:04: Das muss so ungefähr 40 Jahre her sein. Die Zeit, dass wir das auffrischen.
01:52:09: 40 Jahre, also ich meine, das ist für Dietmar ja natürlich eine Zeitspanne,
01:52:14: die vergeht wie im Flug bei den Anzahlen von Jahren der Dreifaltigkeit meines Kollegen.
01:52:19: Aber lassen wir das. Spricht der Mann ohne Haare. Ja, ich mache das ganz gerne.
01:52:23: Es ist sehr frischend bei den Temperaturen.
01:52:25: Fangen wir mal an mit der ersten Frage.
01:52:29: Es gibt ja kaum eine Podcast-Folge, wo ich nicht vom Thema Frankreich lassen
01:52:34: kann und deren Weinkultur. Das ist auch dieses Mal so.
01:52:37: Es gibt ja die berühmten Weine Chateauneuf-du-Pape. Die haben ganz spezielle Flaschen.
01:52:45: Und welche päpstlichen Insignien zieren eine Chateauneuf-du-Pape-Flasche am Glas?
01:52:54: Ist es A, den päpstlichen Ring?
01:52:58: Ist es B, die Ferula, also den Kreuzstab, den der Papst mal mit sich führt?
01:53:03: Oder ist es C, eine Tiara, die jetzt nicht so ein Krönchen ist,
01:53:10: was man bei Plötzlich Prinzessin sich vorstellt, sondern das ist die Papstkrone,
01:53:15: diese dreistufige mit der phrygischen Zipfelmütze obendrauf.
01:53:21: Ist es A, B oder C? Was glaubt ihr? hier? Das sieht man auf einer Schattenflasche.
01:53:27: Ich glaube C. Du sagst C.
01:53:30: Was sagst du, Dietmar? B. Du sagst B, Ferula. Also Andreas meint C,
01:53:36: die Tiara. Was sagt Katja?
01:53:42: Ja. A, B oder C? C. C. Katja, I love you. C ist richtig. Prost, Dietmar.
01:53:52: Heute war langweilig, alleine zu trinken hier. Naja, man sieht also wirklich
01:53:56: die Papstkrone. Dieses wundervolle Bergwunder-Kräuterlikör, das passt jetzt
01:54:01: ganz gut zum Sankt von Kiel.
01:54:02: Diese Papstkrone ist ja ganz, ganz hübsch und das Wort,
01:54:06: Chiara kommt von dieser Krone, denn das ist abgeleitet vom lateinischen Tri,
01:54:12: Regnum, drei Königreiche und diese,
01:54:16: Papstkrone ist einer persischen Krone nachempfunden und wie gesagt,
01:54:20: so eine phrygische Zipfelmütze ist da noch oben drauf.
01:54:22: Also es gibt nur im Vatikan so ein Modebewusstsein.
01:54:26: Boah, das schmeckt wie Sanostol mit Alkohol.
01:54:30: Der Herr schreibt die kleinen Sünden gleich. Und dann machen wir gleich mit
01:54:35: der zweiten Frage weiter.
01:54:37: Welcher Heilige soll den Montefalco nach einem Fresco zufolge von Benozzo Bozzoli gesegnet haben.
01:54:44: War es A, der heilige Urban?
01:54:47: Er versuchte sich einst vor Verfolgern hinter einem Weinstock zu verbergen.
01:54:51: Oder B, der heilige Franz von Assisi?
01:54:56: Assisi ist nicht weit von Montefalco. Oder ist es C, der Apostel und Evangelist Johannes?
01:55:03: Angeblich soll er nämlich einen vergifteten Becher Wein gesegnet haben,
01:55:08: der dadurch seine tödliche Wirkung verloren haben soll.
01:55:11: Ist es A, B oder C? Fangen wir wieder an mit... Ich habe nicht verstanden.
01:55:16: Das ist auf einem Fresko.
01:55:17: Welcher Heilige soll einem Fresko zufolge den Monte Falco, diesen Falkenberg,
01:55:23: von dem unsere Weine stammen.
01:55:27: Welcher Heilige soll diesen Berg gesegnet haben, einem Fresko zufolge?
01:55:31: Einer von diesen beiden soll den Berg gesegnet haben. Urban, Assisi oder Johannes?
01:55:39: Es ist... Vielen Dank.
01:55:47: Johannes, der diesen vergifteten Wein neutralisiert hat, oder war es der heilige Franz?
01:55:57: Nee, der war es nicht. Der dritte war?
01:56:01: Der dritte war der Johannes und der erste war der heilige Urban,
01:56:05: der hat sich mal hinter einem...
01:56:06: Urban, Johannes ist der mit dem, mit dem, es ist, ich glaube es ist A.
01:56:17: Du sagst Urban, der heilige Urban, der sich hinter dem Wandstock versteckt hat,
01:56:23: auf der Flucht vor seinen Verfolgern. Was sagt Katja?
01:56:27: B. B. Der Apostel, der heilige Franz von Azizi, was sagt Dietmar?
01:56:33: A. A. Ja.
01:56:36: Katja, du bist super. Es war der heilige Franz von Assisi.
01:56:40: Man kann nämlich dieses Fresco tatsächlich unweit von Monte Falco sehen,
01:56:47: in der Museumskirche San Francesco.
01:56:50: Da gibt es wunderbare Fresken, die Franz von Assisi zeigen.
01:56:54: Da sieht man auch eine Teufelsaustreibung, dass man mit einem guten Schluck
01:56:59: Wein den Teufel aus dem Mund eines Besessenen zieht.
01:57:04: Und die anderen Sachen waren leider falsch.
01:57:09: Insofern, Trick. Ja, Andreas, du wirst mehr ein Kenner.
01:57:12: Insofern, Prost, Andreas. Andreas, was trinkst du?
01:57:16: Was muss ich denn jetzt trinken? Das ist ja das Tolle bei der Tombola. Gut.
01:57:24: Das ist der Wunder. Das, was ich gerade hatte. Gut, ich muss schon den Dirty Harry nehmen.
01:57:31: Ebenso wie er es verdient. Das Fresco übrigens, das ist wunderschön.
01:57:35: Ich habe mir im Internet so ein paar Bilder angeguckt von dieser Kirche.
01:57:39: Ihr flippt aus, wenn ihr das seht. Also wer sich ein bisschen für die Renaissance
01:57:43: interessiert und für die Kunst Italiens, das ist wirklich wunderschön.
01:57:49: Und schon sind wir bei der dritten und letzten Frage unseres Spiels.
01:57:52: Und ich bin bisher davon gekommen, dass wirklich nicht häufig vorkommt.
01:57:56: Von dem stammt folgender Satz.
01:57:59: Männer sind wie Wein. einige werden zu essig
01:58:02: die besten werden mit den jahren immer besser
01:58:06: was a papst benedikt b welcher bin ich der letzte benedikt der letzte papst
01:58:14: der vergänger von papst franziskus was b papst franziskus oder war es c papst
01:58:20: johannes der 23 so andreas du als erstes.
01:58:29: Also ich glaube, es ist C, Papst Johannes der 23. Was sagt Katja?
01:58:35: Den wievielten hatten wir denn jetzt als letztes? Den Papst Johannes den... 23.
01:58:41: Das war der 23.? Ja. Also ich kenne den Spruch schon ganz schön lange.
01:58:46: Ich würde dann auch C sagen. Was sagt Dietmar?
01:58:51: Wenn gehen wir gemeinsam unter. C. Und somit braucht niemand trinken,
01:58:56: das ist richtig. richtig, insofern trinke ich jetzt einen Mexikaner.
01:59:01: Herzlichen Glückwunsch. Sehr schön. Das war tatsächlich Papst Johannes der 23.
01:59:06: Und der Spruch ist wirklich schon ein bisschen älter, denn Johannes der 23.
01:59:10: War zwischen ich glaube 1958 und 1963 Papst.
01:59:14: Ja genau, der hat das Dekozin.
01:59:16: Oh, musst du jetzt den Mexikaner trinken?
01:59:20: Er steht drauf. Das ist einfach das Dumme. Das ist ein Tomaten.
01:59:28: Tomaten bringt mit Tomaten und Chilischoten. Und ich finde so eine gewisse Würze
01:59:32: zum San Grantino tut dem gar nicht schlecht, weil der kann was ab.
01:59:37: Der hat Temperament, der hat sehr viel Geschmack und da braucht man keine Angst
01:59:41: haben, dass der Wein untergeht mit dem Essen.
01:59:44: Also Knoblauch, frische Kräuter und eine gute Portion Fett kann er gut ab.
01:59:51: Das ist ein guter Übergang zum dritten Wein. Jetzt kommen wir zum Tommswein.
01:59:55: Den wir uns jetzt einschenken dürfen. Dann warten wir mal.
02:00:00: Gerade ausgetrunken. Ich muss mal kurz das Glas leer machen.
02:00:10: Und wenn ihr mal genau hinguckt, seht ihr wieder eine leichte,
02:00:16: nuancierte Verschiebung der Farbe.
02:00:19: Ja. Also, was seht ihr? Oh.
02:00:27: Also ich sehe, dass es mehr so eine magenta-rötliche Farbe hat.
02:00:33: Das ist im Gegensatz zu den anderen, die sehr tiefdunkel waren,
02:00:38: die beiden ersten, hat er sogar noch eine rötlichere Färbung mehr.
02:00:43: Vom Geruch her hat er auch noch eine ganz andere Nuance da drin.
02:00:48: Die ist lakritzig.
02:00:53: Die ist mehr lakritzig als würzig. Oh ja, der ist auch sehr gut.
02:01:00: Ja. Und auch die,
02:01:04: Tränen sind sozusagen auch sehr ölig. Ein Glas. Kann aber auch von den anderen
02:01:09: beiden Vorgehenden schon sein. Sie haben es gemischt.
02:01:13: Was sagst du, Katja?
02:01:16: Also ich finde den irgendwie, ich weiß gar nicht, ich kenne diese Begrifflichkeiten
02:01:19: alle nicht, aber elegant finde ich den irgendwie so. Aber sanft.
02:01:27: Ich finde ihn fruchtig, sehr sagrantinig, also er hat so ein bisschen was mehr von Kirsche.
02:01:40: Weniger Holz, aber ich muss ganz ehrlich sagen, also ich habe schon schlimmere
02:01:49: Dinge in meinem Leben getan als ich ihn reingekriegt habe.
02:01:51: Also wenn ein Deutschlehrer zuhört, der seinen Schülern Euphemismus beschreiben
02:01:58: soll, also völlige Untertreibung, ohne dass es dafür Grenzen gibt, das war sowas.
02:02:05: Also ich gebe euch vollkommen recht.
02:02:09: Ich habe einen Trinkspruch, der spricht auch Bände. Ich habe nämlich.
02:02:21: Das ist Lateinisch, das muss ich bei Dietmar mal sagen. Und im Grunde sieht
02:02:28: man mal wieder, was sich liegt.
02:02:30: Das ähnelt sich. Wie mein Trinkspruch ist, eigentlich die lateinische Version
02:02:36: von deinem. Wer gerne trinkt, der lebt gut.
02:02:38: Wer gut lebt, der kommt in den Himmel.
02:02:41: Insofern sage ich zum Wohle allerseits, das soll schmecken.
02:02:49: Das Tröpfchen.
02:02:55: Mhm.
02:03:01: Er hat diese kräuterige Note, die da drin ist, oder? Das ist so,
02:03:05: dieses Kräuterige kommt für mich ganz gut.
02:03:07: Ich überlege mir die ganze Zeit, womit ich das in Verbindung bringe,
02:03:09: die ganze Zeit schon, bei allen drei Weinen, irgendwie so ein Kräuterlikör ähnelt.
02:03:15: Einem Kräuterlikör ähnelt.
02:03:18: Aha. Ich glaube, ich ahne, was du meinst. Was sagen die anderen?
02:03:25: Andreas, was schmeckst du daraus?
02:03:29: Ich finde den fruchtiger, Ja.
02:03:36: Viel fruchtiger sogar.
02:03:40: Es ist nicht Brombeere, es ist eher so Kirsche. Es ist so ein bisschen Apfel.
02:03:45: Trotzdem ist es definitiv Sagrantino und ich würde tippen, es ist relativ jung für ein Sagrantino.
02:03:54: Hätte ich jetzt auch gedacht. Also ich finde auch, dass er sehr fruchtig schmeckt.
02:04:00: Und ich weiß nicht, ob es vielleicht sogar der jüngste Wein ist,
02:04:07: von dem, den wir jetzt gekostet haben.
02:04:08: Also ich erzähle euch mal ein bisschen was. Ich finde, der hat im Vergleich
02:04:12: zu euren beiden, ohne dass das eine Wertung sein soll, der hat einfach eine
02:04:16: andere Konzentration, nämlich eine dichtere.
02:04:19: Also zunächst mal finde ich, wenn man den Wein sich anguckt,
02:04:21: das hat Dietmar schon gleich ganz richtig erkannt, der hat eine ganz andere
02:04:26: Farbe. Der ist viel rubinrot.
02:04:28: Also so eine hypnotisierende Farbe ist das, finde ich.
02:04:33: Nicht so ganz so schwarz und dunkel. Dann kommt diese Nase mit Brombeer-Blaubeer,
02:04:39: finde ich so ein bisschen.
02:04:41: Ich weiß nicht, habt ihr schon mal an Benzoe-Harz gerochen?
02:04:45: Das ist so ein Harz, was man für Duftlamm und sowas kriegt.
02:04:50: Und das wird... Ich möchte nicht wissen, was du sonst alles zu Hause tust. Ich bin sehr umtriebig.
02:04:55: Naja, da riecht man so Zimtnoten und Vanille- und Schokoladennoten raus.
02:05:01: Ich war aber eher so im Hintergrund.
02:05:03: Und dieser Wein, Carapace Montefalco Sagrantino, heißt der von der Tenuta Castelbuono
02:05:11: von der Familie Lunelli.
02:05:13: Da werde ich doch schon schwach, wenn ich das überhaupt auf die Zunge kriege.
02:05:17: Und Carapace, so wie sich dieser Wein nennt, das bezieht sich auf das italienische Wort Panzer.
02:05:24: Und dieses Weingut am Montefalco, das ist durchzogen, das war früher mal im
02:05:31: Cambrium, vor 500 Millionen Jahren war das mal ein Ozean, in dem Trinobiten lebten.
02:05:37: Das waren so kleine Muschelkrebschen mit so einem Panzer drauf und die haben
02:05:40: sich irgendwann mal abgesenkt.
02:05:42: Und diese Muschelpanzer bestehen aus Calciumcarbonat, Calcit sagt man auch, oder Calcspart.
02:05:48: Und die machen diesen Wein so weich. Ich finde, der hat so eine schöne weiche Note.
02:05:54: Und wenn man dieses Weingut der Familie Lunelli sich anschaut im Internet,
02:05:59: dann sieht man was Wunderbares.
02:06:01: Nicht nur eine wunderschöne Landschaft, nicht nur eine Leidenschaft für Wein und moderne Kunst.
02:06:06: Nein, die haben einen Weinkeller. Da fühlt ihr euch zurückgebeamt in einen James-Bond-Film
02:06:12: und man sieht die Schaltzentrale eines Wahnsinnigen.
02:06:16: Der hat einen Künstler namens Arnoldo Pomodoro, also Arnold Tomate,
02:06:21: hat für diese Herrschaft einen Weinkeller gebaut in Form eines Trilobitenpanzers.
02:06:26: Und daher kommt dieser Begriff Carapace, dieser Trilobitenpanzer,
02:06:31: also Trilobiten kommen bestimmt auch im Erdreich vor, denn diese Cremigkeit
02:06:35: dieses Weines, diese Eleganz, diese Weichheit, die kommt bestimmt dadurch,
02:06:39: dass der Boden sehr alkalisch ist, Also wenig Säure hat und diese Calcium-Carbonat-Noten,
02:06:46: die halten die Weinpflanze gesund und machen den Wein weich und ich finde das einfach wunderbar.
02:06:52: Auch dieses Weingut arbeitet biologisch dynamisch seit 2004 und die Lunellis
02:06:59: sind ein Begriff in Italien. Die machen seit drei Generationen tolle Weine.
02:07:05: Zu denen gehören nicht nur die Ferrari Prosecco Weinproduktion,
02:07:11: einer der berühmtesten italienischen Prosecchi.
02:07:15: Wir haben auch in Trient ein Speiselokal, das drei Sterne Ghibnisch-Long hat.
02:07:23: Wir haben drei Weingüter, einmal in Trentino, in der Toskana und in Umbrien
02:07:28: eben hier, hier dieses am Montefalco.
02:07:30: Und das sind hier die besten Trauben ihres Weinbergs. Ein reinsortiger,
02:07:35: klassischer Sagrantino.
02:07:37: Wie du schon sagst, Andreas, man erkennt ihn gleich.
02:07:39: Und dieser Boden ist eben gut strukturiert, sehr lehmig, sodass die,
02:07:44: Feuchtigkeit gut gehalten wird und im Sommer die extreme Hitze nicht dazu führt,
02:07:49: dass die Trauben ausdörren.
02:07:51: Nein, die kriegen richtig Frucht und Karamba und das finde ich großartig.
02:07:56: Hergestellt wird dieser Wein auch toll.
02:07:58: Nämlich die geben sich Zeit für eine Kaltenmaseration. Das ist das Herauslösen
02:08:04: der geschmacklichen Inhaltsstoffe der Trauben.
02:08:07: Das heißt, man lässt den Wein angären und alle guten.
02:08:11: Aromastoffe und diese Polyphenole, die kommen Bei 12 Grad kommt das Beste der
02:08:17: Aromatik, wird den Pflanzen damit extrahiert und dann wird das weiter verbohren,
02:08:22: diese Maische, in Holzbottichen bei Temperaturen so zwischen 26,
02:08:26: 28 Grad, so zwei, drei Wochen.
02:08:28: Und dann lagern die Lunellis diesen Wein zwei Jahre in großen Fässern und daher
02:08:37: kommt diese Eleganz und dieses Temperament,
02:08:39: diese ausgearbeiteten Tannine und eine Flasche bleibt dann noch in der Flasche
02:08:46: und ich finde das ist einfach super.
02:08:47: Und Andreas, ich danke dir, dass du dieses Thema gewählt hast,
02:08:50: weil ich liebe diesen Wein.
02:08:53: Essen kann man natürlich eine ganze Palette davon. Wie schon sagte,
02:08:56: Wildpastol, Lamm, Rind.
02:08:59: Ich finde in Voltini alla Saltimbocca mit Parmaschinken und Salbei oder Bracciola
02:09:05: in Olivenöl, Knoblauch und Oregano, das sind so kleine Rindersteaks,
02:09:10: hauchdünn geschnitten, eingelegt über Nacht.
02:09:12: Olivenöl mit Knoblauch und Kräutern. oder man macht einen richtig tollen Oktopus
02:09:18: in Rotwein geschmort und dann knallt man den auf den Grill.
02:09:21: Das macht richtig Spaß. Und für alle, die kein Fleisch essen wollen, auch kein Problem.
02:09:25: Man kann in Voltini auch Zucchini oder Aubergine mit einer schönen pikanten
02:09:29: Tomatensauce mit Kräutern, Knoblauch, Chili oder sowas machen.
02:09:33: Oder diesen Klassiker aus Italien, den ich sehr liebe, der kommt auch aus Umbrien,
02:09:37: wenn ich mich nicht täusche.
02:09:39: Melanzane am Fuggetto. Das ist wirklich lecker. Ich mache mir eigentlich nicht
02:09:43: viel aus Auberginen, aber das schmeckt wirklich klar.
02:09:47: Genial. Da kommt eigentlich nur Knoblauch, Chili, Salz und Basilikum ins Spiel und schon geht's los.
02:09:52: Man kann natürlich auch einen richtig leckeren Hartkäse dazu essen.
02:09:56: Ich würde keinen Weichkäse zu diesem Wein präsentieren, weil dieses Weiche würde
02:10:01: mir zu viel wegreißen davon.
02:10:03: Und man würde es mit diesem Wein nicht so easy wieder weich spülen können.
02:10:06: Ich würde einen Hartkäse nehmen, der würzig ist. entweder einen alten Pecorino,
02:10:11: einen reifen Parmesan oder sowas, damit dieses Wechselspiel,
02:10:15: diese Kontrastierung schön auf der Zunge bleibt.
02:10:17: Und ich sage dazu nur eins, Salute, das ist ein richtig geiler Wein.
02:10:25: Prost. Andreas, wie ist es für dich, jemanden so lange zuhören zu müssen? Prost natürlich.
02:10:33: Ferien aus Hamburg. Jetzt sind wir wieder faszinierend, Tom. Nein, wirklich.
02:10:37: Jetzt ist es immer wieder faszinierend, wie du uns holst und über die Weine erzählst.
02:10:43: Jungs und Mädels, wenn mich etwas so packt und wenn ich so etwas ins Glas kriege
02:10:48: wie diese schönen Weine, die wir heute trinken, dann fliegt mir der Draht aus dem Bezahn.
02:10:53: Ich kann eigentlich an dich halten. Tut mir leid.
02:10:57: Gut, ich würde sagen, wir machen weiter mit unserer nächsten Rubrik,
02:11:03: nämlich schnacken mit Andreas Englisch.
02:11:11: Ich war ja mal, das letzte Mal, als ich in Rom war, habe ich mir wirklich einen Spaß gewöhnt.
02:11:16: Wir haben in einem alten, kleinen, schönen Hotel in der Nähe vom Hauptbahnhof
02:11:21: Roma Termini übernachtet.
02:11:23: Ich bin eigentlich sonst immer per Flugzeug da hingekommen nach Rom und als
02:11:30: ich da ausstieg, da ist mir aufgefallen, da steht ein Denkmal an Papst Johannes Paul II. Zweiten.
02:11:37: Und das ist ein sehr schönes Denkmal, wie ich finde.
02:11:41: Papst Johannes Paul II.
02:11:46: Ist dargestellt als wirklich beschützender Vater, der so eine Kutte ausbreitet,
02:11:52: eine gnädige Hand hat für alle Reisenden oder diejenigen, die sich verabschieden
02:11:56: aus Rom oder auch alle, die dort leben und tagtäglich da vorbeikommen.
02:11:59: Und ich finde das sehr ausdrucksstark. Das ist jetzt nicht besonders starke
02:12:04: Kunst, die nach neuen Dimensionen der Kunst tut.
02:12:07: Aber es ist ein sehr charismatisches Denkmal.
02:12:10: Was für eine persönliche Eigenschaft an Papst Johannes Paul II.
02:12:15: Hat dich besonders in den Bann gezogen, Andreas?
02:12:21: Also dieses Denkmal steht da, weil wir einmal, ein einziges Mal mit dem Intermini angekommen sind.
02:12:28: Wir sind aus Indien gekommen und es hat einen Schneesturm gegeben am römischen Flughafen.
02:12:35: Und deswegen musste die Maschine umgeleitet werden nach Neapel.
02:12:38: Und der Papst ist von Neapel nach Rom mit dem Zug gefahren und war als erster
02:12:42: Papst der Geschichte Intermini.
02:12:44: Und deswegen steht dieses Denkmal da, das an diesen irren Tag erinnert.
02:12:51: Er hat es immer geschafft, eigentlich so sein Anliegen.
02:13:02: Ich erzähle mal eine kurze Geschichte.
02:13:06: Ich war mit ihm in Rio de Janeiro und die Regierung Brasiliens hatte damals
02:13:12: dem Vatikan verboten, dass der Papst in eine Favela geht.
02:13:16: Es stand also in dem Protokoll, keine Favela besuchen, wir wollen Fernsehbilder
02:13:20: von einem positiven Rio de Janeiro.
02:13:21: Also alles schön, Strände, saubere Straßen, aber bitte keine Armut, keine Favelas.
02:13:27: Dann gab es da Gottesdienste, alles mögliche, wir waren schon ein paar Tage
02:13:30: in Rio de Janeiro und unser Hotel war direkt am Strand, das Sheraton Hotel.
02:13:35: Papst kam, vorgefahren, wir sollten zu einem Gottesdienst fahren und direkt
02:13:37: hinter dem Sheraton Hotel ist ein Berg und oben liegt eine Favela, die heißt Baginia.
02:13:44: Und wir stehen vor dem Hotel, sollen in den Delegationsbus steigen,
02:13:47: der Papst sitzt im Papamobil, guckt da hoch, sieht diese Favela,
02:13:50: steigt aus und sagt, wir gehen jetzt hoch.
02:13:52: Sagt die Polizei, nein, sie haben ein Abkommen unterzeichnet,
02:13:55: der Präsident, sie haben versprochen, keine Favelas. Sagt der Papst,
02:13:58: scheißegal, wir gehen in die Favela.
02:14:00: Das war irre hoch, das waren 600, 700 Stufen, das ist wahnsinnig steil,
02:14:05: also wir latschten da in dieser Favela.
02:14:08: Die Polizei völlig durchgedreht, weil die Leute haben da Waffen,
02:14:10: die kochen da Kokain, was weiß ich.
02:14:12: Wir gehen in diese Fabrik. Der Papst latscht da durch. Die Leute glauben,
02:14:15: der ist so eine Art Schauspieler. Die haben nicht kapiert sofort, dass das der Papst war.
02:14:19: Dann stand eine Frau plötzlich vor ihm und die hatte zwei Kinder am Arm und
02:14:23: sprach auf Portugiesisch. Woiti war heute sehr gut Portugiesisch.
02:14:25: Sie sagte, ich kann ihn nicht ernähren.
02:14:28: Mein Mann ist weg, ich habe keinen Job. Ich weiß nicht, wie ich die Kinder durchbringen soll.
02:14:32: Und dann nahm Woiti den Fischerring, den Siegelring der Päpste von der Hand.
02:14:38: Dann gab er den und sagte, das ist aus Gold, den können Sie verkaufen, da kriegen Sie was für.
02:14:41: Dann rastete der Staatssekretär total aus und sagte, in 2000 Jahren hat noch
02:14:45: nie ein Papst seinen Siegelring einfach weggeschenkt.
02:14:48: Das dürfen Sie nicht machen, der Siegelring der Päpste muss zertrümmert werden, wenn ein Papst stirbt.
02:14:53: Weil die Siegel gilt nur während seiner Amtszeit, den können Sie nicht wegschenken.
02:14:56: Und so geht er zu der Frau und sagt, rücken Sie den Siegelring wieder raus.
02:15:00: Und er sagt, wollt ihr dann ein geschenktes Geschenk? Die Frau kann den Ring behalten.
02:15:03: Da müsst ihr mit einem neuen machen, so schwer kann das nicht sein.
02:15:08: Dann hat diese Frau den Ring aber nicht verkauft, sondern die Favela hat zusammengelegt
02:15:14: und hat gesagt, wir bauen für diesen Ring eine Kapelle.
02:15:17: Das sieht aus wie eine Garage, so eine Betonwände und in der Mitte von dieser
02:15:20: Garage ist also ein Pfeiler und unter einer Panzerglasscheibe liegt dieser Ring.
02:15:24: Der einzige je in der Geschichte der katholischen Kirche verschenkte Ring eines Papstes.
02:15:30: Und als das fertig war, haben die Wolltiler einen Brief geschrieben. geben.
02:15:34: Die Frau hat also den Ring hergegeben und die Favela hat ihr dafür eine Kneipe gekauft.
02:15:38: Also wenn jemand von euch zufällig mal a Rio de Janeiro kommt,
02:15:41: vor dem Sheraton, der entsteht, und hochguckt, sieht man eine Terrasse.
02:15:45: Das ist die Kneipe dieser Frau, die damals den Ring bekommt. Das gibt's ja nicht.
02:15:51: Und jetzt haben die dem Papst geschrieben und haben gesagt, Heiligkeit,
02:15:54: wir haben also diesen Ring nicht
02:15:55: verkauft, sondern wir haben eine Kapelle gebaut, hier in unserer Favela.
02:15:58: Wir wissen aber nicht, wie wir die nennen sollen. sollen wir die,
02:16:02: sie heißen ja Johannes Paul als Papst, sollen wir die Johannes Paul Kapelle nennen?
02:16:06: Oder sollen wir, sie heißen ja Karl, Karol, oder sollen wir die Karls Kapelle
02:16:10: nennen nach ihrem Namen?
02:16:11: Und dann schrieb Wojtyla zurück, ich bin gekommen, um den Menschen hinter dem
02:16:16: eisernen Vorhang Religionsfreiheit zu bringen.
02:16:19: Aber es wird ein Papst kommen, der wird sich um die Armen kümmern.
02:16:22: Weit die Kapelle auf den Namen Franziskus. Das gibt's doch nicht.
02:16:27: Und mir läuft jedes Mal es eiskalt den Rücken runter, wenn ich an diese Geschichte denke.
02:16:31: Es ist die einzige Kapelle auf der ganzen Welt, die während der Amtszeit von Johannes Paul II.
02:16:37: Auf den Namen Franziskus geweiht hat. Das ist eine Gänsehaut,
02:16:39: das gibt es überhaupt nicht.
02:16:40: Es ist eine unglaubliche Geschichte. Jedes Mal, wenn ich da war,
02:16:45: habe ich gedacht, Gott gibt es wirklich.
02:16:47: Aber wie gesagt, wenn ihr mal nach Rio de Janeiro kommt, Vaginia Farella,
02:16:51: da oben ist die Kapelle, die heißt jetzt wirklich Franziskus.
02:16:54: Und der Brief in dem Voltilla schreibt, Weit diese Kapelle auf den Namen Franziskus,
02:16:58: das ist ja an der Wand hinter so einer Glasflasche.
02:17:00: Jetzt haben wir uns ja wirklich sehr extreme Geschichten unterhalten,
02:17:04: die auch sehr viel Wundersames haben.
02:17:07: Also wir haben einen Kontakt nach oben, wir haben auch einen Kontakt nach unten
02:17:10: gehabt mit dem Exorchismus-Thema.
02:17:13: Jetzt möchte ich gerne mal hier und jetzt und in dieser Zeit auch so entsprechende Themen anschlagen.
02:17:19: Wenn ein Papst heutzutage innerhalb der Pandemie so privat ist, Ich meine,
02:17:25: gut, Papst Franziskus ist ja ein ganz besonderer Papst, der wohnt nicht im Apostolischen
02:17:29: Palast, sondern in einem einfachen Apartment eines Gästehauses innerhalb des
02:17:35: Vatikanstaats und hat damit ja auch so einige Köpfe des Vatikans debiert.
02:17:40: Also wenn der jetzt in dieser Pandemie so privat für sich in seinem Apartment
02:17:45: ist, kann der da auch so in Lounge-Wear, also Jogginghose rumlaufen,
02:17:49: T-Shirt oder wie muss man sich das vorstellen? Weißt du sowas?
02:17:55: Ja klar, also der hat sehr, der hat seine ganz normalen Priesterklamotten an, wenn der zu Hause ist.
02:18:01: Also der läuft nicht in dieser weißen Soutane immer rum, sondern der hat ganz
02:18:05: normale, der hat ja seine durchgelatschten, der hat ja so ein bisschen Kappfüße
02:18:09: und diese durchgelatschten Lederzüge zieht er ganz normal an.
02:18:11: Das ist nichts Besonderes, aber wenn wir jetzt die ganze Zeit so heilig waren,
02:18:16: darf ich mal eine Texte schicken? Immer.
02:18:20: Okay. Wir machen jetzt ein bisschen, okay? Okay? Ich mache jetzt ein bisschen...
02:18:26: Ja klar. Habt ihr noch Schnaps?
02:18:28: Ja, ich habe den Mexikaner noch. Du auch, glaube ich. Nee, warte mal,
02:18:32: Mexikaner ist alles. Ich habe Dirty Harry noch im Bergwunder.
02:18:37: Okay. Also.
02:18:41: Papst Alexander VI. Borgia hat eine Lebensgefährtin. Mit der lebt er zusammen
02:18:47: und hat mit ihr vier Kinder.
02:18:50: Dann kommt er auf eine Hochzeit. Da heiratet eine Dame, die hieß ist Giulia
02:18:54: Farnese ihren Mann, Carlo Orsini.
02:18:57: Und nach der Hochzeit geht der Papst zu ihrer Schwiegermutter und sagt,
02:19:01: pass mal auf, diese Giulia ist wunderschön.
02:19:03: Ihr Sohn hat die gerade geheiratet. Mein Deal ist folgender.
02:19:07: Ich mache ihren Sohn zum Minister im Vatikan. Dafür kriege ich Giulia.
02:19:11: Sagt die Schwiegermutter, kein Problem, machen wir. Der Sohn wird Minister.
02:19:15: Giulia Farnese kommt in das Bett von Papst Alexander VI.
02:19:21: Sie macht Riesenkarriere, weil ihr Bruder, Paolo Farnese, wird der nächste Papst.
02:19:27: Und als der Papst wird, gratuliert sie ihm und schreibt ihm einen Brief.
02:19:31: Und sagt, mein lieber Bruder, ohne meine Leistungen, in dem Bett des Papstes
02:19:36: wärst du niemals Papst geworden.
02:19:39: Deswegen schicke ich dir mein Bett. Sie schenkt ihm ihr Bett.
02:19:42: Und dann sagt er, meine liebe Schwester, ich mache dich deswegen zur sexiest Frau aller Zeiten.
02:19:48: Ich werde den teuersten Bildhauer, den es gibt, der hieß damals,
02:19:51: das war Sanzovino, das war ein Konkurrent von Michelangelo und Bonaparte,
02:19:54: ich werde dich, deinen Körper so sexy machen,
02:19:59: dass es für alle Zeiten, man sagen wird, dass du die schönste Frau der ganzen
02:20:03: Welt warst. Sagt sie, okay.
02:20:06: Und dann kommt dieser Sanzovino und macht aus dieser Frau eine Skulptur.
02:20:10: Diese Skulptur wird in Rom an einem ganz bestimmten Ort ausgesteckt.
02:20:13: Und die hat ein Problem, weil es stellt sich raus, dass regelmäßig junge Männer
02:20:18: sich vor diese Skulptur stellen und Dinge tun, die man nicht tun sollte in der
02:20:22: Öffentlichkeit, sodass der Stadtpräfekt von Rom dazukommt und sagt,
02:20:26: das kann doch nicht sein, dass diese ganzen jungen Kerle sich immer vor diese
02:20:29: Statue stellen, die so dermaßen sexy,
02:20:32: das können die nicht aber machen, so im öffentlichen Raum, und stellt das unter Strafe.
02:20:36: Das heißt, wenn man sich vor der Skulptur dieser super sexy Frau selber die
02:20:41: Hand anlegte, dann bekam man ein Jahr Haft.
02:20:46: Immerhin wurden in Rom 643 Männer,
02:20:50: 643 männer für ein jahr in haft gesperrt weil sie vor dieser super sexy skulptur
02:20:56: dinge taten die man in der öffentlichkeit nicht tun sollte so jetzt kommt die
02:21:00: frage diese skulptur ist wo.
02:21:05: Im pantheon in rom b in der kirche von sant clemente in ruhe c im petersdom,
02:21:17: oder d bei mir zu hause.
02:21:27: Die kirche von st clemente petersdom die bei mir zu hause was ist du,
02:21:37: Also B und C finde ich irgendwie schwierig, weil Petersdom und irgendwie Kathedrale,
02:21:43: also das kann ich mir kaum vorstellen.
02:21:45: Bei Andreas zu Hause, das kann ich mir auch nicht vorstellen,
02:21:48: das macht die Frau noch nicht mit.
02:21:51: Ich muss was sagen. Du musst was sagen?
02:22:00: Also ich kenne jetzt Andreas' Frau nicht. Also, aber ich finde es natürlich
02:22:08: schon verlockend zu sagen, dass es natürlich bei Andrea steht.
02:22:11: Auf der anderen Seite finde ich den Petersdom total spannend,
02:22:15: weil es so absurd natürlich, dass so eine Statue, die so eine Geschichte hat,
02:22:19: eigentlich im Petersdom steht.
02:22:20: Und wenn man jetzt überlegt, dass der Vatikan im Grunde genommen eigentlich
02:22:26: die größte Schatzkultur hat, die es gibt, tendiere ich jetzt mal zum Petersdom.
02:22:35: Du sagst Petersdom, okay. Du sagst Pantheon, was sagst du?
02:22:40: Ich habe ja jetzt gerade gedacht, verdammter Axt.
02:22:47: Clemente, St. Clemente, das wäre schon wirklich ein Tattoo-Bag. Petersdom auch.
02:22:54: Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es ein Pantheon ist,
02:22:57: weil im Pantheon war ich auch schon einige Mal. Das müsste ich eigentlich gesehen haben.
02:23:04: Und deshalb bin ich der ansicht dass du eine sehr starke
02:23:07: frau ist und ich meine ich muss ganz ehrlich sagen ich weiß gar nicht warum
02:23:10: die römer sich so haben es gibt so viel kunst in rom da muss es auch ein bisschen
02:23:15: handwerk geben und deshalb sage ich die statue steht bei dir weil das könnte
02:23:21: ich mir sehr gut vorstellen dass du einen künstlichen verstand hast und auch
02:23:24: so ein bisschen die Welt rettest.
02:23:29: Also, ihr beide müsst trinken, weil er hat recht, sie ist im Petersdom.
02:23:37: Juhu! Wenn man in die Peterskirche kommt und geht einfach geradeaus,
02:23:44: dann seht ihr diesen riesigen Baldachin, den habt ihr bestimmt schon mal gesehen,
02:23:47: so ein Bronze-Baldachin.
02:23:49: Hinter dem Baldachin ist dieser große sogenannte Katheder, Das ist ein sogenannter
02:23:54: fliegender, bronzener Stuhl. Den habt ihr bestimmt schon gesehen.
02:23:57: Darüber ist diese berühmte Taube, die ihr schon mal gesehen habt. Diese heiße Taube.
02:24:04: Richtig. Links darunter ist die Statue von Giulia Farnese und es hat 643 Urteile gegeben,
02:24:13: weil sich Männer vor der Statue befriedigt haben, weil sie damit dermaßen sexy war,
02:24:19: dass Kardinal Giordano angeordnet hat, dass um diese Dame ein Bleimantel gelegt
02:24:26: werden muss, weil die Skulptur so super sexy ist, das hält keiner aus.
02:24:31: Die ist da immer noch drüber. Und ich habe einmal den derzeit regierenden Kardinal
02:24:36: für den Petersdorf gefragt, ob ich da mal drunter gucken darf.
02:24:39: Weil zu Zeiten Goethes konnte man noch ein Trinkgeld zahlen.
02:24:43: Dann schraubten die Werte im Wattekampfer ab. Das gibt es ja nicht.
02:24:45: Dann konnte man da drunter gucken.
02:24:48: Ja, bis zur Zeit, es wurde im Jahr 1871 verboten. Bis 1871 konnte man ein Trinkgeld zahlen.
02:24:54: Dann schraubten die das ab. Dann konnte man da drunter gucken.
02:24:56: Dann schraubten die das wieder zu.
02:24:57: Und ich habe darum gebeten für mein Rombuch, Buch, ob man nicht ein Foto machen
02:25:01: darf. Ich habe keine Zeichnung gefunden, gar nichts. Ich weiß nicht,
02:25:04: wie es darunter aussieht.
02:25:05: Aber der Kalten hat gesagt, es ist ein Geheimnis. Es ist immer so, Andreas.
02:25:09: Wenn man alles sieht, ist es Pornografie. Dann ist es irgendwann mal langweilig und tot.
02:25:14: Das Geheimnisvolle und das wirklich Erotische ist, wenn man so ein bisschen
02:25:19: auch was versteckt lässt und Geheimnisse lässt.
02:25:21: Insofern finde ich die Entscheidung gut, wenn man das so macht.
02:25:26: Und wer weiß, wie es mittlerweile darunter aussieht. also nach so langer Zeit
02:25:30: Das ist ja eine Mammutstatue also Sansovino muss es dann gesagt haben,
02:25:36: also wenn ich das fertig habe, dann bin ich so eine schöne Frau Also wenn ich
02:25:39: das nächste Mal in Rom bin ich halte Ausschau Was sagst du?
02:25:45: Achso Katja machen wir das beide passend zum Thema dann runter damit.
02:25:56: Es tut mir leid. Das macht nichts. Diese Lakritz-Würfel, die passen wunderbar
02:26:01: zu dem wunderbaren Sacrantino. Sag mal,
02:26:07: ich erwartete eigentlich die klassische Weingeschichte. Die müsst ihr jetzt mal langsam bringen.
02:26:13: Es gibt was den Vatikan und Wein angeht, einen Klassiker.
02:26:19: Das ist keine Legende, sondern die Geschichte ist wirklich wahr. Ein,
02:26:24: deutscher Bischof reist nach Italien und kam,
02:26:31: war ein großer Weinfan, trank sehr gerne guten Wein und hatte einen Diener und
02:26:39: er befahl den Diener zu sagen,
02:26:40: du reist bitte vor und wenn du in eine Stadt kommst, in die es guten Wein gibt,
02:26:47: dann musst du mir das sagen, damit ich weiß, in welcher Stadt ich gehen soll.
02:26:53: Und damit ich verstehe, in welcher Taverne es einen guten Wein gibt,
02:26:58: schreibst du einfach hier gibt es guten Wein, also nur das lateinische Wort est.
02:27:05: Also reiste dieser gute Bischof quer durch Italien, durch Trentin,
02:27:09: durch die Toskana und immer wenn er an einen Ort kam, hatte sein Diener,
02:27:13: der immer vor ihm reiste, schon auf einer Schiefertafel geschrieben,
02:27:16: hier in diesem Lokal gibt es den besten Wein.
02:27:18: Also stand da das lateinische Wort est, estri.
02:27:23: Zur großen Freude dieses Bischofs kommt er eines Tages in eine Stadt,
02:27:28: und zwar nach Montefiascone, im Norden von Rom.
02:27:30: Und dort sieht er nicht nur das Wort, hier gibt es guten Wein,
02:27:35: also esst, sondern dreimal.
02:27:37: Esst, esst, esst. Das ist der Wein von Montepulciano, der heißt bis heute so, esst, esst, esst.
02:27:44: Ja. Der ist in der Tat hervorragend.
02:27:47: Und dieser gute Bischof hat es dann aber nicht bis Rom geschafft,
02:27:50: sondern ist in dieser Stadt geblieben.
02:27:51: Und hat einfach immer weiter Wein getrunken, hatte zwei Geliebte und hat sich
02:27:56: dann, so hat er in seinem Testament verblüht, in einem Weinfass begraben lassen,
02:28:00: das unter der Hauptkirche von Montefaschio-Proben liegt.
02:28:03: Also wenn ihr mal eine Bilderreise machen wollt mit feuerer Sendung,
02:28:08: dann würde ich sagen, dann solltet ihr nirgendwo anders hin pilgern,
02:28:11: als diese Kirche zu dem Weinfass, in dem der Bischof liegt, der ein großer Fan
02:28:17: des italienischen Weines war.
02:28:19: Dann sprecht ihr vielleicht ein Gebet da zusammen mit ihm Fantastisch.
02:28:23: Mach mal einen Live-Podcast aus der Kirche. Andreas, das war eine großartige Geschichte.
02:28:30: Und jetzt weiß ich, wo es herkommt. Ich habe mich immer schon gefragt,
02:28:33: was soll dieser Ausspruch auf dieser Flasche, der immer mit jeweils einem Ausrufezeichen
02:28:39: verbunden ist. Was sind das für Aussprüche?
02:28:42: Gut, was mich noch brennend interessiert, weißt du noch, was Johannes Paul II.
02:28:49: Am liebsten getrunken hat für Weine oder was Papst Benedikt getrunken hat oder
02:28:53: was Papst Franziskus gerne trinkt. Weißt du sowas?
02:28:58: Ja, aber da muss ich euch enttäuschen. Franziskus trinkt sehr selten Alkohol,
02:29:03: also ganz selten Mahlenwein.
02:29:06: Benedikt XVI. hat auch so gut wie nie Alkohol getrunken. Der hat immer Tee getrunken, jede Menge.
02:29:12: Wojtyla hat gerne Alkohol getrunken und auch guten Wein.
02:29:16: Der hat also zwischendurch auf den Reisen, wenn er gestresst war,
02:29:20: allerdings Wodka getrunken. Der hat immer mal so ein Glas Wodka verlangt,
02:29:23: daran kann ich mich erinnern.
02:29:25: Aber da gab es zum Abendessen auch immer guten Wein.
02:29:28: Und es gibt einen, weil Wojtyla bodenständig sein wird, Es gibt in Rom einen Volkswein.
02:29:37: Also wenn man so, man sagt in Rom, wenn das deutsche Wort 0815,
02:29:44: also irgendetwas ist standardmäßig.
02:29:47: Also das ist ein guter Wein, der heißt Olebano Romano, aber das ist so der tagtägliche Wein.
02:29:53: Also wenn man sagen will, also wenn ich zum Beispiel sagen wollte,
02:29:56: ich habe eine Frau kennengelernt und mein Freund würde dann sagen,
02:30:00: sieht die super toll aus oder sieht die einfach aus wie Granate.
02:30:04: Und wenn ich dann sagen will, die sieht eigentlich ganz okay aus,
02:30:06: dann würde ich sagen, Olevano Romano, die ist in Ordnung. Das bedeutet das.
02:30:11: Das ist so ein Wein, den gibt es hier in jedem Haus. Also das ist so das Charakter.
02:30:15: Eigentlich sympathisch.
02:30:17: Ich meine, was einige Bischöfe und Priester zur Entspannung machen, das weiß man ja.
02:30:24: Ich meine, die einen sind sportlich. Hans-Gerd Schütt ist Sport- und Olympiapriester.
02:30:30: Die anderen interessieren sich ja für schöner Wohnen. In einer Leidenschaft,
02:30:33: dass daraus mitunter auch sogar
02:30:35: wie durch ein biblisches Wunder Museen werden, siehe Trebers von Elz.
02:30:40: Und der arbeitet seit 2015 als ehemaliger Bischof von Dimmburg,
02:30:48: arbeitet er nach diesem Skandal mit seiner Villa da in Dimmburg im Vatikan.
02:30:54: Im päpstlichen Rat für Neuevangelisierung kümmert er sich dort um die Verkündung
02:31:00: des Evangeliums in Ländern, in denen der Glaube ist.
02:31:04: Einerseits stark verwurzelt ist, aber die Unterstützung für die Kirche so ein
02:31:08: bisschen am Abrutschen ist.
02:31:10: Ist das nicht schon Realsatire?
02:31:12: Ich meine, er weiß natürlich, was man als Kirchenmann, was die Schäfchen dazu
02:31:17: bringt, kein Verständnis mehr für den Hirten zu haben.
02:31:20: Aber ist das nicht Realsatire? Was meinst du, Andreas?
02:31:26: Also ich möchte dich erst mal korrigieren. Das stimmt nicht,
02:31:29: dass die Leute im Vatikan sich für Museen oder Kunst oder Wein interessieren.
02:31:35: Sie interessieren sich für Sex. Und zwar fast ausschließlich.
02:31:39: Das ist ganz simpel. Wenn Sie jemandem verbieten, Wein zu trinken,
02:31:46: denken die die ganze Zeit an Wein.
02:31:47: Wenn Sie jemandem verbieten, keinen Kaffee mehr zu trinken, denkt der wahrscheinlich an Kaffee.
02:31:53: Die denken an Sex. Das ist ganz normal. Wir sind alle sexuelle Wesen irgendwo auch.
02:31:58: Das gehört mit, glaube ich, zu unserer Natur, dass wir so einen Trieb haben
02:32:02: einfach. Also es gehört einfach dazu. Ja, klar.
02:32:07: Und das war auch schon immer so. Und deswegen ist es im Vatikan eigentlich auch
02:32:12: so lustig, weil sie die ganze Zeit oder über viele Jahrhunderte immer so getan
02:32:15: haben, als sei das kein Thema.
02:32:18: Und das ist aber, ja, das ist so das Thema überhaupt.
02:32:22: Also darum geht es, wenn Sie sich die Kirchengeschichte angucken,
02:32:26: ist das total lustig. Es geht eigentlich selten um etwas anderes.
02:32:31: Aber das ist natürlich verrückt, Andreas, aber das Rätsel, was du uns aufgegeben
02:32:36: hast, handelt ja oft mehr oder weniger von Sex.
02:32:39: Und wenn man die Geschichte natürlich verfolgt, weiß man irgendwie,
02:32:43: die Päpste waren da jetzt nicht gerade sonderlich zimperlich.
02:32:45: Nein, wir sind in Rom total stolz darauf, weil wir haben eine der Erfindungen,
02:32:50: die wir in Rom gemacht haben, im späten 15.
02:32:53: Jahrhundert, war die Kortisane. Das gab es nur in Rom.
02:32:56: Also das hat einen ganz einfachen Grund. Es gab sehr viele Kirchenfürsten und
02:33:00: bei diesen Festen waren die Frauen.
02:33:02: Und irgendwann fanden die das super langweilig, weil die gedacht haben,
02:33:05: also wir machen jetzt hier eine super Fete, tolle Location, Essen ist klasse,
02:33:09: Wein ist toll, aber keine einzige Frau.
02:33:11: Ich meine, wenn wir Kerle jetzt hier abends sitzen würden ohne Katja,
02:33:16: wäre das auch langweilig, oder?
02:33:18: Also deswegen... Aber ist ja auch so, wie du das schon beschrieben hast,
02:33:22: die Orsini, die Farnese, die Borgia, Das ist einfach langweilig.
02:33:28: Immer Kerle. Da hast du einfach kein Buch mehr irgendwann.
02:33:31: Aber ganz ehrlich, Andreas, wie lange wird es jetzt noch brauchen?
02:33:35: Ist Franziskus jetzt der Anstoß dafür, dass man irgendwann mal sagen kann,
02:33:39: es gibt auch weibliche Kardinäle, beziehungsweise vielleicht irgendwann doch
02:33:42: eines weiblichen Papstes?
02:33:43: Also ein Frauenpapst glaube ich schon, dass es das in absehbarer Zeit geben wird.
02:33:48: Die werden auch gemerkt haben, Frauen retten die Kirche, weil die Menschen,
02:33:53: die sich in Kirchen engagieren, sind fast immer Frauen, die tragen das ganze Konstrukt.
02:33:59: Ohne die Frauen sind sie am Arsch. Und behandeln sie gleichzeitig so miserabel.
02:34:06: Miserabel und ich glaube, dass ganz viele mittlerweile begriffen haben,
02:34:09: dass das echt keine Zukunft hat, zumal denen die Fälle echt wegschwimmen.
02:34:13: Die wissen, wie sehr das alles runtergeht.
02:34:16: Ich habe ein tolles Erlebnis mit Franziskus gehabt.
02:34:21: Da ging es darum, also er will durchsetzen und dass Frauen als Diakone in der
02:34:26: katholischen Kirche arbeiten dürfen, dann dürfen sie zum Beispiel taufen.
02:34:29: Also man könnte, Frauen dürfen dann Kinder taufen in katholischen Kirchen.
02:34:33: Und da gab es also eine Diskussion und da waren glaube ich so 50, 60 Teilnehmer.
02:34:38: Und dann ging es darum, sollen Frauen das Recht bekommen, Diakone zu werden oder nicht.
02:34:44: Und dann wurde abgestimmt und von den 60 Stimmen waren 60 Nein-Stimmen.
02:34:48: 60 Stimmen sagten Nein, keine Frage. Dann sagte Franziskus, ich habe eine Frage.
02:34:54: Was ist die Kernbotschaft der katholischen Kirche? Die Kernbotschaft der katholischen
02:34:59: Kirche ist, ich bin auferstanden. Deswegen feiern wir Ostern.
02:35:03: Aber diese Botschaft, ich bin auferstanden, hat Jesus Christus,
02:35:07: einer Frau, anvertraut, Maria von Magdala.
02:35:09: Und da hat er gesagt, sag den anderen Bescheid. Etrus, sag ihnen Bescheid.
02:35:13: Die wissen das nämlich noch gar nicht.
02:35:15: Aber wenn die wichtigste Botschaft der katholischen Kirche einer Frau anvertraut
02:35:19: wurde, Dann wollte ganz offensichtlich Gott, dass Frauen eine entscheidende
02:35:24: Rolle in dieser Kirche spielen.
02:35:26: Ob er auch Männer wollte, das weiß ich nicht.
02:35:29: Ich habe das nie verstanden. Ich war ja auf dem bischöflichen Gymnasium in Westfalen,
02:35:36: auf dem St. Michael-Gymnasium.
02:35:38: Und die gutste Frau des Planeten war eigentlich meine Direktorin,
02:35:42: eine Nonne, eine katholische Nonne, die sich eingesetzt hat,
02:35:46: eben wirklich für Leute aus schwachen Verhältnissen, aus Muslime,
02:35:51: durften mit an die Schule.
02:35:52: Die hat sich angelegt mit dem Erzbistum Münster, um solche Leute reinzukriegen,
02:35:58: weil sie gesagt hat, ich praktiziere meinen Glauben.
02:36:02: Und das hat sie mit einer Menschlichkeit getan und auch mit einer gewissen Schruddigkeit.
02:36:07: Die hatte sowas wie eine schruddige Landartige mitunter auch,
02:36:11: aber die war einfach cool.
02:36:13: Das war einfach eine super tolle Frau und da kann ich nur bestätigen, was du sagst.
02:36:18: Frauen halten diesen Laden am Laufen, absurderweise, obwohl sie so schlecht behandelt werden.
02:36:22: Genauso wie zum Beispiel ich das irre finde, was gerade in Deutschland passiert
02:36:28: mit den ganzen Priestern, die sich sagen, wir haben die Schnauze voll von dieser
02:36:32: Absage an die Lebenswirklichkeit für Geschiedene, für Homosexuelle,
02:36:37: die wir jetzt mittlerweile sehen in der Kante und der Vatikan mal.
02:36:40: Und ich bin mal gespannt, was daraus wird. Ob da wirklich ein Schiss daraus
02:36:44: wird, also eine Kirchenspaltung, eine.
02:36:48: Reformation daraus resultiert, eine eine Re-Reformation, keine Ahnung, was daraus wird.
02:36:56: Ich glaube, das ist schon da. Glaubst du? Ich glaube, dass das nicht erst kommt,
02:37:00: sondern ich glaube, also ich habe,
02:37:01: ganz viele Priesterfreunde, weil ich auch so viele Lesungen in Deutschland gemacht
02:37:05: habe und die schicken mir also Fotos mit dieser bunten Queer-Fahne vor ihrer
02:37:10: Kirche und diese Revolte gegen dieses,
02:37:15: Verbot, Menschen zu segnen.
02:37:17: Das ist, also ich kann mich genau daran erinnern, der es entstanden ist.
02:37:22: Der Papst hat auf dem Rückflug von Kasachstan mal zu uns im Flugzeug gesagt...
02:37:28: Und wir müssen uns bei homosexuellen Menschen für das entschuldigen,
02:37:33: was wir ihnen angetan haben.
02:37:35: Dann hat er zwei Befreundete, einen Studenten von ihm, der mit seinem Freund,
02:37:40: also mit seinem Mann in Washington ihn in der Nunciatur besuchen wollte,
02:37:45: gesegnet und danach hat die Glaubenskongregation jetzt vor kurzem gesagt,
02:37:48: wir werden ein Segensverbot einführen.
02:37:50: Dann hat er gesagt, ich werde dir das nicht unterschreiben, aber mach das ruhig.
02:37:53: Weil ich glaube, der wusste ganz genau, was passieren würde.
02:37:55: Das hat die heftigste Reaktion und die einzige Solidaritätsbegründung für homosexuelle
02:38:01: Menschen innerhalb der katholischen Kirche wie eine Lawine.
02:38:04: Das ist ja durch Deutschland gegangen wie eine Lawine, durch jede Diözese.
02:38:09: Und die haben gesagt, jemandem den Segen zu verweigern, da machen wir nicht mehr mit.
02:38:13: Und ich glaube, dass das auch ein ganz wichtiger, ganz wichtiger Zäsur war.
02:38:17: Das glaube ich auch, weil wenn man sich das anguckt, was das bedeutet für diese
02:38:21: Paare, das hat man in den letzten Tagen in den Medien erlebt,
02:38:24: dass diese Paare, die wirklich einfach nur innerhalb ihres Glaubens eine Partnerschaft
02:38:30: gesegnet haben wollen, das ist eine Suche nach Gott.
02:38:33: Und ich finde es schlimm, wenn ein Glaube ihr Handwerk schlägt,
02:38:37: die auf der Suche ist. Das finde ich einfach fundamental falsch.
02:38:42: Egal, um welchen Glauben es handelt. Und ich finde, das ist eigentlich ein schönes
02:38:47: Zeichen, was da aus unserem Land, jetzt nicht, weil es aus Deutschland ist,
02:38:52: aber ich freue mich darüber,
02:38:53: dass da in diese Richtung geht und vielleicht Denkanstöße gibt.
02:38:57: Weil man kann doch im Vatikan auch nicht mehr argumentieren in Zeiten,
02:39:02: wo jetzt gerade vor Kurzem.
02:39:04: Junge aus Rom 40 Kardinäle geoutet hat. Also das ist gerade Augen in den Medien.
02:39:12: Ja, ja, also wo man dann sagen muss, Jungs, ihr könnt...
02:39:16: Ja, oder wie in Deutschland vor kurzem eben der Henry Frömmchens im Grunde genommen,
02:39:22: für sein Priesterengagement, beziehungsweise er wollte ja Priester werden für
02:39:27: sein Studium, ausgeschlossen wurde, weil er ein Instagram-Foto gemacht hat mit dem,
02:39:32: Prinz Charming, den er auf auf einem Marktplatz getroffen hat und einfach ein
02:39:36: Foto gemacht hat und dann, zack, wurde er ausgeschlossen.
02:39:41: Also es ist schon verrückt, was da eigentlich abgeht.
02:39:45: Und wenn man wirklich bedenkt, und dein Spruch auch, wo du sagst,
02:39:49: du hast den Glauben zu Gott gefunden, selig sind die Barmherzigen im Grunde genommen.
02:39:53: Und wenn man jetzt Papst Franziskus sieht, der im Grunde genommen eigentlich
02:39:56: das macht, was man eigentlich im Grunde genommen erwartet von dem,
02:39:59: was ja eigentlich auch gepredigt wird seit Jahrtausenden.
02:40:04: Dann frage ich mich immer, warum so viele Alteingesessene sich dagegen so sträuben,
02:40:10: weil das doch eigentlich das ist, was die Kirche doch einfach predigt, oder nicht?
02:40:16: Ja, aber dieser Widerstand ist riesengroß. Also das hat ganz viel damit zu tun,
02:40:25: dass dieser Papst sich so positioniert hat.
02:40:27: Also ganz viele haben ja gesagt, dass die erste Entscheidung,
02:40:33: die der Papst trifft, ist ganz wichtig, weil die zeigt ganz viel über das, wo er hin will.
02:40:39: Johannes Paul II., als er Papst wurde, ist in ein Marienheiligtum gefahren.
02:40:44: Benedikt XVI. ist als erste Handlung zu einem eucharistischen Kongress gefahren.
02:40:49: Franziskus ist als erste Auslandshandlung nach Lampedusa gefahren und hat gesagt,
02:40:55: das Mittelmeer ist ein Massengrab.
02:40:58: Ihr seid schuld an dem, was da passiert.
02:41:01: Und es gab einen riesen Protest gegen ihn, weil die gesagt haben,
02:41:05: die Katholiken, die konservativen Katholiken gesagt haben, die Menschen,
02:41:09: die das betrifft, sind Muslime.
02:41:10: Das sind 9 zu 90 Prozent Flüchtlinge aus Syrien, aus dem Irak.
02:41:15: Das sind noch nicht mal Katholiken.
02:41:17: Wie kann dieser Papst sich die ganze Zeit für Leute einsetzen,
02:41:20: die in der Nation der Christen gehören? Das nennen die Barmherzigkeit.
02:41:24: Ich weiß nicht, ob das auch in der ganzen Diskussion ist. Es gibt so viele Ressentiments
02:41:28: gegen alle möglichen Leute.
02:41:29: Da sagen Leute, es steht aber in der Bibel. Dann suchen die sich so Punkte aus
02:41:34: und machen daraus eine Wahrheit.
02:41:36: Ob das jetzt der Homosexuellenhass ist oder sowas.
02:41:40: Wenn die den Leviticus, da wo das steht in der Genesis, mal lesen und begreifen
02:41:48: würden, dass da wirklich mehrere Sachen steht, an die sich keine Sau mehr hält.
02:41:53: Wie zum Beispiel, du sollst nicht reden mit einer Frau, die ihre Menstruation
02:41:57: hat, sie gilt als unrein, du darfst nur Kleidung aus der einen oder anderen Faser tragen.
02:42:02: Und wenn ich dann sehe, die wirklich die wichtigste Tugend eines Christen ist,
02:42:07: nach meiner Auffassung und nach meiner Erziehung, ist es Nächstenliebe.
02:42:12: Und das wird vernachlässigt auf dem Opfer des Hasses und das kann ich auch überhaupt nicht verstehen.
02:42:19: Insofern finde ich das ziemlich beachtlich, was dieser Papst alles leistet.
02:42:22: Aber ich würde gerne nochmal, Andreas, ein bisschen, weil wir uns langsam dem
02:42:27: Ende zuneigen, ein bisschen mehr auf dich zu kommen, um das mit dir abzuschließen persönlich.
02:42:33: Ich würde dir gerne noch mal eine Frage stellen, die in eine persönliche Richtung
02:42:37: zielt. Als ich das letzte Mal in Rom war, da konnte ich nicht aufhören Eis zu essen.
02:42:41: Ich habe, glaube ich, so viel Eis gegessen wie in meinem ganzen Leben nicht.
02:42:47: Also, hast du eine Lieblingssorte, wenn du da durch rumgehst?
02:42:51: Ja. Dann schieß los, hau raus.
02:42:53: Ich hatte also viele Jahre lang, war meine absolute Super-Eis-Style Joliti hinter dem Pantheon.
02:43:01: Und meine Lieblings-Eis-Sorte war Champagner. Ja.
02:43:04: Das schmeckte, war mein absoluter Lieblings-Style. Ich habe jetzt eine neue Lieblings-Eis-Style.
02:43:11: Es gibt eine in der Via, das ist ganz in der Nähe der Engelsburg.
02:43:16: Via dei Coronari heißt die Straße.
02:43:18: Wenn man über die Brücke der Engelsburg geht und nach links geht, ist es gleich da.
02:43:22: Und die haben, was ich ganz toll finde, die zeigen also die Zutaten,
02:43:27: aus denen sie Eis machen.
02:43:29: Also echte Nüsse, echte Schokolade.
02:43:31: Das ist da auch im Schaufenster. Man kann auch zusehen, wie sie das Eis machen.
02:43:34: Und das ist, die heißt Gelateria al Teatro. Das ist in der Nähe von einem Theater.
02:43:39: Und dort gibt es, wie gesagt, diese ganzen natürlichen Zutaten.
02:43:44: Und dort kann man die Nüsse sehen, die Walnüsse. Man kann sehen,
02:43:46: die Milch, die sie benutzen, die Zitronen. Es gibt also ganz viel Eis,
02:43:49: das gar nicht mit Milch gemacht ist.
02:43:51: Und da ist meine neue Lieblings-Eissorte wirklich Nuss. Und das ist eine super
02:43:55: Eisdiele. Die ist großartig. Mega.
02:43:59: Andreas, du bist ja im Grunde genommen auch Fremdenführer.
02:44:03: Du machst ja wirklich, du bietest ja an, jetzt mit deinem Sohn zusammen.
02:44:07: Man kann zu dir kommen und sich Rom zeigen lassen.
02:44:11: Und ich weiß es ja noch ein bisschen von meinem Vater, der mir kurz erzählt
02:44:14: hatte, so als er mal mit meiner Mutter da war, dass sie da rumgereist ist.
02:44:19: Und ich weiß immer noch das Leuchten in den Augen bei meinen Eltern,
02:44:22: dass du sie da rumgeführt hast und so viel erzählt hast.
02:44:24: Das muss also wirklich ein Erlebnis sein. Wenn du jetzt mit deiner Frau durch Rom gehst.
02:44:31: Was unternehmt ihr, wo du sagst, das ist halt immer etwas ganz Besonderes?
02:44:38: Also das ist jetzt ein bisschen nostalgisch, was ich sage. Wir haben relativ
02:44:41: lange am Kolosseum gewohnt.
02:44:44: Und wenn wir mal einen Abend Zeit haben, weil wir einfach Zeit haben,
02:44:49: dann fahren wir in die coolste Pizzeria der Welt.
02:44:54: Die heißt Luzzi bei meinem Freund Luciano.
02:44:59: Den kennen wir seit 30 Jahren. Das ist eine Pizzeria, die guckt genau aufs Kolosseum.
02:45:06: Und das ist die römischste aller Pizzerien. Es ist wahnsinnig laut.
02:45:10: Es ist fast unmöglich, einen Platz zu kriegen, weil jede Menge Leute auf der Straße stehen.
02:45:16: Und Luciano hat zwei ganz tolle Eigenschaften. Die eine ist,
02:45:20: er stellt Leute ein, die aus dem Gefängnis kommen.
02:45:24: Also Leute, die Schwierigkeiten haben, wieder Fuß zu fassen.
02:45:27: Manchmal denkt man sich, warum ist der Kellner, der mich so bedient,
02:45:30: so wahnsinnig tätowiert? Dann stellt sich raus, der hat eine etwas schwierige Vergangenheit.
02:45:35: Und das Zweite ist, ich habe vor sehr langer Zeit, ich weiß nicht,
02:45:41: ob ihr den Namen Rudi Völler noch kennt.
02:45:44: Ja klar, Tatscha Kätsche. Na klar.
02:45:48: Du sitzt auch da und trinkst ein Weißbier, weißt du? Genau, der hat mal bei uns rumgespielt.
02:45:55: Vor langer Zeit. Und ich kannte Rudi Völler ganz gut. Und ich habe mal diese
02:45:58: Leute aus dieser Pizzeria mit Rudi Völler zusammen gemacht.
02:46:01: Und ich habe seitdem nie wieder da bezahlt.
02:46:06: Oh Mann. Aber wenn ihr irgendwann mal in Rom, ich sage jetzt aber gar zwei Geheimtipps,
02:46:13: wenn ihr immer auch diesen Podcast hört, wenn ihr mal nach Rom kommt,
02:46:16: es gibt zwei Sachen, die sind ganz toll. Aber bitte versaut sie nicht.
02:46:19: Die Pizzeria Luzzi in der Nähe vom Kolosseum, via San Giovanni in Laterano, Ecke Via dei Normanni.
02:46:26: Könnt ihr jetzt bei Google Maps eingeben, dann findet ihr das.
02:46:28: Und wenn ihr die Via dei Normanni hochgeht auf einen Hügel, seht ihr eine kleine
02:46:33: Bar. Die gehört einer Frau, die heißt Annunziata.
02:46:36: Diese Bar ist das schönste Blick der Welt, weil man schaut von dieser Bar oben
02:46:43: auf dem Hügel genau aufs Kolosseum runter.
02:46:46: Man kann da abends ein Aperitivo schlürfen bei dieser wahnsinnig netten alten Dame.
02:46:51: Da habe ich übrigens meine Verlobung gefeiert und deswegen Deswegen bin ich
02:46:55: dieser alten Dame und der Bart so tiefst verbunden.
02:46:57: Und ich kann immer nur sagen, wenn ihr zwei Sachen in Rom machen müsst,
02:47:01: Pizza essen bei Luzi, grüßt Luciano von mir, sagt Andreas in Tedesco,
02:47:06: dann weiß er, wer das ist.
02:47:08: Und danach geht ihr ein Eis essen oder vorher geht ihr ein Aperitivo trinken oben bei Annunziata.
02:47:12: Ich glaube, die ist mittlerweile 76 geworden, hat aber arbeitet,
02:47:16: hat ihre kleine Bar immer noch.
02:47:18: Und die ist eine römische Institution. Das ist eine sehr nette alte Dame,
02:47:22: die die schönste Bar der Welt hat. Sowas ist doch klasse, sowas ist doch wirklich klasse.
02:47:27: Mama mia, was haben wir einen schönen Abend mit dir verbracht.
02:47:32: Ich habe noch eine abschließende Frage, bevor es ernst wird.
02:47:36: Und zwar, ich weiß nicht, Andreas, Rom ist ja sicherlich auch eine Stadt,
02:47:41: die recht anstrengend sein kann. Du hast auch ein sehr turbulentes Leben geführt.
02:47:46: Wo möchtest du mal deinen Ruhestand verbringen?
02:47:49: In Ruhr. Bist du sicher? Ganz sicher.
02:47:53: Ganz sicher. Also bis ins hohe Alter, also die Stadt geht dir nicht irgendwann
02:47:57: mal auf den Sack, du wirst irgendwann mal nicht mal sagen, mein Gott,
02:47:59: dieser Lärm, diese Leute, ich kriege die Gnäse.
02:48:01: Nein, ich habe, meine Wohnung hat mittlerweile, ist die altersgerecht,
02:48:05: also wenn ich runterfahre, gehe ich sozusagen direkt in den Supermarkt,
02:48:09: also das schaffe ich auch mit Rulatoren noch,
02:48:11: aber von meiner Terrasse kann ich die Innenstadt sehen und ich kann also das
02:48:15: Kolosseum sehen und ich kann das Kapitol sehen.
02:48:17: Meine Terrasse ist wunderschön, wenn jemand nach Rom kommt, kommt,
02:48:19: lade ich euch ein, da können wir alle mal guten Fagrantino trinken.
02:48:23: Andreas, das machen wir. Ich meine, das Beste, was man haben kann,
02:48:27: ist so ein schönes Ambiente wie bei dir.
02:48:31: Wir haben ja so ein bisschen über die Videoschalt was mitbekommen.
02:48:34: Ich bin echt so sprachlos. Ich beneide dich so.
02:48:38: Und somit gehen wir wirklich aus, versuche ich meinen Neid so ein bisschen abzuschütteln
02:48:44: und wir gehen über in unsere letzte Rubrik den Zungenbrecher.
02:48:48: Ok also du weißt was ein zungenbrecher ist du hast du hast du hast bei dir oft
02:48:54: auf der seite ist steht bei dir rechts
02:48:56: oben plaudern oder auf italienisch wahrscheinlich irgendwas mit die chat.
02:49:06: Oder englisch ja auch verstehen da kommt
02:49:11: jetzt für dich ein kleiner deiner Zungenbrecher hinein. Siehst du es?
02:49:15: Und du darfst loslegen. Siehst du es?
02:49:18: Das soll ich jetzt vorlesen? Ja, ganz genau.
02:49:22: Gas, Moto Guzzi, das war Palermo. Gas, Moto Guzzi, auf nach Salerno.
02:49:27: 140, das war Cosenza. 150, das war Potenza.
02:49:31: Gas, Moto Guzzi, Tivoli, Roma, Ostia, Verputzen.
02:49:36: 160, das war Pescara. 170, was schon Karama. Gas, Motoguzzi,
02:49:42: Vollgas auf Nizza und auf der Piazza Chianti und Pizza. Okay.
02:49:47: Bravo. Bravo.
02:49:50: Immaculata. Und jetzt zeige ich dir mal, was das bedeutet, wenn man Dietmar
02:49:56: solchen Dingen aussetzt. Dietmar. Okay.
02:50:00: Ich habe es ja einfach gemacht. Ja, klar.
02:50:06: Sopra la pancia, la capra campa, Sota la banca la capra crepa.
02:50:11: Genau, weißt du, was das heißt?
02:50:14: Auf der Bank lebt die Ziege, unter der Bank krepiert die Ziege.
02:50:22: Dankeschön. Ja, sehr schön. Dankeschön. Habe ich es fehlerfrei gelesen?
02:50:26: Du hast es eigentlich ganz gut gelesen, finde ich, oder? Andreas,
02:50:29: wie war es? Es war großartig.
02:50:30: Allein phonetisch? Nein, es war phonetisch. Super.
02:50:33: Das wollte ich hören. So, Tom, dann mal an dich. Ich habe Angst.
02:50:38: Das schaffst du. Warte mal.
02:50:43: Verdammte Axt. An seinem Rücken zuckelt sein Rucksack auf und ab.
02:50:48: Um seine Knöchel hechelt sein Dackel mit im Trab.
02:50:55: So wackeln sie zum Picknick zum Müggelsee hinaus.
02:50:59: Da wickelt er den Bückel auf Pumpernickel aus. Sein Dackeljagdkarnickel.
02:51:03: Er rekelt sich im Gras und hakelt die Mixpickles aus seinem Gurkenglas.
02:51:08: Ach mein Gott, er ist so ein Poet. Er ist so am Po.
02:51:13: Das sehe ich ja. Geh her, du musst aber lesen. Ich bin stolz auf dich.
02:51:19: So, und jetzt habe ich noch einen für Katja.
02:51:25: Da steht zwar Zungenbrecher für Gregor, aber den wiederhole ich gern,
02:51:30: weil der passt halt so schön.
02:51:32: Na, da hast du dir ja was Schönes einfallen lassen. Ich als absolutes Nordlicht.
02:51:36: Ja, wir fügen heute alles zusammen. den Süden mit den Norden.
02:51:41: Wir sind doch total stressbefreit, was jetzt so solche Sachen anbetrifft.
02:51:46: Also, hör mal. Ich fang mal an, mal sehen.
02:51:50: Dr. Papsch, jetzt spätzle steck,
02:51:55: spätzle, du kenn i fei, mai spätzle steck, gschwind i mai, skoschtesch pakt,
02:52:02: Zungenbrecher für die Amt. Das brauchst du nicht mehr lesen.
02:52:05: Also, dr. Papsch, jetzt spätzle steck, doch Papst.
02:52:16: Lustig ist es sowieso. Katja, vielen lieben Dank. Ich fand es super.
02:52:22: Und jetzt kommen wir auch schon zur Abstimmung.
02:52:26: Genau. Ich weiß, es ist immer das Gleiche. Natürlich kann man gewisse Sachen
02:52:31: nicht vergleichen, aber wenn ihr jetzt sagen würdet, den Wein würde ich am liebsten
02:52:35: den ganzen Abend weiter trinken, dann haut mal raus.
02:52:39: Fangen wir mal an. Ladies first, Katja Petzold.
02:52:42: Welchen Wein würdest du weiter trinken heute Abend? Von den drei wirklich köstlichen
02:52:47: Sagrantinos, die sehr dicht beieinander liegen, nicht nur von der Region.
02:52:52: Allerdings, die sind wirklich sehr nah beisammen. Ich fand die alle sehr lecker,
02:52:56: muss ich wirklich sagen.
02:52:57: Und das fällt mir sehr, sehr schwer, weil die alle sehr ähnlich sind.
02:53:03: Tja, also am liebsten würde ich natürlich jetzt den zweiten wein von andreas
02:53:07: mit andreas in italien trinken das muss ich ja ganz ehrlich sagen.
02:53:15: Okay nummer zwei ja tom ich würde gerne den letzten platz machen okay andreas
02:53:21: was mit wem würdest du gerne also da ich nummer zwei nicht sagen kann weil das
02:53:26: mein wein da würde ich sagen nummer drei,
02:53:29: Nummer 3. Okay, Nummer 3. Das warst du, Dietmar.
02:53:34: Relativ einfach. Ich habe nämlich währenddessen alle drei nochmal nacheinander
02:53:37: probiert und tatsächlich muss ich sagen, dass Nummer 2 mir am meisten gefällt.
02:53:43: Auch nur mit einer Nuance mehr, weil er noch ein wenig runder ist im Geschmack.
02:53:50: Nummer 2 wäre dann deiner, Tom, und der dritte wäre meiner in meinem Ranking.
02:53:56: Okay, und jetzt komme ich dran. Ich bin tatsächlich auch bei Andreas waren, obwohl,
02:54:04: Dietmar, ich muss schon sagen, du hast dir wirklich eine Mühe gegeben und es
02:54:08: war ein fantastischer Sagrantino und die Nuancen sind doch echt so egal.
02:54:13: Ich würde sagen, wir heben nochmal alle mal unser Glas und trinken auf diese
02:54:16: wunderbare Traube, dieses wunderbare Thema. Danke, Andreas, dass du uns dieses
02:54:21: Thema präsentiert hast, weil es gibt eigentlich keinen Verlierer heute Abend.
02:54:25: Ja, genau. Jungs, ich muss mir immer ein Glas suchen, das ist schon so gut.
02:54:34: Wenn ihr irgendwann mal in Rom seid, sagt Bescheid. Setzt uns auf meine Terrasse
02:54:40: und trinken Sagrantino, okay?
02:54:42: Das machen wir auf jeden Fall. Und wir springen in deinen Pool.
02:54:47: Mit Soutane und wir bringen den Sagrantino mit. Alles klar, macht's gut,
02:54:52: Jungs. Und Mädels. Danke, Katja.
02:54:56: War sehr schön. Fand ich auch. Es war total schön.
02:55:01: Eine abschließende Bitte haben wir noch an dich, Andreas. Ja.
02:55:04: Wenn du diese drei unterschiedlichen Sagrantinos mit berühmten Sehenswürdigkeiten
02:55:10: der ewigen Stadt vergleichen müsstest, wie würdest du das machen?
02:55:15: Also den ersten, den zweiten, den dritten. Ordne die mal einer berühmten Sehenswürdigkeit der Stadt um.
02:55:21: Okay, also ich sage jetzt mal Sehenswürdigkeiten, die kein Schwein kennt.
02:55:26: Den ersten würde ich... Aber die neugierig machen!
02:55:30: Ja, genau. Den ersten würde ich vergleichen mit einem meiner Lieblingsorte in Rom.
02:55:35: Das ist der Innenhof des Klosters, der Santissimi Quattro Coronati.
02:55:41: Der ist deswegen so toll, weil die Ordensfrauen im dritten Jahrhundert die Sitzbänke
02:55:46: aus dem Colosseum rausgerissen und in ihrem Kloster verbaut haben.
02:55:50: Und die Römer, wenn sie sich gelangweilt haben, haben in diesen Sitzbänken Spiele gespielt.
02:55:55: Und die Ordensfrauen haben die Regeln dieser Spiele über 1700 Jahre weitererzählt
02:56:01: und es gibt jetzt eine Studie einer Universität aus Washington, die dieses,
02:56:06: Kloster untersucht hat und die rausgekriegt hat, dass diese Spielsteine,
02:56:10: die da eingemauert worden sind, dass die Spielregeln verloren sind,
02:56:13: vergessen nur, dass diese Ordensfrauen spielen das noch immer.
02:56:16: Das ist Wein 1, Wein 2, mein eigener, würde ich sagen, Gönnt euch einmal einen
02:56:25: romantischen Abend mit viel Knutschen auf dem Gianicolo.
02:56:30: Das müsst ihr unbedingt machen.
02:56:32: Auf dem was? Auf dem Gianicolo. Das ist der Hügel über der Stadt rum.
02:56:36: Da schaut man runter auf die ganze Stadt. Das ist ein Blick,
02:56:38: den wird man nie wieder vergessen.
02:56:40: Aber allein ist ganz doof. Da muss man jemanden zum Knutschen haben. Ganz wichtig.
02:56:46: Und Punkt Wein Nummer drei würde ich sagen, also ich, was ich immer unheimlich
02:56:52: genossen habe, ist den Puls der Stadt, merkt man in einer Weinbar am Campo dei Fiori.
02:56:58: Und wenn es abends spät ist und man abends noch ein Wein trinken will,
02:57:01: dann würde ich zum Campo dei Fiori gehen und da abends nochmal einfach auf diese
02:57:05: schöne Stadt trinken. Oh, Mama mia, war das schön.
02:57:09: Das war ein Kurzurlaub in Rom.
02:57:13: Ich muss schon sagen, ich bin total dankbar für diesen schönen Abend mit dir.
02:57:19: Ich bin auch dankbar für dich, Katja, die du uns begleitet hast, so als Weinprinzessin.
02:57:27: Nicht nur das, du bist jetzt anmarsiert zur Weinkönigin. Das wollen wir noch mal festhalten.
02:57:33: Ich hoffe, du nimmst die Wahl an. Der weiße Rauch steigt auf.
02:57:38: Warda, Warda, Habemus, Britschi, Belsa. Ja, mit euch.
02:57:44: Ja, darauf dann, ne? Ja.
02:57:49: Was wir natürlich überhaupt nicht vermissen wollen, wir trinken jetzt jetzt
02:57:53: mal alle Mann auf ASK und dieses Team, das wir so sehr vermissen.
02:57:59: Also, liebe Kollegen von ASK in Berlin, wir vermissen euch wirklich und wir
02:58:04: trinken diesen köstlichen Tropfen jetzt mal in Gedanken auf euch.
02:58:08: Wenn Sie, liebe Zuschauer oder Zuhörer, vielmehr Zuschauer,
02:58:12: zu gucken tun wir, aber liebe Zuhörer, wenn Sie beim Prinzessin werden wollen,
02:58:20: Fragen haben, schreiben Sie uns ein Info-Ad www.ask-berlin.de, oder, Dietmar?
02:58:27: Oder folgt uns auf Instagram, abonniert uns und schreibt uns. Wir freuen uns.
02:58:32: Und jetzt das letzte Wort hat wie immer unser Gast Andreas in Grese.
02:58:39: Mein letztes Wort ist ganz einfach.
02:58:41: Wir leben in Rom von Deutschen, die herkommen, weil sie diese Stadt mögen oder
02:58:47: weil sie sie kennenlernen wollen. Ohne euch geht es nicht.
02:58:51: Wir sind schon ziemlich, gehen wir schon ziemlich auf dem Zahnfleisch. Wir brauchen euch.
02:58:58: Also bitte kommt zurück nach Rom, guckt euch diese Stadt an,
02:59:02: trinkt hier Wein, setzt euch auf die Plätze und helft uns, weil ohne euch geht es hier nicht weiter.
02:59:08: Uns hast du sicher. Absolut.
02:59:11: Music.