IN VINO WER WIE WAS - DER WEINPODCAST

IN VINO WER WIE WAS - DER WEINPODCAST

Transkript

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Dietmar:

[0:00] Port? Warum? Was soll das?

Thomas:

[0:02] Port ist einfach so langlebig. Wenn man in Geschichtsbüchern stöbert, stolpert man eigentlich schon über dieses Thema, weil das alles irgendwie zusammenhängt. Ich finde es so wunderbar, Geschichte in die Gegenwart zu tragen, ins Glas und das dann am Gaumen genießen zu können. Wie geil ist das denn?

Dietmar:

[0:17] Wir machen ja auch zum dritten Mal schon einen Port-Cast heute. Oh, das ist wirklich gut.

Thomas:

[0:23] Ich fand das sehr gut.

Antonia:

[0:26] Ich merke schon, Bärbel steht auf Flachwitz. Ich beobachte das immer wieder in Restaurants. Da sitzt ein Pärchen, es geht um die Weinauswahl, der Mann bestellt. Und die Frau schiebt so die Karte rüber und sagt,

Thomas:

[0:39] Schatz, mach mal bitte.

Antonia:

[0:41] Wo ich immer denke, nee, Schatz soll ich es mal gar nicht machen, mach du doch mal.

Thomas:

[0:44] Man steht davor und liest so, spielt Burgunder. Trocken. Was bedeutet das? Gerade dann, genau dann, wenn ich mich nicht auskenne und keine Ahnung habe. Es ist doch viel besser, ich gehe in den Fachhandel rein und sage, Mensch, ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht, was ich mag, aber ich würde gerne wissen, was ich mag. Ich möchte gerne was verkosten. Punkt.

Sebastian:

[1:03] Frau Regen, ich brauche keinen Grauburgunder. Können Sie auch ein Pinot Gritsche holen?

Thomas:

[1:07] Ein Pinot Gritsche.

Sebastian:

[1:10] So, heute sind wir gastronomisch gesehen ausgebucht. Denn Sitzplätze sind bei uns schwierig. Die Weinprinzessin mittlerweile ausgebürgert in die hinterste Ecke.

Dietmar:

[1:20] Am Katzentisch.

Sebastian:

[1:20] Am Katzentisch. Denn wir haben heute zwei Sterne-Gäste an Bord. Richtig gehört. Nicht einen Gast, sondern der zwei. Zwei. Oder besser gesagt, weiblich der Ra. Zwei? Sagt man das? Ich weiß es nicht. Egal. Auf jeden Fall meine ich unsere heutigen Gäste und nicht meine zwei Pappenheimer, die wir immer natürlich. Wie soll ich es auch anders sein? Hier mit an meiner Seite sitzen Sebastian Sebi Weinprinzessin und mein alter Gassenhauer Thomas Mühlnickel. Hallo.

Dietmar:

[1:45] Ach, Dietmar, ich freue mich total heute. Das wird super geil. Mega. Geiles Thema, Portwein. Ich habe schon wieder Bock auf Port. Die beiden sind total nett und sympathisch und das wird eine fröhliche, lustige Runde jetzt.

Sebastian:

[1:58] Ja, ich habe mich schon den ganzen Tag drauf gefreut. Und wir haben auch schon vorne in das Foyer richtig losgelegt. Eigentlich hätten wir schon den Turm mitlaufen lassen können. Es wird sogar gut trotz dir.

Dietmar:

[2:07] Ich weiß.

Sebastian:

[2:09] Ich weiß. Und deswegen sage ich einfach, lassen wir Sie auch rein.

Bärbel:

[2:13] Ja.

Sebastian:

[2:13] Okay, gut. Das wird jetzt eine etwas längere Ankündigung.

Dietmar:

[2:16] Ich kenne das ja schon. Ich kenne zwischendurch auf Toilette.

Sebastian:

[2:17] Aber jetzt haben wir ja zwei Gäste. Und dementsprechend muss man sich jetzt ein bisschen gedulden. Also, Gast Nummer eins. Während ihres Studiums entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Gastronomie, entschied sich gegen ihr Studienfach Pädagogik und absolvierte eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau. Im Gasthof Brendel arbeitete sie sechs Jahre, bevor sie es nach München ins Restaurant Ehlere verschlug. Nach einem kurzen Aufenthalt auf Sylt führte es sie dann auf die Sommelier-Schule nach Koblenz, landete im Kronenschlösschen im Rheingau und auf dem Weingut Künstler. Seit 2009 ist sie zurück auf einer der beliebtesten deutschen Inseln, Sylt. Seit 2018 führt sie als Doppelspitze gemeinsam mit Jan Philipp Berner das Restaurant des Söllringhof. Im Jahr 2015 wurde ihr der Titel Sommeliere des Jahres verliehen, 2017 und 2018 sicherte sie sich jeweils den ersten Platz in den Kategorien Mrs. Feelgood und, jetzt auf Deutsch, Meisterin der Weine. Der Best of the Best Awards. 2019 zeichnete sie der Feinschmecker als Sommeliere des Jahres aus. Zudem bekam sie auf der EAT Berlin den Foodmover Award überreicht, sowie 2022 die Auszeichnung Sommeliere des Jahres vom Schlemmeratlas verliehen. Aber sie ist auch.

Sebastian:

[3:33] Ehemalige Chef de Rang. Filterkaffee-Trinkerin. Ein Morgen ohne geht nicht. Sie liebt Sachertorte, mag Rieslinge auf Blauschiefer gewachsen. Aufgewachsen in Duisburg, ging sie in die Waldorfschule, sie war Punkerin. Nachhall klingt für sie schöner als Abgang. Eigentlich wollte sie in die Drogenberatung und ist letztlich auch da durchaus dran gelandet. Einige Aufkleber zieren ihren Laptop. Mit buntem Pferdekopf, Terrassenmosel oder Alpakas gegen Nazis zeigt sie ihre klare Haltung. Bärbel überzeugt oftmals mit farbenfroher Kleidung und ihrem Können. Sie sieht sich als Dolmetscherin des Weins und trinkt gerne Wein in Verbindung mit Menschen. Der perfekte Platz, um Wein zu trinken, ist das Bänkchen auf der Düne. Sie liebt die Zweisamkeit mit ihrem Ehemann, einem Tanz in der Küche und das gemeinsame Kochen. Schmetterlingstattoos zieren ihre linke Schulter. Portwein hat sie dazu veranlasst, auf Maidaira zu heiraten. Abwechselnd trägt sie zwei Lieblingsuhren oder Benzel. Ihr Schlüsselmoment für Wein war natürlich ein Riesling. Jean-Baptiste Riesling, Kabinett, Gunderloch, 1998. 98. Eine innige Beziehung führt sie mit einer eng Vertrauten. Sie ist tief und aufrichtig. Morgens kredenzt sie ihr frische Karotten und Bananen. Kassandra ihr Pferd. Nun ist sie mittlerweile eine Institution im Hotel Söllringhof, denn ein Ring wäre nichts ohne Söll oder auch umgekehrt. Herzlich willkommen, Bärbel Ring.

Sebastian:

[4:48] Und unser zweiter Gast. Freie Autorin, Food- und Reisejournalistin und Gastronomie-Kritikerin, ehemalige Herausgeberin eines Food-Magazins und kulinarische Expertin mit hoher Empathie, Inhaberin und Gründerin der Textagentur Langenegger und Wien, Verlegerin Hamburg Genießen von 7 bis 7, freie Food-Journalistin für der Feinschmecker Foodie Gourmet-Traveller, Kolumnistin, Kochbuchautorin, Geschäftsführerin und Gesellschafterin von The Chef Stories GmbH. Aber sie ist auch...

Sebastian:

[5:19] Auf dem Land groß geworden. Eine Reisende, Genussmensch durch und durch. Restaurantkritikerin, aufgewachsen in einer Künstlerfamilie, Mutter, ehemalige Balletttänzerin, Journalistin und Restaurantkritikerin, ihr Vater, Kunstmaler. Sie selbst schrieb bereits zu Schul- und Studienzeiten über gutes Essen. Neugierde und Wissensdurst leiten sie. Sie beschreibt sich als feinfühlig, positiv-philosophisch, hedonistisch, intuitiv. Sie wollte Tierärztin werden und klassische Pianistin. Zwischen dem fünften und sechzehnten Lebensjahr intensiv hat sie es betrieben. Musik bleibt essentiell wichtig für sie. Sie hat ein Magister in Musikwissenschaft. Doch das Kulinarische setzte sich durch, stark geprägt durch ihres Vaters Hingabe zu Restaurants und gutem Essen. Sie liebt Dosen Erbsensuppe und Toastbrot mit Erdnussbutter. Mit drei bis vier Jahren schon begleitete sie ihre Mutter zu einem Testessen. Das erste White Dinner in der Scheune des Vaters beeindruckte sie. Der erste Nebenjob war das Schmücken des Weihnachtsbaums beim Nachbarn. Sie gehörte zu denen, die eher Nachhilfe gegeben haben, als welche zu nehmen. Im Modeladen als Verkäuferin hielt sie es nicht lange aus. Eine Radler und Reiterin. Geht gern auch mal ohne Plan. Einfach los. Eine Berufsesserin. Ein Nachtmensch. Sie mag verschlossen sich selbst gegenüber sein, aber hat die Gabe, Menschen zu öffnen. Ob diese Gabe bei Thomas heute hilft, werden wir sehen. Herzlich willkommen, Antonia Wien. Hey.

Antonia:

[6:45] Wahnsinn.

Thomas:

[6:46] Total gestalkt.

Dietmar:

[6:48] Es ist so schlimm mit Dietmar, weil ich weiß nicht, wie er das macht.

Antonia:

[6:51] In den Weiten des Netzes alles durchforscht. Das ist echt spannend.

Dietmar:

[6:55] Aber er findet auch wirklich alles.

Antonia:

[6:56] Ja, krass.

Sebastian:

[6:57] Ja, alles nicht. Sonst könnten wir jetzt ja aufhören.

Dietmar:

[7:00] Naja gut, es waren jetzt schon fünf Minuten, die die beiden schweigen mussten, weil du hier einen Vortrag gehalten hast.

Thomas:

[7:04] Aber es war schön. Ja.

Antonia:

[7:05] Das mit der Dosensoppe, das müssen wir nochmal klären, wo du das ausgegraben hast.

Thomas:

[7:09] Das wusste ich gar nicht, Antonia.

Sebastian:

[7:11] Immer noch so?

Antonia:

[7:13] Nee, ehrlich gesagt nicht. Aber ich habe tatsächlich neulich eine Freundin, deswegen es klingt so, als hättest du mal eine Freundin gefragt, die hat mir serbische Bohnensuppe serviert als Kindheitserinnerung. Und das war so schlimm. Das hat so grauenhaft geschmeckt.

Dietmar:

[7:27] Hier lernen gestern noch was über sich selbst, wenn die mal vorträgt. Absolut. Deshalb bin ich ja auch nie zu Gast. Ich will nicht, dass da bei mich was machen ist.

Sebastian:

[7:37] Das weiß ich auch schon alles.

Dietmar:

[7:39] Alles? Ja. Verdammt.

Sebastian:

[7:42] Ich rede irgendwann mal mit deiner Frau drüber.

Dietmar:

[7:45] Ich habe eben schon hier rumgehustet, während du vorgelesen hast. Ich würde heute gerne mal was ganz anders machen als sonst. Ich würde gerne was trinken.

Sebastian:

[7:52] Oh ja.

Dietmar:

[7:53] Wir sitzen ja zu viert. Ich habe offensichtlich eine trockene Kehle. Insofern lasst uns einfach direkt schon ins Thema starten. Port Warum? Was soll das? Wieso?

Thomas:

[8:05] Ein wunderbares Thema einfach. Die Weinwelt ist so riesig und es verändert sich permanent und Port ist einfach so langlebig. Es hat was mit Geschichte zu tun, es hat was mit unserer Historie zu tun. Wenn man in Geschichtsbüchern stöbert, stolpert man eigentlich schon über dieses Thema, weil das alles irgendwie zusammenhängt. Und ich finde es so wunderbar, Geschichte in die Gegenwart zu tragen, ins Glas und das dann am Gaumen genießen zu können. Wie geil ist das denn?

Dietmar:

[8:34] Das stimmt natürlich.

Sebastian:

[8:36] Und kommen immer noch die Erinnerungen auf Madeira?

Antonia:

[8:38] Ja.

Thomas:

[8:41] Madeira, eine wunderbare Insel. Ja, total verliebt. Das Erste war ich mit Johannes da, Johannes King. Wir waren so eine kleine Gruppe. Und mein Mann und ich, wir haben uns selber mit dabei. Wir haben uns direkt in die Insel verliebt. Also das war traumhaft.

Dietmar:

[8:54] Ja, die hat nur die geilen Insel, ne?

Thomas:

[8:55] Ja, wir reisen nur von Insel zu Insel.

Dietmar:

[8:59] Mit Festland könnte ich nichts anfangen.

Sebastian:

[9:01] Ein Spöttler würde sagen, eine Insel-Sommeliäre.

Bärbel:

[9:04] Ja, kann sagen.

Dietmar:

[9:07] Inselbegabung, genau.

Antonia:

[9:08] Ich war ja noch nie auf Moderna, ich musste dir das heute gestehen.

Thomas:

[9:11] Ja, ich habe es schon gemacht.

Antonia:

[9:12] Ich habe ein bisschen Schelte gekriegt.

Dietmar:

[9:14] Ich auch nicht.

Sebastian:

[9:15] Recht, was? Nein, ich tatsächlich nicht. Okay, gut. Ich war jetzt drei zum vierten Mal auf Teneriffa.

Thomas:

[9:21] Ah, schön, auch wunderbare Insel.

Sebastian:

[9:23] Ja, gibt auch tolle Beine.

Dietmar:

[9:24] Ich war auch schon mal auf Mallorca, was soll denn das jetzt?

Sebastian:

[9:29] Du bist nicht auf Mallorca, du bist immer auf Mallorca.

Antonia:

[9:32] Malorca.

Dietmar:

[9:33] Malorca, da am Ballermann. Ja, genau.

Antonia:

[9:36] Ich habe es mit den griechischen Inseln, aber die kommen. Die kommen, die griechischen Weine kommen.

Sebastian:

[9:40] Griechische Weine kommen, total. Ich habe übrigens einen, weil du immer danach suchst, ich habe einen guten Geheimtipp eines Restaurants in Paderborn, würde ich. Paderborn ist jetzt die große Weltmetropole Deutschlands.

Antonia:

[9:52] Ja, also ich nehme jeden Tipp an. Ich fahre nach Paderborn. Ein griechisches Restaurant.

Sebastian:

[9:57] Ja, genau. Das ist so ein bisschen wie, wir kennen uns ja alle so ein bisschen in Hamburg aus, glaube ich. Könnte ich ja mal so behaupten. Ja, ich vielleicht nicht.

Dietmar:

[10:05] Ich wollte gerade sagen, die Inselfrau ja nicht.

Sebastian:

[10:07] Stimmt, also gut, ja. Also du musst mal aufs Festland kommen. Es gibt ja The Greek. Das kennst du ja. Und das ist so ein bisschen so ähnlich. Keine typischen griechischen Gerichte im Sinne von, es gibt Tzatziki und Gyros en Mas. Und die heißen auch nicht Akropolis und Santorini und so, sondern die heißen einfach P und S. Nach den beiden Geschäftsführern. Das ist ein Ehepaar und das gibt immer so eine Tapasform. Das Essen und das ist wirklich griechisches Essen. Und vor allem geile griechische Weine.

Antonia:

[10:40] Gut.

Thomas:

[10:41] So tolle Sachen. Ich kann nur die Rebsorten nicht aussprechen.

Antonia:

[10:43] Nee, ich finde, ja.

Dietmar:

[10:45] Also jedes Mal beim Griechenwächter was sagt, dann ist es immer falsch, was ich sage. Ich kriege es einfach nicht hin. Gute griechische Weine gab es in der Folge mit Thomas Bühner. Also wer uns über griechische Weine reden hören möchte, kann nochmal zurückspulen bis zu Thomas Bühner im Jahr 2023. Da gab es sehr leckere griechische Weine. Und gute, selbstgesungene Lieder.

Sebastian:

[11:04] Ach ja. Hatten wir jetzt eigentlich Durst? Ja, genau. Weinprinzessin. Ich würde hier mal eine aufmachen. Ich habe mir gedacht, heute ist Ladies First. Auf jeden Fall angesagt, oder? Ich mache jetzt hier mal diese Säckchen und habe festgestellt, dass ich super schlecht vorbereitet bin. Ich habe nicht mal ein Messer, aber ich glaube, das geht mit hier vorne auch ganz gut.

Dietmar:

[11:24] Geht auch mit den Zähnen sonst.

Sebastian:

[11:25] Sonst macht es mit Alex. Der dreht immer die Flasche, wenn man einen Korken rauszieht. Und ich möchte bitte auch noch zum Thema Dosen-Erbsensuppe sagen, dass ich habe mal sehr gerne die Erbsensuppe von meiner Oma gegessen. Und dann habe ich sie angerufen und habe gefragt, ich möchte mal deine Erbsensuppe nachmachen. Wie machst du denn die? Dann setzt du deine Dose auf. Nein. Da ist etwas in mir gestorben.

Thomas:

[11:48] Manchmal ist besser, nicht zu fragen.

Sebastian:

[11:49] Ja, oder? Wie heißt der Film? Panda? Kung Fu Panda. So wie die geheime Zutat. Was ist deine geheime Zutat? Eine Dose. Darf ich übernehmen? Warte, ich mach mal noch ganz kurz einen kleinen Schluck und dann kannst du rühlen.

Dietmar:

[12:06] Die Prinzessin muss natürlich auch wieder was trinken.

Sebastian:

[12:07] Das ist schlimm mit uns. Ein kleiner Probierschluck. Kommst du da rein? Müssen wir nochmal optimieren.

Thomas:

[12:13] Da waren wir wieder Go-Go-Gadgetto-Arme.

Sebastian:

[12:16] Mit meinem Tisch mal ein bisschen ranrutschen. So, ich darf dann schon mal.

Dietmar:

[12:21] Ich habe übrigens auch einen neuen Griechen bei mir auf der Ecke. Du hast ja mal bei mir in der Straße gewohnt, also unter mir. Da ist jetzt ein neuer Griecher auf der Ecke, wo früher der Italiener war.

Sebastian:

[12:29] Danke.

Dietmar:

[12:29] Super. Aber das ist ein Tzatziki-Grieche.

Antonia:

[12:32] Ja, aber die sind ja häufig auch sehr beliebt.

Thomas:

[12:36] Da kann man auch gut Bier trinken manchmal.

Antonia:

[12:39] Ich trinke ja kein Bier. Nein, ich hasse Bier. Entschuldigung, aber es ist so gut.

Dietmar:

[12:43] Das ist ja auch ein Wein-Podcast. Insofern darfst du das hier sagen, auch wenn wir schon zwei, drei Bier-Folgen hatten, weil wir Gäste hatten, die Wein hassen. Die dann sagten, ich komme nicht in den Wein-Podcast, was soll ich denn da? Ich trinke ja nur Bier. Aber dann wollten wir auf den Gast nicht verzichten, weil Bier getrunken.

Thomas:

[12:57] Ich habe mal ein Praktikum in der Brauerei gemacht, das war auch ganz spannend. Eine Woche lang, da wollte ich nämlich wissen, wie wird es denn eigentlich wirklich hergestellt? Weil ich kann es auch nur aus Büchern und wie man das halt so macht und in der Theorie. Und ich habe gesagt, ich putze auch. Also ich habe hinterher, ich war wirklich von A bis Z mit dabei, ganz kleine Mikrobrauerei und ganz zum Schluss, den letzten Tag habe ich wirklich nur geputzt. Und das ist ja, also es ist ja wirklich, es muss so clean sein, wie in einer Molkerei, als wenn man mit Milchprodukten arbeitet. Also war schon beeindruckend.

Dietmar:

[13:25] Bei meinem letzten Besuch in einer Brauerei hat mein Cousin seinen Ehering verloren. Das war auch nicht gut.

Sebastian:

[13:29] Ich erinnere mich. Ich wollte gerade sagen, warum erinnerst du dich noch dran?

Dietmar:

[13:35] Nee, das glücklicherweise nicht. Es war mein Junggesellenabschied und die Jungs hatten sich überlegt, irgendwie zwischendurch in eine Brauerei zu gehen. Und da stand ein Basketballkorb, mein Cousin warf einen Ball, der Ring fliegt weg. Und der Ring hinterher. hat er den Ring wieder aufgehoben und dann kam der dumme Part, er hat wiedergeworfen, dann flog der Ring wieder und dann war er wirklich weg.

Antonia:

[13:54] Oh nein.

Dietmar:

[13:55] Eine schwere Geburt, bis wir den wieder hatten.

Antonia:

[13:57] Das ist irgendwie auch ein komischer Zeichen.

Sebastian:

[13:58] Aber ich muss dazu sagen, Thomas hat daraus eine der schönsten Übergaben gemacht, die ich je, ich muss ihn jetzt mal aus dem Saisen mal loben, passiert nicht so oft heute. Und zwar am Hochzeitstag bei seiner Rede, den Ring wieder an seinem Freund überreicht, weil er in der Zwischenzeit, das sagst du jetzt am besten.

Dietmar:

[14:23] Ich habe den Ringfahrender, musst du dir auch merken, Ring, ne?

Sebastian:

[14:29] Ich finde richtig gut. Dafür steht er mit seinem Namen.

Dietmar:

[14:33] Ich habe den Ringfahrender dann beauftragt und dann kam ein Typ angefahren aus Lübeck mit so Geräten und hat dann in diesem so einen Typ und hat dann da in diesem Bereich, wo dieser Basketballkorb war, der dann den Ring gesucht, hat ihn auch gefunden. Das hat mir richtig Geld gekostet, die Aktion. Und dann habe ich nur der Frau von meinem Cousin geschrieben, kauft bitte keinen neuen. Ich habe den, aber sag ihm nichts. Und dann habe ich den wirklich drei Wochen lang noch für mich behalten, bis dann zur Hochzeit. Und während meiner Rede, wo ich da durch den Raum schwebte, habe ich den ganz am Ende meinen Cousin richtig hops genommen mit der Nummer.

Antonia:

[15:06] Oh, das ist aber romantisch. Ja, sehr schön.

Thomas:

[15:09] Aber du weißt, was passiert, wenn ich mal verloren gehe.

Dietmar:

[15:17] So, ist es hier ein Whiteboard?

Thomas:

[15:20] Nein.

Dietmar:

[15:23] Nein, gut.

Sebastian:

[15:27] Sitzen sechs.

Dietmar:

[15:28] Die Antwort war einfach nur, nein.

Sebastian:

[15:31] Das ist ein Braunfors.

Dietmar:

[15:33] Prinzessin, kannst du bitte zurück an den Tisch kommen? Ich fühle mich hier ein bisschen alleine gerade.

Sebastian:

[15:37] Ich merke, ja.

Antonia:

[15:38] Das war jetzt so richtig norddeutsch eigentlich. Wie geht es dir? Gut. Ja, also gut ist schon ein bisschen.

Sebastian:

[15:44] Ja, stimmt. Eigentlich gut ist es viel. Ja, ja.

Antonia:

[15:46] Oder muss ja.

Thomas:

[15:47] Nein, aber es könnte ja von der Farbe her, wenn man reinschaut, könnte das ja theoretisch Das ist schon eigentlich eine berechtigte Frage.

Dietmar:

[15:54] Es hätte richtig sein können.

Thomas:

[15:55] Es hätte richtig sein können. Ja, absolut.

Sebastian:

[15:58] Tawny?

Thomas:

[15:59] Nee, auch nicht.

Sebastian:

[16:01] Dann sind wir schon durch mit unserem Wissen.

Dietmar:

[16:02] Jetzt hat sie schon mehr gesagt. Jetzt hat sie gesagt, nee, auch nicht. Das ist immer mehr als nein.

Thomas:

[16:06] Aber ich finde so richtig schön Bernsteinfarben und in der Nase. Deswegen Tawny ist auch eine berechtigte Einwand.

Bärbel:

[16:16] Mensch.

Thomas:

[16:18] Weil es halt auch so schön oxidativ ausgebaut ist. Das riecht man auch. Es hat so ein bisschen was von Orangenschalen, finde ich, wenn man da reinschnuppert. Auch ein bisschen was Nougat-mäßig. Aber wirklich so Orangenschale finde ich ganz intensiv.

Dietmar:

[16:34] Ihr findet die Weine übrigens, wenn ihr uns jetzt so schnuppern hört, auf Instagram, auf YouTube, auf Facebook, TikTok, wo auch mal wir unterwegs sind. Auf YouTube kann man das Video ja auch sehen. Für die Leute, die uns immer noch hören. Man kann uns mittlerweile auch sehen. Es gibt auch immer eine Version, wo wir die mal rausschneiden.

Sebastian:

[16:51] Es gibt auch eine Version, wo wir einen schwarzen Balken über die Augen von Thomas machen.

Dietmar:

[16:55] So, entschuldige Bärbel, weiter geht's.

Bärbel:

[16:56] Alles gut.

Antonia:

[16:58] Wir haben schon mal getrunken.

Thomas:

[17:01] Einen reden, die anderen trinken.

Sebastian:

[17:03] Ja, genau.

Dietmar:

[17:04] Ihr habt schon getrunken?

Sebastian:

[17:06] Ja, klar.

Dietmar:

[17:07] Es gibt doch hier immer einen Trinkspruch.

Bärbel:

[17:10] Ach so, oh.

Thomas:

[17:11] Aber man muss ja vorverkosten, ob der Wein auch gut ist. Das ist immer wichtig.

Dietmar:

[17:14] So, und jetzt dein Trinkspruch. Fertig.

Sebastian:

[17:18] So kurz und knapp wie die Antwort auf deine Frage.

Bärbel:

[17:22] Schön.

Thomas:

[17:24] Prost. Ja, das muss klingen.

Sebastian:

[17:29] Teleprost.

Thomas:

[17:31] Teleprost. Da merkt man auch richtig, dass es richtig, richtig angenehme, knackige Säurestruktur hat. Und das kann kein Port. Port hat nicht so viel Säure. Das ist Madeira. Das ist ein Madeira. Ganz klassisch, deswegen mit dem Torni gar nicht so weit weggelegen. Madeira ist auch immer oxidativ ausgebaut. Also ist immer mit Luft in Kombination. Und Madeira hat einfach immer viel, viel mehr Säure als ein Torni-Port. Wirklich ein ganz, ganz langlebiges Produkt.

Sebastian:

[18:02] Aber nur in den ersten Augenblicken nachher wird das eher so schön wohlig warm.

Thomas:

[18:06] Ja, das ist der Alkohol, stimmt.

Antonia:

[18:08] Ja, genau.

Sebastian:

[18:09] Die Wärmeflasche liegt so ein bisschen noch unten. Das ist der Alkohol. Ja, so.

Dietmar:

[18:15] Etlich mal wohlige Wärme in deinem Leben.

Sebastian:

[18:17] Wir haben mich schon gewundert. Wie war das mit dem wärmsten Jäckchen?

Thomas:

[18:21] Das ist das Konjäckchen.

Dietmar:

[18:23] Ich habe da auch so eine leichte Sherry-Anleihe drin für mich. Von so einem Medium-Sherry.

Thomas:

[18:28] Ja, okay, dieses cremige, wie so ein Petrochimines oder so. in diese Richtung gehen. Das ist eindeutig, also das ist ein Malvasia von der Rebsorte her. Madeira ist ja so ein bisschen zwar ähnlich wie Portwein, kann man schon eine gewisse Art vergleichen, weil beides ist ein gespriteter Wein, also ein angereicherter Wein mit Alkohol. Also der Alkohol kommt nicht durch die Gärung, sondern der Alkohol kommt durch zugesetzten Alkohol, wie beim Portwein. Und reift dann dementsprechend auch, kommt auch aus Portugal, Aber ansonsten haben die eigentlich nichts miteinander zu tun. Aber trotzdem, dieser leicht oxidative Ausbau ist eben halt dann doch wie beim Tawnyport. Ganz schön. Also finde ich auch gerade richtig... Wie viel Prozent hat der? Auch 19, würde ich sagen. Also, oder?

Antonia:

[19:16] Die haben ja normalerweise so 19, 20.

Sebastian:

[19:18] Ach so, pack doch mal aus, Dietmar. Ach so, wir.

Thomas:

[19:21] Haben die hier.

Sebastian:

[19:21] Ich recherchiere auch gerade im Bein.

Dietmar:

[19:23] Du. Alle gucken so prinzipiell.

Sebastian:

[19:25] Das ist so ein Reflex gewesen, entschuldige. Ich dachte immer so, ich warte jetzt darauf, dass du das auspackst. Und ich war gerade hier so schön in mein neues Weinbuch hier vertieft.

Dietmar:

[19:32] Ach, Dietmar, der passt ja zu dir. Das ist auch eine kleine Flasche.

Sebastian:

[19:35] Ja. Und zu dir passt er auch. Das ist ein Mann mit einem dicken Bauch. Halt mal hier so in die Kamera hinein.

Dietmar:

[19:43] War die Kamera an uns.

Sebastian:

[19:45] Auch noch. Ja, da war wieder Wünsche heute. Und er hat 19 Prozent.

Thomas:

[19:49] Ja, nicht schlecht, ne?

Antonia:

[19:50] Man sagt Malvasia, ne? Malvasia.

Thomas:

[19:52] Ja, also die Begonung. Also wahrscheinlich sagt man eher auf Madeira Malvasia. Also ähnlich. Man sagt ja auch nicht Madeira, sondern Madeira.

Antonia:

[20:00] Ah. Ach was.

Sebastian:

[20:02] Man sagt ja nicht Porto, man sagt Porto.

Dietmar:

[20:04] Da ist mir gerade was passiert, was dumm ist. Ich war letzte Woche auf einem Workshop und ich war im Seminarraum Porto 1. Und ich las das einen Tag vorher im Briefing, wo ich hin muss. Und dachte so, Porto 1, da war es in die vollkommen beknackt. und dann nehmen an, das Ding heißt irgendwie Frankiermaschine oder Briefmarke oder was. Ich habe nicht gecheckt, dass das ein portugiesisches Hotel war, eine Kette. Und der andere Raum hieß Lissabon. Und ich dachte, wie blöd kann man sein, einen Raum Porto zu nennen. Es hat wirklich gedauert, bis ich im Hotel war, bis ich gemerkt habe, dass es nicht um Porto ging. Also Briefmarken und so weiter.

Antonia:

[20:33] Was Sie mit den Georgischen Wein. Ja, genau.

Dietmar:

[20:36] Ich habe es ja eben schon im Vorgespräch erzählt, dass ich ja den Grüße an Sarah Wiener in der Folge mit Sarah, Georgische Wine of Georgia nicht hinbekommen, ob das das gleiche ist.

Sebastian:

[20:46] Ich sag nur Enterbender.

Dietmar:

[20:48] Enterbender ist sehr schön.

Sebastian:

[20:49] Johannes.

Dietmar:

[20:50] Man hört Johannes jetzt wieder im Hintergrund lachen.

Antonia:

[20:56] Ich fand den Zwischenport ja gut. Also dieses Wort Zwischenport.

Sebastian:

[20:59] Zwischenport ist toll. Das ist super. Das gehört eigentlich mit zum Wort des Jahres.

Thomas:

[21:04] Gehört auch in den täglichen Gebrauch. Also nicht nur als Wort.

Dietmar:

[21:09] Auch als Zwischenport.

Sebastian:

[21:10] Ich finde das sogar als ein neues Buch. Zwischen Port.

Antonia:

[21:14] Ja, ich überlege mal.

Thomas:

[21:15] Ah, das ist neu zwischen den Zeilen und sowas alles. Da kann man so viel drin verstecken.

Sebastian:

[21:20] Zwischen Port und Sherry.

Antonia:

[21:22] Gute Idee.

Dietmar:

[21:24] Wir machen ja auch zum dritten Mal schon einen Podcast heute.

Antonia:

[21:29] Wie gut.

Thomas:

[21:30] Ich fand das richtig gut.

Antonia:

[21:34] Bärbel steht auf Flach mit.

Sebastian:

[21:38] So Antonia, unterhalten wir uns doch einfach mal ein bisschen.

Thomas:

[21:41] Bei uns ist das ja im Betrieb so, als Chefin müssen ja einfach alle lachen, wenn ich einen Witz mache.

Dietmar:

[21:47] Das ist ein Riesenvorteil. Wenn keiner lacht, Und dann allererst mal, das passiert, sofort einen rausschmeißen. Danach lachen sie immer wieder bei allen. Das ist geil.

Antonia:

[21:56] Genau.

Sebastian:

[21:58] Aber wie bist du jetzt an denen hier gekommen? Hast du den auf Madeira kennengelernt oder hast du den natürlich nicht kennengelernt?

Thomas:

[22:03] Also, wie gesagt, ich war vor vielen Jahren das erste Mal auf Madeira. Und wir haben uns in diese Insel verliebt. Und wir waren vorher auch im Durotal und sind eigentlich durch Johannes King an Madeira und an Portwein gekommen. Und Portwein war natürlich erstmal die größere Baustelle, sag ich mal, weil man sich damit ja auch nicht auskennt oder auskannte. Und Madeira war so ein bisschen hinten dran, aber uns hat das da einfach extrem gut gefallen. Und somit habe ich mich auch angefangen mit Madeira auseinanderzusetzen. Wunderbare kleine Insel. Und das erste Mal, dass wir da waren, waren wir auch direkt bei Barbato. Das ist in Camaradou Lobosch, nennt sich der Ort. Das ist so eine kleine Bucht im Süden neben Funchal. Ich glaube, Funchal ist der bekannteste Ort dort.

Dietmar:

[22:47] Da hatte ich Cristiano Ronaldo her.

Thomas:

[22:49] Genau. Da gibt es sogar eine Statue am Flughafen.

Dietmar:

[22:53] Auch so eine hässliche?

Thomas:

[22:55] Ich habe nicht genau darauf geachtet. Und Ricardo, also der Mitbesitzer vom Vigna Barbeito, macht super gerne Verkostungen. Und der liebt es, also der Tisch hat ungefähr die vierfache Größe von diesem hier und der muss hinterher voll Gläser stehen. Und der findet das richtig geil, wenn man alles gegeneinander verkostet. Und für mich ist das mit das Beste, an Qualitätsmadeira, was man eigentlich bekommen kann auf der Insel. Er ist wirklich total freakig. Er baut die Pipasch, also Pipasch sind die Fässer, separat aus. Er hat verschiedene Häuser, in denen die eben halt reifen oder lagern. Das ist ja ein bisschen anders. Da reift man das nicht in einem kühlen Keller, sondern da reift man das in wärmeren Häusern, weil der Zucker, der soll durch die Sonne karamellisieren und deswegen kommt dieses karamellige Aroma, deswegen kommt auch diese dunkle Farbe mit in den Wein rein und dann baut er halt immer separate Fässer aus. Ich glaube, das hier ist jetzt auch, ich habe keine Brille auf,

Thomas:

[23:58] Ich vermute, das ist auch hier Single Cask und in zwei verschiedenen D und E, in zwei verschiedenen Häusern gereift und so sind wir auf jeden Fall auf das Weingut gekommen und dann sind wir ein paar Mal auch da gewesen, auch in anderen und ich finde auch, gerade was ich vorhin schon beim Portwein gesagt habe, Madeira hat ja genau so eine Historie, das ist ja total abgefahren und Und wenn man sich mit Madeira auseinandersetzt, kommen auf einmal so viele Varianten noch mit dazu, die man beim Portwein nicht mit hat. Weil Madeira war immer eine Insel, die hat so viele Krisen durchlebt. Die haben so viele Probleme gehabt, dass die zwischendurch Zucker angebaut haben, dann Bananenplantagen angebaut haben, dann irgendwann erst wieder Wein und so weiter. Und fand ich für mich einfach super beeindruckend. Und auf dem Weingut habe ich geheiratet. Mit Blick auf die Fässer haben wir ja gesagt.

Sebastian:

[24:51] Oh, toll.

Thomas:

[24:52] Ja.

Sebastian:

[24:52] Oh, toll.

Dietmar:

[24:53] Okay, dann ist man noch wirklich addicted, wenn man auf einem Weingut auch noch heiratet.

Thomas:

[24:57] Ich habe gesagt, wenn ich heirate, dann nur auf Madeira und dann nur in einem Weingarten. Aber es hat geregnet, also haben die das drinnen aufgebaut.

Dietmar:

[25:05] Madeira, Weingut, Mann egal. Also, es passiert.

Thomas:

[25:13] Ja, der muss das ja auch mitmachen.

Sebastian:

[25:16] Also wenn ich reinschnuppere, so geht es mir und ich weiß nicht, wie es euch dann geht, aber ich habe sofort eine Erinnerung, die bei mir wiederkommt. Das hat was mit meiner Kindheit zu tun. Ich bin sofort bei meiner Großmutter. Meine Großmutter hat nämlich immer einen Schrank gehabt mit selbstgemachten Likören.

Dietmar:

[25:31] Dietmar redet jetzt von den 60ern, nur dass ihr es wisst.

Sebastian:

[25:37] Schokolikör, Haselnusslakör, alles in diese Richtung. Und wenn ich da reinrieche, habe ich sofort diesen Schrank wieder da vor meinen Augen, wie der aufgeht und ich bekam immer schon, das durfte meine Mutter nur nicht wissen, ich bekam immer schon als Fünfjähriger so ganz kleine Stampen. Ach, das tut das gut. Ja, und dann durfte ich da immer schon so ein bisschen Likörchen trinken. Und das ist im Grunde tatsächlich die Verbindung, die ich sofort habe, wenn ich hier reinrieche.

Antonia:

[26:01] Man hat dieses Holz.

Thomas:

[26:02] Ich wollte gerade sagen, ich kann das richtig gut vorstellen. So ein alter Eichschrank.

Antonia:

[26:05] Finde ich auch.

Bärbel:

[26:06] Also absolut.

Sebastian:

[26:08] Hast du eine Erinnerung, wenn du sozusagen...

Antonia:

[26:10] Tatsächlich ähnlich. Also ich finde auch, das habe ich aber häufiger natürlich. Diese Kindheitserinnerung nach, ich sag mal, Keller von der Oma oder die Apfelkisten, die im Keller standen. Sowas ist ja recht geläufig. Aber ich finde es auch. Also meine Eltern hatten das jetzt nicht, aber die Nachbarin, wo ich immer war, die hatte auch so einen Schrank. Kann das gut nachvollziehen.

Thomas:

[26:31] Gab es da auch ein Schnäpschen?

Antonia:

[26:33] Nee. Also bei mir ist das auch mit Schnäpsen ganz böse. Also ich darf auch keine Schnäpse trinken. Ja, ich auch nicht. Ich vertrage es gar nicht. Also nach so zwei Schnäpsen bin ich schon... Ich habe mal so eine Schnaps, also keine Verkostung gemacht, sondern ich dachte, ich nippe nur. Und ich habe aber ungefähr 20 Mal genippt. Und das war dann so, dass ich nicht mehr so genau weiß, wie ich nach Hause gekommen bin. Das war wirklich schlimm, deswegen keine Schnäpse mehr.

Sebastian:

[27:01] Nippen heißt ja auch nicht, dass man nur einmal nippt.

Bärbel:

[27:04] Genau, es war 20 mal nippen,

Antonia:

[27:05] Aber das wäre ganz wenig. Aber irgendwann, glaube ich, war es nicht mehr so wenig.

Dietmar:

[27:08] Ich habe 2024 in Paris für mich Chartreuse entdeckt. Das kannte ich gar nicht. Chartreuse, grün. Das ist so ein bisschen ins Alter gekommen, glaube ich, das Zeug. Genau, in grün und in gelb. Und man sagt ja, das ist Medizin. Deshalb trinke ich es jetzt auch offiziell.

Sebastian:

[27:21] Sagt man zu Absinth auch.

Antonia:

[27:23] Ja, genau.

Dietmar:

[27:23] Genau, und aus guten Gründen. Ich mag das schlimme Zeug tatsächlich sehr.

Thomas:

[27:27] Aber dieses Chateau, da gibt es ja auch richtig, also ich kenne mich damit jetzt auch nicht wirklich aus, weil ich nämlich auch keinen Schnaps trinke. Aber ich weiß, dass es da auch Jahrgangstiefen und sowas alles gibt. Da gibt es richtig abgefahrene Sachen.

Dietmar:

[27:40] Wir müssen mal eine Schnapsfolge machen.

Sebastian:

[27:42] Ja. Oh Gott, das will ich. Oh ja. Oh, da gibt es ja coole Leute, die man... Ich habe Orangenlikrout zu Hause angesetzt. Ja, super.

Dietmar:

[27:49] Super, macht es. Und die Pistole bringen wir dann auch wieder mit. Oh ja.

Antonia:

[27:53] Also der Mandarinen-Schnaps von Spiritus Rex.

Thomas:

[27:56] Das ist schon gut, ne?

Antonia:

[27:58] Da werde sogar ich schwach. Das ist eine Ausnahme.

Bärbel:

[28:02] Das war ja vorher,

Thomas:

[28:02] Ach nee, das war die Stähle.

Antonia:

[28:05] Aber er hat ja bei ihm gelernt. Genau. Die Flaschen sind gleich.

Sebastian:

[28:09] Ich weiß schon, wo wir uns wiedersehen. Ja, genau.

Dietmar:

[28:14] Ein Schnäpsle geht noch.

Sebastian:

[28:16] Ein sehr, sehr, sehr, ganz toller Madeira, weil jetzt schon nach dem zweiten und dritten Schluck ist überhaupt nicht mehr die Säure da ist. Das ist nur beim ersten Schluck gewesen. Und er riecht toll. ich finde es, Und wenn Sinnlichkeiten sofort irgendwie hochkommen und Erinnerungen hochkommen, finde ich das sowieso schön. Das spricht dann immer sehr schnell für das Getränk.

Dietmar:

[28:36] Ja, er wirbt für Madeira. Das könnte eine Reise werden.

Thomas:

[28:40] Ja, vor allen Dingen Madeira, man hat das ja wie beim Portwein. Man hat das ja eigentlich immer nur als irgendein Getränk in der Flasche, was man ins Essen kippt, irgendwie so im Hinterkopf. Oder vielleicht noch, wenn man einkaufen geht, Marzipan, Pflaume in Madeira oder sowas.

Sebastian:

[28:53] Pflaume in Madeira.

Thomas:

[28:55] Bei Aldi gab es immer diese Thaler.

Sebastian:

[28:57] Die habe ich gefressen früher. Wahrscheinlich nie in Madeira gesehen.

Thomas:

[29:02] Wahrscheinlich nicht. Hat nur jemand wahrscheinlich einen Zettel daneben geschrieben. Ja, genau.

Sebastian:

[29:08] Wie sieht es aus? Wie eine Pflaume. Eigentlich ja nicht.

Antonia:

[29:11] Aber da ist schon viel auf Bearbeit noch zu leisten. Als ich vorher erzählt habe, im Freundeskreis, was ich mache heute, Madeira, Portwein. Da merkt man noch so, da sind die ganz alten Assoziationen. Wenn ich dann erzähle, setze ich mal in so einen Sessel und trinke mal so einen Vintage-Port und mach es dir mal gemütlich und so. Da ist so viel Unwissen halt noch. Dieser Kochverkochen.

Dietmar:

[29:35] Sofort vorbei, wenn man mal 10 Minuten mit Johannes King hat.

Antonia:

[29:37] Ja, genau.

Dietmar:

[29:38] Der aber kurz runtergespult hat, dann ist man dabei.

Sebastian:

[29:42] Aber es liegt auch in unserer Gesellschaft nicht so nahe. Also man hat dann eher den Wein, dann heißt es immer weiß oder rot. Rosé wird meistens auch schon ausgespart. Außer es ist Sommer, dann kommt der Rosé irgendwie nochmal mehr ins Gespräch. Und dann hast du höchstens noch die Schnäpse, der Abschluck sozusagen, der Nachhall. Braune Schnäpse. Und am Anfang vielleicht noch ein Sherry, vielleicht mal höchstens noch als Degustiv.

Dietmar:

[30:09] Das ist ja das Tolle an diesem Podcast, wir saufen hier ja nicht, sondern wir machen eine Forschungsreise seit 73 Folgen. Wir kommen ständig in diese anderen Welten und Weiten dieser ganzen großen Welt. Dinge, die ich vorher nie kannte, nicht wusste, bevor ich in diesen Podcast gekommen bin, wo man überall gute Weine anbaut, was es für Arten gibt, was es für Trauben gibt, wildes Zeug, wenn man bei Steffi Döring im Laden sitzt und dann irgendwelche komischen... Puh, Sachen kriegt. Aber wir haben echt viel erlebt. Das ist wirklich spannend. Wenn man sieht, wie riesig diese Welt ist. Es ist halt nicht nur Weißwein, Rotwein.

Antonia:

[30:42] Ja, und wie sich die Welt ja auch bewegt. Ich meine, allein durch die Erderwärmung, durch das Verschieben der Klimazonen. Ich meine, es gibt jetzt Weine aus Schweden. Auf Sylt wird ja jetzt auch angebaut. Also die Frage ist ja, wo geht das auch hin? Also wie verschiebt sich das immer weiter auch in den Norden?

Dietmar:

[31:01] Das ist das Drama mit der Champagne. Dass die absehbar absaufen und irgendwann Südengland wahrscheinlich die neue Champagner wird.

Thomas:

[31:09] Das ist ja auch spannend, wenn man so ein bisschen das beobachtet. Das ist ja nur eine Theorie von mir. Ich habe aber schon andere Sommeliers auch gehört, die das gleiche auch als Theorie aufgestellt haben. Also es kommen immer mehr Stillweine aus Schaumweinregionen.

Antonia:

[31:22] Warum?

Thomas:

[31:23] Logisch, ein Schaumwein, der darf ja nicht so viel Alkohol haben, der erste Wein, also der Grundwein. Weil da kommt ja nochmal eine zweite Gärung und ein Schaumwein, Champagner oder ein Kava oder was auch immer, möchte keiner mit 15 Volumenprozent haben. Das heißt, beim ersten Wein muss der ganz wenig Alkohol haben, dann setzt die zweite Gärung ein, da kommt ja nochmal ein Volumenprozent, 1,5 nochmal drauf ungefähr. Und wenn natürlich der Grundwein schon total viel Alkohol hat und total viel Zucker hatte, dann kann man da gar keinen Schaumwein mehr draus machen. Da kann man höchstens den in Sodastream packen, Frisante oder so. Aber ob das schmeckt, weiß ich dann auch nicht.

Bärbel:

[31:58] Das müssen wir mal ausprobieren.

Thomas:

[32:00] Das habe ich ausprobiert, macht es nicht.

Dietmar:

[32:04] Wir hatten mal so ein Rührgerät da drin, mit Lose. Das war auch gut.

Sebastian:

[32:10] Der Milchaufschrauber.

Thomas:

[32:11] Ah, dann diese Spirale. In den Weinreihen, das nennt sich dann Hyperdekantieren. Ganz viel Sauerstoff direkt. Ich habe mal so ein, das ist eigentlich ein Kochbuch, es war so eine, das ist schon viele Jahre her, so eine ganze Reihe, vier große Kochbücher. Ich weiß aber nicht mehr, wie die heißen. Und in einem war Thema Wein drin und der hat empfohlen, ernsthaft, der hat empfohlen, ein Aubriant in einen Mixer reinzuhauen, um ihn hyper zu dekantieren, damit er sehr schnell trinkbar ist. Das fand ich so sehr blasphemisch, wenn ich gar nicht ehrlich sagen soll.

Sebastian:

[32:46] Also ganz kurz was anderes, weil wir gerade so ein wunderschönes Fremdwort hier gehört haben. Eins hat mich frappiert. Blasphemisch oder hyperdekantiert? Nein, eins hat mich wirklich frappiert. Du hast nämlich in deinem Zungel eurem Weinbuch, ihr habt ja zusammen ein Buch rausgebracht, nämlich Wein sonst nix für alle unkompliziert auf dem Punkt. Und vor allem ist es so schön bunt, es ist so schön pink. Und dann gibt es eine Seite, da steht, wenn man eine Flasche runterkühlen möchte, muss man es frappieren. Das ist zum ersten Mal, dass ich es gehört habe. Ich habe, ja, ich habe ein Eis-Frappé. Aber frappieren kommt ja nicht was mit dem Französischen. Eher überraschen.

Thomas:

[33:27] Das ist dann überraschend kalt.

Sebastian:

[33:28] Ja, überraschend kalt.

Antonia:

[33:30] Und es funktioniert überraschend gut.

Thomas:

[33:33] Nein, man muss wirklich einen Eiskühler, wenn der Wein zu warm ist, Das passiert ja manchmal auch im Restaurant, dass es draußen total warm ist. Der Weinkeller läuft auf Hochtouren, aber man läuft ständig rein und raus. Und ich muss den Wein jetzt präsentieren, aber der ist einfach zu warm. Und die möchten aber jetzt eigentlich den Wein schon haben. Und in der Küche, die wollen auch jetzt schicken. Aber ich muss ein bisschen schneller sein als alle anderen, um den Wein runterzukühlen. Und dann nehme ich halt einen Eiskühler mit Eis, Wasser und Salz. Und da drehe ich eben halt die Flasche drin und pro Minute kühlt man den Wein ein Grad runter. Also es geht eigentlich relativ gut. Er hat irgendwann so ein Handgelenk, aber es geht eigentlich relativ gut.

Dietmar:

[34:14] Wie viel Salz nimmt man dafür?

Thomas:

[34:15] Ach, einfach so, handvoll.

Sebastian:

[34:17] Ja, ich habe nämlich das Foto gesehen und das habe ich jetzt zum ersten Mal gelesen und gesehen, dass man Salz noch dazu nimmt. Genau. Weil sonst hast du immer nur Eishürfel rein, Kürzuck rein.

Dietmar:

[34:29] Aber dann kann ich ja später da noch Nudeln kochen.

Antonia:

[34:32] Ha, Wiederverwendung. So, sehr nachhaltig.

Dietmar:

[34:34] Es ist nachhaltig.

Antonia:

[34:35] Genau.

Sebastian:

[34:36] Das erste Restaurant mit Herrn Mühnöckel. Alles in einer Essbohle.

Dietmar:

[34:41] Aber das mit dem Salz ist ja geil, das ist ja richtig Chemie.

Thomas:

[34:43] Ja.

Sebastian:

[34:43] Ach, das heißt frappieren und deswegen war ich so, das hast du nie gehört.

Dietmar:

[34:47] Da warst du frappiert.

Sebastian:

[34:48] Da war ich frappiert. Ja. Antonia.

Bärbel:

[34:53] Ja.

Sebastian:

[34:55] Wir haben ein bisschen was gemeinsam. Ich habe es letztendlich dann zu meinem Beruf gemacht, aber du hattest es mal ganz kurz überlegt gehabt, du wolltest Schauspielerin werden.

Antonia:

[35:05] Naja, also ja, ich wollte so einiges werden, unter anderem auch Schauspielerin, aber das habe ich dann verworfen, tatsächlich wollte ich eigentlich viel lieber Pianistin werden. Also das war wirklich ein Wunsch von mir und war dann ja auch in der Hochschule in Lübeck, also in der Vorschule der Hochschule und hatte dann damals aber einen Professor, der dann irgendwann mal Gott sei Dank ehrlich genug war zu sagen, es gibt Grenzen so. Also man sagt ja so als Pianist, alle 24 Chopin-Etüden sollte man beherrschen und das wäre bei mir technisch wahrscheinlich irgendwann nicht mehr möglich gewesen. Und deswegen habe ich mich dann entschieden, eben Abi zu machen und dann einen anderen Weg zu gehen. Aber Schauspieler wollte ich auch mal werden, ja. Also ich war in der Theater-AG.

Sebastian:

[35:45] Was hat dich da so gefasst?

Antonia:

[35:47] Aber ich glaube so dieses wirklich Schlüpfen in andere Rollen, also ich beneide das auch heute noch. Ich denke ganz oft, ich beneide Menschen, die diesen Beruf ausüben können, weil einfach die Möglichkeit, in eine andere Welt zu gehen, in eine andere Rolle zu gehen, das ist toll. Aber ich hätte das nie gekonnt. Also so selbstkritisch war ich dann damals auch schon. Man muss ja dann doch auch Kontrolle abgeben können.

Sebastian:

[36:11] Ja, aber ich finde ja, das vergleiche ich immer so ein bisschen damit, dass der künstlerische Beruf im Grunde genommen mit dem gastronomischen Beruf gar nicht so weit entfernt ist. Also auch was Bücher angeht natürlich, Buch schreiben, dann die Kulinarik, dann das Präsentieren, das Miteinander kommunizieren. Ich finde, das hat ja alles eine ganz, ganz große Gemeinsamkeit.

Antonia:

[36:34] Also das finde ich auch schön, dass du es sagst, weil das empfinde ich genauso. Für mich ist es eine Welt, also diese hedonistische Welt. Hedonismus wird ja auch negativ assoziiert, für mich überhaupt nicht. Für mich ist es eine Welt und so bin ich auch groß geworden. Ich bin mit Kunst groß geworden, mit Malerei, mit Tanz, mit Literatur, aber eben auch mit Essen. Das heißt, bei uns waren jedes Wochenende große Tafeln. Mein Vater hat alle möglichen Menschen, hat auch verschiedene Menschen zusammengebracht. Das heißt, es war immer ein Thema und deswegen ist es auch immer ein Thema für mich geblieben. Und ich kämpfe total für dieses Genussthema, mich regen auch diese ganzen Dogmen zur Zeit so auf, was man alles nicht essen darf und was alles nicht gesund ist und so. Ich bin da, mir fehlt da so die Selbstverständlichkeit, das ist alles so sehr, da ist überall so eine Gesinnung dahinter und das finde ich so schade.

Sebastian:

[37:24] Hast du das mitgenommen, weil damals in der Scheune das große Weitlinner auch war, also auch immer Menschen, die um einen rum sind. Weil es ging mir so ein bisschen, weil ich habe so ein bisschen leichte Gene aus Slowenien und da ist sozusagen unten ja immer, wenn mal Familientreffen war, Halligalli los. Also da kommt dann Hinz und Kunz und dann wird groß gemacht. Ich habe immer in mir rumgetragen, ich freue mich irgendwie, wenn ich mal eine eigene Wohnung habe, dass ich am liebsten gerne einen großen Tisch habe, wo dann einfach mehrere Menschen Platz haben können. Habt ihr sowas, hast du sowas zu Hause, wo du sagen kannst, und dann ist hier kein Problem, dann sind nochmal 20 Leute und wir machen mal so richtig schön miteinander eine kleine Feier.

Antonia:

[38:06] Ja, also 20 kriege ich jetzt nicht bei mir an den Tisch, aber 10 kriege ich an den Tisch und wir machen mehrfach im Jahr solche Dinge. Und ja, also da bin ich so infiziert worden als Kind. Ich meine, dieses Weitdinner, man muss sich vorstellen, es kommen 150 Gäste aus Hamburg in dieses Caf, alle in weiß. Und mein Vater hat die dann alle in so eine Scheune gelotst. Und die Dorfbewohner haben wirklich gedacht, das ist jetzt irgendwie so eine Sekte oder so. oder mein Vater hat riesige Zaubershows gemacht oder Laufsteggeschichten mit Mode, mit Models aus Paris und so, also alles auf dem Land, auf dem platten Land in Ostholstein und das prägt einen als Kind total, das kriegst du auch nicht mehr raus.

Sebastian:

[38:49] Das heißt, du machst White Dinners?

Antonia:

[38:50] Ne, das nicht, das habe ich tatsächlich noch nicht gemacht, aber ich finde zum Beispiel, wir haben gerade mit Freunden drüber gesprochen, Weihnachten oder Silvester im Smoking Abendkleid, ne? Geil. Sowas finde ich ja sowas super, Ja, super.

Dietmar:

[39:01] Wieso macht ihr das nicht?

Thomas:

[39:03] Ich schon, aber ich bin im Restaurant.

Bärbel:

[39:07] Aber jetzt mal ehrlich, warum?

Sebastian:

[39:08] Jetzt mal zu Hause. Richtig schön mal sich richtig schick machen. Obwohl ich White Dinner und dein Mann macht die Bolognese. Das finde ich natürlich auch sehr passend.

Bärbel:

[39:16] Das ist keine gute Idee.

Antonia:

[39:18] Das ist überhaupt geil. Wenn der kocht, hinkt die Bolognese meistens an der Decke. Der kocht immer sehr.

Sebastian:

[39:25] Aber das ist doch schön. Nein, aber das finde ich auch immer schön, wenn man dann wirklich mal so ein bisschen mehr noch so...

Dietmar:

[39:33] Ja, dann mach dich doch mal schick.

Sebastian:

[39:35] Ja, war ich auch, aber du bist ja nicht eingeladen.

Antonia:

[39:39] Also ich finde zum Beispiel auch Menschen zusammenzubringen, die verschieden sind. Also mein Vater hat dann irgendwelche Geschäftsleute eingeladen aus Hamburg und dann aber auch so eine Domina vom Kiez, die er kannte irgendwie von seinen Recherchen. Und dann saßen die so nebeneinander und das hat super gematcht. Also so, das finde ich auch schön, so ein Essen mit verschiedenen Menschen.

Sebastian:

[40:00] Ich habe das mal mit meiner Familie, also sprich mit meinen Eltern, die waren mit Freunden, das war noch in Coburg, alles Journalisten und die hatten zu Ostern ein Nirvana-Fest ausgerufen, was bedeutete, es waren so ungefähr 20 Personen und es ging um 11 Uhr los und endete Open End, irgendwann so um 23 Uhr.

Dietmar:

[40:21] Nirvana?

Sebastian:

[40:22] Ja.

Dietmar:

[40:23] So es smells like Teensbröder.

Sebastian:

[40:24] Ja, ja. Und jeder sollte, also zu zweit, ein Essen kreieren. Und zwar für alle. Das heißt, es ging um elf Uhr los und es waren alles immer so kleine Häppchen. Und jeder stand irgendwann mal in der Küche und hat irgendwas gemacht. Und dann war das ein Genuss von morgens bis abends mit unterhalten, mit teilweise zwischenzeitlich mal so Musik. Dann standen wieder zwei in der Küche und haben was zubereitet. Und das ging den ganzen Tag. War im Grunde genommen nur am Essen. Aber toll. Und das fand ich auch toll.

Antonia:

[41:01] Ja, das ist schön.

Sebastian:

[41:03] Man sollte einfach mal so ein bisschen anfangen, wieder mal ein bisschen mehr mit vielen Menschen zusammenzukommen und schön miteinander zu tagen, sage ich schon fast. Zu Fuden heißt es doch heute, oder?

Thomas:

[41:17] Ich bin eigentlich immer ganz froh, wenn ich nicht so viele Menschen um mich herum habe zu Hause.

Antonia:

[41:22] Das versteht man auch.

Dietmar:

[41:22] Doch, das ist ja beruflich.

Thomas:

[41:23] Ja, genau. Und das ist wunderschön. Also ich kann mir wirklich keinen schöneren Job vorstellen, Weil die Leute, die zu uns kommen, die haben einfach Bock, zu uns zu kommen. Die gehen jetzt nicht, weil sie jetzt einkaufen müssen oder das machen müssen oder so, sondern die brezeln sich auf, die haben Bock, die haben gespart, ihr Geld bei uns auszugeben. Also für mich ist das ein wunderschöner Beruf und ich kann mir wirklich nichts Schöneres vorstellen. Aber wenn ich denn dann zu Hause bin, bin ich auch froh, wenn ich die Tür zu habe. Dann auch wenn wir zum Beispiel, die Insel ist ein Dorf, wenn wir essen gehen oder sowas. Man trifft Hinz und Kunz. Mein Mann ist auch aus der Gastronomie, anderes Restaurant. Also ihr könnt euch vorstellen, wie viel Leuten wir, wenn wir essen gehen, die Hand schütteln. Oder dann sitzen wir am Tisch irgendwo, das passiert ja auch ständig. Dann sitzen wir am Tisch und dann kommt irgendein Gast, den ich kenne, auf mich zu und sagt, Frau Ringen, was sollen wir denn heute trinken? Ja, keine Ahnung, was trinken Sie denn? Ah ja, das bestellen wir auch. Also das ist so, ja, es ist schön, aber da denke ich manchmal auch so, Kapuze, Sonnenbrille.

Sebastian:

[42:23] Es ist genauso, wie wenn man zu mir kommt und sagt, du bist auch Schauspieler, spiel doch mal was. Dann versinke ich auch immer innerlich so im Bohnen und denke mir so, ha, nein, Leiche, Leiche.

Dietmar:

[42:34] Genau, Leiche.

Bärbel:

[42:37] Genau.

Thomas:

[42:38] Nein, aber ansonsten finde ich, finde das auch wunderschön. Wir haben auch so eine, logischerweise auch so eine kleine Community mit ein paar Freunden. Das ist alles Gastronomie. Und wir treffen uns dann zwischendurch auch. Wir haben jetzt gerade Weihnachtskekse gebacken und das macht natürlich dann auch super viel Spaß. Macht auch besonders viel Spaß, wenn es nicht bei uns zu Hause ist, sondern woanders. Das ist auch gut.

Antonia:

[43:01] Ja, aber das finde ich eben auch toll. Also mit Freunden, wir haben auch so eine Achterklicke und wir gehen zweimal im Jahr auch irgendwo hin. Wir waren jetzt in Kopenhagen und wir waren auch schon im Serienhof zusammen und so oder in Antwerpen und das finde ich auch toll. Also mit so einer Gruppe von Leuten, die wirklich auch Lust haben auf richtig cooles Essen und auch das Erlebnis, das zu teilen, das macht so einen Spaß. Das ist super.

Sebastian:

[43:24] Das ist ein Erlebnis.

Antonia:

[43:25] Aber ihr müsst Bärbel mal erleben, wenn die in Aktion ist. Das ist so super.

Dietmar:

[43:27] Ist sie jetzt gar nicht?

Antonia:

[43:28] Ne, nein, aber wenn du so im Job bist. dann ist sie so, dann du schwebst so ein bisschen über den Ding.

Dietmar:

[43:35] Das ist super. Immer wenn ich auf Sylt bin, lebe ich fast immer in Rantum. Insofern nächstes Mal komme ich vorbei.

Thomas:

[43:41] Unbedingt, ich würde mich sehr freuen. Schön, Champagner auf dem Bänkchen, paar Austern, zack.

Antonia:

[43:44] Das ist wirklich toll.

Dietmar:

[43:47] Ich finde die Insel auch ganz einfach toll. Ich bin da zwei, dreimal im Jahr. Wir sind schon schön, fünf, fünf, fünf. Ich mag Rantum auch total gern. Ich finde auch Sörringhof, das ist natürlich einer der nettesten Hütten der Insel.

Thomas:

[44:00] Also für mich, Sörringhof, ich nenne, also für mich ist es eine Lady. Also ich nenne sie La Grande Dame. Sie thront so auf ihrer Düne und ich finde es sensationell, wenn man allein, erstmal gibt es dieses langsame weiße Tor, was sich so öffnet. Und dann muss man diesen Weg hochfahren. Und allein das entschleunigt erstmal schon mal. Also es nimmt Zeit, das Tor geht nicht schneller auf. Auch wenn man jetzt möchte, dass es schneller aufgeht. Und dann kommt man da hoch und für mich das größte Kompliment ist eigentlich immer, wenn die Gäste sagen, es ist wie nach Hause kommen. Dann denke ich mir immer, wow, alles richtig gemacht. Und ich finde es auch toll, wir haben super viele Stammgäste und wie die sich auch mit einbringen und wenn man die dann wieder sieht und das ist einfach schön.

Dietmar:

[44:47] Es gibt ja auch von Sylt so viele Zerrbilder. Aber wenn man mal da war und sieht, wie schön die Insel einfach ist, dann relativiert sich das ja auch total.

Thomas:

[44:54] Man kann ja auch alles haben. Man kann ja von bis. Also man kann Westerland, Promenade, ein Brötchen essen und ein Bier dazu trinken und man kann auch den ganzen Tag da neben allen anderen am Strand liegen. Man kann aber auch nach Rand umfahren, das ist etwas ruhiger. Oder nach List oben. Man kann surfen gehen. Man hat ja alles eigentlich. Man kann wunderbare Spaziergänge an der Praderrupe Halde zum Beispiel machen. Das ist so traumhaft, da lang zu gehen. Da geht immer das Herz auf, finde ich.

Dietmar:

[45:24] Wenn man mal die Touristen abzieht, ist Sylt ja auch irgendwie so eine sehr langgezogene Gemeinde für sich.

Thomas:

[45:30] Genau.

Dietmar:

[45:30] Wird einem das manchmal zu klein, wenn man da lebt?

Thomas:

[45:32] Also mir nicht. Also mir ist ehrlich gesagt, deswegen ich bin nicht so, auch wenn ich aus dem Ruhrgebiet komme, das ist jetzt ja auch eigentlich Ort an Ort und eigentlich mehr groß. Aber ich bin jetzt 20 Jahre auf der Insel insgesamt. Und wenn ich von der Insel runterkomme, bin ich meistens erst mal haltlos überfordert. Ich in Berlin, hier vorhin mit dem Auto? Puh!

Dietmar:

[45:55] Ich finde, der Autozug, der macht immer was mit mir. Ja, auf jeden Fall. Sobald man draufschritt, ändert sich was.

Antonia:

[46:00] Definitiv.

Sebastian:

[46:01] Man fährt im wahrsten Sinne des Wortes total runter. Und einfach nur über diesen Damm zu fahren, ist, also ich kann es gar nicht erklären. Es ist sofort eine absolute Entspannung da, eine Freude. Und es ist wie auch das, was du wahrscheinlich oben auf der Lady sozusagen oder durch die Lady so sagen kannst. Man blickt in die Ferne, genauso wie ich wahnsinnig gerne auf einem Gipfel stehe und einfach nur zu gucken. Das macht sofort sämtliche Probleme ganz klein, wenn nicht sogar verschwinden sie alle in dem Moment und man ist in einer neuen Welt.

Thomas:

[46:35] Man lebt also, ich sage mal, ich behaupte es auch immer, wir leben wie in so einer kleinen Bubble da oben. Da muss man sich allerdings auch, wenn man da wohnt, nichts vormachen. Natürlich lebt man in einer kleinen Bubble. Also ich denke, woanders ist das Leben nochmal anders. Aber ich will auch nicht woanders sein.

Dietmar:

[46:49] Das hatte Jens Bizonke uns erzählt. dass Leute auf Sylt total nett waren und wenn er die irgendwo in der Großstadt wieder getroffen hat, waren das plötzlich ganz schwierige Prominente. Aber auf Sylt waren die alle easy.

Thomas:

[47:00] Ja, die sind ja alle im Urlaub.

Dietmar:

[47:02] Haben guten Wein.

Dietmar:

[47:05] Vielleicht sollten wir uns häufiger auf Sylt treffen, Dietmar.

Sebastian:

[47:09] Ja, mal gucken mal.

Antonia:

[47:10] Also ihr trefft euch auf dem Bänkchen, setzt euch aufs Bänkchen und das ist bestimmt ein schöner Anblick, so ihr beide da.

Sebastian:

[47:17] Ja, es gibt ja auch die Rentnerbank in List. Da könntest du dich schon mal hinsetzen.

Dietmar:

[47:21] Das sagt mir richtig.

Sebastian:

[47:24] Apropos Rentner. Wie sieht es denn eigentlich mit Thomas Wein aus? Welcher kommt denn jetzt? Wir bleiben natürlich noch hier bei den Damen und machen gleich mal weiter mit der zweiten Pulle.

Dietmar:

[47:32] Wir haben vier Pullen heute.

Sebastian:

[47:33] Wir haben vier Pullen. Heute geht es eine kleine Überraschung.

Antonia:

[47:38] Zur Falle des Tages.

Sebastian:

[47:39] Die wir euch extra noch nicht verraten haben. Aha. Genau. Was wollte ich noch zu den Gästen? Gäste sind was Schöne und am schönsten, wenn sie gehen.

Thomas:

[47:49] Ja, sagt man ja meistens so, aber ich finde das eigentlich total gemein, diesen Spruch. Echt? Ja, weil ich bin hundertprozentig davon überzeugt, wenn man diesen Beruf wirklich mit viel Liebe macht, dann muss man Menschen lieben. Man muss total menschenverliebt sein. Ich glaube, sonst macht man das nicht.

Sebastian:

[48:06] Im beruflichen Kontext natürlich absolut. Nur im Privaten meinte ich jetzt.

Dietmar:

[48:13] Ja, aber wenn man in deinem Job Menschen hasst, dann hat man auch ein Problem. Das funktioniert nicht.

Thomas:

[48:18] Das funktioniert nicht. Obwohl, also es ist ja so, dass wenn man gerade die Ausbildung absolviert hat und man steht das erste Mal am Tisch und man macht das erste Mal eine Flasche Wein auf. Mein Gott, da ist man aber ganz schön aufgeregt. So, Zitter. Und das ist eigentlich total verrückt, weil man arbeitet die ganze Zeit mit Menschen zusammen. Aber ja, man wächst ja dann auch damit. Und natürlich ist man aufgeregt, wenn man das erste Mal eine Flasche Romani Conti aufmacht. Man ist immer aufgeregt. Aber man wächst einfach mit den Aufgaben und ich finde es total schön. Und ich finde gerade in dieser Sparte, also ich habe so viele Möglichkeiten, die ich wahrscheinlich, wenn ich diesen Beruf nicht machen würde, so viele Möglichkeiten, Sachen zu verkosten, die ich mir gar nicht leisten könnte. Also allein diese Sachen zu hüten im Weinkeller und darauf aufzupassen und immer wieder daran vorbeizugehen und sagen, ach, du bist ja auch noch da, meine kleine Flasche. Das ist schon geil. Also ich finde, das ist ein großer Vorteil in diesem Beruf.

Dietmar:

[49:21] Ich finde ja Keller auch geil. Also wir waren... Bei Robin Peach unten im Keller. Wir haben auch aufgezeichnet bei ihm direkt im Weinkeller. Und wir waren mit Heiko Antoniewicz gemeinsam im Weinkeller vorm Jahreszeit in Hamburg. Ist ja auch geil, wenn man da durchschleibt mit den verschiedenen Wegen, die sie da haben.

Antonia:

[49:36] Das ist ja mein Riesentraum, so einen Weinkeller zu haben. Also durch meine Arbeit mit Bärbel bin ich so verdorben. Und mein Mann sagt immer zu mir, andere Frauen kaufen sich Handtaschen und du kaufst immer Wein, weil irgendwie jede Woche kommt irgendeine neue Lieferung. Und ich liebe das. Ich will die dann auch so haben und ich finde es dann auch so schön, die ins Regal zu sortieren und so. Es wird langsam ein bisschen schwierig mit einem Bier.

Thomas:

[49:59] Ja, das passiert.

Dietmar:

[50:01] Und die erste muss immer sofort trinken.

Thomas:

[50:04] Nein, aber das ist doch, guck mal, aber ich finde, also wenn man Wein einkauft, es gibt ja verschiedene Varianten, Wein zu kaufen. Also Variante A ist, ich gehe in den Supermarkt und kaufe mir zwischen, ich übertreibe es jetzt mal etwas, zwischen Dosensuppe und Klopapier stelle ich mir eine Flasche Wein in den Einkaufswagen rein. So, so kann ich Wein einkaufen gehen. Aber das ist ja gar kein Erlebnis, finde ich. Also ich finde, das ist doch genau das, was du gesagt hast. Ich finde, manche kaufen sich Handtaschen. Das muss doch ein Erlebnis sein, so ein Einkauf. Also es ist doch eigentlich viel, viel schöner. Ich gehe in den Fachhandel rein und auch gerade dann, genau dann, wenn ich mich nicht auskenne und keine Ahnung habe. Es ist doch viel besser. Ich gehe in den Fachhandel rein und sage, Mensch, ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht, was ich mag, aber ich würde gerne wissen, was ich mag. Ich möchte gerne was verkosten. Punkt. Und dann kann man Sachen probieren einfach. Und das Erlebnis gehört doch irgendwie mit dazu, auch wenn ich online mir Weine bestelle, dann fieber ich doch, dass die endlich zu mir nach Hause kommen. Ich finde, das hat doch mehr was mit Shoppen als mit normalen Einkaufen zu tun.

Dietmar:

[51:07] Das nimmt dem auch, das Saufen nimmt es dem auch ein bisschen. Ja, total. Weil es ein anderer Genuss ist und man macht eine Flasche nicht in 20 Minuten weg, sondern 22 Minuten.

Thomas:

[51:16] Ja, oder einfach zwei in 20, das geht ja auch.

Dietmar:

[51:19] So oft, ja.

Sebastian:

[51:20] Das eine sind ja, wie ich gesagt, die Wirkungstrinker, das andere sind die Genüssler.

Thomas:

[51:23] Genau. Und Alkohol ist ja nun mal ein Geschmacksträger, ja, auf der einen Seite, aber es ist halt manchmal ein notwendiges Übel. Also ich zum Beispiel, ich habe jetzt noch keinen wirklich guten Wein ohne Alkohol getrunken. Also da hatten wir vorhin auch kurz das Thema veganes Schnitzel. Es gibt kein veganes Schnitzel. Entweder es ist ein Schnitzel oder es ist irgendwas Veganes mit einem anderen Namen.

Sebastian:

[51:44] Und als Österreicher hast du sowieso einen ganz anderen Bezug, was Schnitzel angeht. Also da bist du einfach, also in Deutschland ein Schnitzel irgendwo essen, was einigermaßen an österreichische Schnitzel rankommt, ist sauschwer. Schwierig. Ist sauschwer. Ja. Habe ich auch noch einen Tipp für dich. Oder für euch alle.

Dietmar:

[52:01] Hast du auch noch ein Wort für zum Thema Wiener Schnitzel?

Thomas:

[52:06] Das ist wie der Ringwitz.

Bärbel:

[52:07] Ja, genau.

Sebastian:

[52:08] Ich weiß nicht, was der heute getrunken hat.

Dietmar:

[52:11] Wir hatten gestern eine Firmenfeier. Dann konnte ich noch alle Witze erzählen. Alle haben gelacht.

Antonia:

[52:17] Ich habe noch ein bisschen was übrig, nur Lieben.

Dietmar:

[52:21] So, sind wir immer noch auf Madeira?

Thomas:

[52:22] Wir sind also der Farbe nach immer noch auf Madeira, würde ich sagen.

Sebastian:

[52:27] Es ist Antonia dran übrigens mit einem Trinkspruch.

Bärbel:

[52:29] Okay, ich wollte schon.

Thomas:

[52:33] Gab nur Stopp.

Antonia:

[52:36] Ehrlich, ich kenne keine Trinksprüche. Ich sage einfach nur, ich sage normalerweise zum Wohl.

Sebastian:

[52:41] Manchmal können es auch Lebensweisheiten sein. Oder einfach was so.

Thomas:

[52:46] Komm, eine Lebensweisheit.

Bärbel:

[52:50] Lebensweisheit, nein.

Dietmar:

[52:50] Wir wollen aber heute noch trinken, ne?

Antonia:

[52:54] Ich sage ja, im Norden sagen wir nicht lang, schnacken, Kopf in den Nacken.

Sebastian:

[52:58] Und man los, ne? I'm in two.

Bärbel:

[53:00] Oh, ich muss trinken.

Antonia:

[53:02] Oh, ich will nicht überkreuzen.

Dietmar:

[53:05] Zum Wohl. Teleprost.

Thomas:

[53:13] Ja. Hat weniger Säure als der erste, ne? Deutlich weniger Säure.

Dietmar:

[53:17] Ist der süßer?

Thomas:

[53:19] Ich kann es nicht genau sagen, aber ich würde sagen, es liegt mit an der Säure. Rebsorte ist identisch. Malvasia. Beim Portwein, äh beim Portwein, mein Gott, jetzt ist es so weit. Bei dem anderen.

Sebastian:

[53:32] Wir haben sie schon soweit.

Dietmar:

[53:34] Wir sind erst bei 52 Minuten. Was ist denn mit dir los?

Thomas:

[53:40] Beim Madeira ist es ja so, es gibt vier ich sag mal, vier Rebsorten, über die man eigentlich spricht. Das ist Serial, das ist Vedejo, das ist Boal und Malvasia, oder Malvasia, wie man es ausspricht.

Sebastian:

[53:56] Malvasia.

Thomas:

[53:57] Malvasia, Malvasi, nein. Der war auch nicht schlecht.

Dietmar:

[54:02] Wo ist eigentlich Sebastian emerget, wenn man ihn braucht.

Thomas:

[54:08] Und man kann eben halt sagen, Serial ist immer trocken ausgebaut, also trocken im Verhältnis zu den anderen Weinen, weil wirklich trocken finde ich den eigentlich auch nicht in Sersial. Also wenn ich den jetzt zum Beispiel zu einem fränkisch trockenen Silvana vergleiche, aber im Verhältnis gesehen. Sersial ist trocken, Vedejo ist halbtrocken, Boal ist halbsüß und Malvasia ist immer süß.

Thomas:

[54:30] Und Malvasia ist eigentlich die Rebsorte, also die Insel wurde 1420 entdeckt. Und es gab, es ist ja ein Atoll, es sind ja eigentlich vier Inseln, die Hauptinsel ist Madeira, dann gibt es noch Porto Santo, die ist auch die kleinere Nachbarinsel, dann gibt es noch zwei Inseln, die sind nicht bewohnt und das wurde damals in drei Bereiche eingeteilt. Einmal in den Norden, da war ein Gouverneur, es waren ja immer die Seefahrer wurden ja die Gouverneure. Also es gab drei Seefahrer, einmal im Norden ein Gouverneur, einmal im Süden ein Gouverneur und einmal auf der Insel Porto Santo

Thomas:

[55:02] Und dann hat man erstmal auf der Insel, es waren ganz viele Lorbeerbäume, da hat man erstmal alles in Brand gesetzt, weil man natürlich das auch urbar machen wollte und man Man wollte natürlich da auch ein bisschen Export einfach forcieren und man hat ursprünglich Zuckerrohr angebaut. Und dann wurde ja etwas später, im 15. Jahrhundert, wurde ja Amerika entdeckt und dadurch bedingt, dass wenn man natürlich nach Amerika gefahren ist mit den Schiffen, war Madeira immer ein Anhaltspunkt. Und es war auch ein großer Sklavenumschlagplatz. Und wie gesagt, Zuckerrohr wird angebaut. Und das hat man dann halt immer mit nach Amerika genommen. Und irgendwann gab es eben halt eine sehr große Krise. Also Wein wurde noch gar nicht so viel angebaut. Man hat aber, wie gesagt, von den anderen Sachen sehr viel exportiert, wie Zucker und Holz auch. Und dann hat man eine große Krise gehabt, weil durch die Monokultur der Zuckerplantagen wurden die Böden eben halt sehr schlecht und haben nicht mehr so viel hervorgebracht.

Thomas:

[56:07] Und dann kam auch die Pest, zog in den Sklavenunterkünften ein. Und dann hat man angefangen, die Zuckerplantagen mit Wein zu pflanzen. Und so ging es eigentlich erst los, dass man Wein angebaut hat. Und den Wein hat man aber nicht nur als Export nach Amerika verschifft, sondern die Menschen auf den Schiffen mussten ja auch irgendwas trinken. Und dann hat man halt auch den Seefahrern natürlich immer Fässer mitgegeben. Und dann hat man irgendwann festgestellt, dass wenn die Weine zurückkamen, waren sie viel, viel besser. Ja, und so ging es eigentlich los, dass man diese Weine immer zweimal praktisch über den Atlantik hin und her geschifft hat. Und als sie zurückgekommen, kann man sich ja vorstellen, die Hitze in den Schiffsbäuchen, der Zucker, der in dem Wein ist, der karamellisiert einfach, der Wein oxidiert und das tat dem Wein einfach extrem gut. Und so ist eigentlich Madeira entstanden in der Historie. Also ganz, ganz, ganz spannend. Und Malvasia wurde der Insel verordnet. Henry, der Seefahrer, der hat damals gesagt, Malvasia möchte ich, dass es da angebaut wird. Und es war die einzige Rebsorte, die über die ganzen Jahrhunderte immer als einzelne Rebsorte angebaut worden ist. Aber die Originalrebsorte gibt es heutzutage eigentlich 10%. Also das ist auch nicht die Originalrebsorte Malvasia.

Dietmar:

[57:15] Deshalb liebe ich das immer so, wenn wir so Meliesia haben. Ich habe immer Angst vor denen.

Thomas:

[57:20] Keine Angst vor mir haben.

Antonia:

[57:23] Eher erbwürdiges Schweigen da drüben.

Dietmar:

[57:25] Dass wir merken, dass wir keine Ahnung haben. Dauert zwei Minuten, bis man das draus hat. Aber es sind die besten Geschichtenerzähler. Also diese ganzen Storys, diese ganzen Geschichten, auch irgendwie auszuschmücken, zu erzählen, auch muss man gar kein Weingedöns-Sprech, gar nicht haben. Aber ich finde, Gutes Familie ist ein guter Geschichtenerzähler. Das mag ich immer sehr. Ist gut für einen Podcast übrigens.

Thomas:

[57:46] Und das ist ja genau das, ne? Das ist ja das, was ich vorhin gesagt habe. Man hat eine Geschichte im Glas. Und der Wein spricht ja eigentlich für sich. Und das ist nicht, man trinkt nicht... 2007 der Malvasia von Barbados, sondern man trinkt eine Geschichte. Und der Wein erzählt ja nicht nur das, der Wein erzählt ja nicht nur die Geschichte der Rebsorte Malvasia oder was eben halt da passiert ist, der Wein erzählt ja auch etwas über ja Millionen, also ich habe da eben halt, wenn wir uns über Terroir unterhalten, dann unterhalten wir uns über, wenn wir zum Beispiel nach Österreich gehen und unterhalten wir uns über einen Riff, über einen Korallenriff, was in den Bergen ist, was wir im Glas haben,

Thomas:

[58:22] was wir schmecken können. Das ist so beeindruckend für mich. Also das ist genau das Das hat

Antonia:

[58:27] Mich auch gepackt. Als ich angefangen habe, mit Bärbel zu arbeiten, so dieses Verständnis über die Geschichte im Glas und über also wie viel Geografie, dieses geografische Verständnis, das du auch brauchst, um Weine dann auch verorten zu können. Das hat mich auch sehr fasziniert.

Thomas:

[58:45] Also manche Sachen sind eigentlich ganz unkompliziert. Zum Beispiel, wenn man sich Frankreich vorstellt. Frankreich muss man sich als Uhr vorstellen. Zwölf Uhr ist Paris. Und dann stellt man sich einfach die Uhr vor und dann kann man, dann ist es eigentlich ganz einfach. Dann geht man immer im Viertelstundentakt. Also im Uhrzeigersinn weiter oben. Erste Viertelstunde von Paris aus gesehen haben wir etwas kühlere Regionen. Da gibt es das Burgund, das ist Pinot Noir, das ist Chardonnay. Da gibt es das Elsass, kühle Rebsorte, Riesling, Pinot Noir und so weiter, Pinot Gris, also die ganzen Burgunder Rebsorten. Dann auch Champagner, Burgunder Rebsorten. Dann geht es weiter. Nächste Viertelstunde wird es etwas wärmer, mediterran, dann sind wir an der Rhon, da gibt es Grenache, da gibt es Syrah, wieder andere Rebsorten. Dann nächste Viertelstunde geht es weiter, sind wir am Atlantik, aber unten im Süden. Da gibt es Merlot, da gibt es Cabernet Sauvignon und so weiter und dann gehen wir den Atlantik wieder hoch, werden wieder etwas kühler, da sind wir beim Sauvignon Blanc angekommen und Chenin Blanc. Also wenn man sich das einfach so merkt, finde ich, als Uhr ist man in Frankreich eigentlich relativ gut aufgehoben.

Dietmar:

[59:47] Das ist eine geile Idee. Wir fahren nach Sylt Und dann machen wir eine Folge, die genau eine Stunde geht. Und in einer Stunde saufen wir uns durch Frankreich. Geil.

Antonia:

[59:55] Und das ist super. Darf ich auch kommen?

Bärbel:

[59:56] Ja.

Sebastian:

[59:59] Ich glaube grundsätzlich auch, dass das die Art ist, wie Franzosen Wein trinken am Tag. Jede Viertelstunde.

Bärbel:

[1:00:06] Viertelstunde war herrlich.

Sebastian:

[1:00:09] So, sollen wir mal gucken, was wir da überhaupt haben?

Dietmar:

[1:00:11] Apropos, der Wein spricht zu dir. Den Satz fand ich gerade sehr schön. Da habe ich mir überlegt, vielleicht muss man mal ein neues Produkt erfinden. Weil genau solche Geschichten, wie du sie gerade erzählst, dann zu hören, wenn man Wein bekommt, sind echt total schön. Vielleicht müssen wir mal so einen QR-Code oder sowas auf so eine Flasche machen. Und dann kommt so ein drei Minuten Erklärstück zum Wein.

Sebastian:

[1:00:28] Einen wäre das total schlau.

Dietmar:

[1:00:30] Und dann spricht der Wein zu mir.

Sebastian:

[1:00:32] Ich würde die produzieren.

Thomas:

[1:00:35] Ich würde ihn trinken.

Dietmar:

[1:00:40] Und nein, Dietmar, du wirst nicht der Sprecher.

Sebastian:

[1:00:43] Dietmar, was haben wir denn da, Schönes? So, kommen wir mal mal wirklich zu ernsten Dingen. Wir haben, so wie es aussieht, das gleiche Weingut.

Dietmar:

[1:00:53] Ist das das, wo du geheiratet hast?

Thomas:

[1:00:55] Ja, zielfälligerweise.

Sebastian:

[1:00:59] Nur einfach eine wesentlich größere Flasche.

Dietmar:

[1:01:02] Die Nummer 10. Nummer 10, Spielmacher.

Thomas:

[1:01:06] In dem Fall ist es ein 10 Jahre alter Malvasier. Das ist wie beim Portwein. Portwein haben wir ja auch die Tawny Ports, also die braunen Portweine, die mit Luft ausgebaut sind. Da gibt es ja die Qualitäten normaler Tawny, dann 10, 20, 30, 40 Jahre alter Tawnyport. Neu ist jetzt 50 Jahre alter oder Old Tawny nennt sich das beim Portwein. Und hier ist es identisch. Also das kann man sich eigentlich ganz gut merken. Man hat hier 10, 20, 30, 40 Jahre alten Madeira. Dann hat man nur die verschiedenen Rebsorten dabei. Das ist der einzige Unterschied, sage ich mal dann. Und da hat man auch, also es ist jetzt nicht 10 Jahre nur im Fass gelegen, sondern der Schnitt, der Durchschnitt der Weine, die da drin sind, das ist eine Cuvée. Der Durchschnitt der Weine, die da drin sind, sind 10 Jahre alt, bummelig. Also es kann ein bisschen älter sein, es kann auch ein bisschen jünger sein, aber der Schnitt muss zehn Jahre ergeben. Und das andere, was wir hier haben, das ist eine Colleta. Colleta hat man ja auch beim Portwein wieder, aber Colleta beim Portwein ist ja die Königin der braunen Portweine sozusagen. Also es gibt den König, den Vintage und es gibt die Königin auf der anderen Seite. Und Coleta bei Madeira bedeutet eigentlich, er kommt aus einem Jahrgang und muss mindestens fünf Jahre, maximal 20 Jahre Fass gereift sein. Auch in diesem Pipasch, also Pipasch ist ja die Fassgröße in Portugal. Madeira ist noch ein bisschen anders, sind 418 Liter. Im Douro selber in Porto sind es bummelig 500 Liter ungefähr oder 550 oder so, glaube ich.

Sebastian:

[1:02:36] Aber schmeckt verdammt gut, muss ich wirklich sagen. Richtig gut.

Thomas:

[1:02:40] Und ich finde das hier auch schön mit dem Unterschied. Der erste, der hatte ein bisschen mehr Säure, ein bisschen mehr Tiefgang, finde ich, eigentlich auch war ein bisschen komplexer, ein bisschen mehr dieses Orangige. Und hier ... Habe ich gar nicht dieses, von deiner Oma, die Schranktür habe ich nicht so bei denen.

Sebastian:

[1:03:00] Nicht so viel, das ist das andere stärker. Ja, finde ich auch. Also da hätte ich einen ganz guten, glaube ich, auf die erfahren mich jetzt hier komplett zu blamieren. Ich finde, das hat so richtig Gletschereisbonbon irgendwie, oder?

Thomas:

[1:03:10] Ah, okay.

Dietmar:

[1:03:11] Was?

Sebastian:

[1:03:13] Wie gut, dass er heute nicht im Wild trinke, da kriegst du richtig Gletschereisbonbon-Gefühl im Mund.

Antonia:

[1:03:19] Für mich ist das so Pancake oder so eine schöne Waffel mit so einem crunchigen...

Sebastian:

[1:03:26] Findest du ein bisschen Aron-Sirup?

Antonia:

[1:03:28] Ja, genau, sowas.

Dietmar:

[1:03:29] Ja, deshalb verstehe ich das mit dem Glätschabarm auch gerade überhaupt nicht.

Sebastian:

[1:03:32] Hat er gestern auch gefeiert?

Bärbel:

[1:03:33] Ja.

Sebastian:

[1:03:33] Ah ja.

Dietmar:

[1:03:34] Er war auch noch da, als ich gegangen bin.

Thomas:

[1:03:38] Aber ich finde immer...

Dietmar:

[1:03:39] Ich bin das körperlich.

Sebastian:

[1:03:40] Ich habe in deinem Büro übernachtet.

Thomas:

[1:03:42] Das Spannende bei diesen ganzen Aromen ist, also unser... Und vielleicht mal kurz zur Erläuterung, warum ist es denn so, dass man die Worte manchmal nicht greifen kann? Unser Riechzentrum ist nicht mit unserem Sprachzentrum verbunden. Das Ganze läuft über das limbische System. Also das heißt, wenn ich sage, das riecht wie eine Wasserkastanie und ihr habt noch nicht an der Wasserkastanie gehochen, könnt ihr mit meiner Aussage ja gar nichts anfangen. Wenn ich sage, ich sage mal, das mit dem Schrank, da wussten wir vorhin alle, was gemeint war. Das finde ich auch immer so schön, wenn man solche Beispiele dann hat. Aber das ist halt das große Problem, was wir haben. Und oft ist es so, irgendjemand am Tisch sagt, Mensch, das ist doch das und das, das ist doch das und das. Und man riecht rein und denkt so, ja klar, logisch, das ist das. Warum bin ich nicht von alleine auf eine Banane gekommen oder sowas? Aber ich persönlich finde trotz alledem, deswegen finde ich es auch überhaupt nicht falsch, wenn du jetzt Eisbonbon sagst, weil jeder hat ja eine bestimmte Assoziation manchmal. Und das ist eben halt diese Erinnerung, die hervorgekitzelt wird einfach durch solche Aromen.

Dietmar:

[1:04:42] Bei mir sind auch ganz viele Zentren nicht miteinander verbunden.

Sebastian:

[1:04:45] Gut, dass du das sagst. Waren es denn mal mehr?

Antonia:

[1:04:49] Was für eine Selbstverständlichkeit?

Dietmar:

[1:04:50] Ich weiß nicht, ob es noch mehr war. Vielleicht kommt da auch nichts mehr, ich weiß es nicht. Wobei das Schönste, was wir immer hatten, war der Brombeerstrauch an der Tankstelle. Das grüne Stück vom Brombeerstrauch.

Sebastian:

[1:05:01] Die Blätter, grüne Blätter, Brombeerstrauch, aber an der Tankstelle.

Thomas:

[1:05:05] Ja, kann ich total nachvollziehen.

Sebastian:

[1:05:07] Quietschenden Reifen.

Dietmar:

[1:05:08] Sowas riecht und schmeckt die Weinprinzessin.

Thomas:

[1:05:10] Ich hatte mal dabei, hatte ich noch nichts mit Wein zu tun. Aber ich fand Zommeliers ganz toll damals. Ich hatte zwar noch nie einen kennengelernt, aber allein die Vorstellung fand ich super. Aber ich hatte mal gehört, dass jemand an Sommelier gesagt hat, der Wein schmeckt wie die Rückseite einer Schale eines grünen Apfels. Und ich denke, lächerlich, wie lächerlich. So was Bescheuertes, habe ich gedacht. Aber jetzt weiß ich, was gemeint war. Das war damals für mich nicht greifbar einfach.

Dietmar:

[1:05:41] Aber das heißt ja, du brauchst diese ganzen Gegenstücke, die brauchst du ja vorher, damit du es überhaupt riechen, schmecken erfahren kannst, statt irgendeinen Quatsch zu erzählen. Genau. Das heißt, du riechst an Rückseiten von Apfelschalen mittlerweile?

Thomas:

[1:05:51] Da bin ich überall dran. Hast du noch nicht gemerkt?

Sebastian:

[1:05:56] So, jetzt weißt du auch, warum ich manchmal am Mikrofon rieche und nicht am Glas.

Dietmar:

[1:06:00] Aber das ist auch so geil. Lieber Gast, der ist leider ein bisschen muffig, der Wein, der riecht so ein bisschen wie der Horsetschka aus dem Wein-Podcast.

Sebastian:

[1:06:08] Ey, wenn man diese Assoziationen hat, bin ich stolz.

Antonia:

[1:06:11] Nein, nein, es gibt ja schon echt auch krasse Assoziationen. Also ich meine, von Blut, Schweiß, Katzenpipi ist ja wirklich alles dabei.

Thomas:

[1:06:19] Ja, aber Katzenpipi und Schweiß habe ich beim Sauvignon Blanc. Wenn du das einmal drin hast, das kriegst du nicht mehr aus deinem Kopf raus. Das kriegst du verdammt nochmal nicht mehr aus deinem Kopf raus.

Dietmar:

[1:06:29] Ich rieche an zu wenigen Dingen. Deshalb kann ich das auch gar nicht.

Sebastian:

[1:06:34] Ich könnte jetzt dir sagen, sag deine...

Antonia:

[1:06:38] Ab sofort mehr riechen.

Thomas:

[1:06:39] Einfach überall dran schnuppern.

Sebastian:

[1:06:42] Das mache ich immer.

Dietmar:

[1:06:44] Die hat man schon mal reingebissen.

Sebastian:

[1:06:46] Es war schon etwas fortgeschritten. Ich habe dann statt einem Glas, aber ich habe Mikro gerochen. Sowas kann durchaus passieren. Aber ich vermute jetzt mal einfach nach diesen zwei tollen Madeiras von nun an geht es bergab.

Dietmar:

[1:07:01] Bei mir nicht. Bei dir nicht? 100 Pro nicht. Ich habe eine Garantie.

Antonia:

[1:07:05] Ich bin gespannt.

Dietmar:

[1:07:07] Ich habe eine Qualitätsgarantie bei mir drin. 100 Pro.

Sebastian:

[1:07:09] Na gut, Didi, dann markt dein auf, oder was? Ja, mach mal mein. Ich glaube, das ist auch besser so. Ich greife mal rüber. Ich habe hier eine Säckchen hier wieder vorbereitet.

Antonia:

[1:07:16] Und auf jeden Fall warm. Also meine Füße sind... Das ist schön. Ich komme nicht an der Studium.

Thomas:

[1:07:22] Doch.

Dietmar:

[1:07:24] Im Winter ist auch...

Thomas:

[1:07:25] Es liegt nicht an der Studiumbeleuchtung,

Dietmar:

[1:07:27] Glaube ich. Im Winter ist auch hier unten ganz warm. Wie ist denn das so zusammen, so ein Buch zu erarbeiten? Geht das auf den Sack oder ist das fröhlich?

Thomas:

[1:07:35] Nö, das war mega. Also wir haben ja, Antonia kam auf mich zu und sagte, Mensch, irgendwie bin ich oft mit bei Verkostungen dabei, aber irgendwie, das geht mir immer alles zu schnell. Ich brauche da mal ein bisschen Support.

Antonia:

[1:07:52] Ja, also es war ja so Corona, das war ja Corona-Zeit. und ich habe bei Abel angefangen und gesagt, ich bin, ich habe es ja eigentlich noch ein bisschen präziser ausgedrückt. Ja, ich wollte jetzt nicht so sagen. Och, das sagen wir jetzt. Das sagen wir jetzt. Weil ich habe sie angefangen und gesagt, weißt du was, Bärbel, ich bin immer nur mit irgendwelchen Mackern unterwegs. Warte mal, ich muss mal schnell trinken.

Sebastian:

[1:08:11] Ich hätte sonst noch ein Ersatzglas auch.

Thomas:

[1:08:14] Doppelglas, zwei Hände, zwei Gläser.

Antonia:

[1:08:17] Und ich habe sie angefangen und gesagt, weißt du, ich bin ja immer nur mit Männern unterwegs. Also ich bin überwiegend mit Männern unterwegs und verkoste auch mit Männern. Und Männer sind halt, neigen halt dazu, wenn die verkosten, schon nach zehn Sekunden zu sagen, halt das, das, das, das, die feuern einfach so ab. Und ich habe mich dadurch echt verunsichert gefühlt. Und dann habe ich Bärbel angefangen und gesagt, du musst mich jetzt irgendwie fit machen, damit ich mich da nicht so lost fühle. Und das war eigentlich der Anfang von diesem, wir treffen uns digital. Das war ja am Anfang noch alle zwei Wochen, glaube ich. Hast du mir die Weine geschickt und dann hast du ja angefangen.

Sebastian:

[1:08:52] Entschuldigung.

Antonia:

[1:08:52] Ja, ist gut.

Sebastian:

[1:08:53] War kurz abgelenkt hier. Didi musste kurz hier, wie er versucht, hier die Flasche, da ich frage mich, was ist das für eine Flasche, wenn die nicht mal so steht?

Dietmar:

[1:09:00] Das ist eine von Dietmar.

Antonia:

[1:09:04] Ja, und so haben wir uns dann quasi digital getroffen und dann hat Bärbel richtig Didaktik, also Weinanbau, Weinanbaugebiete, Rebsorten und so weiter. Und das endete, da bündete dann auch tatsächlich in Blindverkostung, hat sie mir die Weine halt dick verklebt, so mit Panzerband hat sie mir die zugeschickt. Und das war sehr lustig, weil dann immer Sonntagmorgen standen dann so sechs Flaschen auf meinem Esstisch, so um 10.30 Uhr. Meine Tochter, die kam dann runter und sagte, Mami.

Dietmar:

[1:09:29] Hast du ein Problem?

Antonia:

[1:09:30] Um 10.30 Uhr morgens. Aber auch wenn ich mir dann ja einen Korabon geleistet habe. So. Ja, das wäre sonst ein bisschen schwierig geworden. So begann das und daraus resultierte dann letztlich dieses Buch, dass wir gesagt haben, hey, es ist jetzt kein Frauenbuch, auch wenn es pink ist. Das stellen wir auch fest, haben wir vorhin drüber gesprochen, wirklich von vielen Männern gelesen, was uns natürlich sehr freut. Aber ursprünglich war das mal die Idee.

Sebastian:

[1:09:59] Ihr lieben Fabel.

Antonia:

[1:10:01] Sehr gut. Ich glaube, Bärbel kann das auch bestätigen. Und ich beobachte das immer wieder in Restaurants. Da sitzt ein Pärchen. Es geht um die Weinauswahl. Der Mann bestellt. Und die Frau schiebt so die Karte rüber und sagt, Schatz, mach mal bitte. Wo ich immer denke, nee, Schatz soll ich es mal gar nicht machen. Mach du doch mal. Andere Schatzi.

Thomas:

[1:10:20] Also ich sehe das halt relativ häufig, dass einer, also er bestellt. Ich gebe beiden einen Verkostungsschluck und beide schnuppern, schwappen das Glas hin und her, schnuppern rein, sie guckt ihn erwartungsvoll an, er nickt und sie auch. Ja, aber so ist das. So ist das, Klassiker.

Dietmar:

[1:10:44] Das Bonbon-Sauce ist leider auch so. Aber weil sie auch weiß, ich habe Spaß dran und ich habe, als ich anfing mit diesem Podcast, als ich mit eingestiegen bin, habe ich wirklich auch erstmal viel gelesen und diese Einstiegsbücher, die braucht man dann ja auch. Weil die Weinwelt wirkt ja wie so ein Geheimbund, in dem man niemals reinkommt. Die haben eine eigene Sprache, die haben eine eigene Art und du wirst es niemals verstehen, weil es viel zu groß ist. So wirkt es ja erstmal. Und auch jetzt nach 73 Folgen ist es bei mir immer noch so, ich kann es nicht beschreiben. Also wenn man mal in die Folgen rein, man hört auch, dass ich selten was zum Wein eigentlich in Wahrheit sage. Ich mache immer die Witze drumherum, weil ich sage kaum was zum Wein, weil ich kann das nicht wirklich gut. Aber ich kann jetzt mittlerweile gut Wein kaufen. Das ist ganz geil. Ich weiß mittlerweile, was wird mir schmecken, was wird mir nicht schmecken, was wird meiner Gattin schmecken, was wird ihr nicht schmecken. und wir haben wenige Fehlkäufe mittlerweile.

Sebastian:

[1:11:25] Warum bringst du den nie mit?

Antonia:

[1:11:28] Weil

Dietmar:

[1:11:28] Ich den guten Wein

Antonia:

[1:11:32] Trinkt er einfach, ey.

Sebastian:

[1:11:33] Der ist für gut. Der ist für gut. Für gut ist nett.

Dietmar:

[1:11:40] Aber warte doch mal ab, was gleich kommt. Ja, ja, ja.

Thomas:

[1:11:43] Aber ich sag mal, das mit dem Einkaufen, das ist ja ganz oft so. Man kann das Etikett lesen, aber nicht verstehen. Das ist ein großer Unterschied. Also man steht davor und liest so Spätburgunder. Trocken. Was bedeutet das? Was bedeutet Kabinett, Spätlese, Auslese? Warum ist dieser Kabinett, warum steht bei dem trocken drauf und bei dem nicht? Ist doch beides Kabinett.

Sebastian:

[1:12:07] Frau Regen, ich brauche keinen Grauburgunder. Können Sie auch einen Pinot Grigio holen?

Thomas:

[1:12:10] Ein Pinot Grigio. Aber das Pinot Grigio ist ja ein Phänomen. Das ist ja viele Jahre her. Da haben alle nur Pinot Grigio getrunken und wir Sommeliers haben daran gearbeitet, dass sie alle Grauburgunder trinken. Und jetzt verteufeln wir den Grauburgunder.

Thomas:

[1:12:24] Ja, kann man sich mal Gedanken drüber machen.

Sebastian:

[1:12:26] Dann lieber Hipnot Gritio wieder. So, kommen wir mal jetzt zu einem anderen Getränk. Getrunk. Getrunk, ja. Das geht auch bei mir schon langsam los. Kommen wir zu einem besonderen Getrunk. Und bevor wir sozusagen uns dieses edle Tröpfchen in den Drachen genüsslich einverleiben, gibt es zwei Trinksprüche, weil wir haben ja auch zwei Gäste. Der erste Trinkspruch heißt Nichts geht über ein kühles Glas Wein, wo und wann ich möchte, daher habe ich immer eine meiner Kühlmanschetten griffbereit.

Thomas:

[1:12:59] Genau so.

Sebastian:

[1:13:01] Und wer immer das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.

Thomas:

[1:13:06] Der ist auch richtig gut. Alter Schwede.

Dietmar:

[1:13:09] Ja. Richtig auf deiner Webseite.

Sebastian:

[1:13:11] Richtig.

Dietmar:

[1:13:13] Ein bisschen vorbereitet bin ich dann ja auch. Ich weiß wenigstens, wo er klaut.

Sebastian:

[1:13:18] So.

Thomas:

[1:13:18] In diesem Sinne. Da war er wieder.

Sebastian:

[1:13:26] Teleprost. Teleprost.

Thomas:

[1:13:28] Teleprost finde ich aber auch witzig.

Antonia:

[1:13:31] Hast du Sebastians Weinbuch gesehen? Wo hast du denn das ausgegraben?

Sebastian:

[1:13:36] Das habe ich in unserer Weihnachtssendung gewonnen, beim Schrottwichteln.

Antonia:

[1:13:38] Das ist mega.

Sebastian:

[1:13:40] Ja, finde ich auch.

Antonia:

[1:13:41] Oder?

Sebastian:

[1:13:42] Und wenn Dietmar mal wieder so ein bisschen Solo rumschwadroniert, dann löse ich da ein bisschen drin und vertreib mir die Zeit.

Dietmar:

[1:13:49] Schrottwichteln, ich habe einen Abend mit Dietmar gewonnen.

Antonia:

[1:13:54] Ich muss mir ja auch noch was raussuchen.

Sebastian:

[1:13:56] Kennst du den mit dem Kindergarten? In der Kita war Schrottwichteln. Wir sind jetzt Besitzer eines Kevins.

Antonia:

[1:14:05] Oh, böse.

Dietmar:

[1:14:08] Solche Witze dürfen wir nicht machen. In einer der ersten Folgen dieses Podcasts war Kevin Kühner zu Gast. Ach du Schreck.

Sebastian:

[1:14:13] Dann piepen wir das. Okay, wie ist es denn für euch? Ist natürlich nach dem Madeiras ein bisschen anders.

Thomas:

[1:14:20] Nee, aber es ist ja auch genau die richtige Reihenfolge jetzt, finde ich. Also, ne, die ersten hatten mehr Säure, also hier haben wir jetzt.

Dietmar:

[1:14:26] So wie er das gesagt hat, würde ich sagen, es ist kein Madeira.

Antonia:

[1:14:31] Zwinker, zwinker.

Sebastian:

[1:14:31] Ich wollte ihm ein bisschen helfen, ne.

Antonia:

[1:14:33] Zwinker, zwinker.

Thomas:

[1:14:35] Also, für mich total interessant, die Farbe, also jetzt hier so Kastanienrot, finde ich fast, ne. Also so, ähm, also halt auch sehr oxidativ ausgebaut, ähm. In der Nase hat man auch dieses Nussige, dieses, ja, ein bisschen Nougat, aber auch trotzdem noch diese rotbeerigen Früchte, sie sind immer noch da, sie sind nicht weg. Also es geht Richtung Torni, würde ich jetzt einfach mal sagen. Machen wir eine Blindverkostung?

Sebastian:

[1:15:06] Ja, bin sehr gespannt.

Thomas:

[1:15:10] Okay, also von der Farbe her würde ich jetzt sagen, das Weingut kann ich nicht einordnen. Also, aber ich bin Richtung Torni. Von der Farbe her würde ich jetzt sagen, wir sind vielleicht bei einem, brauchen wir ein bisschen was, weiß nicht, vielleicht entweder ein, wahrscheinlich eher ein 30 Jahre alter Torni-Pod oder aber, also würde ich jetzt einfach mal für mich behaupten.

Sebastian:

[1:15:34] Ja, Punkt.

Thomas:

[1:15:36] Vielleicht bin ich total falsch.

Dietmar:

[1:15:37] Ich sage das, was Bärbel sagt und Ich auch. Und ich glaube, Und ich glaube, er kommt aus Portugal. Und ich glaube, er ist lecker.

Sebastian:

[1:15:49] Wie jetzt?

Antonia:

[1:15:49] Das sind jetzt schon mal 100 Punkte.

Sebastian:

[1:15:51] Krass, ne? Warum sagst du, dass der lecker ist?

Dietmar:

[1:15:52] Ich finde das gut.

Sebastian:

[1:15:53] Ich kenne diesen Wortschatz nicht von dir, wenn es um meine Sachen geht.

Dietmar:

[1:15:55] Das stimmt. Lecker. Es ist auch selten, dass du was Leckeres mitbringst.

Sebastian:

[1:15:57] Keine Ahnung, sie finden die so lecker. Antonia, was sagst du?

Antonia:

[1:16:01] Nee, also ich würde mich tatsächlich Babel auch anschließen.

Sebastian:

[1:16:05] Ihr macht es euch alle.

Antonia:

[1:16:06] Was ihr euch... Nee, also das hätte ich jetzt auch so irgendwie verortet. Für mich ist das ja so karamellig, aber trotzdem auch das Beerige kommt auf jeden Fall durch. Er hat auch schon diese Rote, also er ist schon ganz schön rot. Also jetzt hier auf dem Holz, finde ich, täuscht das so ein bisschen, aber wenn ich jetzt über so ein weißes Papier halte, gehen wir mal kurz so ein Papier an.

Thomas:

[1:16:32] Ja, ist schon so Mahagoni-Kastanienrot irgendwie, aber ich bin jetzt so ein bisschen hin und her geswitcht. Am Anfang habe ich gedacht, vielleicht 20, aber doch eher 30. Ich glaube, für 20 ist er doch dann zu Mahagoni-Farben irgendwie. Ja, aber wie gesagt, das ist halt, man weiß nie.

Antonia:

[1:16:52] Also wir sind Team Tawny.

Dietmar:

[1:16:56] Team Tawny.

Sebastian:

[1:16:58] Also absolut richtig. Es ist ein Vintage-Tawny.

Thomas:

[1:17:02] Vintage-Torn? Echt?

Dietmar:

[1:17:03] Ja.

Thomas:

[1:17:03] Ach so, ein Collator.

Sebastian:

[1:17:04] Ein Collator. Das Wort ist nämlich schon vorhin gefallen.

Dietmar:

[1:17:07] Die weiß ja auch Vintage.

Sebastian:

[1:17:09] Richtig. Ich kann nichts anderes als meinem Alter gerecht werden.

Thomas:

[1:17:13] Ja, super.

Sebastian:

[1:17:16] Ein, Ultima, 95, das heißt also ein Collator, der im Jahre 95 in dem Jahr die Lese hatte.

Thomas:

[1:17:25] Ja, guck mal, das geht doch. Geht sich doch aus mit den Jahren. Das war doch dein 40.

Dietmar:

[1:17:29] Geburtstag damals.

Thomas:

[1:17:30] Meiner?

Dietmar:

[1:17:31] Die passen.

Sebastian:

[1:17:35] Genau und das ist ein Waris, Waris, Waris, Ultima Colator Port, und der hat 20% und ich hatte ja, als ich überlegt hatte, was für einen Portwein kann ich hier mitbringen, ich hatte, Alexander, glaube ich, zwei unterschiedliche schon geschickt gehabt und es ging alles nicht irgendwie mit der Lieferung und so und dann bin ich auf den gekommen.

Dietmar:

[1:18:01] Was ist denn? Wie bist du darauf gekommen? Hast du eine Empfehlung bekommen?

Sebastian:

[1:18:05] Nee, normal gegoogelt. Hast du jemanden angerufen.

Dietmar:

[1:18:08] Der dich auskennt?

Sebastian:

[1:18:10] Nee, du hast ja gemerkt, dich habe ich auch nicht angerufen. Nein, also ich habe da wirklich einfach nur geschaut, wie viele Konsumenten, glaube ich, das tun heutzutage. Sie gehen erstmal nach der Optik, schauen dann erstmal, was ist im Grunde genommen ansprechend für mich und dann geht man in die Beschreibung hinein. Und ich fand, nachdem ich zwei andere Portwein gesehen hatte, die ich sehr, sehr interessant fand auch, dann bin ich auf den gekommen. Ich fand die Farbe toll. Und dann auch, dass es ein Vintage-Porten-Torny ist und aus dem Jahre 1995 ist.

Dietmar:

[1:18:49] War 30 Jahre, hast du recht gehört.

Thomas:

[1:18:50] Nicht schlecht, das ist ja auch ein lustiges Etikett.

Sebastian:

[1:18:52] Genau, ja.

Antonia:

[1:18:52] So ein schmales Etikett.

Sebastian:

[1:18:54] Ich empfand das einfach auch so von der Beschreibung, wie es so ein bisschen beschrieben wurde, was das alles so auf sich mit Vintage-Torny hatte ich bisher noch gar nicht gelesen gehabt. Und dann habe ich mich auch erinnert, dass wir das auch gar nicht bei Johannes hatten. Und dann habe ich mich für diesen entschieden.

Antonia:

[1:19:08] Ist der Vintage-Torny, muss ich jetzt mal fragen, ist der Vintage-Torny auch wie der Vintage-Port schnell zu trinken? Verliert der schnell oder ist das wie beim Torny? Also der kann auch länger.

Thomas:

[1:19:21] Genau, das ist eigentlich ein anderer Begriff für Collator-Port. Das ist also Single-Harvest Also Vorris gehört ja mit zur Simmington-Familie. Zu Simmington gehört Grahams, Vorris, Daws, Coburn und so weiter. Und die haben aber die einzelnen Häuser im Laufe der Jahrzehnte, könnte man sagen, aufgekauft, aber immer den eigenen Charakter der Häuser behalten. Und, aber die schreiben eigentlich nie Collator, also die Simington-Familie habe ich jetzt, wüsste ich jetzt gerade nicht, dass Collator auf den Flaschen steht, sondern auch bei Grahams steht Single Harvest und das ist eigentlich aber identisch, aber nicht zu verwechseln jetzt mit einem Madeira Collator. Das sind zwei Paar verschiedene Schuhe.

Sebastian:

[1:20:10] Sie machen jetzt demnächst, habe ich gelesen, eine besondere limitierte Auflage sogar. Vorres ist der Pionier sozusagen im Hafenhandel von Portugal, war eines der Hafenhäuser, das im 18. Jahrhundert eine Hütte in Villanova de Gaia baute und bis heute die Weine ungestört dort die Zeit haben, bis sie abgefüllt werden. Und der Pioniergeist kombiniert mit einem tiefen Respekt für Erbe und Tradition, bildet eine einzigartige Kombination, die Boris fest in den Mittelpunkt der Geschichte des Hafenhandels stellt, da es sein 350-jähriges Bestehen jetzt feiert. Also so alt ist dem genommen schon der ganze Stammbaum von diesem Wein. Wahnsinn, oder? Das ist echt verrückt. Ich bin jetzt total, also für mich ist es auch immer wie so eine kleine Überraschungstüte, wie so eine Wundertüte. Ich weiß oftmals auch nicht genau, was kommt denn da wirklich raus. Man wünscht sich natürlich nur das Beste. Und ich finde tatsächlich, der schmeckt ganz gut.

Dietmar:

[1:21:10] Ein blindes Huhn findet auch mal einen Korn.

Thomas:

[1:21:15] Wo wir bei der Schnapsverkostung wären.

Dietmar:

[1:21:20] Wobei Korn hatten wir auch schon mal. Mit Titus? War das nicht Korn? Korn?

Thomas:

[1:21:26] Ich habe keine Ahnung von Korn.

Sebastian:

[1:21:27] Ihr hattet Bier und Schnaps.

Dietmar:

[1:21:29] Und dann gab es einen Korn.

Sebastian:

[1:21:30] Ja, er kann man immer mit dem Korn. Also Getreide.

Antonia:

[1:21:34] Das heißt, den stell ich verkorkt, kann ich verkorkt stehen lassen.

Thomas:

[1:21:40] Der hat schon 30 Jahre im Fass rumoxidiert.

Sebastian:

[1:21:43] Der hat er rumoxidiert.

Thomas:

[1:21:47] Werner.

Sebastian:

[1:21:48] Werner, mein Hart. Oh, hier kommt es noch.

Antonia:

[1:21:51] Eine Wüste.

Thomas:

[1:21:54] Gerade frisch gewischt.

Sebastian:

[1:21:56] Mensch, ist ja noch gut neu.

Bärbel:

[1:21:58] Ja.

Sebastian:

[1:22:00] Kommen wir zu einer kleinen Rubrik.

Dietmar:

[1:22:02] Ich habe mit Brösel mal ein Bier getrunken. Ja? Der war total gaga, der Typ. War total lustig.

Antonia:

[1:22:06] Ich liebe ja Werber. Ja. Ich liebe es ja.

Sebastian:

[1:22:09] Ich habe in Kiel studiert, deswegen bin ich ihm öfter mal in der Kneipe begegnet.

Dietmar:

[1:22:12] Holz bei in Kiel.

Sebastian:

[1:22:15] Und zwar zu einer kleinen Rubrik, die heißt... Zeit für ein Jingle. Horoskope.

Dietmar:

[1:22:21] Ich wünsche euch viel Vergnügen.

Thomas:

[1:22:24] Danke.

Sebastian:

[1:22:26] Und zwar fangen wir mit Antonia an. Antonia, du bist geboren, wenn ich das sagen darf, am 28. März 1976. Richtig. Weißt du, wie schwer das war, das Jahr rauszufinden? Wirklich? Ja, du bist, auch was dein Datum angeht, glaube ich nur an einer Seite, irgendwo ist das geschrieben, das Jahr gar nicht. Also dich herauszufinden, wann du geboren wurdest, ist wirklich ein Geheimnis gewesen, bis auf, als ich heute bei Dussmann war und euer Buch in der Hand hatte. und da habe ich es dann entdeckt.

Dietmar:

[1:23:08] Wie lustig.

Antonia:

[1:23:09] Ich dachte, bei Facebook ist das drin.

Dietmar:

[1:23:10] Oder Handelsregister.

Sebastian:

[1:23:11] In Facebook steht nur 28, ah genau, da steht 28. März.

Dietmar:

[1:23:14] Aber Handelsregister geht mal nächstes Mal für die nächsten Gäste. Wenn sie eine GmbH oder Geschäftsführer sind, geh ins Handelsregister.

Antonia:

[1:23:19] Also es ist keine Eitelkeit.

Sebastian:

[1:23:21] Nein, nein, nein. Es könnte ja sein. Du machst ja auch nicht.

Antonia:

[1:23:27] Meine Mutter war so, die hat das verheimlicht.

Sebastian:

[1:23:29] Ja, aber da du es dann im Buch veröffentlicht hast, bin ich jetzt der Meinung, dass das keine Sorgen ist. Also, am 28. März Geborene haben das Sternzeichen Widder. Im chinesischen Horoskop liegt es. Aber was für ein Drache?

Antonia:

[1:23:45] Keine Ahnung.

Dietmar:

[1:23:46] Euer Drache.

Sebastian:

[1:23:48] Ja, so, nun kommen wir zu einem sehr schönen. Die Single Charts. Welche Singles? wurde am 28. März 1976 auf Platz 1 in den deutschen Charts geführt. Was könnte es sein?

Antonia:

[1:24:04] Irgendwas mit Abba vielleicht?

Dietmar:

[1:24:07] Nein. Irgendwas mit Schlager?

Antonia:

[1:24:09] Irgendwas Schlagermäßiges. 76, das kann nicht was sein.

Sebastian:

[1:24:12] Ich glaube, dass es sehr schwer ist. Tatsächlich, ich wäre jetzt nicht so drauf ansummen.

Antonia:

[1:24:18] Bei Johannes war es Gitte. Das konnte ich gar nicht glauben, dass die so alt ist, ehrlich gesagt.

Thomas:

[1:24:24] Also, dass Johannes so alt ist.

Bärbel:

[1:24:25] Nein!

Antonia:

[1:24:28] Geht dir so alt? Aber egal. Sag's mir.

Sebastian:

[1:24:31] Pussycat. Mit dem Song Mississippi.

Antonia:

[1:24:34] Oh ja, das ist ja spannend.

Thomas:

[1:24:36] Kann ich gar nicht.

Dietmar:

[1:24:36] Mississippi?

Sebastian:

[1:24:37] Sing mal. Nee, kann ich gar nicht singen, weil das tatsächlich völlig unbekannt ist. Aber ich hab mir dann einfach mal ein bisschen den Text angeguckt. Und da steht, als Übersetzung von den Liedzeilen, wo man von Weitem ein Country-Lied hören kann und jemand spielt Honky-Tonk-Gitarre. Wo alle Lichter nacheinander ausgehen, Die Leute singen mit und der Wind trägt es fort. Wo der Mississippi zum Meer hinabrollt und Liebende haben den Ort gefunden, an dem sie sein möchten. Wie oft, bevor das Lied zu Ende war, Liebe und verständnisvoll. Überall Mississippi. Ich werde mich an dich erinnern, wann immer ich weggehen sollte. Ich werde mich an dem Tag sehnen, dass ich wieder in Greenville sein werde. Das ist so die Übersetzung. Ja, aber es hat sowas von Sehnsucht an Reisen, finde ich. Wenn man das jetzt mal so ein bisschen versucht. Versuchst du es jetzt zu übertragen. zu übertragen, das ist ja vielleicht ein Hinweis sein kann, weil du ja sehr gerne reist.

Antonia:

[1:25:33] Ja, das stimmt.

Dietmar:

[1:25:35] Bin ich komisch, dass ich mich gerade frage, wie viele Is und S Mississippi hat? Ja, komisch, ne? Rechne mal nach. Aber für den nächsten Zungenbrecher, die ist gut.

Sebastian:

[1:25:48] Was sozusagen die Bedeutung eines Widders angehen, Entschlossenheit, Mut, Abenteuer, Lust, Leidenschaft und Energie, Führungsstärke, Lebensfreude und Humor, Risiko und Gefahr. So nach dem Motto, egal, ich mache es trotzdem. Stimmt bisher alles, oder?

Antonia:

[1:26:14] Ja, schon, ja.

Sebastian:

[1:26:16] Was so die Schwächen angehen könnte, ich halte ja nichts von Horoskopen wirklich. Darum frage ich immer so ein bisschen. Da stehen dann so ein bisschen Wörter wie aufbrausend, draufgängerisch, egoistisch, impulsiv, jezornig, rücksichtslos, stürmisch, streitlustig, unberechenbar, ungeduldig.

Dietmar:

[1:26:34] Was ist denn mit dir los?

Thomas:

[1:26:36] Habe ich gerade auch.

Antonia:

[1:26:40] Mein Großvater war Astrologe und das ist ja alles abhängig vom Aszendenten.

Dietmar:

[1:26:47] Richtig.

Antonia:

[1:26:48] Jetzt weiß ich gerade nicht mehr, wie das mit einem Aszendenten ist, aber ich bin auf jeden Fall nicht so ein rein rassiger Widder. Bei mir ist irgendwie noch so ein Fisch oder so mit drin. Also ich bin nicht aufbrausend, definitiv nicht. Sehr selten. Also wenn du mich da hinbringst, dann hast du schon wirklich echt was gemacht.

Sebastian:

[1:27:04] Oh, ordentlich verschissen.

Antonia:

[1:27:06] Und ich bin auch nicht egoistisch.

Sebastian:

[1:27:09] Aber das ist doch toll, das ist doch schön. Das kann ich, das bin ich nicht. Dass du dem alles widerlegen kannst.

Antonia:

[1:27:14] Nee, alles nicht. Also es gab durchaus auch Dinge, die, das müsstest du nochmal wiederholen, aber da gab es durchaus Dinge, wo ich mich wiedergefunden habe.

Sebastian:

[1:27:21] Aufbrausend nicht.

Antonia:

[1:27:22] Nee, nicht so.

Sebastian:

[1:27:23] Impulsiv, nett. Wohl impulsiv finde ich ja nicht unbedingt negativ.

Thomas:

[1:27:26] Ist ja nicht unbedingt negativ.

Antonia:

[1:27:28] Nee, also ich kann mich schon auch hochfahren. Du wusstest nicht.

Sebastian:

[1:27:31] Streitlustig.

Antonia:

[1:27:33] Ja, also ja, ich kann schon, ich mag schon auch diskutieren und ich mag Reibung und so, das mag ich schon. Also ich muss jetzt nicht alles in der Harmonie ertränken. Das finde ich dann auch irgendwie langweilig.

Sebastian:

[1:27:47] Unordentlich?

Antonia:

[1:27:47] Nee, gar nicht. Ich bin totaler Pedant.

Sebastian:

[1:27:51] Ungeduldig?

Antonia:

[1:27:52] Auch nicht.

Sebastian:

[1:27:53] Ja, siehst du, da hast du eigentlich zwei Drittel auf jeden Fall da weggehauen. Das ist doch sehr schön. Das ist ja sehr schön. Du hörst ja gerne auch Musik, auch weil du natürlich selbst Musik machst. Wenn du am Klavier sitzt, was ist so dein Lieblingsstück, was du gerne spielst?

Antonia:

[1:28:12] Das ist schon Chopin und Bach. Bach ist immer so eine Challenge für mich, weil man da sehr akkurat sein muss, sehr akkurat spielen muss, aber ich bin ein großer Bach-Fan und ein großer Chopin-Fan. Beides so meine Lieblingskomponisten.

Sebastian:

[1:28:27] Ich weiß letztens mit meinen Eltern und meiner Frau in der Leishalle und wir haben das Prager Sinfonieorchester dort gesehen und auch wieder aus der neuen Welt, die Moldau, obwohl die Moldau ein bisschen aggressiv war in diesem Fall, aber ich glaube, es liegt daran, dass das Sinfonieorchester aus Prag immer das Gefühl hat, wenn sie auf Tour gehen, müssen sie auf jeden Fall die Moldau spielen, so ein bisschen als Tourismusvariante, aber die neue Welt war großartig und dann habe ich auch wieder da gesessen und dachte mir, Mein Gott, wie sehr habe ich das vermisst, wieder in klassische Konzerte zu gehen. Ich bin damit aufgewachsen. Ich bin in drei Spatenhäusern, Sinfonieorchester, Operetten, Opern, Schauspieler. Das war ja alles für mich als kleines Kind schon gegeben. Und jetzt habe ich wieder gemerkt, wie schön ist das.

Antonia:

[1:29:14] Also das ist mein Podcast und kein Podcast über klassische Musik. Da können wir ja Stunden drüber reden, weil mich das echt bewegt. Und weil so wenig Menschen das noch hören und auch junge Menschen. Und ich fange immer wieder mit Bach an. Ich sage immer, hört mal das erste Präludium von Bach oder das R von Bach, weil es geht hier hin. Das ist wirklich so, als würde der Himmel direkt mit dir kommunizieren.

Dietmar:

[1:29:38] Für die Hörer, sie zeigt aufs Herz.

Antonia:

[1:29:39] Ja, ich zeige aufs Herz ein bisschen kitschig, die Geste, aber so, ich unterstreiche das jetzt. Ich finde das sehr schade, aber das hat sich, ehrlich gesagt, der Klassikbetrieb auch selbst zuzuschreiben. Das ist eine lange Geschichte, aber ich versuche da auch gegen anzuarbeiten, weil es einfach wichtig ist. Gehört zu unserer Kultur und auch zur Musikgeschichte dazu zu verstehen, wo kommt vieles auch her.

Sebastian:

[1:29:59] Vor allem, viele Filmmusikthemen kommen aus dem klassischen Bereich, was viele nicht wissen.

Antonia:

[1:30:05] Mein Spezialgebiet. Morricone. Morricone, ja.

Sebastian:

[1:30:09] Auch John Williams, Aldi. Da hört man ganz viel. Ja, auch übrigens bei Dvorak viel rausgehört, wo ich dachte, oh, da tanzt der Hobbit entlang.

Antonia:

[1:30:19] Star Wars. Star Wars-Thema ist von Dvorak entlehnt. Und ich habe einen Studienkollegen, der hat darüber gearbeitet, seine Doktorarbeit darüber geschrieben. Super spannend. Dass alles herkommen.

Dietmar:

[1:30:31] Klassik in der Elbphilharmonie finde ich ja unfassbar. Also ich finde den Ton da so geil.

Antonia:

[1:30:35] Hängt davon ab, wo du sitzt. nicht dritte Reihe, erste, dritte, vierte Reihe, schwierig.

Thomas:

[1:30:40] Franziersitz?

Antonia:

[1:30:41] Weil du bist zu weit unten und die Akustik geht über dich rüber, ist nicht so angenehm. Also lieber weiter oben sitzen.

Sebastian:

[1:30:46] Und ich habe auch gehört, wenn man durchs Mikro spricht, ist es in der Elbphilharmonie nicht so passend. Da habe ich schon viel gehört, dass die geflucht haben.

Antonia:

[1:30:55] Ja, es ist eine Herausforderung auf jeden Fall.

Sebastian:

[1:30:58] Schön, schön. Guck mal an, Tonja. So, Bärbel. Heute ist genug Zeit.

Dietmar:

[1:31:04] Um mit Charts nachzudenken.

Thomas:

[1:31:06] Ja, hab ich schon.

Sebastian:

[1:31:07] Du bist geboren am 22. Oktober 1977. Geborene haben das Sternzeichen Waage. Und im chinesischen Horoskop liegt es im Jahr Schlange. Auch hier Feuerschlange. Und im Radio lief an diesem 22. Oktober 1977 vielleicht welcher Song an Nummer 1.

Thomas:

[1:31:28] Rolling Stones, irgendwas von denen.

Sebastian:

[1:31:31] Wäre supergeil, aber leider nein.

Thomas:

[1:31:35] Keine Ahnung, finde ich nicht.

Sebastian:

[1:31:36] Aber nach unseren heutigen schon Erkenntnissen, die du auch von dir gegeben hast, auch nicht so verkehrt, weil das Wort ist auch schon mal gefallen heute, in Verbindung mit dem Söldringhof. Und zwar, es lief, Sorry, I'm a Lady von Baccarat.

Dietmar:

[1:31:55] Ah, Baccarat. Kakara war ja auch mega.

Antonia:

[1:31:58] Keine Ahnung.

Sebastian:

[1:31:59] Das ist natürlich ein geiler Song.

Thomas:

[1:32:00] Ich stehe schon wieder auf dem Schlauch.

Sebastian:

[1:32:01] Macht nichts. Ihr könnt jetzt zu Hause bei richtig schön zwei Flaschen Wein, du mit deinem Mann, weißt du, er wieder sein Wein und du deinen Wein. Dann habt ihr zwei Flaschen getrunken. So wie das immer ist.

Dietmar:

[1:32:13] Kakara war doch auch Yes, I can boogie, ne?

Sebastian:

[1:32:18] Ja, stimmt.

Antonia:

[1:32:19] Das kennst du aber,

Sebastian:

[1:32:20] Bärbel, ne? Das kennst du aber, bitte. Auch hier habe ich mal ganz kurz die Übersetzung, weil das ja auch, wie gesagt, kein so eingängiger Song ist. Vielleicht hat das auch eine mögliche Bedeutung. Vielleicht erkennst du was wieder, wenn auch nicht. Da kommt dieser Mann wieder. Etwas in der Art, wie er sich bewegt. Tut mir leid. Ich bin eine Dame. Hallo Fremder. Sie stellen hier eine Gefahr für Recht und Ordnung dar. Männer wie dich mögen sie in unserer Stadt nicht. Du bist ziemlich cool und witzig. Sie sind ein wirklich schlechtes Unternehmen und ich hätte mich heute von dir fernhalten sollen. Tut mir leid, dass ich eine Dame bin. Dann geht es weiter. Ich spring mal. Hast du Licht? Für mich heute Abend, du bist ein Gewinner. Ich bin ein Sünder. Keine Entschuldigung, kein Alibi. Versuchungen haben das Spiel gewonnen. Und du bist schuld.

Thomas:

[1:33:13] Interessant.

Dietmar:

[1:33:15] Darf ich jetzt einmal klugscheißen, bitte? Einmal in dem Text, du hast es ja übersetzt, Company war mit Sicherheit nicht Unternehmen, sondern Begleitung.

Sebastian:

[1:33:22] Gesellschaft, das ist doch in Ordnung. Vielleicht geht es ja auch um Wein und nicht um einen Mann.

Thomas:

[1:33:29] Vielleicht geht es um La Grande Dame tatsächlich, weil sie hört sich nämlich genauso an. Gehe ich in dieses weiße Haus?

Sebastian:

[1:33:39] Ja, wer weiß, wer weiß. Okay, kommen wir zum Sternzeichen. Du bist harmonisch gerecht und im Gleichgewicht heißt es. Fröhlich, aufgeschlossen, kreativ, empathisch, genussfreudig, diplomatisch, anmutig und schöngeistig. Aber man sagt angeblich auch Unvermögen, Nein zu sagen.

Thomas:

[1:33:59] Manchmal.

Sebastian:

[1:34:01] Konfliktscheu?

Thomas:

[1:34:03] Manchmal.

Sebastian:

[1:34:04] Ungeduldig?

Thomas:

[1:34:05] Total.

Sebastian:

[1:34:08] Also das Wort würde ich jetzt nicht hier, oberflächlich finde ich, passt überhaupt nicht. Beeinflussbar?

Thomas:

[1:34:16] Nee. Musste schon gute Argumente haben.

Sebastian:

[1:34:19] Wechselhaft?

Thomas:

[1:34:21] Weil ich mich nicht entscheiden kann vielleicht.

Sebastian:

[1:34:25] So mehr sagt man da noch gar nicht mehr zu. Im Großen und Ganzen alles sehr, sehr, sehr, sehr schön und positiv. Hast du was mit Sternzeichen am Hut?

Thomas:

[1:34:36] Nee, aber es gibt tatsächlich ein, früher mein Leben vor der Gastronomie und so, bevor ich mich mit Wein auseinandergesetzt habe, hat mich sowas schon immer sehr interessiert. Also alles, was so ein bisschen mit so Sachen zu tun hatte, ob es jetzt Geister waren oder Tarotkarten und so, fand ich früher schon ziemlich spannend irgendwie. Aber irgendwann stellt man, also habe ich festgestellt, man kann sich das auch alles sehr schön reden.

Dietmar:

[1:35:04] So ein bisschen Gläserrücken machst du ja immer noch.

Thomas:

[1:35:07] Richtig. Und dafür kriege ich Geld. Du darfst auch Wahrsagerin zu werden. Weinlich die Wahrheit.

Sebastian:

[1:35:17] Ab einer bestimmten Flasche, ja.

Dietmar:

[1:35:21] Das ist schön.

Sebastian:

[1:35:23] So, aber eine kurze Frage. Wisst ihr, welche Flasche wie gekostet hat? Also wie viel hat jetzt zum Beispiel deine erste, was ist die ungefähr in der Preisleistung?

Thomas:

[1:35:34] Ja, der liegt, glaube ich, um die... Ich kann es jetzt gerade gar nicht sagen. Ich glaube, im normalen Eker liegt er, glaube ich, um die... 30? 35 bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, im normalen Eker.

Sebastian:

[1:35:49] Das ist die erste Flasche gewesen.

Thomas:

[1:35:50] Ja? Der hier dürfte, glaube ich, um die 20, denke ich, liegen.

Sebastian:

[1:35:55] Ah, das sind super Preise dafür. Meiner liegt auch bei 35.

Thomas:

[1:35:59] Ja. Ja, so geschichtsträchtig, das darf auch was kosten, finde ich, oder?

Sebastian:

[1:36:05] Ja, das ist doch sowieso, ich meine, das sagt ihr ja sowieso, die ihr euch ja sehr gut in der Gastronomie auskennt, wenn es darum geht, im Grunde genommen zu sagen, Also ab wo lohnt es sich, einen Wein zu kaufen, so nach dem Motto. Aber wenn man eigentlich bedenkt, was das alles an Aufwand bedarf, um überhaupt erstmal eine Flasche zu erzeugen. Wir hatten ja mit Claudia Stern mal eine Folge gehabt, da ging es auch um Nachhaltigkeit. Und ich glaube, das ist mit eines der größten Probleme, dass die Flaschen eben einfach bei der Erzeugung allein schon so viel Energie brauchen, bevor überhaupt was eingefüllt ist. Und da gibt es ja mittlerweile einige Möglichkeiten, wie zum Beispiel Wein in Bierflaschen, weil es Pfand gibt oder in Dosen auch. Das hatten wir auch. Oder den Wein, den ich damals mitgebracht habe, war um ein Drittel, glaube ich, leichter. Eine ganz dünne Flasche gewesen, was Transportkosten minimiert. Aber trotzdem, bis erstmal ein Wein drin ist.

Dietmar:

[1:37:04] Bei meinem war die Qualität rausgelassen.

Thomas:

[1:37:08] Irgendwo muss man sparen.

Sebastian:

[1:37:09] Ich habe ihn eigentlich schon verdrängt gehabt. So schlimm war der nicht.

Dietmar:

[1:37:12] Ich war ja nicht dabei, ich habe ihn nie getrunken.

Sebastian:

[1:37:13] Also dann war es ein 5-Liter-Beutel.

Thomas:

[1:37:15] Ja, back in the box.

Sebastian:

[1:37:18] Ja.

Thomas:

[1:37:19] Nennen ihn immer Tütenwein.

Sebastian:

[1:37:21] Ja, manchmal auch Urinbeutel. Fürs Camping reicht es.

Dietmar:

[1:37:24] Ja, ich dachte so aus Nachhaltigkeitsgründen, man hat so einen Plastiksack. Ich konnte ja nicht ahnen, dass die Frau Stern irgendwie mit Primitivo nichts anfangen kann. Ich habe ausgerechnet so einen mitgebracht. Ist dumm gelaufen, ich war nicht da, ich konnte mich nicht verteidigen. Corona ist einfach dumm gelaufen an dem Tag.

Sebastian:

[1:37:38] Hättest du ihn probiert.

Dietmar:

[1:37:39] Wüsstest du Was sind denn so Nachhaltigkeitsfragen und so Trends? Beeinflusst das deine Weinkarte?

Thomas:

[1:37:44] Ähm Bewusst nein, unbewusst ja. Also ich habe irgendwann, das ist jetzt auch ein paar Jahre her, habe ich einen Anruf bekommen von einer Dame, die studierte gerade in Geisenheim Önologie und hatte mich angefragt, ob die so eine Rundfrage machen kann. Und es drehte sich um biodynamisch angebaute Weine. Und ich sage, ja, von mir aus. Und sie fragte mich, wie viel Weine denn bio oder biodünn bei mir auf der Karte sind. Ich sage mal, ich habe bummelig 1000 Positionen ungefähr auf der Karte. Und ich würde sagen, zwischen 85 und 90 Prozent sind bio und biodünn. Aber nicht bewusst eingekauft, sondern ich kaufe nach Qualität ein. Und das finde ich dann doch, wenn man drüber nachdenkt, also wie gesagt, das war mir vorher nicht bewusst. Und als ich drüber nachgedacht habe, war es für mich doch schon ein krasses Kriterium irgendwie, sich mal damit ein bisschen mehr auseinanderzusetzen. Weil das war mir nicht so bewusst, dass es doch so viel dann hinterher ausmacht.

Sebastian:

[1:38:42] Antonio, wäre das nicht ein neues Buch, wo man mal drüber nachdenken könnte, über die Nachhaltigkeit von Weinproduktion?

Antonia:

[1:38:49] Ja, absolut. Ja, absolut. Also ich glaube, das ist ähnlich wie bei so Themen wie Fleisch. Man muss einfach aufklären. Man muss den Menschen klar machen, was das für ein Handwerk ist, was das für eine Arbeit ist, was es bedeutet, eine Handlese zu machen oder in schwierig zugänglichen Weinanbaugebieten zu arbeiten und so. Ja, auf jeden Fall. Klar, also wir arbeiten ja schon an den nächsten Projekten und so. Definitiv wichtig.

Thomas:

[1:39:20] Aber das ist auch, ich sag mal, ich hatte letztens ein Gespräch mit jemandem und der kauft nur Bio ein und Bio dünn und sagt zu mir, er braucht eine Weinempfehlung um die 5 Euro. Ja, okay, also gibt es,

Dietmar:

[1:39:34] Gibt es. Das war nicht per Steinbrück.

Thomas:

[1:39:36] Also die Sachen werden ja auch immer teurer, das heißt vor, das war vor ein paar Jahren, da war das noch, okay, jetzt kostet das einfach alles etwas mehr. Aber am Ende des Tages finde ich immer, was möchte man denn in seinem Glas haben? Und dann ist die Preisfrage hinterher gar nicht die größte für mich, sondern die größte Frage ist eigentlich, möchte ich, dass ein Vollernter mit ganz viel Chemie durch den Beingarten fährt, es wird alles geerntet, es kommt alles in einen Pott, sag ich mal, in Anführungszeichen, dann kommt wieder ganz viel Kram dazu, dass alles, was da vorher reingekommen ist, wieder rauskommt und dass es irgendwie schmeckt. Ich sage mal so ein Cola-Produkt und dann wird es hinterher abgefüllt mit einem bunten Etikett und dann kostet das irgendwie drei Euro und das landet bei mir im Glas. Möchte ich das? Also das ist eigentlich die Frage, finde ich, die man sich eher stellen muss. Oder möchte man denn wirklich dieses Romantische haben? Man möchte, dass da jemand durch den Weingarten geht. Man möchte, dass die Weingärten gepflegt werden. Dann muss man halt einfach mehr investieren. Das ist wie Massentierhaltung. Nun bei der Rebe ist ja nichts anderes.

Thomas:

[1:40:31] Aber es ist ja auch irgendwann einfach mal getrennt worden. Also Rudolf Steiner, wenn wir jetzt zur Biodynamie gehen, hat ja 1924 acht Vorträge gehalten über Agrarwissenschaften und so ist ja eigentlich

Thomas:

[1:40:47] die Biodynamie entstanden. Und der hat damals schon gesagt, man darf Tierhaltung plus hier Pflanzenanbau, man darf es nicht trennen voneinander. Was ist passiert? Es ist total getrennt worden. Also wir haben jetzt zwei, also viel zu viel Fleisch, was weggeschmissen wird, was Leben, was weggeschmissen wird einfach, auf den Müll landet. Und auf der einen Seite und auf der anderen Hand haben wir eine totale Überproduktion, wo ganz viel Kunstdünger und so weiter, was ja hinterher auch die ganzen Stickstoffe, die da ja auch entstehen, die ja auch einfach in die Luft gehen und Treibstoff, Treibhausgas eigentlich sind und das Klima einfach mit verändern auf der anderen Seite. Also ich finde, das muss man sich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen und dann überlege ich mir fünfmal, ob ich mir ein Bein für drei Euro kaufen möchte.

Dietmar:

[1:41:40] Ich habe neulich in meinem anderen Podcast, damit die guten gewinnen, da könnt ihr die Werbung nochmal schon unterbringen, habe ich tatsächlich gelernt vom Vorstandschef der GIZ, dass der Reisanbau weltweit so viel Ausstoß hat wie ganz Deutschland. Und dass das ein riesen Treiber ist. Und ich finde, das muss man auch für die gesamte Erzeugung eigentlich auch klar haben für sich. Wo kann man weniger machen? Was verkonsumiert man? Wo sind Dinge auch schädlich? Es muss ein Buch geben.

Antonia:

[1:42:09] Es muss ein Buch geben. Also ich finde schon teilweise erschütternd, wie wenig Wissen es immer noch gibt. Also das ist ja nicht so, man darf da nicht so sich drüber stellen und sagen, das sind dann irgendwelche Leute, die ungebildet sind oder so. Sondern ehrlicherweise sieht es mir nach, Leute, aber auch in meinem Freundeskreis ist es teilweise so, dass überhaupt gar kein Gespür dafür ist. Was esse ich da für Fleisch? Wo kommt es her? Was ist es für ein Wein? Und ich bin ja schon, ich komme mir schon vor wie so eine Missionarin, weil ich immer sage, hey, das ist euer Körper. Das ist das Wichtigste, was ihr habt. Ihr müsst doch überlegen, was ihr da oben reinschüttet. Das eine ist natürlich die Wertschätzung für Natur und Tiere und das andere ist die Wertschätzung für mich selbst. Und ja, ich glaube, da können wir uns nur so wie Botschafter immer wieder hinstellen und erzählen und ja, vielleicht auch ein Buch machen. Genau darüber, ja.

Sebastian:

[1:42:59] Ja, ich glaube, es ist halt gerade auch Stadt-Land ein ganz großer Unterschied. In der Stadt hast du einfach einen ganz anderen Takt, wo die Menschen auch anders kommen. Was in das Wort getaktet sind und dementsprechend auch den Platz für solche Gedanken gar nicht erst im Raum geben. Auf dem Land hast du, kannst sagen, meine Frau kommt aus der Landwirtschaftsfamilie, anderes denkt wieder. Hast du wieder einen anderen Umgang mit natürlich den Lebensmitteln, die angebaut werden, die Tiere und so weiter und andere Sichtweisen und ich merke das sofort, sobald du wieder in eine Großstadt kommst, bist du ganz anderen Geschwindigkeiten unterlegen und dann geht es eigentlich nur darum, bring mal was mit. Auf gut Deutsch gesagt.

Dietmar:

[1:43:52] Auch eine Geldfrage.

Sebastian:

[1:43:54] Ja, natürlich, klar, sicherlich ist alles eine Geldfrage heutzutage.

Antonia:

[1:43:57] Aber auch eine Frage der Anspruchshaltung. Also muss ich jeden Tag Fleisch essen? Muss ich jeden Tag bestimmte Dinge konsumieren? Und ich muss ganz ehrlich sagen, also dieses, was du gerade erwähnst, Bärbel, was das Fleisch betrifft, was weggeschmissen wird, das war ja auch so mein Waterloo, als ich im Supermarkt war vor ein paar Jahren und abends um halb acht vor Schließung da war und das Ding war voll, das Regal war voll oder diese Theke und die sagte zu mir, ja, wir schmeißen das alles weg und ich konnte es nicht glauben und das passiert ja nichts. Das passiert jeden Tag, mit Leben weggeschmissen. Ich kann das nicht glauben, dass es keine Reglementierung gibt dafür.

Thomas:

[1:44:30] Das Schlimme ist ja eigentlich, da muss man sich, ich auch, jeder an die Nase fassen. Man lebt so vor sich her und man ärgert sich darüber. Aber eigentlich muss man einen Verein gründen und total streng dagegen vorgehen. Aber das passt halt auch einfach nicht ins tägliche Leben einfach mit rein. weil es eigentlich total schlimm ist, dass das so ist, sag ich mal, auch bei mir. Also ich glaube, jeder oder die meisten eigentlich.

Sebastian:

[1:44:57] Ich finde es sehr schwer, weil wenn, dann geht es ja darum, um auch mal Enthaltung. Das heißt also im Grunde nochmal eine Zeitdragung zu haben, das brauchen wir jetzt nicht. Habe ich ja ein bisschen in der Schweiz damals gelernt, wenn du einkaufen gehst, ist es einfach mal gleich ein anderes Unterfangen, als wenn du hier in Deutschland einkaufen gehst. Also dann sagt die Kasse dort halt gleich eine halbe Million. und dann überlegst du dir halt dreimal, ob du ein Fleisch kaufst oder nicht. Und dann heißt es auch, okay, brauche ich das wirklich? Verwerte ich das in der Zeit, in der ich das im Geschehen habe? Ich glaube, diese Gedanken auch wieder aufzuholen. Und dann eigentlich auch das, was jetzt sage ich mal in diesem Falle wie Weine, die mal ein bisschen mehr kosten als das, was bei Lidl, Aldi und sonst irgendwie in Lebensmittelläden vorherrscht, die 2,99 Euro für einen Riesling, dass man eben einfach dann mal sagt, dann packe ich mal 10 Euro drauf und habe einfach dann einen etwas besseren Wein, aber genieße den auch entsprechend mehr. und verkonsumiere den nicht als morgens, mittags, abends Getränk.

Thomas:

[1:46:00] Und wenn ich mir dann einen Torni oder einen Collator kaufe oder einen Madeira, hält der auch noch lange, wenn ich ihn aufmache.

Dietmar:

[1:46:06] Apropos, ihr seid doch schon total gespannt, oder?

Thomas:

[1:46:09] Ja, total.

Sebastian:

[1:46:10] Mist, ich dachte, wir könnten drüber hinwegkommen.

Bärbel:

[1:46:13] Gibt es ja wohl nicht. Ich habe doch auch noch was mitgebracht.

Sebastian:

[1:46:17] Ach nein, ernsthaft?

Antonia:

[1:46:18] Ja. Wie er sich freut.

Dietmar:

[1:46:20] Ja.

Sebastian:

[1:46:21] Da greife ich hier aber hin mit all meiner Kraft, die ich habe. Das ist aber ein kleines Pöllekin hier.

Dietmar:

[1:46:25] Ja, ja, ja.

Sebastian:

[1:46:27] Da merkt man manchmal, dass er dann doch erst im Jahre 2010 geboren wurde.

Antonia:

[1:46:30] Aber es haben alle schon so einen Glow in den Augen.

Dietmar:

[1:46:32] Ich habe ja noch so gestern.

Sebastian:

[1:46:37] Steht dir. Dann kannst du öfter machen. Ich habe gehört, ihr habt Karaoke gesungen. Ich liebe Karaoke.

Dietmar:

[1:46:44] Ja, ich finde es aber. Ich habe es richtig gut gemacht. Ich habe Taxi Mann von Westernhagen gesungen.

Thomas:

[1:46:50] Das ist geil, da singe ich mit.

Sebastian:

[1:46:52] Ist die oben noch da?

Dietmar:

[1:46:54] Ohne Texten. Nee, genau, es gab keinen Text. Ich musste so singen.

Antonia:

[1:46:58] Habt ihr eine K.O. gemarschiert? Könnt ihr mich beraten?

Dietmar:

[1:47:00] Wir haben das gestern mit YouTube gemacht.

Antonia:

[1:47:02] Ach so.

Sebastian:

[1:47:03] Da gibt es ja mittlerweile alles.

Antonia:

[1:47:04] Wie, aber dann hast du es dann auch auf dem Bildschirm.

Sebastian:

[1:47:06] Genau, da läuft der Text so durch. Das ist ja geil. Da gibt es fast alles. Das ist jetzt wieder die gleiche Flasche vom letzten Mal.

Antonia:

[1:47:10] Wir wollen das nämlich Silvester machen.

Sebastian:

[1:47:11] Schon wieder so ein Kling, das mit YouTube. Darf ich mal?

Dietmar:

[1:47:14] Das kleine Fläschchen war ein Riesling, Dietmar.

Thomas:

[1:47:17] Ein ganz kleiner.

Sebastian:

[1:47:17] Ich muss mal ein bisschen dosieren.

Thomas:

[1:47:19] Okay, guck mal, wir gehen in eine andere Richtung.

Antonia:

[1:47:20] Bannen. Schön.

Sebastian:

[1:47:21] Er hat irgendwie wieder so ein Windschutz-Ding.

Dietmar:

[1:47:24] Hauptsache lecker. Ich wieder reden kann.

Sebastian:

[1:47:31] Das Beste zum Schluss.

Dietmar:

[1:47:33] Vom Durotal, wo Reben steil sich neigen, will heut ein Port sein Können zeigen. Mit Füßen einst im Fass gestampft, hat lang im Holz er ausgedampft. Zwei Damen, die vom Weine wissen, sind heut zu Gast. sollen Didi dissen. Die eine schreibt von Küchentaten, die andere kann uns Weine raten. Von Sylt bis in den tiefsten Süden kennt Bärbel jeden Wein, auch die Trüben. Viermal zur besten Auserkoren hat sie ihr Herz an Wein verloren. Antonia schreibt mit spitzer Feder, kennt Köche Trends, in der Branche jeder. Mit feinem Gaumen, scharfen Blick bringt sie uns Genuss und Kritik. Drum heben wir die Gläser hoch, Auf Port, der lange im Munde floch. Auf unsere Gäste, unsere Freude. Ein süßer Abend wird das Freude.

Antonia:

[1:48:32] Mega.

Thomas:

[1:48:33] Nicht schlecht. Mega.

Dietmar:

[1:48:41] Die ganze Vorbereitung, die ich habe für so eine Folge. Haltet das Port, wie ich ihn mag. Und eigentlich könnt ihr auch nichts Schlechtes sagen, übrigens jetzt. Eigentlich könnt ihr nichts Schlechtes sagen.

Antonia:

[1:49:03] Nö. Ich sage nichts Schlechtes.

Thomas:

[1:49:04] Also super interessant. Also wir sind jetzt hier in der roten Portweinecke. Also wir hatten ja vorhin schon einmal den braunen Port, also oxidativ ausgebaut. Hier sind wir reduktiv ausgebaut, also ohne Luft. Deswegen behält es auch so schön die Farbe. Und der ist auch nicht ganz klar, der ist relativ trüb. Also das heißt für mich, der ist unfiltriert. Ausgebaut, unfiltriert sind nur, das ist jetzt detektivisch, unfiltriert beim Portwein, beim roten Portwein sind nur die Vintage-Port. Oder je nach Produzent ein LBV, Late Bottled Vintage, kann auch unfiltriert sein. Also deswegen mag ich mich da gar nicht so festlegen gerade. Eins von beiden wird es sein. Es ist relativ jung. Im Verhältnis gesehen, denke ich, nochmal einen weißen Hintergrund hier. Es hat noch so ein bisschen weißen Rand drumherum, wenn man das so sieht. Also es ist wie so ein leicht weißer Rand drumherum.

Dietmar:

[1:49:56] Der weiße Rand, das ist der Schimmel.

Thomas:

[1:49:59] Das ist doch kein Schimmelwein. Das haben halt junge Weine. Wenn die älter werden, die Weine oder ganz alt werden, bekommen sie so einen grünlichen Rand. Das ist ein großer Unterschied dann. Deswegen ist der relativ jung. Vom Jahrgang her. Und leer? Kleine Flasche? Kleiner Schluck?

Dietmar:

[1:50:20] Richtig.

Thomas:

[1:50:22] Sieh mal, ist alles leer.

Antonia:

[1:50:23] Du hast nur so viel.

Thomas:

[1:50:25] Ich habe mir auch geredet. Ich habe geflogen und ich habe geredet.

Sebastian:

[1:50:33] Ich muss mich entschuldigen für ihn.

Thomas:

[1:50:38] Du magst lieber Rubiports, ne?

Sebastian:

[1:50:41] Nee. Also erstmal, ich mag den. Es ist so ein bisschen wie Käse schließt den Magen. Also der ist sehr, sehr wuchtig. Nach den ersten dreien ist der sehr kräftig. und es ist so richtig schön, es ist gut, dass er zum Schluss kommt.

Antonia:

[1:51:00] Ich finde den Kunde auch sehr elegant. Also sehr rund so.

Sebastian:

[1:51:05] Aber der kommt schon auch mit Anlauf. Der geht direkt in den Mund und macht erstmal so ein Hallo, hier bin ich. Da ist wieder so eine schöne, kräftige Moncherie-Packung drin.

Dietmar:

[1:51:14] Der diskutiert nicht lange.

Thomas:

[1:51:17] Also wir sind, also vom Jahrgang her, also ich bin jetzt bei einem Vintage-Pod angekommen, also würde ich einfach mal so Also die Farbe ist schon ein bisschen heller, als er wahrscheinlich ursprünglich mal gewesen ist. Also trotzdem jung für einen Vintage-Port, so möchte ich sagen. Also ich denke mal, dass wir so um die 2000er sind vielleicht. Ich weiß es nicht genau.

Dietmar:

[1:51:42] Verhaupte ich. Wir werden es gleich sehen.

Thomas:

[1:51:44] Wir werden es sehen.

Dietmar:

[1:51:45] Aber er schmeckt euch.

Thomas:

[1:51:45] Ich bin jetzt ja schon gespannt.

Antonia:

[1:51:46] Er schmeckt. Also er schmeckt.

Dietmar:

[1:51:49] Gut. Das muss er auch. Weil als ich das Thema hörte, dachte ich, ich habe ja keine Ahnung. ich hab den King of Port gefragt hab gesagt Antonia und Bärbel sind da Johannes du musst mir helfen schick mir was was die beiden auf jeden Fall mögen werden und am nächsten Morgen krieg ich ein Foto hier ist er, den nimmst du jetzt und den hab ich dann genommen

Sebastian:

[1:52:10] Drum hab ich keine Nachricht bekommen.

Dietmar:

[1:52:12] Ich hab ja auch gar einen gefragt weil er mich schon bedient hatte

Sebastian:

[1:52:15] In dem Fall wusste ich es leider schon weil ich hab das Paket angenommen, hatte ich einen kleinen Spoiler dann hol ich mal raus Da aus.

Thomas:

[1:52:25] Ja.

Sebastian:

[1:52:26] LBV. 2012.

Thomas:

[1:52:27] Ah, okay, guck mal, LBV.

Dietmar:

[1:52:30] Wirklich gut. Wirklich gut. Jahr 2012. Aber LBV, hast du eben auch schon gesagt, dass es sein könnte.

Sebastian:

[1:52:38] Wirklich gut getroffen. Die ist auch so kleine Flaschen, ne?

Dietmar:

[1:52:41] Ja, deshalb mache ich dann mit dir die Arbeit hier.

Thomas:

[1:52:43] Aber bei einem LBV oder bei einem Vintage-Port ist es ja manchmal gar nicht so unverkehrt, eine kleine Flasche zu nehmen, weil, also außer man ist mit ganz vielen Menschen zusammen, dann braucht man eine sehr große Flasche. weil der ja nicht so lange haltbar ist wie der andere.

Sebastian:

[1:52:58] Das heißt, wir müssen den heute austrinken.

Dietmar:

[1:53:00] Ist ja auch nur eine kleine Flasche, das kriegen wir.

Sebastian:

[1:53:02] Ja, die anderen kriegen wir auch noch. Ja.

Antonia:

[1:53:05] Ich finde das super, die Größe. Da habe ich auch schon ein bisschen was von Johannes bekommen. Ja, super.

Dietmar:

[1:53:12] Sehr schön. Und auch die Kleinflaschen auch bei Jessica Stockmann damals mit dem Champagner. Sie hat auch die Kleinflaschen zu Hause gehabt, ne?

Sebastian:

[1:53:17] Nein. Hat er sie groß? Ja, nur groß ist sie Flaschen. Doppelmagnum. Nein, nein.

Antonia:

[1:53:24] Also das ist auch so kleine Champagnerflaschen.

Thomas:

[1:53:28] LBV.

Sebastian:

[1:53:29] Willst du dazu noch was sagen? Nö.

Dietmar:

[1:53:31] Achso, das ist alles gesagt. Also was soll ich jetzt noch hier merken? Kreisklasse? 25 Euro.

Antonia:

[1:53:37] Ja.

Sebastian:

[1:53:38] Ja, gut.

Thomas:

[1:53:38] LBV, man sagt ja immer Late Bottled Vintage, ist für die, die nicht warten wollen. Weil Vintage Port, also der König der roten Portweine, der Ruby Ports, der ist ja nur zwei Jahre fast gereift, wird danach unfiltriert abgefüllt und sollte dann entweder direkt getrunken werden, das ist okay, oder aber man muss ihn dann einfach mal vergessen für 20, 30, 40, 50, 60 Jahre. Und Late Bottled Vintage ist immer für die, die schnell auch schon was trinken wollen, was ja durchaus passieren kann. Und ist auch immer aus einem Jahr, also ein begrenztes Produkt ja immer auch, reift bummelig vier Jahre im Fass und wird dann abgefüllt und je nach Winzer filtriert oder unfiltriert.

Sebastian:

[1:54:21] Wenn wir jetzt diese vier Flaschen hier so haben, ist einer dafür prädestiniert für Tonic Port? Oder würde man sagen, nee, daraus kein?

Thomas:

[1:54:30] Nee, aber pass auf, hier, der Malvasia.

Dietmar:

[1:54:32] Die Madeira ist ja nicht, weil sie ja kein Port sind.

Thomas:

[1:54:35] Aber der 10, okay, Malvasia, das funktioniert aber auch mit dem Malvasia, normalerweise mache ich das mit dem Boal 10 Jahre, funktioniert total gut mit Tonic und einer Orangenzeste dazu. Und na, mega, das ist das Getränk des Sommers gewesen bei uns. Boal Tonic.

Sebastian:

[1:54:54] Boal Tonic. Da habe ich noch eine Frage zum Getränk des Winters. Können wir den auch heiß machen? So ein Glühport. Es gibt ja Glühgin, Glühwein, Glühcalpirinja. Es glüht ja jetzt alles.

Thomas:

[1:55:06] Ich glaube, man glüht selber, wenn man viel davon trinkt. Dann wird einem bestimmt auch warm.

Sebastian:

[1:55:12] Könnte gut sein, ja. Kannst du dir so eine Zimtstange reinmachen?

Antonia:

[1:55:18] Du, ist eine Idee. Das muss man sich schützen lassen. Glühport.

Thomas:

[1:55:21] Aber es gibt ja von der Simington, das ist ja auch Simington-Familie hier draus, da gibt es ja auch einen Ruby-Port, da gibt es einmal den White-Port, ich weiß nicht, ob ihr das kennt, diese weiße Flasche, da gibt es noch als Pendant den Ruby-Port zu, den ganz einfachen und da kann man auch tolle Cocktails mitmachen, also da sind ja manche Portweine, die sind ja eigentlich... Nicht zum Verzehr so geeignet, sondern zum Verzehr mit etwas drin geeignet. So, deswegen ist die Frage durchaus berechtigt, finde ich.

Sebastian:

[1:55:55] Vielen lieben Dank.

Antonia:

[1:55:57] Braucht man ein Portglas?

Sebastian:

[1:55:58] Wenn diekt man Rente, dann...

Thomas:

[1:56:00] Bitte?

Antonia:

[1:56:01] Braucht man ein Portglas?

Thomas:

[1:56:03] Man braucht zwei Portgläser.

Bärbel:

[1:56:04] Ja, also... Das sowieso.

Antonia:

[1:56:08] Ich fürchte auch mit zwei Einkommen. Das finde ich schlecht.

Thomas:

[1:56:13] Also Portweingläser beziehungsweise auch Madeira. Ich persönlich würde immer etwas kleinere Gläser dafür wählen. Aus welchem Grund? Weil es ist halt viel Alkohol drin. Und wenn sie nicht total runtergekühlt sind, also das Erste, man hängt ja erstmal seinen Zinken rein ins Glas und das Erste, was eben halt passiert ist, man hat sofort den Alkohol im Gehirn. Wir haben verschiedene Nerven, das ist der Trigeminus und der Vagusnerv und wir fühlen den Alkohol sofort und das Gehirn sagt sofort Alarm. Deswegen sollte man, wenn ihr eine Schnapsverkostung macht, nicht sofort die Nase reinhalten, schwenken und die Nase ein bisschen weiter weghalten vom Glas, weil ansonsten, man zuckt sofort einfach zurück. Das liegt einfach wirklich am Alkohol, weil Alkohol ist halt ein flüchtiges Produkt und das hat man hier mit 19, 20 Prozent natürlich auch.

Dietmar:

[1:57:01] Wie damals im Chemieunterricht, wo man lernte, nicht direkt die Nase drauf, sondern immer irgendwie ranwehen.

Thomas:

[1:57:05] Ja, genau. Immer so vorsichtig.

Sebastian:

[1:57:09] Weil das wir das Gesicht nochmal machen, das ist ja sehr interessant.

Thomas:

[1:57:11] War das elegant aus?

Sebastian:

[1:57:13] Eine Augenbrau, die in der Hunde... Vorsichtig. Ich finde es gerade so schön, weil ich immer finde, ich war ja heute, wie gesagt, bei Dussmann und dann gibt es ja eine mittlerweile, also Kochbücher, alles mögliche. Und das muss ich ja in irgendeiner Form ja auch ein bisschen dann so absetzen.

Dietmar:

[1:57:31] Und dann denke ich mal,

Sebastian:

[1:57:32] Das wäre jetzt auch ein geiler Titel gewesen, mit einem Zinken im Glas.

Antonia:

[1:57:36] Ja, das wäre so ein Bärbel-Titel.

Bärbel:

[1:57:39] Ja, das stimmt. Das stimmt.

Sebastian:

[1:57:46] Wir wollen ja auch ein Buch machen zusammen. Ja? Deine Trinksprüche.

Dietmar:

[1:57:52] Ach, das Buch.

Antonia:

[1:57:53] Ein Gedichteband.

Sebastian:

[1:57:55] Ein Gedichteband und meine Einleitungen zu den jeweiligen Gästen.

Dietmar:

[1:58:00] Ja, wir haben mittlerweile auch viel zusammen.

Sebastian:

[1:58:02] Ja, mittlerweile haben wir eine Menge zusammen.

Antonia:

[1:58:03] Das wird ein Schinken.

Sebastian:

[1:58:06] Wie könnte man das nennen?

Dietmar:

[1:58:09] Aber nachhaltig.

Sebastian:

[1:58:10] Wie könnte man das nennen?

Dietmar:

[1:58:13] Blühport. Ich habe keine Ahnung.

Sebastian:

[1:58:16] Können wir nochmal nachdenken.

Dietmar:

[1:58:17] King of Portcast. Kings.

Sebastian:

[1:58:21] Es geht doch um deine Kingsprüche.

Dietmar:

[1:58:26] Ich weiß es nicht, Dietmar. Der Wein, der zu dir spricht. Da sind wir wieder dabei.

Sebastian:

[1:58:33] Dietmar.

Dietmar:

[1:58:35] Wollen wir was spielen?

Sebastian:

[1:58:35] Ja, jetzt geht's los. Didi, da bräuch ich aber noch einen Schluck, bitte. Jo, ist noch was drin? Ja, ja. Möchtet ihr auch noch?

Dietmar:

[1:58:43] Ja, da sind wir jetzt genug drin.

Sebastian:

[1:58:44] Ach, es wird auch vom ersten was, nämlich bin ich anspruchsvoll.

Dietmar:

[1:58:48] Was soll das denn heißen?

Antonia:

[1:58:49] Ich möchte ja nicht wissen, die Larsen.

Sebastian:

[1:58:51] Es soll heißen, dass der erste auch gut war, damit ihr den besten, nämlich dein, noch weiter trinken könnt.

Thomas:

[1:58:55] Ja, vielleicht tragen wir den total betrunken.

Antonia:

[1:59:00] Ist jemals hier irgendwer gespuckt?

Sebastian:

[1:59:04] Inwiefern?

Dietmar:

[1:59:04] Ausgespuckt oder gekotzt?

Antonia:

[1:59:05] Nein, ausgespuckt.

Dietmar:

[1:59:07] Ja, das sag ich ja schon.

Sebastian:

[1:59:09] Also wir nicht.

Antonia:

[1:59:10] Weil die Optionen gab es jetzt hier nicht.

Sebastian:

[1:59:12] Ich nicht.

Dietmar:

[1:59:14] Nee, die hat man nicht so richtig in den Raum gestellt, aber wir haben es schon zwei, dreimal gemacht. Ich hatte einmal, musste ich fahren, als wir in Wendiger Rode waren, bei Robin, da musste ich die ganze Zeit nebenbei ausspucken. Der war auch richtig, das fand er überhaupt nicht lustig, weil er hat so ein 100 Euro Wein auf den Tisch gestellt.

Thomas:

[1:59:29] Aber es nützt ja nichts.

Dietmar:

[1:59:30] Was soll ich denn machen? Und ein anderes Mal hatte ich nach dem Podcast noch einen Termin mit einem Ministerpräsidenten.

Sebastian:

[1:59:36] Obwohl das wäre jetzt...

Dietmar:

[1:59:37] Wo ich dann auch dachte, da hat er besoffen reinlatscht. Das geht auch nicht. Oder angeheitert. Insofern habe ich dann eben auch...

Antonia:

[1:59:43] Ich habe mal für den Feinschmecker eine Weingeschichte gemacht in der Toskana. Und da musste ich drei Weingüter hintereinander testen. Und es musste aber so aussehen, als wäre ich jeden Tag woanders gewesen. Also ich musste mich dann bei 42 Grad immer zwischendurch umziehen. Also ich hatte so einen kleinen Fiat. und dann habe ich mich schnell umgezogen und dann ins Nächste. Und es war wirklich eine Herausforderung. Ich habe dann irgendwann konsequent gespuckt, ich muss ja auch noch fahren und so. Also schwieriges Thema.

Sebastian:

[2:00:10] Am Anfang denkt man das nie, ne? Wenn man dann so, ach komm, ne?

Antonia:

[2:00:13] Ja, genau.

Sebastian:

[2:00:14] Aber spätestens dann, wenn man andere Worte anders benennt hat.

Dietmar:

[2:00:18] Wenn es gesellig ist, ist es okay. Aber wenn es professionell wird, dann geht es ja gar nicht anders. Wenn du jeden Wein ordentlich durchziehen würdest,

Thomas:

[2:00:24] Würde sich mein Arzt freuen. So eine Leber.

Antonia:

[2:00:31] Also ich finde auch wirklich, es ist ja Genuss. Also wir wollen ja alle irgendwie alt werden und gesund sein und so.

Sebastian:

[2:00:37] Und jetzt teilt sich das ja hier auch durch Fünf auf. Das heißt, es ist ja nicht so, dass wir sagen, wir hatten jetzt da jeder eine Flasche hier.

Antonia:

[2:00:43] Aber wenn ich jetzt noch mal auf den Weihnachtsmarkt gehe, dann bin ich hinüber.

Dietmar:

[2:00:49] Es gab früher mal in diesem Podcast vor mir ein Spiel, wo auch noch nebenbei dann kurze getrunken wurden, wenn die Antworten falsch waren. Das führte immer dazu, dass die letzten 20 Minuten eher gelallt wurde, was wir dann auch beendet haben, weil es auch kein Sauf-Podcast sein soll.

Antonia:

[2:01:00] Nee.

Sebastian:

[2:01:04] So, leg los.

Dietmar:

[2:01:05] Antonia, magst du mir zehn Sätze vervollständigen?

Antonia:

[2:01:09] Mhm.

Dietmar:

[2:01:10] Freiheit bedeutet für mich?

Antonia:

[2:01:15] Die Dinge zu tun, die ich möchte, ohne anderen weh zu tun.

Dietmar:

[2:01:21] Das Erste, was ich morgens mache, ist?

Antonia:

[2:01:25] Kaffee trinken.

Dietmar:

[2:01:27] Über Deutschland denke ich?

Antonia:

[2:01:30] Ein tolles Land.

Dietmar:

[2:01:31] Wenn ich nochmal von vorne anfangen könnte?

Antonia:

[2:01:37] Würde ich einen Buchladen eröffnen.

Dietmar:

[2:01:41] Mein Leben in der Kulinarik bedeutet mir.

Antonia:

[2:01:46] Lebenskultur.

Dietmar:

[2:01:47] Am liebsten esse ich. Keine Dosen Erbsen.

Antonia:

[2:01:53] Nee. Pasta.

Dietmar:

[2:01:55] Wenn es Alkohol gibt, dann am liebsten.

Antonia:

[2:02:00] Chardonnay aus dem Burgund.

Dietmar:

[2:02:01] Der folgenden Generation rate ich.

Antonia:

[2:02:06] Bewusst zu genießen und sich nicht verrückt machen zu lassen.

Dietmar:

[2:02:09] Am Leben liebe ich am meisten.

Antonia:

[2:02:12] Zu lernen und zu wachsen.

Dietmar:

[2:02:15] Wein ist für mich.

Antonia:

[2:02:17] Kulturgut.

Bärbel:

[2:02:18] Danke.

Thomas:

[2:02:20] Schön. No way.

Dietmar:

[2:02:26] Ich hatte keinen Schönenapplaus.

Sebastian:

[2:02:28] Laula.

Dietmar:

[2:02:30] Ja, Bärbel, mal gucken, ob du das gleich auch kriegst. Kennst du, ich habe noch nie?

Antonia:

[2:02:37] Nee.

Dietmar:

[2:02:38] Ich sage der gleiche Satz, ich habe noch nie laut geholbst, was auch immer.

Thomas:

[2:02:42] Ach so, und ich muss ja oder nein sagen. Okay.

Dietmar:

[2:02:45] Ich habe noch nie einen Filmriss gehabt.

Thomas:

[2:02:47] Doch.

Dietmar:

[2:02:51] Bei besonderen Gelegenheiten wenigstens.

Thomas:

[2:02:53] Aber dann mal.

Dietmar:

[2:02:57] Ich habe noch nie eine falsche Weinempfehlung gegeben.

Antonia:

[2:03:00] Hm.

Thomas:

[2:03:03] Nicht bewusst.

Dietmar:

[2:03:06] Ich habe noch nie allein laut vor dem Spiegel gesungen.

Thomas:

[2:03:08] Doch.

Dietmar:

[2:03:11] Was ist eine besondere Lieder?

Antonia:

[2:03:14] Durchweg alles.

Thomas:

[2:03:15] Und ich habe geguckt, ob es irgendwie gut aussieht.

Dietmar:

[2:03:18] Taximann. Ich habe noch nie meine Follower verflucht.

Thomas:

[2:03:26] Nö, auch nicht bewusst.

Dietmar:

[2:03:28] Ich habe noch nie geklaut.

Thomas:

[2:03:30] Oh doch, auch schon in meiner Jugend mal. Ja.

Dietmar:

[2:03:33] Was?

Antonia:

[2:03:35] Wird bestimmt alle Mädchen klauen irgendwann.

Thomas:

[2:03:37] Nein, ich habe meinen Eltern mal was geklaut. Das war aber nicht witzig, es gab richtig Ärger, zu Recht.

Antonia:

[2:03:42] Ja.

Dietmar:

[2:03:45] Diese Frage war mal ganz harmlos gedacht, als wir hier angefangen haben mit diesem Spielchen. Aber dieses, ich habe nicht geklaut, ist die geilste Frage, die wir haben in der ganzen Sendung. Weil jedes Mal kommt diese Jugend zu. Ja, natürlich. Habe ich das mal erzählt, als ich meinen Ring geklaut habe?

Bärbel:

[2:03:59] Ja.

Antonia:

[2:04:00] Nicht? Richtig teure?

Dietmar:

[2:04:04] Nein, ich sagte einen Ring, nicht eine Ring.

Sebastian:

[2:04:07] In einer Brauerei oder? Lag mir auch auf der Zunge.

Dietmar:

[2:04:13] Nee, ich wollte mich mit fünf, wollte ich mich verloben.

Antonia:

[2:04:16] Echt? Auch süß.

Sebastian:

[2:04:19] Ich kenne diese Geschichte.

Dietmar:

[2:04:21] Will ich nur aus der Zähne. Ich kann mich da selber nicht mehr dran erinnern, aber ich habe dann tatsächlich, irgendwann kam dann die Mutter meiner damaligen, also quasi Verlobten. schöne Grüße an Josi, zu meiner Mutter und sagte, vermisst du einen Ring? Dann sagt sie, eigentlich nicht. Dann guckte sie in ihre Schatulle und sagte, ja doch, da fehlt einer. Und dann stellte sie sich irgendwann raus, Josi hatte plötzlich einen teuren Ring am Finger, der gar nicht bei ihr passte, weil sie war ja auch so alt wie ich. Und wir waren dann scheinbar verlobt. Ich weiß, das wird ich selber. Ich kenne diese Geschichte nur aus Erzählung. Aber dass ich tatsächlich meiner Mutter einen Ring gezockt habe, um mich verloben zu können mit fünf.

Antonia:

[2:04:54] Oh, das ist super süß.

Dietmar:

[2:04:56] Ja, also ich habe auch schon geklaut.

Antonia:

[2:04:58] Ein Kavaliersdelikt. Quatsch.

Thomas:

[2:04:59] Ja.

Dietmar:

[2:05:00] So kann man es nennen. Ja.

Bärbel:

[2:05:01] Ja.

Sebastian:

[2:05:03] Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist so deep.

Dietmar:

[2:05:12] Wir haben ein fieses Weinspiel. Bärbel, das würde ich dir jetzt antun. Ja. Wein schnell gekippt. Wir haben 30 Sekunden Zeit. Diep, kannst du die Zeit nehmen?

Sebastian:

[2:05:19] Ach, du meine Güte, ich habe doch gar keine Handy. Ich kann die Zeit nehmen.

Dietmar:

[2:05:21] Ah, du kannst die Zeit nehmen? Ja. Ich nenne dir zum Beispiel so etwas wie Rebsorte mit R. Dann sagst du Grießling. So, genau. Du hast das Spiel verstanden. Alles klar.

Sebastian:

[2:05:30] 30 Sekunden haben wir. Alles klar, die Zeit läuft ab jetzt.

Dietmar:

[2:05:34] Rebsorte mit S.

Thomas:

[2:05:35] Sauvignon Blanc.

Dietmar:

[2:05:36] Anbauregion mit B.

Thomas:

[2:05:39] Bierzung.

Dietmar:

[2:05:40] Winzer mit K.

Thomas:

[2:05:42] Keller.

Dietmar:

[2:05:42] Herkunftsland mit S.

Thomas:

[2:05:44] Slowenien.

Dietmar:

[2:05:45] Weinpodcast mit V.

Thomas:

[2:05:48] Nein.

Dietmar:

[2:05:52] Italiener mit B.

Thomas:

[2:05:54] Italiener mit B? Ein Italiener oder ein italienischer Wein?

Dietmar:

[2:05:57] Whatever.

Thomas:

[2:06:00] Barbera.

Dietmar:

[2:06:01] Aroma mit A. Ananas. Spanische Region mit C.

Thomas:

[2:06:05] Mit C. Fällt mir nicht ein?

Dietmar:

[2:06:09] Das war das Geräusch, richtig?

Sebastian:

[2:06:11] Jawohl, das ist das Geräusch.

Dietmar:

[2:06:12] Sag mal, warum? Aber du hast es weit gebracht.

Sebastian:

[2:06:14] Okay. Du hast über lange Zöger zwischendurch.

Dietmar:

[2:06:16] Man sollte nicht diskutieren zwischendurch. Was machst du eigentlich ganz genau beim Italiener? Vorname, Nachname, sag doch mal genauer, wie du die Frage meinst. Das kostet einmal eben zwei Punkte,

Bärbel:

[2:06:28] Aber so ist es dann.

Sebastian:

[2:06:30] So, wir kommen zu einer nächsten Rubrik, die heißt der Zungenbrecher. Nachdem wir schon Ei-Flasche haben, wird das bestimmt lustig. Hast du, präferierst du für jemanden?

Dietmar:

[2:06:41] Ja, ich hab sogar eher personalisiert dabei diesmal.

Sebastian:

[2:06:43] Ach, meine Güte, du auch. Also nur ihr zwei heute. Ich liebe die Zungenbrecher.

Dietmar:

[2:06:49] Sebi!

Sebastian:

[2:06:50] Wie bitte was?

Thomas:

[2:06:51] Liebe Zungenbrecher.

Sebastian:

[2:06:52] Ja? Okay, dann messen wir uns jetzt.

Dietmar:

[2:06:54] Ich habe heute nicht durchgezählt, wir sind ja zu fünft heute.

Bärbel:

[2:06:57] Oh oh.

Sebastian:

[2:07:00] Stimmt, ich habe auch nur zwei. Dann lassen wir den Schwierigsten und ich endlich mal darüber kann.

Dietmar:

[2:07:06] Dann muss die Prinzessin den Schwierigsten auch nochmal sprechen.

Sebastian:

[2:07:08] Ja, also nur. Okay, gut.

Dietmar:

[2:07:10] Willst du starten oder ich starten?

Sebastian:

[2:07:12] Wie du möchtest.

Dietmar:

[2:07:15] Bärbel.

Thomas:

[2:07:17] Ich habe eher eine Brille.

Dietmar:

[2:07:19] Dietmar ist eine Krülle.

Antonia:

[2:07:22] Aber natürlich. Wobei, das ist ein sehr großes Gefühl.

Thomas:

[2:07:29] Sylta Sommeliere sucht süßen Sautern. Süßen Sautern sucht Sylta Sommeliere. Selig schlürft sie sämtliche Säfte. Sämtliche Säfte schlürft sie selig.

Dietmar:

[2:07:37] Ja, sehr gut.

Sebastian:

[2:07:38] Sehr gut.

Dietmar:

[2:07:39] Sehr schön. Gekommen?

Sebastian:

[2:07:41] Sehr schön. Möchtest du auch für Antonia oder so?

Dietmar:

[2:07:44] Hätte ich auch, aber sie können ja auch mehrere sprechen.

Sebastian:

[2:07:46] Ah ja, ist ja auch gut.

Antonia:

[2:07:47] Der ist doppelt so lang.

Sebastian:

[2:07:49] Bei mir sind sie immer länger.

Antonia:

[2:07:51] Okay. Die Journalistin Danny jonglierte zwischen japanischen Jasmin-Rezepten, Joghurt-Rezensionen und jenen kuriosen Käse-Kommentaren, während sie weinselig würzige Weine wehmütig während wundervoller Wanderungen zwischen Wiener Weinbergen wegschnupperte. Doch dann dachte sie daran, dass Trinken während des Tastings technisch tückisch und tadelnswert ist und testete trotzdem tapfer tausend Teller Tiramisu.

Sebastian:

[2:08:15] Geil. Das war einfach.

Bärbel:

[2:08:19] Das war Start.

Sebastian:

[2:08:20] Sehr gut.

Dietmar:

[2:08:21] Dietmar, du bist echt eine Sache. Mach du den doch sonst einfach.

Sebastian:

[2:08:25] Kritiker kritisieren kreative Kreationen. Kreative Kreationen kritisieren Kritiker. Kulinarische Künstler kreieren Köstlichkeiten. Köstlichkeiten kreieren kulinarische Künstler. Das ist neu. Microdropper. Das ist neu.

Bärbel:

[2:08:36] So gut war es.

Sebastian:

[2:08:37] So, dann ist der für dich.

Antonia:

[2:08:39] Na, auch ein langes Ding. Viel Spaß.

Dietmar:

[2:08:42] Der hat sie doch einfach nicht alle. Die disziplinierte Drogenberaterin Dorothea diskutierte deutlich dynamischer mit dem schalkhaften Familii Sebastian, der während einer waghalsigen Weinverkostung willkürlich wunderbare wie widerliche Weine schluckte und sie dabei schmunzeln als schmackhaft, schlicht und sensationell verkaufte, während Dorothea darauf bestand, dass der schlichte Schluck nicht zwangsläufig das Schlucken sämtlicher Schlücke schmackhaft mache, sondern scharfsinniges schätzen und schlaues Schlürfen stets schlauer sei.

Sebastian:

[2:09:05] Ey! Also, holla! Dietmar, schreibst du wieder selber Texte? Ja, ja, stark. Soll ich noch mal kein Mephezebi?

Antonia:

[2:09:17] Also, euer Buch wird echt der Knaller,

Thomas:

[2:09:19] Ne? Ja, mega.

Antonia:

[2:09:20] Ich kauf's.

Sebastian:

[2:09:21] Ich auch. So, sollen wir als gemeinsame Kollegen.

Thomas:

[2:09:25] Du hast da doch wirklich einen Takt in mir.

Bärbel:

[2:09:29] Also wie gesagt,

Sebastian:

[2:09:30] 73 Folgen mit rein.

Antonia:

[2:09:31] Lass es uns tun.

Dietmar:

[2:09:32] Aber in der Tat, ich habe noch, da müssen wir nachher, wenn das Mikro aus ist, drüber reden. Ich habe mit einem ehemaligen Gast aus diesem Podcast tatsächlich eine Buchidee.

Antonia:

[2:09:40] Ja, dann lass uns doch mal in die Ruhe sprechen.

Dietmar:

[2:09:41] Er kommt auch aus der richtigen Branche. Ich sage nur Sterne.

Antonia:

[2:09:46] Ja, Sterne, Sterne.

Sebastian:

[2:09:49] Sollen wir Ceebi jetzt noch einen geben hiervon? Ja. Welchen denn? Dann kommt noch mal einen rüber hier.

Dietmar:

[2:09:53] Wenn man meinen, dann muss er mich schlagen. Sonst habe ich heute 1A gewonnen.

Sebastian:

[2:09:59] Um oder unten?

Dietmar:

[2:10:00] Der andere?

Sebastian:

[2:10:01] Was ist der? Die Droge. Der? Der jetzt zu mir zeigt oder der zu dir zeigt? Richtig. Nicht so einfach. Die disziplinierte Drogenberaterin Dorothea diskutiert deutlich dynamischer mit dem schalkhaften Zommelier Sebastian, der während seiner waghalsigen Weinverkostung willkürlich wunderbare wie widerliche Weine schluckte und sie dabei schmunzelt als schmackhaft schlicht und sensationell verkaufte. Während Dorothea darauf bestand, dass der schlichte Schluck nicht ganz zwangsläufig zum Schlucken sämtlicher Schlücke schmackhaft mache, sondern scharfsinniges Schätzen und Schlauesschlürfen stets schlauer sei. Mann! So, da haben wir ihn doch mal heute gekriegt.

Dietmar:

[2:10:33] Er war früher unsere Jude Dragas, ne? Ja. Ich bin jetzt unsere Susanne Dau.

Bärbel:

[2:10:37] Nein, entthont.

Sebastian:

[2:10:39] Entthont.

Bärbel:

[2:10:41] Nein, aber es war,

Sebastian:

[2:10:42] Eigentlich im Grunde genommen, jetzt eine richtig tolle Runde.

Antonia:

[2:10:44] Wir waren auch alle ganz gut.

Sebastian:

[2:10:45] Bis auf die Prinzessin. Apropro Kritiker. Das ist jetzt nochmal so eine Sache. Wir im Grunde genommen tatsächlich leben alle in unseren Berufen. Auch du, Thomas.

Dietmar:

[2:10:57] Ich habe auch einen Beruf, ja.

Sebastian:

[2:10:57] Du hast auch einen Beruf. Nichts gelernt, aber du hast einen Beruf. Aber wir leben ja alle im Grunde genommen in Form von Bewertungen. Wenn du ins Restaurant gehst zum Beispiel, über Kulinariken sozusagen auch als Restaurantkritikerin und Foodjournalistin auch sprichst, wenn du im Grunde genommen über Weine sprichst, mit auch Kunden sozusagen sprichst, da gibt es ja auch immer Bewertungen, du wirst auch immer wieder bewertet und ich auch in meinem Job im Grunde genommen rauf und runter. Also wir leben eigentlich in einem Job, der ständig irgendwelchen Bewertungen aussetzt. Aber jetzt im Sinne von Kritiken äußern. Ich finde das sau schwer. Es ist so eine Sache, wo man sagt, das eine Seite ist die Subjektivität, die man mitbringt, um zu sagen, das ist meine Meinung, das ist mein Geschmack. Und trotzdem braucht es die Objektivität, um zu sagen, es ist nur meine Haltung, aber hier ist ein Tipp. Empfindest du das auch schwierig?

Antonia:

[2:12:00] Ja, definitiv. Also ich mache es ja auch nicht mehr. Ich arbeite nicht mehr als Food-Kritikerin, weil ich nur noch so begrenzt dran glaube. Also die Frage ist ja immer, was kritisiere ich? Wenn ich jetzt hergehe und sage, ich bewerte nur das Essen, dann gibt es natürlich objektive Kriterien wie, ist der Fisch on point? Oder ist das Fleisch so, wie es sein soll? Oder ist das Gemüse gut? Oder ist es kreativ genug für das, was es eigentlich sein will? Also da gibt es natürlich eine ganze Reihe von objektiven Kriterien. Nichtsdestotrotz ist es gerade beim Restaurantbesuch so, es ist ja nicht nur das Essen, sondern es ist das Erlebnis. Was passiert, wenn ich die Tür aufmache mit mir? Und wie fühle ich mich, wenn ich wieder rausgehe? Und ich finde es ganz, ganz schwer. Ich wollte früher auch mal, eine meiner Berufswünsche, Musikkritikerin werden. Ich bin viel zu emotional, wenn ich merke, dass Menschen sich reinhängen, sich wirklich bemühen, Spaß haben, dann könnte ich niemals hergehen und sagen, boah, der Fisch war echt richtig scheiße, weil der Rest so toll ist. Also deswegen finde ich so eine gerade Gastrokritik ganz, ganz schwierig und ich würde das heute nicht mehr machen wollen. Ich beurteile immer, wenn ich noch darüber schreibe, immer das Gesamterlebnis. Und ich finde ein guter Service zum Beispiel, ein toller Service, der kann vielleicht mal ein vermasseltes Gericht auffangen. Ich hatte es gerade, letzte Woche war ich essen in einem Restaurant und da war das Essen versalzen.

Antonia:

[2:13:26] Und wenn ich jetzt ganz hart wäre, dann hätte ich da natürlich jetzt sagen können, da müsste ich eigentlich einen Verriss machen. Und dann habe ich das ganz nett, habe ich den Service kommen lassen und dann habe ich es auch unter vier Augen ganz vorsichtig gesagt. Ich habe gesagt, check das mal einmal kurz bitte in der Küche, da läuft irgendwas schief. Und dann ist es gut. Ich wäre keine gute Gastro-Kritikerin. Aber es gibt natürlich beim Essen objektive Kriterien, ganz klar.

Sebastian:

[2:13:49] Wie finde es Sousa schwer gewesen für dich, wenn du über Weine urteilen musst?

Thomas:

[2:13:54] Also es gibt ja ein wunderbares Maß, an dem man sich orientieren kann und das ist der sogenannte Pegelwein. Pegelwein kommt nicht vom Pegelhalten, Pegelwein, das ist der erste Wein, den man in der Runde gemeinsam verkostet. Man legt die Richtwerte für diesen Wein fest, man legt die Punktzahl für diesen Wein fest und alle anderen Weine orientiert man da dran, weil das ist genau das, was Antonia sagte. Es ist so eine subjektive Angelegenheit und etwas Subjektives objektiv wiederzugeben, es ist einfach nicht möglich oder schlichtweg fast unmöglich. Vor allen Dingen, wenn man etwas verkostet, ob es jetzt etwas Essen ist oder egal was, was man mit seinen Sinnen aufnimmt, man nimmt es in einem Moment wahr, in einem Bruchteil einer Sekunde. Und das kann ich nicht in einem Bruchteil einer Sekunde wiedergeben. Ich habe kein Wort dafür. Ich habe nur Worte, die ich aneinander reihen kann, um zu versuchen, den Eindruck wiederzugeben. Und deswegen finde ich es extrem schwierig. Zumal man ja auch, wenn man Weine verkostet, ich zum Beispiel, ich mag alles, was Säure hat. Ich bin total säureunempfindlich. Ich finde das großartig. Ich finde, das ist die Spannung eigentlich da drin. Aber es gibt auch viele Leute, die sind halt echt super empfindlich. Und dann ist es eben halt auch schwieriger. Also wenn ich sage, mega ausgewogen der Wein, du sagst, alter Schwedis, das ist eine saure Suppe hier.

Sebastian:

[2:15:15] Da halte ich mich, aber nicht in Neul.

Antonia:

[2:15:18] Das ist beim Essen genau das Gleiche.

Thomas:

[2:15:19] Und das wollte ich gerade sagen,

Antonia:

[2:15:20] Dass ich esse auch gerne säurelastig und ich liebe säurebetonte Küche. Und ich weiß aber, dass das für viele ganz, ganz schwierig ist. Aber trotzdem muss man, ich mag auch zum Beispiel bestimmte Dinge nicht. Also ich mag nicht so gerne Innereien. Den meisten Innereien mag ich nicht. Aber trotzdem muss ich in der Lage sein zu gucken, ist das Gericht sauber zubereitet. Auch wenn ich es selber nicht mag. Bei der Säure, Säure ist natürlich echt ein Thema.

Thomas:

[2:15:48] Und das ist eben halt, finde ich, extrem schwierig. Wie gesagt, mit dem Pegelwein finde ich es relativ gut, was ich immer recht gut finde. Es gibt einmal im Jahr gibt es so eine Verkostung von, das ist so ein Treffen von verschiedenen Winzern, Sommeliers und Endverbrauchern, sage ich mal. und jeder muss dann, ich sage mal in Anführungszeichen, auch die Hosen runterlassen, weil es ist ja erstmal, wenn du das erste Mal in so einer Runde bist und du weißt genau, du musst gleich in der Verkostung deine zehn Weine, die du gerade verkostet hast, du hast dir die ganzen Notizen gemacht, du musst es gleich vor den ganzen Leuten, die da sind, einmal vorlesen und einmal rechtfertigen, warum du diese Punktzahl gegeben hast für den Wein. Das ist das erste Mal, wenn du das machst, ganz schlimm, total unangenehm, aber dann stellst du auf einmal fest, hey, eigentlich, wenn die anderen anfangen, mit dir darüber zu reden, du bist gar nicht so weit weg von den anderen. Und das finde ich eigentlich ziemlich angenehm. Aber trotzdem finde ich, etwas zu bewerten, was so subjektiv ist, einfach extrem schwierig.

Sebastian:

[2:16:45] Antonia, ganz kurz bevor dieser Mann neben mir mit dem grauen Bart spricht, fragt, Hast du einen Tipp? Du bist ja im Grunde genommen durchaus ein Mensch, die therapeutisch gute Züge hat, mittlerweile auch Menschen zu erkennen. Du selbst sagst, du kannst denen sehr in die Seele gucken, wenn du uns zwei jetzt so ansiehst. Kannst du mir einen Tipp geben, wie ich mit einem Menschen umgehen soll, der so herablassend, so gemein ist, wie ich am besten darf?

Dietmar:

[2:17:17] Du kommst doch immer wieder.

Antonia:

[2:17:19] Ich glaube, das kriegst du schon hin. Brauchst du mich nicht.

Sebastian:

[2:17:21] Meinst du? Weißt du, ich brauche diese Seelenpein.

Antonia:

[2:17:24] Ja, ihr braucht das. Ihr braucht das beide.

Dietmar:

[2:17:26] Er hat mich sogar in seiner Hochzeitsrede erwähnt.

Thomas:

[2:17:29] Pegelbein, sag ich.

Sebastian:

[2:17:33] Was wolltest du sagen?

Dietmar:

[2:17:35] Zum Thema Kritik und so. Ich war gerade in Dänemark in einem Ein-Sterne-Restaurant. Das war das allererste Mal, dass ich hochklassig essen war und mir das Service ein bisschen versaut hat. Das habe ich noch nie vorher so erlebt. Dass ich da wirklich saß und dachte, irgendwie kippt der Abend gerade komplett weg, weil es gerade nicht läuft. Also wir hatten wahrscheinlich ein bisschen Sprachbarriere, mag sein. Sie mussten auf Englisch rüber, wir mussten auf Englisch rüber und irgendwie hins dazwischen. Wir hatten eine Weinbegleitung, also ich hatte eine Weinbegleitung, die Frau, die den Podcast nie hört, hatte eine Saftbegleitung und es wurde vorher nicht die Spielregel erklärt. Ich dachte zu jedem Gericht ein Wein. Und dann war das Gericht weg, ich den Wein, oh, muss weg, leer gemacht, dann kam sie und kippte den nach für den nächsten. Ich dachte, okay, alles verstanden. Dann war das bei dem jetzt nur ein Glas. Und dann gab es ein neues Glas zum dritten Gang. Da habe ich das Glas am Ende wieder leer gemacht, wie ich es halt mache. Ich mache die Leser leer am Ende. Und dann gibt es sie wieder nach und dann gab es von ihr eine relativ barsche Erklärung, dass jeder Wein für zwei Gänge halten muss und das jetzt nicht irgendwie gang und gäbe hier am Abend sein kann, dass ich ständig die Leser leer trinke.

Antonia:

[2:18:40] Danke. Zack.

Dietmar:

[2:18:41] Genau. Und ich so, okay.

Antonia:

[2:18:44] Also.

Dietmar:

[2:18:45] Ich habe auch gesagt, dann kennen Sie es mir einfach, wie lange der halten muss. Dann kriege ich das schon hin. Und wenn ich einen leer habe, habe ich einen leer. Das ist mein Pech. Aber ich wollte mich nicht dafür rechtfertigen müssen, dass ich die Spielregel nicht kenne oder nicht verstanden habe. Und dann plötzlich irgendwie eine Anweisung kriege, dass es nicht gehen kann, dass ich quasi meine Weinbegleitung gerade verdoppele, weil ich ständig die Weine leer sauf. Das fand ich total schräg.

Antonia:

[2:19:03] Ich musste immer noch meine Schulungen abzelligen, verpassen.

Dietmar:

[2:19:06] Ja. Und das war so eine ganz komische UFO. des Abends, es fing total nett was mit ihr, dann gab es so eine richtig schlechte Stimmung. Wir saßen da beide irgendwann und dachten, jetzt hat die uns gefressen, weil die wurde auch irgendwie immer wortkarger uns gegenüber und das war irgendwie nicht mehr nett und am Ende war alles wieder okay. Als wir dann scheinbar ihre Regel verstanden hatten und uns danach behalten haben, war das auch wieder okay scheinbar alles mit ihr, aber zwischendurch war das wirklich unangenehm und lenkte auch von dem wirklich sehr guten Sterne-Essen ab.

Antonia:

[2:19:31] Schreck. Also ich finde einfach, der Service, der macht so viel aus, Ja, das ist für so einen Abend essentiell.

Sebastian:

[2:19:40] Tatsächlich ist der Service das Theater.

Antonia:

[2:19:41] Ja, genau. Das ist ein Entertainment dran. Das ist übrigens auch das, was ich immer sage, wenn ich gefragt werde, warum muss denn das alles immer so viel Geld kosten? Dann sage ich immer, stell dir das vor, als würdest du ins Musical gehen oder in ein Theater. Ja, genau so ist das.

Dietmar:

[2:19:56] Das ist ein Kulturabend.

Antonia:

[2:19:57] Du tust einen Abend und du wirst durch diesen Abend geführt. Und was jetzt die Sterne betrifft, ich meine, das ist ein eigenes Thema, aber da habe ich schon in Drei-Sternern gegessen. Also ich bin ja weltweit, esse ich in allen möglichen Restaurants. Und das ist so unterschiedlich. Also ich habe auch in Drei-Sternern in Frankreich gegessen, wo ich dachte, hä, wieso haben die jetzt Drei-Sterne? Ich verstehe es überhaupt nicht. So und umgedreht. Ja, also das ist, aber der Service, da nutzen die Drei-Sterne ja nichts. Der einen Stern, wenn der Service nicht nett ist, Das ist der Abend eigentlich gelaufen.

Thomas:

[2:20:30] Das große Problem ist, viele denken ja auch, Service bedeutet einen Teller von A nach B tragen. Ja, genau. Aber das ist ja so viel mehr. So ist es. Also Teller tragen kann jeder, darum dreht es sich nicht. Natürlich muss das Essen irgendwie an den Tisch kommen. Aber ich finde immer, also ich finde, das ist eigentlich immer ein sehr schöner Vergleich. Wie viel Geld gibt man für eine Konzertkarte aus? Wo ist denn da die Grenze eigentlich? Gibt man im normalen Leben, ich sage mal jetzt, okay, wenn man Sterne essen geht und guten Wein trinkt oder die Weinbegleitung mit Champagner vorab und so weiter und so weiter, zwischen 300 und 400 Euro pro Person für eine Konzertkarte aus, ist schwierig, finde ich. Taylor Swift. Ja, okay, aber da muss was kommen. Da muss was kommen, finde ich. Und wenn man das mal so in Relation setzt, auch für die Leute, die im Service arbeiten.

Sebastian:

[2:21:17] Ich glaube, die Schwierigkeit liegt darin, also ich bin da absolut d'accord, was das angeht, aber die Schwierigkeit, glaube ich, für viele ist darin, das, ich sage jetzt mal Taylor Swift, also wenn man da hingeht, weiß man schon mal die Musik. Man weiß schon mal im Grunde genommen Fan. Das Nichtwissen, was einen erwartet, ist für viele Menschen ein Punkt, der oft eine Hemmung ist. Und das Überraschungspaket im Grunde genommen zu kaufen, die Katze im Sack, wie es so schön heißt, das ist für viele ein Fremdkörper. Auch allgemein finde ich heute in der Gesellschaft noch mehr, die Angst vor etwas, was man nicht weiß, was es ist, so ungefähr. Und die Menschen, die aber so ein bisschen mehr schon Berührung damit haben, können schon viel mehr damit anfangen und freuen sich auf die Überraschung.

Antonia:

[2:22:10] Absolut, ja. Also ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt und aber auch die Vergänglichkeit von Essen. Also ich esse etwas, ich nehme es zu mir und es ist weg. Das, glaube ich, spielt manchmal auch eine Rolle. Es ist doch nur Essen und warum soll ich so viel Geld ausgeben und das Bewusstsein, dass das drumherum, also wer einmal im Noma war. Man kann jetzt sich über das Noma, über das Essen im Noma, kann man sich wirklich trefflich streiten, überhaupt keine Frage. Aber der Moment, wenn die Tür aufgeht und das ganze Team steht da spalier und begrüßt dich, das ist ein emotionaler Moment. Also ich habe das letztes Jahr zweimal gemacht und ich war wirklich berührt, weil die strahlen dich an und du wirst sofort mitgenommen auf diese Reise und es ist eine Reise und das ist auch, was ich in meinen Beratungsgesprächen auch immer wieder aufnehme. Ihr müsst diesen Moment schaffen, diesen Zauber schaffen. Das ist nicht nur das Essen. Das ist ganz, ganz viel mehr. Und deswegen ist das, was Bärbel vorhin auch sagt, diese Menschenliebe. Du als Gast spürst du das ja auch. Also wenn du so ein bisschen sensitiv bist, spürst du, bist du wirklich willkommen oder bist du nur irgendein Gast?

Dietmar:

[2:23:09] Ich war vor einem Jahr mit einem Table bei Fehling. Da steht er da vorne und begrüßt sich erst mal per Handflag. Das ist nett, das ist Wertschätzung. Das ist total freundlich. Und klar, mein Schwiegervater würde sagen, ich wäre da auch für 12 Euro satt und muss dafür 300 Euro bezahlen. Da hat er auch einen Punkt mit. Aber es ist ein anderes Erlebnis.

Thomas:

[2:23:24] Aber es dreht sich nicht ums Sattwerden.

Sebastian:

[2:23:26] Und zum Thema im Grunde genommen Erlebnis, was ich in Frage stelle, ist, wenn man jetzt auf ein Konzert geht und ich komme noch tatsächlich aus einem Alter, in das ihr alle noch viel, viel später kommen werdet.

Dietmar:

[2:23:43] Du hast die Stones noch auf einen kleinen Runden erlebt.

Sebastian:

[2:23:46] Ich habe noch Elvis Presley die Hand geschickt. Ich komme aus einem Zeitalter, wo es noch keine Handys gab. und heutzutage gehst du auf ein Konzert und es wird nicht mehr applaudiert, weil es geht gar nicht. Wenn die Leute alle ein Handy in der Hand haben, um zu filmen, frage ich mich als Künstler oben irgendwann so, Was ist da? Und das Wahrnehmen einer Sinnlichkeit, das Wahrnehmen eines sinnlichen Prozesses, ohne ein Handy zum Beispiel, das im Kopf festzuhalten, das findet heute nicht mehr richtig statt, finde ich. Dann gucken sie sich alle an, was sie irgendwo aufgenommen haben. Bei TikTok und so weiter spielen sie es dann rein und dann mit anderen das irgendwie so sehen können. Aber die eigentliche Wahrnehmung findet nicht mehr statt. Und ich finde, das ist der Unterschied eigentlich zu dem, was Sinnlichkeit im kulinarischen Sinne bedeutet. Weil du, auch wenn du Fotos machst, aber hier hast du ein anderes sinnliches Erlebnis. Und du musst dich auseinandersetzen. Das finde ich. Und darum, also ich finde, immer wenn ich mal im Stadion bin und ich sehe halt einfach immer, wie das alles flimmert und auch im Theater, sogar im Theater, Da kriege ich ja Aorta-Ausschlag. Das macht der Pum-Pum hier. Wenn dann vor mir die Leute immer noch mit dem Handy sitzen und währenddessen noch irgendwelche WhatsApp-Nachrichten schreiben und so weiter, während schon längst auf der Bühne etwas vor uns stattgeht. Es ist egal, ob das jetzt gerade sehr interessant ist oder nicht. Aber das Aushalten von etwas findet heute auch nicht mehr statt.

Antonia:

[2:25:08] Also ich habe meinen Waterloo dieses Jahr im Adele-Konzert erlebt. Ich habe nichts gesehen. Ich habe Adele nicht einmal gesehen. Wirklich. Also sie war so weit weg, sie war an dem Punkt und ich habe sie die ganze Zeit nur auf der Leinwand gesehen und vor mir nur Handys. Nur Handys. Also ich konnte nichts sehen. Ich bin jetzt auch nicht so ein Riese. Ja, und das hat mir, das war teuer und es hat mir de facto eigentlich nichts gegeben. Da lege ich mir lieber die CD rein oder stream das oder so und habe ein tolles Klangerlebnis. Und ich gehe lieber ehrlich in den Söringhof und komme da hin und lasse mich da durch diesen Abend gleiten oder auch woanders und habe wirklich eine tolle Erinnerung. Und ich trage jede tolle kulinarische Erinnerung mit mir, das ist wirklich so.

Thomas:

[2:25:50] Aber wie schön ist es denn dann, finde ich, wenn man essen geht und man macht sich vorher, denkt man noch so, ach du machst Fotos von jedem Gericht und so und dann vergisst man es nach dem ersten Gang. Wie schön ist das denn dann eigentlich, oder? Ja, ja.

Dietmar:

[2:26:02] So ein guter Podcast kann auch sehr sinnlich sein.

Sebastian:

[2:26:05] Die absoluten alleinsinnliche Stimmen. So ein bisschen wie A.S.M.

Dietmar:

[2:26:10] Oh ne, jetzt fangt damit nicht wieder an. Träbt ja Geräusche hier rein. Ich glaube, es wird Zeit für uns zu gehen.

Sebastian:

[2:26:17] Es wird Zeit.

Dietmar:

[2:26:20] Bevor man es übertrieben hat. Ja, wollen wir gehen?

Sebastian:

[2:26:24] Ich denke, wir sind jetzt alle im Punkt.

Dietmar:

[2:26:26] Mal eine Schlussbewertung?

Sebastian:

[2:26:27] Ah, genau. Und zwar würde ich das so machen, dass ihr zwei euch beratet. Berät? Beratet? Berät? Bratet. Wir sind an dem Punkt, wo ihr bratet. Euch beraten tut.

Dietmar:

[2:26:44] Bratlinge.

Sebastian:

[2:26:46] Ich hab hier gar nichts.

Dietmar:

[2:26:48] Uns fehlt eine Flasche.

Sebastian:

[2:26:49] Naja, so fängt er an. Ihr seht in der Reihenfolge jetzt, von euch gesehen, links nach rechts.

Dietmar:

[2:26:59] Das stimmt nicht. Nein, das stimmt noch nicht. Jetzt, ja. Jetzt steht es.

Sebastian:

[2:27:10] Ich habe überlegt, wo habe ich es überlegt? Das ist eine gute Frage. Wo habe ich es denn überlegt? So viele Zettel.

Dietmar:

[2:27:18] Lasst ihr Zeit.

Sebastian:

[2:27:20] Unterhaltet euch so lange.

Antonia:

[2:27:21] Wollen wir uns jetzt für eine entscheiden?

Sebastian:

[2:27:23] Nein, ihr macht das sozusagen in der Reihenfolge.

Dietmar:

[2:27:26] Ihr habt den Podcast ja ein paar Mal gehört. Früher hatten wir eine Punktbewertung. Das war richtig übel, weil irgendwann wurde die nur noch persönlich. Da hat nichts mehr mit dem Wein im Wein zu tun. Dann gab es eine riesige Schlägerei hier einmal, also eine verbale Schlägerei. Danach haben wir es abgeschafft. Weil dann, aus dem Prinzip gebe ich deinem Wein null Punkte. Du bist ein Arschloch. Und dann macht es halt keinen Sinn mehr.

Sebastian:

[2:27:45] Er verschärft das immer mehr. Von Folge zu Folge wird das immer.

Antonia:

[2:27:48] Das klingt ein bisschen Kinder.

Dietmar:

[2:27:49] Ja, es hatte mit dem Wein ja nichts mehr zu tun, sondern nur mit der Person, weil meine Witze an dem Tag zu gut waren. Das haben wir uns abgeschafft und wir besprechen sie nur noch, aber wir punkten sie nicht.

Sebastian:

[2:27:59] Ihr habt diese vier Flaschen sozusagen, ohne uns zwei Flaschen, die vier Flaschen vor euch stehen. Was euch ein bisschen, glaube ich, auf jeden Fall vereint, ihr reitet beide gerne.

Antonia:

[2:28:12] Ich nicht mehr.

Sebastian:

[2:28:14] Nicht mehr?

Antonia:

[2:28:14] Nein.

Sebastian:

[2:28:15] Seid ihr miteinander schon mal ausgeritten?

Antonia:

[2:28:17] Nein, leider nicht. Das will ich sofort machen.

Sebastian:

[2:28:19] Okay, daran sind wir jetzt an diesem Punkt. Mit welcher Flasche, egal welche, ihr dürft jede Flasche benennen. würdet ihr gerne gemeinsam an welchen Ort mal hinreiten.

Thomas:

[2:28:31] Ah.

Sebastian:

[2:28:33] Und dort trinken.

Dietmar:

[2:28:36] Madeira.

Antonia:

[2:28:41] Also ich wäre tatsächlich bei der Madeira, bei dem zweiten.

Sebastian:

[2:28:44] Bei dem zweiten, bei der etwas größeren.

Thomas:

[2:28:46] Und wo reiten wir? In den Sonnenuntergang?

Antonia:

[2:28:49] Ja, Madeira am Strand, natürlich. Da gibt es keine Strände. Ach so. Das ist die Steilküste. Ja, dann irgendwie, da wird es aber irgendwelche Wege geben. Wir fliegen ja nicht.

Thomas:

[2:29:01] Also mit Pegasus, wir haben einen Pegasus.

Antonia:

[2:29:03] Wir haben einen Pegasus, genau. Wir fliegen, was mehr.

Sebastian:

[2:29:07] Wunderlich, ja, mit einem Pegasus fliegt ihr über Madeira. Das ist sehr schön. Das ist die zweite, Flasche Nummer 10. Mit der ersten. Wo würdet ihr damit hinreiten?

Thomas:

[2:29:15] Da würde ich einfach bei uns an den Strand reiten. Und zwar im Winter, wenn es kalt ist, würden wir bei Sonnenuntergang, wenn es so ein bisschen gefroren ist, der Boden, wenn das Wasser ablaufend ist, kann man wunderbar am Strand reiten. Und dann würden wir im vollen Galopp die Flasche, du hältst ein Glas und ich hinterher.

Dietmar:

[2:29:36] Richtung Hörnum oder Richtung Westerland?

Thomas:

[2:29:38] Richtung Rantum.

Sebastian:

[2:29:39] Das ist ein schönes Titelbild übrigens.

Bärbel:

[2:29:42] Super, ja. Sehr schön.

Sebastian:

[2:29:44] Dann kommen wir zu meinem. Was wäre da eure sinnliche Wahrnehmung?

Dietmar:

[2:29:51] Müllverbrennungsanlage. Da kann man auch hinreiten.

Thomas:

[2:29:54] Da würde ich jetzt tatsächlich irgendwo sitzen und gemütlich würde mich so ein bisschen einmummeln in so eine Decke. Ich bin auch immer noch im kühlen Jahr für mich vom Gefühl her. Wir beide in einer Almhütte.

Sebastian:

[2:30:11] Oh, Almhütte. Das ist schön.

Antonia:

[2:30:14] Also habe ich die Assoziation hier.

Thomas:

[2:30:16] Wir trinken beide Flaschen.

Antonia:

[2:30:19] Ich habe gerade kürzlich eine Yellowstone-Party gefeiert. Ich habe es ja so mit Cowboy und allem drin. Und da sehe ich uns jetzt auf diesen Holzstühlen vor so einem Diesen riesigen. Genau, diese Weißsäche. Ich weiß nicht, die haben so einen Fachbegriff. und dann vor so einem Ranch-Haus mit so Weiten und dann so diese Decken und so ganz lässig. So sehe ich uns damit.

Sebastian:

[2:30:48] Thomas, unsere beiden, alle denken an uns dabei.

Bärbel:

[2:30:53] Das ist doch schön.

Dietmar:

[2:30:54] Das ist sehr schön.

Antonia:

[2:30:56] Ihr kamt da jetzt irgendwie nicht drin vor. Das ist mir sehr leid.

Dietmar:

[2:31:01] Ja, schön, dass ihr da wart.

Sebastian:

[2:31:06] Nein, aber trotzdem, Ich finde es immer sehr schön, wenn man mal ein bisschen anders versucht, mal zu überlegen, wo könnte man das Getränk im Grunde genommen wahrnehmen und in welchem sinnlichen Bild, das man vielleicht mal ein bisschen verbindet.

Dietmar:

[2:31:19] Aber meine kleine Flasche schafft es nicht mehr bis auf irgendeine Ranch, die wird heute Abend noch leer. Die ist alle schon fast.

Sebastian:

[2:31:23] Also ich würde sagen, alle sind bald fast alle. Dafür sind sie wirklich alle vier sehr, sehr, sehr lecker, muss man wirklich sagen.

Thomas:

[2:31:30] Also komplett unterschiedlich, ehrlich.

Sebastian:

[2:31:32] Ja, total.

Dietmar:

[2:31:35] Bitte denkt daran, diesen Podcast zu folgen, ihn zu abonnieren auf YouTube, auf Facebook, auf Instagram, auf dem Podcastkanal eurer Wahl, auf TikTok, whatever. Also eigentlich überall, weltweit, worldwide. Auch in Indien, auch in Japan. Japan sind wir gerne in den Charts. Wir verstehen es bis heute nicht, wie das funktioniert. In Japan sind wir immer in den Ernährungsscharts.

Antonia:

[2:31:53] Oh, echt? Cool.

Sebastian:

[2:31:55] Da soll man ein Buch auf Japanisch rausbringen.

Dietmar:

[2:31:57] In Indien waren wir auch mal ganz oben. Ja, immerhin. Und auf Sylt. So, ich schleiche mich raus. Weinprinzessin, schönen Dank, dass du wieder da warst, dass du den Ton, Video und so weiter hingemacht hast.

Sebastian:

[2:32:12] Danke für die Einladung. Es hat sehr gut geschmeckt und es schmeckt gleich noch weiter.

Dietmar:

[2:32:15] Glaube ich. Ja, mit Sicherheit, mit Sicherheit. Dietmar, irgendwie danke.

Sebastian:

[2:32:19] Ja, irgendwie an dich zurück. Und ich freue mich immer wieder wahnsinnig, wen wir alles hier bei uns begrüßen dürfen. Es ist so, so, so, so, so schön. so herzlich und es wird einem so richtig warm ums Herz, nicht nur wegen der Getränke. Und irgendwie, ich hatte noch so viel aufgeschrieben, noch so viel rausgefunden, was wir heute nicht benannt hatten, aber das machen wir hinterher. Und auch das Weingut Salbei werden wir nochmal ein bisschen beschnacken.

Dietmar:

[2:32:44] Wir wollen ja nochmal eine Stunde Frankreich abfahren auf Sylt.

Sebastian:

[2:32:47] Ja, das ist wirklich.

Antonia:

[2:32:48] Und Bücher schreiben und überhaupt. Wir haben einiges vor. Vielen Dank. Das war sehr, sehr nett.

Sebastian:

[2:32:54] Genau, und jetzt kommt nämlich ihr ins Spiel. Bei uns haben nämlich die Gäste und der Gast immer das letzte Wort und dementsprechend ist jetzt das Wort an euch erteilt.

Antonia:

[2:33:03] Also vielen Dank für diese wunderschöne Einladung zu diesem Podcast. Ich habe mich wahnsinnig wohl gefühlt. Ihr seid unglaublich sympathisch und ich glaube, wir hatten sehr viel Spaß und vielen Dank für diesen tollen Nachmittag. Super viel Spaß gemacht.

Thomas:

[2:33:17] Total entspannt und es lag nicht nur am Alkohol.

Antonia:

[2:33:21] Nee, nee, nee, definitiv nicht. Und das mit dem Buch, das solltet ihr wirklich machen. Das glaube ich mega. Das ist ja noch einiges zusammengekommen. Danke.

Thomas:

[2:33:32] Dankeschön.

Sebastian:

[2:33:35] Jawohl.

Music:

[2:33:35] Music

Dietmar:

[2:33:55] Dieser Podcast wird produziert von ASK, der Kommunikationsagentur in Berlin.

Über diesen Podcast

In diesem Podcast dreht sich alles um unsere Gäste und den Wein, den sie mitbringen. Dietmar Horcicka und Thomas Mühlnickel laden ihre Gäste dazu ein, sich ein Wein-Thema und einen passenden Wein für eine Blindverkostung auszusuchen. Dabei kommen sowohl Experten als auch Neulinge auf ihre Kosten. Kein Podcast nur für Profis, sondern für alle, die einen geselligen Abend unter Freunden bei einer Flasche Wein schätzen. Neben dem Wein stehen vor allem die Gäste im Mittelpunkt des Talk-Formats – mit spannenden Anekdoten, witzigen Spielen und einer angenehmen und unterhaltsamen Atmosphäre.

Unsere Gäste sind neben Wein-Insidern auch Prominente aus der Kulinarik, TV-Köche, Schauspieler, Autoren und viele weitere spannende Menschen. Ein schöner gemeinsamer Abend, bei dem die Hörer ganz nah dabei sind und vieles neues über die Gäste erfahren. Über die Shownotes kann man sich die drei verkosteten Weine besorgen und schauen, ob der Wein die vergebene Punktezahl bei den Goldenen Korken wirklich verdient hat. Und wer von den wettstreitenden Moderatoren diesmal die Nase vorn hat.

von und mit Dietmar Horcicka und Thomas Mühlnickel

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